Hallo Experten,
ich habe folgendes Problem: Ich arbeite im sozialen Bereich und habe den Eindruck, dass es hier eher nicht üblich ist, Stellen überregional zu besetzen. Ich denke, dass kleinere und mittelständische Träger z.B. Vorstellungs- und Umzugskosten scheuen. Daher bekomme ich bei überregionalen Bewerbungen stets nur Absagen und werde noch nicht einmal zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Nur an meiner Qualifikation kann es eigentlich nicht liegen, weil ich bei Bewerbungen in meiner Region sehr wohl eingeladen werde. Ich will aber aus privaten, persönlichen Gründen sehr gerne von hier weg!
Also, wie stelle ich es am besten an? Ich habe kein Problem damit, Vorstellungs- und Umzugskosten selbst zu bezahlen. Kann man so etwas einfach in ein Bewerbungsschreiben hineinschreiben? Wirkt auch doof, oder? Hat jemand eine Idee?
Vielen Dank und viele Grüsse,
Sandra
Hallo Sandra,
Also, wie stelle ich es am besten an? Ich habe kein Problem
damit, Vorstellungs- und Umzugskosten selbst zu bezahlen. Kann
man so etwas einfach in ein Bewerbungsschreiben
hineinschreiben? Wirkt auch doof, oder? Hat jemand eine Idee?
W’rum soll das denn doof sein? Oder, andersrum gefragt: Wie soll der arme Personalmensch denn ahnen, daß Du Dich dort nicht nur der Vollständigkeit halber bewirbst und nen Rückzieher machst wenn’s ernst wird. Eventuell kannst was reinschreiben wie „Ausgerechnet bei Fa. aaa bewerbe ich mich, weil… Ein Umzug nach xxx wäre für mich attraktiv, weil…“
Liebe Grüße und viel Erfolg!
Petzi
Hallo Sandra,
derzeit darf angenommen werden, dass auf eine freie Stelle sehr viele Bewerbungen eingehen. Meine Erfahrungswerte (von Kunden, Kollegen und aus eigenen Vorstellungsgesprächen) deuten auf eine Größenordnung zwischen 100 und 500 Bewerbungen hin.
Zu Deinen Fragen:
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Absagegrund: Bewerber wohnt nicht im Nahbereich (?)
Ruf mal bei den Organisationen an, die Dir eine Absage geschickt haben und frag nach: dann ersparst Du Dir Spekulationen. (Es kann allerdings sein, dass sich, angesichts der Bewerber"flut" niemand an Deine Bewerbung erinnert … nun, dann kannst Du Deine Vermutung ganz allgemein als Frage formulieren.
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Kosten für das Vorstellungsgespräch
Die Übernahme der Fahrtkosten kann durch den Arbeitgeber durch einen einfachen Satz im Einladungsschreiben ausgeschlossen werden.
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Umzugskosten
Dies könnte für den Arbeitgeber ein Thema sein, wenn eine - im Vergleich zu Deiner Qualifikation - ausreichende Zahl an Bewerbern aus dem Nahbereich vorliegt.
Ich empfehle Dir n i c h t die Umzugskosten (bereits)im Anschreiben anzusprechen. (Im Vorstellungsgespräch wäre der geeignete Platz für Deinen „Verzicht“ auf die Umzugskosten)
Grüsse aus Lüneburg
Heiner Gierling
Hallo Heiner,
vielen Dank für die Tipps!
- Umzugskosten
Dies könnte für den Arbeitgeber ein Thema sein, wenn eine - im
Vergleich zu Deiner Qualifikation - ausreichende Zahl an
Bewerbern aus dem Nahbereich vorliegt.
Ich empfehle Dir n i c h t die Umzugskosten (bereits)im
Anschreiben anzusprechen. (Im Vorstellungsgespräch wäre der
geeignete Platz für Deinen „Verzicht“ auf die Umzugskosten)
Hm, aber vermutlich wird man erst gar nicht eingeladen, wenn es auch qualifizierte Bewerber aus dem Nahbereich gibt! Und natürlich gibt es die auch. Ich habe keinen soo spezialisierten Beruf, dass man Leute wie mich, nicht auch anderswo finden könnte. Was denkst du, ist es legitim, im Anschreiben auf persönliche Gründe für den Ortswechsel hinzuweisen? Oder wirkt frau dann zu freizeitorientiert? Das könnte ja wieder die (falsche) Assoziation nahelegen, dass frau kurz vor der Familiengründung steht und deshalb bald ausfällt, oder?
Vielen Dank und viele Grüsse,
Sandra
Hallo Sandra,
in einigen Ratgebern wird empfohlen, dass man im Anschreiben auf die Umzugsbereitschaft hinweist …
Im Falle einer Entfernung, die über die übliche Tagespendelentfernung (sagen wir mal von insgesamt 2,5 Stunden) hinausgeht, kann ohnehin davon ausgegangen werden, dass der Bewerber umzieht. Für den Bereich unterhalb von 2,5 Stunden kann es ggf. interessant sein, dass der Bewerber durch einen Umzug seine Tagesverfügbarkeit für den Betrieb erhöht; dann gehört das auch in die Bewerbung. Warum? Es ist ein Unterschied ob der Mitarbeiter in der Nähe des Arbeitsortes wohnt und so eher bereit ist, auch Überstunden zu machen, statt immer an die lange Pendelzeit zu denken und sich entsprechend pünktlich zum Fahrzeug zu begeben. Hinzu kommt: wer täglich 2,5 h pendelt hat i.d.R. weniger Freizeitausgleich durch Erholung (!!)
Ein Vorschlag für Dich:
Nimm eine auffallende (am besten eine qualifizierte Kurzbewerbung) in die Hand und verbringe einige Tage in der Stadt Deiner Wünsche. Suche hier initiativ Unternehmen auf, die für Dich interessant sein könnten. Dabei könntest Du auch überlegen, vorübergehend in einer anderen Branche zu arbeiten, um Deine Suche vor Ort fortzusetzen.
Klar, dass die relevanten Zielfirmen vorher von Dir mittels Branchenbuch und ggf. Telefonaten bestimmt werden.
Vorteil: Der Arbeitgeber lernt Dich direkt als aktiven Menschen kennen.
Viel Erfolg.
Heiner Gierling
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