Überqualifiziert - dumme Ausrede oder Gesetz?

Hallo Leute,

ich (36) bin in den letzten fünf Jahren insgesamt drei Jahre arbeitslos gewesen, davon jetzt auch schon wieder 10 Monate.
Meine Bewerbungen scheitern oft an der Bemerkung „Sie sind überqualifiziert!“

Ich frage mich nun folgendes:

  1. Ist das nur eine dumme Ausrede der Firmen, um Bewerber abzuwimmeln?

  2. Oder ist das eine gesetzliche Vorschrift? Hintergrund meiner Frage: Ich habe gehört, das für ein bestimmtes Alter und eine bestimmte Qualifikation einen bestimmten Mindest-Lohn zahlen m u s s ! Da wäre ich mit meinem BWL-Studium wahrscheinlich dann zu teuer, oder? Stimmt das und wenn ja, auf welche Vorschrift beziehen sich da die Firmen?
    Ich würde ja gerne auch einen Fließarbeiterjob machen oder als Schreibkraft arbeiten, nur um überhaupt wieder arbeiten zu können!

Wie beurteilt ihr eigentlich meine Chancen, überhaupt wieder als Buchhalter arbeiten zu können? Anhand dieses Lebenslaufes:

Abbruch des Gymnasiums mit 19, dann zwei Jahre Fremdsprachenschule, dann Bundeswehr, dann Lehre als Speditionskaufmann, dann fünf Jahre BWL-Studium, danach ein Jahr arbeitslos auf Kosten der Eltern (weil keine Stelle in STB- oder WP-Praxis bekommen), dann 1,5 Jahre Buchhalter in einem mittelständlsichen Betrieb, dann gefeuert, und jetzt 3 Jahre arbeitslos (mit einer kleinen Unterbrechung als selbständiger Webdesigner). Derzeit als Hochstudierter Bezieher von Arbeitslosenhilfe.

Bitte auch schonungslos ehrliche Meinungen dazu!

Euer Carsten

Hallo,

meine persönliche Einschätzung: für das Alter von 36 Jahren kannst du zu wenig an Berufserfahrung als Buchhalter aufweisen - zudem bist du als Buchhalter mit dem BWL-Studium tatsächlich überqualifiziert. Hintergrund ist wohl, dass die Arbeitgeber befürchten, du könntest irgendwann von einem Buchhalter-Job, den jede Steuerfachgehilfin ausführen kann, „frustriert“ sein.

Mein persönlicher Tipp: weitermachen mit dem Ziel Steuerberater und dann ab in die Selbständigkeit - nebenher in einer Steuerberater/ WP-Kanzlei arbeiten. StB-Anwärter werden vor allem in grösseren Städten sehr gerne eingestellt.

Gruss,
Simone

Hallo Carsten!

ich (36) bin in den letzten fünf Jahren insgesamt drei Jahre
arbeitslos gewesen, davon jetzt auch schon wieder 10 Monate.
Meine Bewerbungen scheitern oft an der Bemerkung „Sie sind
überqualifiziert!“

In Deinem Fall ist das wohl so.
Wahrscheinlich kannst Du die Absagen schon, vorsichtig an die Wand lehnend, stapeln.

Du wirst Dir leichter tun, wenn Du Firmen, die für Dich in Frage kommen, abtelefonierst nach einem 400-Euro-Job. Und wie Simone das recht genau sagte… WP und StB wären rein von der sachlichen Seite ein guter Einstieg.

  1. Ist das nur eine dumme Ausrede der Firmen, um Bewerber
    abzuwimmeln?

Ich meine, nein. Bei grösseren Firmen, ich glaube ab 12 Personen, hat der Betriebsrat mitzubestimmen, zumindest als Zünglein an der Waage. Allerdings ist der BR bei Vorstellungsgesprächen und der Auswahl der Bewerber nicht anwesend. So also hast Du als Bewerber keinerlei Einfluss darauf.

  1. Oder ist das eine gesetzliche Vorschrift? Hintergrund
    meiner Frage: Ich habe gehört, das für ein bestimmtes Alter
    und eine bestimmte Qualifikation einen bestimmten Mindest-Lohn
    zahlen m u s s ! Da wäre ich mit meinem
    BWL-Studium wahrscheinlich dann zu teuer, oder? Stimmt das und

Ja, das gehört mit dazu. Die Personalchefs rechnen sich aus, wie lange Du den notorisch-monotonen Job „Buchhaltung“ machen würdest, bis dass Du auf andere Gedanken kommst… Zumindest viele sehen das bestimmt so.

Dieses Problem hättest Du bei einem Nebenjob nicht; das Einkommen bleibt begrenzt auf 400.- Euro, Kündigungsschutz ist effektiv nicht vorhanden.

wenn ja, auf welche Vorschrift beziehen sich da die Firmen?
Ich würde ja gerne auch einen Fließarbeiterjob machen oder als
Schreibkraft arbeiten, nur um überhaupt wieder arbeiten zu
können!

Weisst Du, ich habe zwar nicht Deinen Lebenslauf, aber irgendwie kommt mir das Typische davon bekannt vor… Lediglich habe ich - weil die Schnauze voll von „Verar***ung“ - den Entschluss gefasst, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen nichts zu arbeiten, bis dass ich ganz konkret weiss, was ich wirklich arbeiten will. Und das ist dann etwas, was mir garantiert viel Freude macht!

Wie beurteilt ihr eigentlich meine Chancen, überhaupt wieder
als Buchhalter arbeiten zu können? …

Vielleicht verrennst Du Dich, wenn Du Dir diese Frage und diese Frage auch gerade so stellst. – Frage Dich vielleicht eher: Für was, für welche meiner Eigenschaften ist es gut, dass ich fundierte Buchhaltungskenntnisse habe?

Rein auf unsere Welt bezogen, in der wir leben, hat das für jemand, der eine freiberufliche oder selbständige Tätigkeit ausübt immense Vorteile. Auch in anderen Postionen hilft es ungemein weiter, weil man mit diesem Wissen Prozesse, die mit dem Geldfluss zusammen hängen, kontrollieren kann. (Es kann Dir keiner 'was vormachen!)

Bitte auch schonungslos ehrliche Meinungen dazu!

Dann noch etwas anderes:

Ich war gestern bei einem Freund zu Besuch. Er hatte da ein paar Orakelkarten rumliegen mit dazugehörigen Texten. Und wie das so ist, wenn ich in Ruhe und entspannt bin, können mir gerade „zufällige“ Ereignisse sehr viel sagen, also eine Wahrheit vermitteln.
Ich zog eine solche _Buddha-_Karte… Und folgendes, ich schrieb es ab, stand drauf:

Solange du nicht die Arbeit tust, die deinem Herzen nahe ist, wirst du unerfüllt bleiben. Und der Meditierende findet schnell heraus, was seine Arbeit ist. Er findet es in seinem Innern; er muss nicht darüber nachdenken. Die innere Stimme ist so klar und so laut, dass er weiss, er muss ein Musiker oder ein Dichter oder was auch immer sein. Es kommt so klar durch, dass es keinen Zweifel darüber gibt. Und dann beginnt er mit der Arbeit; solche Arbeit wird zu seiner Meditation.

CU DannyFox64 :wink:

Hallo Leute,

ich (36) bin in den letzten fünf Jahren insgesamt drei Jahre
arbeitslos gewesen, davon jetzt auch schon wieder 10 Monate.
Meine Bewerbungen scheitern oft an der Bemerkung „Sie sind
überqualifiziert!“

Abbruch des Gymnasiums mit 19, dann zwei Jahre
Fremdsprachenschule, dann Bundeswehr, dann Lehre als
Speditionskaufmann, dann fünf Jahre BWL-Studium, danach ein
Jahr arbeitslos auf Kosten der Eltern (weil keine Stelle in
STB- oder WP-Praxis bekommen), dann 1,5 Jahre Buchhalter in
einem mittelständlsichen Betrieb, dann gefeuert, und jetzt 3
Jahre arbeitslos (mit einer kleinen Unterbrechung als
selbständiger Webdesigner). Derzeit als Hochstudierter
Bezieher von Arbeitslosenhilfe.

Hi Carsten,

mich würde erstmal interessieren wie du das mit dem „gefeuert“ meinst?

Zudem hast du in den letzten 17 jahren 1,5 Jahre als Buchhalter gearbeitet. Wenn ich deinen Lebenslauf nur mal so auf diese formel reduziere, wäre das für mich schon nen Grund zu sagen: Kann der überhaupt arbeiten?

Dann hast du eine ausbildung gemacht, die mit deinem lehrberuf nix zu tun hat? wieso?

Dann hast du studiert und keine Anstellung bekommen? Warum? Wie sind deine Noten?

Als Hochschulabsolvent sich als „Buchhalter“ zu bewerben, was man auch mit einer 2jähr. Handelsschulausbildung machen kann, zeugt nicht von Selbstbewußtsein. Und du bist tatsächlich überqualifiziert!

Ein Unternehmer achtet eben darauf, daß seine Mannschaft in gewisser weise „homogen“ ist, das heißt, daß da keiner dazwischen ist, der „sich besser“ vorkommt als die anderen „untergebildeten“. andererseits besteht ja auch die Gefahr, daß du in Probleme kommst, weil man dir nachsagt, „studiert und nix besser als wir, aber läßt den Schlauen raushängen“ Das wäre weder gut für dich noch fürs gesamte Betriebsklima.

Ich empfehle dir, dir vom AA einen Beratungsschein für ein bewerbungstraining bei der DAA z.B. zu holen. Da kannste dann üben eine „adäquate“ Bewerbung für einen job zu schreiben, der deiner Vorbildung udn berufserfahrung passt.

Da sehe ich die größte Dringlichkeit: Das Berufsbild zu finden, auf das du dich bewerben sollst.

gruss

schonungslos ehrlich
Moin Carsten,

ich fass jetzt mal zusammen.
Du bist jetzt 36. Von den 36 Jahren hast du vermutlich 3 Jahre eine Lehre gemacht und grade mal 1,5 Jahre „richtig“ gearbeitet. Aus diesem Job bist du auch noch rausgeflogen. Die restlichen 32 Jahre deines Lebens hast du entweder von deinen Eltern oder vom Staat gelebt.

Tja, ich würde dich auch nicht einstellen. Nicht weil du „überqualifiziert“ wärst, sondern weil ich mich fragen würde, ob du überhaput „richtig“ arbeiten kannst.

Ich kann dir nur raten, such dir irgendwas, zur Not geh putzen. Aber zeige, dass du es mit dem Arbeiten wirklich ernst meinst. Da findet man im übrigen auch als BWLer was. Ich hab nach meinem Studium (als fertige Diplom-Betriebswirtin (FH) 2 Jahre überbrücken müssen, bis zu meinem Traumjob. In der Zeit hab ich als Packerin im Lager eines Großhändlers gearbeitet, für einen kleinen Handwerksbetrieb ein wenig die Werbung übernommen und über die Zeitarbeit Telefonmarketing gemacht.

Ob du als BWLer überhaupt in der Lage bist, Buchhaltung zu machen (und vor allem, ob dir das auch jemand zutraut, nachdem du zudem noch aus deinem letzten Job geflogen bist), steht auf einem anderen Blatt. Im Zweifel erkundige dich nach Ausbildung zum Bilanzbuchhalter (IHK).

Gruss
Marion

Hallo,

Abbruch des Gymnasiums mit 19, dann zwei Jahre
Fremdsprachenschule, dann Bundeswehr, dann Lehre als
Speditionskaufmann, dann fünf Jahre BWL-Studium, danach ein
Jahr arbeitslos auf Kosten der Eltern (weil keine Stelle in
STB- oder WP-Praxis bekommen), dann 1,5 Jahre Buchhalter in
einem mittelständlsichen Betrieb, dann gefeuert, und jetzt 3
Jahre arbeitslos (mit einer kleinen Unterbrechung als
selbständiger Webdesigner). Derzeit als Hochstudierter
Bezieher von Arbeitslosenhilfe.

Sicherlich werden Bewerber, die in der Tat überqualifiziert sind, oftmals deshalb nicht eingestellt, weil ein Arbeitnehmer, der eingearbeitet wird, Firmen Geld kostet und die Befürchtungen groß sind, dass er abspringt, sobald er etwas „Besseres“ gefunden hat.

Bei dir sehe ich zwar auch eine gute Formalqualifikation, allerdings sehr wenig Berufserfahrung. Ich würde mir als Personaler sehr genau überlegen, woran das liegt und möglicherweise zu dem Schluss kommen, dass du nicht willst oder nicht kannst.

Du solltest diesen Punkt in deinen Bewerbungen ansprechen und erklären, Bewerbungszentren helfen dir dabei (frag mal im Arbeitsamt nach).

Viel Erfolg & Gruß
Xelya

Zu meinen Chancen als STB-/WP-Anwärter
Hallo Simone,

Mein persönlicher Tipp: weitermachen mit dem Ziel
Steuerberater und dann ab in die Selbständigkeit - nebenher in
einer Steuerberater/ WP-Kanzlei arbeiten. StB-Anwärter werden
vor allem in grösseren Städten sehr gerne eingestellt.

Genau dieses hatte ich ja während und nach meines BWL-Studiums versucht (ca. 170 Bewerbungen an STB- und WP-Kanzleien bzw. -gesellschaften). Als Ablehnung hieß - wenn überhaupt: „Ja, Sie haben ja gar keine Steuerfachgehilfen-Ausbildung gemacht. Wir sehen es gern, wenn die Steuerberater-Anwärter vorher noch eine Lehre gemacht haben und dann während des Studiums nebenher in einer Kanzlei gearbeitet haben. Sie haben da leider keine Erfahrung - tut uns leid!“

Eine Steuerberaterin hat mir seinerzeit allen Ernstes angeboten, eine
L e h r e als Steuerfachgehilfe bei ihr zu machen!
Das BWL-Studium ist doch wohl die höhere Qualifizierung, oder?

Der Hintergrund ist klar: Die vier Jahre bis zur STB-Prüfung, die man als Berufspraxis braucht, sollen die Anwärter möglichst billig „verheizt“ werden!

Im Ernst: Ich bin fünf Jahre 'raus aus dem Studium; Steuergesetze haben sich seitdem rapide geändert. Ich habe mich nach dem Studium noch das eine Jahr, wo ich arbeitslos wahr, nebenher weitergebildet, ehe ich dann ich Beck’schen Steuertexte frustriert abbestellt habe.
Ne, was das angeht, ist der Zug für mich definitiv abgefahren!

Aber dennoch danke für die Tips

Gruß

Carsten

Zu meinen Chancen auf dem Arbeitsmarkt
Hi local,

gefeuert wurde ich seinerzeit ohne Abmahnung, weil ich angeblich ein paar gravierende Fehler beim Buchen gemacht hätte (es hat vorher überhaupt keine Abmahung gegeben).
Der Hintergrund ist wohl eher der gewesen: Ich hatte vier Monate vor meiner Kündigung nach einjähriger Betriebszugehörigkeit um eine Gehaltserhöhung um 500 DM gebeten. Die wurde mir zunächst auch mündlich gewährt. Einen Monat später wurde mir ein Papier hingeschoben, nach dem mir die Erhöhung nur als Prämie gezahlt würde, und ich solle das Papier unterschreiben. Ich weigerte mich, da dies ja nicht vereinbart gewesen sei.
Zwei Monate später wurde ich gefeuert und mit sofortiger Wirkung freigestellt.
Ich erfuhr von meinem Ex-Kollegen, mit dem ich weiter in Kontakt blieb, Monate später, dass ich auf Betreiben des Seniorchefs (der die Firma nicht mehr leitete, aber als Gründer großen Einfluss auf seinen Sohn und Schwiegersohn, die beiden Geschäftsführer, hatte, gefeuert wurde. Ich hatte mich mit dem Alten leider nie gut verstanden.
Leider konnte ich nichts beweisen, sonst wäre ich vors Arbeitsgericht gezogen.

Hi Carsten,

mich würde erstmal interessieren wie du das mit dem „gefeuert“
meinst?

Dann hast du eine ausbildung gemacht, die mit deinem lehrberuf
nix zu tun hat? wieso?

Ich habe festgestellt, das als Speditionskaufmann die Bezahlung schlecht und meine Aufstiegschancen gleich Null waren. Da fragt man sich doch: War das schon alles in deinem Leben?
Ich habe mich dann fürs BWL-Studium entschieden und während des Studiums mich für den Beruf des Steuerberaters entschieden.

Dann hast du studiert und keine Anstellung bekommen? Warum?
Wie sind deine Noten?

Notendurchschnitt 3,3, als nur Mittelmaß. Zu den Gründen, warum ich keine Anstellung bekam, habe ich eine Antwort an Simone weiter unten gegeben.

Als Hochschulabsolvent sich als „Buchhalter“ zu bewerben, was
man auch mit einer 2jähr. Handelsschulausbildung machen kann,
zeugt nicht von Selbstbewußtsein. Und du bist tatsächlich
überqualifiziert!

Da ich keinen Job in einer WP-/STB-Kanzlei bekommen habe, habe ich dann Abstriche gemacht und mich als Buchhalter beworben, damit ich mit meinen BWL-Kenntnissen zumindest in einem artverwandten Beruf unterkam, was ja zunächst auch funktioniert hat.

Ein Unternehmer achtet eben darauf, daß seine Mannschaft in
gewisser weise „homogen“ ist, das heißt, daß da keiner
dazwischen ist, der „sich besser“ vorkommt als die anderen
„untergebildeten“. andererseits besteht ja auch die Gefahr,
daß du in Probleme kommst, weil man dir nachsagt, „studiert
und nix besser als wir, aber läßt den Schlauen raushängen“ Das
wäre weder gut für dich noch fürs gesamte Betriebsklima.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das man in manchen Bereichen, wo man sich bewirbt, lieber einen „getürkten“ Lebenslauf abschickt, wo das BWL-Studium komplett fehlt, stattdessen ein Zeugnis mit Berufspraxis als Buchhalter, eingesandt wird. Von daher habe ich gar kein Interesse daran, den Schlauen heraushängen zu lassen. Da ist es besser, man hält sein Maul.
Dass es dennoch mit den Bewerbungen nicht geklappt, glaube ich, liegt tatsächlich daran, dass ich vorher kaum arbeiten war (allerdings nicht auf Kosten des Staates).

Ich empfehle dir, dir vom AA einen Beratungsschein für ein
bewerbungstraining bei der DAA z.B. zu holen. Da kannste dann
üben eine „adäquate“ Bewerbung für einen job zu schreiben, der
deiner Vorbildung udn berufserfahrung passt.

Habe ich versucht. Liegt aber daran, dass das AA kaum noch Haushaltsmittel zur Verfügung hat. Zur Zeit werden alle Anträge von Alhi-Empfängern, ob ICH-AG, Überbrückungsgeld, Umschulung, Weiterbildung etc. von den Vermittlern abgeschmettert. Na ja, ab 1.1. werden die Gelder ja wieder neu verteilt; dann werde ich mein Glück nochmal versuchen.

In diesem Sinne tschö mit ö

Carsten

Hi Carsten,

Eine Steuerberaterin hat mir seinerzeit allen Ernstes
angeboten, eine
L e h r e als Steuerfachgehilfe bei ihr zu
machen!
Das BWL-Studium ist doch wohl die höhere Qualifizierung, oder?

Der Hintergrund ist klar: Die vier Jahre bis zur STB-Prüfung,
die man als Berufspraxis braucht, sollen die Anwärter
möglichst billig „verheizt“ werden!

Genau das wird in deiner Bewerbung wahrscheinlich deutlich:

anstatt eien chance nach 170 Bewrbungen zu ergreifen, setzt du dich aufs hohe Ross und wartest auf Alternativen, die nciht kommen.

daß dein Gaul jetzt verhungert ist, liegt ganz allein an dir.

gruss

Wärst Du mal…

Leider konnte ich nichts beweisen, sonst wäre ich vors
Arbeitsgericht gezogen.

Hi!

…vors Arbeitsgericht gezogen! Eine personenbedingte Kündigung ohne Abmahnung hat da in der Regel keine Chance! Natürlich vorausgesetzt, dass da mehr als 5 Leute beschäftigt waren…

Grüße
Guido

Hallo Carsten,

Meine Bewerbungen scheitern oft an der Bemerkung „Sie sind
überqualifiziert!“

  1. Ist das nur eine dumme Ausrede der Firmen, um Bewerber
    abzuwimmeln?

Nein, aber vielleicht die einfachste Methode, Dir die Ablehnung zu erklären. Bei allen anderen möglichen Alternativen befürchten die Firmen eine größere Diskussion und wenn sie die mit vielen Bewerbern hätten, könnten sie dafür extra jemanden einstellen. Daher belässt man es bei solchen Standard-Sätzen.

  1. Oder ist das eine gesetzliche Vorschrift?

Nein, gibt es meines Wissens nach nicht.

Hintergrund
meiner Frage: Ich habe gehört, das für ein bestimmtes Alter
und eine bestimmte Qualifikation einen bestimmten Mindest-Lohn
zahlen m u s s !

Bezahlt werden „müssen“ eigentlich weniger. Aber wenn Dich jemand einstellt, wird irgendwann die Frage aufkommen, warum Du weniger verdienst als andere mit vergleichbarer Vorbildung und im ähnlichen Alter. Diese Diskussion mit dem Betriebsrat fürchten viele Firmen.

Da wäre ich mit meinem
BWL-Studium wahrscheinlich dann zu teuer, oder?

Bezogen auf Deine Berufserfahrung und Deinen Lebenslauf wärst Du tatsächlich ein teurer BWLer.

Ich würde ja gerne auch einen Fließarbeiterjob machen oder als
Schreibkraft arbeiten, nur um überhaupt wieder arbeiten zu
können!

Hast Du Dich auf solche Stellen schon beworben ?

Abbruch des Gymnasiums mit 19, dann zwei Jahre
Fremdsprachenschule, dann Bundeswehr, dann Lehre als
Speditionskaufmann, dann fünf Jahre BWL-Studium, danach ein
Jahr arbeitslos auf Kosten der Eltern (weil keine Stelle in
STB- oder WP-Praxis bekommen), dann 1,5 Jahre Buchhalter in
einem mittelständlsichen Betrieb, dann gefeuert, und jetzt 3
Jahre arbeitslos (mit einer kleinen Unterbrechung als
selbständiger Webdesigner). Derzeit als Hochstudierter
Bezieher von Arbeitslosenhilfe.

Irgendwie fehlt mir der rote Faden in diesem Lebenslauf. Wie schon andere geschrieben haben, fehlt die Berufspraxis völlig. 1,5 Jahre als Buchhalter (und das noch vor 3 Jahren und gefeuert) sind so gut wie gar nichts. Du konkurrierst hier mit ehemaligen Lehrlingen, die im Alter von 22 Jahren den gleichen Job machen können, aber nur ca. 2.000€ statt 3.000€ (Automobilindustrie Stuttgart) verdienen und damit - im Vgl. zu einem BWLer auch längerfristig zufrieden sind.

Weiterhin geht man davon aus, dass Du arbeiten gar nicht mehr gewohnt bist, denn das scheint alles schon länger her zu sein.

Warum hast Du eigentlich Deine Selbstständigkeit wieder aufgegeben ?

Ach ja, lass mal das Wort „Hochstudierter“ weg, denn BWL-Studium bedeutet heutzutage eigentlich gar nichts mehr.

Mein Tipp: Bewerb Dich bei solchen Firmen wie z.B. IKEA. Dort kann man auch mit weniger gutem Lebenslauf im Verkauf anfangen, allerdings zu einem besch… Gehalt. Aber man hat bei guter Leistung immer die Möglichkeit, aufzusteigen. Denn Aufstieg kommt hier eher von Leistung als von Vorbildung (ein Freund von mir hatte eine schlechte nichtkaufmännische Lehre und ist heute dort Bereichsleiter).

Grüsse

Sven

Wie kommst Du eigentlich darauf?
Hi nochmal!

L e h r e als Steuerfachgehilfe bei ihr zu
machen!
Das BWL-Studium ist doch wohl die höhere Qualifizierung, oder?

Wie kommst Du zu dieser Erkenntnis?

Ein Steuerfachgehilfe lernt in der Praxis! Er hat nach seiner Ausbildung schon mal etwas, was Du nicht besitzt: Berufserfahrung!

Ich will keinem Akademiker seine Fähigkeiten absprechen, aber: Sie sind absolut theoretischer Natur…

Liebe Grüße
Guido

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Danke für die Tips - hier mein Fazit
Hallo Leute,

besten Dank für Eure Tips. Ich hatte es mir fast schon gedacht: Ein (Wieder-)Einstieg in den sog. „Ersten Arbeitsmarkt“ ist aufgrund meines Lebenslaufes (fast) unmöglich.
Ich werde darum den „Rat“ von DannyFox64 annehmen: Erstmal abwarten, was passiert, weiter Alhi kassieren, und mich dann irgendwann vom AA oder Sozialamt in eine „gemeinnützige Arbeit“ hineindrängen lassen. Soll heissen: Ich werde als Müllmann oder Papieraufsammler in irgendwelchen Parks enden. Aber bis dahin werde ich abwarten und hoffen, dass noch viel Wasser den Rhein herbabfließt.

Bis dann

Euer auf ewig gescheiterter (und damit als warnendes Beispiel dienender)

Carsten

Lieber Carsten,

oder sollte ich lieber sagen: „Böser Carsten“, weil Du bist ja reichlich verstimmt über Deine Situation von Arbeitslosigkeit?!

Ich werde darum den „Rat“ von DannyFox64 annehmen: Erstmal
abwarten, was passiert, weiter Alhi kassieren, und mich dann
irgendwann vom AA oder Sozialamt in eine „gemeinnützige
Arbeit“ hineindrängen lassen…

Wenn Du unbedingt diese Erfahrung machen willst, dann mach’ das so, aber lies auch gefälligst meine Postings bis zu Ende. Damit habe ich zuletzt ganz klar ausgedrückt, dass man auf das Herz hören muss, um sicher zu sein, was man wirklich will. [1]

Ich habe bisher auch _nicht_ die Gründe offen gelegt, warum ich frustrierende Erfahrungen gemacht hatte, und der Begriff „Vera***ung“ bringt nur etwas auf den Punkt, was ich satt habe in der (Arbeits-) Welt.

Ich kann hier nicht in Kürze meine ganze Lebenserfahrung posten oder Dir hier offen legen, wie sch*** unsere Welt zur Zeit funktioniert. Das Thema ist zu komplex, als dass es sich auf ein paar DIN A4-Seiten zusammenfassen liesse und es jeder gleich verstehen würde. - Da ist der einzelne selbst gefordert, sich damit auseinander zu setzen. - Aber man braucht nur hin zu schauen, was in der Welt passiert: Die Menschen bringen einander für Geld und Macht gegenseitig um…

Dass Du Dich aber einfach auf (m)eine einzelne - aus dem Zusammenhang herausrissene - Aussage zu beziehst, ist einfach nur billig! Das solltest Du einfach noch mal überdenken! (Denn Du kommst damit nicht weiter, und Dein Frage-Posting wäre unsinnig…) Und das, was Du als „Resümee“ ausweist, ist kein wirkliches. Bei einem solchen Resümee würdest nicht Du, sondern es würden tatsächlich andere Menschen Deine Wirklichkeit bestimmen:

…und mich dann irgendwann vom AA oder Sozialamt in eine
„gemeinnützige Arbeit“ hineindrängen lassen…

Deswegen werde Dir darüber klar, dass Deine jetztige oder bisherige Einstellung einfach nur arrogant ist (steig von Deinem hohen Ross herunter!)…

Euer auf ewig gescheiterter (und damit als warnendes Beispiel
dienender)

…und werde Dir zudem darüber klar, wie Du künftig damit umgehen willst, und was Deine persönlichen Stärken sind und wie Du sie für eine Arbeit einsetzen kannst.

Darin aber wird Dir keiner weiter helfen können, ausser Du Dir selbst.

CU DannyFox64

[1] Damit Dir mal der Zusammenhang in die Birne geht: In meiner Vergangenheit war’s so, dass all das schief gelaufen ist, was ich gearbeitet hatte, aber so nicht wirklich arbeiten wollte.

Hallo Carsten!

Wie gesagt: Dein Fazit ist faul! Lies gefälligst meine Antwort darauf: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

CU DannyFox64

Hallo Carsten,

in den letzten Jahren hattest du ja anscheinend ne Menge Zeit - ich frage mich was du denn in dieser Zeit gemacht hast.

Warst du z.B. irgendwo ehrenamtlich tätig, hast du dich intensiv um ein Hobby gekümmert, hast du dich irgendwo weitergebildet?
Hast du mal versucht, irgendwo ohne Entlohnung zu arbeiten (bei Vereinen, gemeinnützigen Organisationen, …).

Das wären nämlich alles Sachen, die deinen Lebenslauf „aufpeppen“ könnten.

Und noch ne Frage:

Sehe ich das richtig, dass du vor 9 Monaten deine Selbständigkeit aufgegeben hast (Angabe auf der Homepage)? Wieso hast du dann die angekündigte private Seite (noch) nicht online?

Das sind alles Fragen, die ich als Arbeitgeber beim Lesen deines Lebenslaufs stellen würde und von daher bin ich gespannt auf die Antworten.

Schönen Gruß

Andreas

Hallo Carsten,
als ich diesen Artikel gelesen habe, wollte ich dir meine Stellungnahme so schreiben, das Sie dir um die Ohren gehauen wäre (Sinnbildlich). Da wir hier aber den guten Ton wahren wollen, habe ich erstmal eine Tasse Kaffee getrunken und mich innerlich beruhigt und dein Ausgangsposting nochmal und nochmal gelesen. Letzendlich muß ich dich fragen, was du eigentlich von deinem Leben erwartest? Versuche doch mal zu rekonstruieren, was du bei den einzelnen Positionen deines Lebens erwartet hast und warum deine Umwelt (AG, etc.) dich teilweise ablehnt. Wo liegen denn deine Schwächen? Wo deine Stärken? Du willst von uns wissen, warum es bei dir nicht klappt, aber die Antwort weißt du nur selber. Also mach dir mal Gedanken!!

Weiterhin solltest du versuchen, aus deinen negativen Gedanken herauszukommen. Denn bei solchen Sprüchen wie in deinem Posting, würde ich mir einfach mal Gedanken machen, was ich der Welt geben kann.

In der Hoffnung, das du dein Leben und dich selbst wieder in den Griff bekommst.

Gruß
Martin

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mein Fazit
Hi!

Sorry, aber mein Fazit ist dann, daß du nichts anderes als ein fauler Schmarotzer bist. Nur gut, daß die Sozialleistungen im heutigem Umfang eh net mehr lange gibt und Schmarotzer dann - hoffentlich bald - auf der Straße landen!

Bernd

Hi Carsten,

zwar bin ich ein paar Jaehrchen aelter aber ich habe auch einen recht „bunten“ Lebenslauf:

  • Realschulabschluss
  • Fachgymnasium Wirtschaft, 2 x 11. Klasse, kein Abschluss
  • Ausbildung zur Buerokauffrau 3 Jahre, danach 8 Monate arbeitslos
  • Job in der Zentralbuchhaltung einer englischen Firma, von dort Versetzung in eine der Filialen
  • Kuendigung meinerseits um meinen Traum zu verwirklichen - 2 Jahre habe ich auf Kreta gelebt und „vor mich hingewurschtelt“ also nicht „offiziell“ gearbeitet
  • nach der Rueckkehr nach Deutschland 5 Monate im Buero einer Grosshandlung gearbeitet, Firma wurde nach Sueddeutschland verlegt (und ich wollte nicht mit), danach knapp 2 Monate arbeitslos
  • Buchhaltung/Buero und Verkauf in einem Moebelgeschaeft, 3 Jahre Vollzeit, danach 3 Jahre Teilzeit
  • Buchhaltung/Buero in einem Autohaus, Firma ging nach 10 Monaten Konkurs - ich sah es zwar kommen aber es gab keine Jobs
  • 1 Jahr IHK Ausbildung zur Marketing-Assistentin (Euro-Marketing), Hauptgrund fuer mich war ein Englisch-Diplom (warum braucht man in Deutschland bloss immer einen Zettel wo draufsteht, dass man etwas kann…*g*)
  • der Kurs war Ende 1995 abgeschlossen, 1996 und bis Mai 1997 war ich arbeitslos mit ein paar Unterbrechungen (Zeitvertrag Buchhaltung Bauunternehmen) und eben meines Teilzeitjobs im Moebelhaus
  • Mai 1997 bin ich nach Irland gegangen (urspruenglich Zeitvertrag) um „Telemarketing“ zu machen, seit Mai 1998 mache ich Technical Support fuer verschiedene Software bei einer grossen Computerfirma *g*

Ich habe zwar kein BWL Studium, nicht einmal Abitur (pfui!) aber ich musste mir auch schon anhoeren, dass ich „over-qualified“ bin. Das schoene an Irland ist, dass das System der Jobsuche so ganz anders ist als in Deutschland. Wenn die Job-Beschreibung schon ahnen laesst, dass ich wieder 'mal „ueberqualifiziert“ bin aendere ich halt meinen Lebenslauf entsprechend.

Das ist in Deutschland zugegebenermassen schwieriger und ich vermute, dass die meisten Recht haben wenn sie sagen Dir fehlt die Berufserfahrung, die hatte ich ja (bis auf die 2 Jahre Griechenland). Trotzdem habe ich einen recht bunten Lebenslauf der lange nicht jedem Personalchef in den Kram passt. Ich wuerde einfach meine Ansprueche drastisch zurueckschrauben und auch eventuell einen Teilzeitjob annehmen (sieht immer besser als als gar nix), Sachbearbeiter oder etwas in der Art tut’s ja auch, oder?

Ich weiss wie das ist, wenn man laenger arbeitslos ist, es geht schon ziemlich an’s Selbstwertgefuehl. Nach meiner Ausbildung wollte ich damals schon aus lauter Verzweiflung umschulen und Friseur lernen, weil ich keinen Job fand. Es wurde ja auch schon von anderen gesagt, versuche Dich fortzubilden (was ein bloedes Wort), lerne was Dir zwischen die Finger kommt, es kann nie schaden!!

Wie ist Dein Englisch? Schon 'mal im Ausland geguckt?

Druecke Dir die Daumen,
liebe Gruesse,
Astrid

P.S.: Und wer noch einmal behauptet Buchhatung sei „langweilig“ oder „trocken“ hat echt keine Ahnung!!! :wink:)