Hi Frank!
ich bin nun seit einem drei Viertel Jahr Projektleiter in
einem Software unternehmen. Vorher war ich nur Entwickler. Nun
ja - ich habe vorher noch nie so einen Job gemacht und habe
sicherlich dementsprechend auch einige Fehler gemacht. Jetzt
ist es so, dass das Arbeitsklima innerhalb des Projektes auf
einem Tiefpunkt ist.
Das ist zunächst einmal schlecht, aber zumeist auch nicht hoffnungslos.
Ich denke, meine Projektmitglieder nehmen
mich nicht für voll. Auch gibt es einen, der immer wieder
herausstellt wie gut er ist und das ich eigentlich keine
Ahnung habe. Mittlerweile ist einiges schiefgelaufen, auch
beim Kunden, was zur Folge hatte, dass ich gestern aufgrund
einer Verfehlung eines Projektmitgliedes, den betreffenden
offen zur Rechenschaft gezogen habe. Nun ja - mir ist einfach
der Geduldsfaden gerissen.
So etwas sollte nicht passieren.
„Rüffel“ verteilt an unter 4-Augen.
Du wirst Dir ausserdem eionen souveränen Auftritt zulegen müssen (womit ich keineswegs arrogant, überheblich oder „bossy“ meine), denn Du bist nun mal eine Stufe weiter oben und einen auf gut Freund machen sollte man mit seinen Mitarbeitern nicht, wie ich meine. Ein freundlicher Umgangston und auch mal ein privates Gespräch sind ja dabei kein Problem. Nur muss eben auch die Hierarchie klar sein, sonst ist es im Problemfall für beide Seiten sehr schwierig, vom freundschaftlich-lockeren Umgang zum konstruktiven Kritisieren und auch mal Auffordern zu switchen.
Es ist schon so weit, dass ich mich vollständig in Zweifel
ziehe und das Gefühl habe, gar nichts richtig zu machen.
Nehme Dir etwas Zeit, das geschehene zu analysieren und diskutiere das mit einem neutralen Dritten.
Nun
habe ich angefangen mit jedem einzelnen in einem privaten
Vieraugengespräch zu reden,
Das halte ich für sinnvoll.
da ich mittlerweile vor einer
Entscheidung stehe, ob ich zur Geschäftsleitung gehe und meine
Projektleitertätigkeit niederlege oder nicht.
Wenn Du wirklich überfordert sein solltest, wäre das evtl. ein gangbarer Weg. Weiter unten schreibst Du jedoch, dass Deine fachliche Leistung gut war.
Verusche, Deine Führungskompetenz auszubauen.
Sei sicher, dass es sozial viel inkompetentere Leute noch zu weitaus mehr Verantwortung gebracht haben, als Du sie jetzt hast. Lasse Dich nicht unterkriegen.
Wie geht man am
besten mit Leuten um, die einen praktisch für unfähig halten?
Man muss sich den respekt durch Leistung und das richtige Auftreten verdienen.
Kann es sein, dass Du Probleme mit deutlichen Worten gegenüber Deinen MA hast, weil Dui vorher ihr gleichgestellter Kollege warst?
Stelle ruhig klar, dass Du nun auch gewisse Verpflichtungen der GL gegenüber hast und daher Du auch ab und an Dinge verlangen musst, die dann einfach „gemacht gehören“, ohne dass das diskutiert wird.
Und die einem dazu auch noch unsymphatisch sind.
Das interessiert keine Sau (sorry).
Bisher habe
ich immer alle freundschaftlich behandelt,
evtl. eben zu freundschaftlich.
bis zu dem
Zeitpunkt als ich explodierte, weil wieder mal im Projekt
einiges schieflief - Vereinbarungen wurden nicht eingehalten
und daher stand ich beim Kunden dumm dar und musste mir von
dem einiges anhören.
Das ist nun Dein Job.
Zum Schluß sei noch angemerkt, dass meine Geschäftsführung
mich für meine Projektleitung gelobt hat. Sie sind damit mehr
als zufrieden.
Das ist gut.
Aber ich bin es nicht.
Das lässt sich ändern.
Es ist
zwischenmenschlich nichts in Ordnung. Dies macht mich krank
(Depressionen usw.), wie kann man das in den Griff bekommen?
Führe weiterhin die Einzelgespräche und mache den Kollegen klar, dass Du eine gewisse Verantwortung übertragen bekommen hast, welcher Du gedenkst, gerecht zu werden. Bitte Deine MA um Mithilfe.
Halte ihnen nicht ohne Ende ihre Fehler vor, schaue nach vorne.
Kann man sich als Projektleiter schulen lassen?
Selbstverständlich.
Es gibt jede Mange Führungsseminare, sieh mal beim VDI oder bei der ZfU nach.
Hat jemand
einen Tipp für mich? Danke fürs Lesen.
Gerne.
Ich kenne das Problem, aber man kann damit klar kommen, wenn man, bei aller Freundschaft, gewisse Grenzen setzt.
Grüße,
Mathias