Was tun wenn der Chef

eine andere Vorstellung von mir hat als ich?

Hallo zusammen,
um das besser zu verdeutlichen: Mein Chef sieht in mir eine Frau, die er für die sozialen Belange im Team einsetzen kann.
D.h., ich organisiere das Bestellwesen, das gemütliche Beisammensein, setzt mich als Moderatorin bei Mapßnahmenbesprechungen ein, da ich ausgleichend auf meine Kollegen wirke, etc.
Natürlich habe ich auch andere Arbeiten in meinem Aufgabengebiet, aber die stellen keine große Herausforderung da.
Ich mache Ihn bei jedem gemeinsamen Gespräch, das wir über meine zukünftige berufliche Entwicklung führen, darauf aufmerksam, dass ich nicht die „Mutter der Kompanie“ sein will und mehr erwarte. Leider bügelt er die Argumente ab mit der Begründung: „Wenn ich Ihnen höherwertige Arbeiten zuteile, dann verlangen sie eines Tages mehr Geld.“
Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl er nimmt nicht gar nicht wahr und will unbedingt an seinem Bild festhalten was er sich einmal von mir gemacht hat.
Denn auf der anderen Seite kommen Aussagen wie: „Wenn ich mir vorstelle wie sie vor 4 Jahren waren als sie zu uns kamen und vergleiche das mit heute, t’ja da haben sie sich ganz anders entwickelt.“
Aufgrund dieser Aussage müßte er mit mehr Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Tut er aber nicht.
Meine Frage: Wie verhalte ich mich weiterhin?

  • Soll ich nochmals ein Gespräch führen?
  • Hat er Probleme mit mir? Mit meinem Verhalten?
  • Fodere ich zuviel?
    Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir einige gute Tipps geben könnt.
    Vielen Dank.
    Gruss Mary

Mary.

Mal ganz im Ernst: woher sollen wir das wissen? Das kann doch keiner wirklich von außen beurteilen.

Vorschlag: Verlange ein Zwischenzeugnis und laß es so aussehen oder gib es ruhig an, als benötigst Du es für Bewerbungen. Dann siehst Du, ob es dem AG schnurz ist und solltest, falls es ihm egal ist, ob Du gehen könntest, tatsächlich über einen neuen AG mit besseren Perspektiven nachdenken.

Das würd ich aber nur machen, wenn der Betrieb mehr als 5 AN i.S.d.KSchG beschäftigt.

Gruß,
LeoLo

Hallo Mary,

sehr schwer bzw. kaum zu beantworten Deine Frage, in Unkenntnis Deines Aufgabenbereiches, Deiner Aufgabenstellung, etc. Ausserdem ich zitiere:

„…„Wenn ich mir vorstelle wie sie vor 4 Jahren waren als sie zu uns kamen und vergleiche das mit heute, t’ja da haben sie sich ganz anders entwickelt.“…“

Nun wie warst Du denn vor 4 Jahren? Oder ist das seine rein subjektive Feststellung?

Viele Grüsse
Eve*

Hallo Eve,
mein Chef übernahm vor 4 Jahren kommisarisch einen Aufgabenbereich innerhalb der Firma. In diesem Bereich war ich beschäftigt und er lernte mich als ruhige, arbeitsame Mitarbeiterin kennen. ( Das ist jetzt meine subjektive Meinung von dem Bild, was er von mit hatte/hat)Nach ca. einem Jahr wechselte er wieder in seine alte Aufgabe zurück und nahm mich mit. Jetzt arbeitete ich mich in Controllingthemen ein. Das war ein völlig andere Aufgabe für mich. Ich mußte mich daran ewöhnen, das dieses Arbeiten ohne Vorgaben abläuft, d.h.: morgens kommt die Post, wird bearbeitet, verläßt den Schreibtisch, etc.
Beim Controlling stelle ich Zahlen zur Verfügung, kommentiere diese und versuche auf Kundenwünsche einzugehen (ganz grob beschrieben.Diese Anforderungen kommen von „aussen“ oder ich entwerfe sie eigenständig und biete sie den Kollegen an. Ich mußte mir vieles selbst erarbeiten, auch Überzeugungsarbeit leisten und das trägt zu meiner Veränderung bei. Deshalb bin ich der Meinung, der sieht die Mitarbeiterin in mir, die er vor 4 Jahren kennenlerne und daran hat sich nichts geändert.
Ich hoffe, ich habe die Situation verständlich erklärt.
Ich kann nachvollziehen, das meine Frage schwer zu beantworten ist, aber ich dachte, ich versuchs mal.
Vielen Dank für deine Antwort.
Gruss Mary

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Moin Mary,

Aufgrund dieser Aussage müßte er mit mehr
Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Tut er aber nicht.

Zunächst einmal: ein Chef muss gar nichts.

  • Soll ich nochmals ein Gespräch führen?

worüber ?

  • Hat er Probleme mit mir? Mit meinem Verhalten?

Hat er das gesagt?

  • Fodere ich zuviel?

Was forderst du denn konkret?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir einige gute Tipps geben
könnt.

Du solltest dir mal ein ganz konkretes Bild machen, wie du dir deine „Weiterentwicklung“ vorstellst. Wie soll dein Arbeitsbereich denn nach deinen Vorstellungen aussehen ? Warte nicht darauf, dass er dir einen Vorschlag macht, mache ihm einen Vorschlag (und vergiss dabei nicht zu erwähnen, wie das dem Unternehmen bzw. eurer Abteilung zugute kommt).

Und, sorry wenn ich das anmerke, aber du schreibst, du bist Beamtin, vielleicht gelten da eh andere Gesetze als im „normalen“ Arbeitsleben.

Gruss
Marion

Hallo,
also, du bist Beamtin. Karriere macht man im öffentlichen Dienst, in dem man sich versetzen lässt. Es gibt nur wenige, die an einer einzigen Dienstelle Karriere machen. Das ist an Hochschulen so, dass ist beim Zoll so und das ist bei der Bundeswehr so. In Deinem Bereich dürfte es kaum anders sein.

Begründung: „Wenn ich Ihnen höherwertige Arbeiten zuteile,
dann verlangen sie eines Tages mehr Geld.“

Eben. Der Stellenplan der Dienststelle gibt entweder nicht mehr her oder Dein Chef will Dich nicht fördern.
Beides ist schlecht für Dich, denn Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nicht, wenn die Aussage ernst gemeint war.

Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl er nimmt nicht gar nicht
wahr und will unbedingt an seinem Bild festhalten was er sich
einmal von mir gemacht hat.

Denn auf der anderen Seite kommen Aussagen wie: „Wenn ich mir
vorstelle wie sie vor 4 Jahren waren als sie zu uns kamen und
vergleiche das mit heute, t’ja da haben sie sich ganz anders
entwickelt.“

Heisst das, er war mit Dir damals unzufrieden?

Aufgrund dieser Aussage müßte er mit mehr
Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Nö. zumindest nicht wenn es so ist, wie Du schreibst.

Tut er aber nicht.

Eben.

Meine Frage: Wie verhalte ich mich weiterhin?

Soweit man das nach so einem kurzen Posting sagen kann:
Suche Dir in Ruhe einen neuen Job. Du wirst an dieser Dienstelle so schnell nicht weiterkommen. Da Du bereits 40 bist, bleibt Dir auch nicht mehr so viel Zeit. (Sorry, wenn das jetzt nicht ganz Kavaliermässig war.) Wenn Du noich fünf Jahre wartest, ob Du noch gefördert wirst …

  • Soll ich nochmals ein Gespräch führen?

Tja, das ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich wirst Du Dir eine Abfuhr einhandeln.

  • Hat er Probleme mit mir? Mit meinem Verhalten?

Vielleicht? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich sieht er in Dir einfach niemanden, den er fördern möchte. Das darfst Du nicht persönlich nehmen. Wenn ich das andere Posting von Dir richtig gelesen habe, warst Du bereits in der Abteilung, als Dein Chef kam. Insofern, er hat Dich nicht ins Team geholt, sondern Du warst einfach schon da.

  • Fodere ich zuviel?

Naja, das ist so eine Sache. Du kannst schon von Deinem Chef karrieremässig viel fordern. Nur musst Du - so wie Du die Lage darstellst - mit einer Absage rechenen. Nach einer Abfuhr musst Du aber auch konsequent sein und gehen. Überlege es Dir also gut.

Ach ja, so sehr ich LeoLo’s Ratschläge sonst schätze: Aber vergiss den Unfug mit dem Zwischenzeugnis ganz schnell.
Als Beamtin wirst Du dafür zwar nicht gefeuert, aber Du wirst wohl kaum mit besseren Aufgaben belohnt werden. Solange Du nämlich nicht wirklich ein besseres Angebot von ausserhalb hast, ist Deine Verhandlungsposition schlechter als schlecht.

Deshalb meine ich so ganz persönlich: suche in Ruhe nach einer besseren Position. Wenn Du etwas Interessantes gefunden hast, packst Du Deine Siebensachen.

Ciao Rossi