Bewerbungsschreiben

Hallo :smile:

obwohl ich hier ja neulich den Link für eine Online-Bewerbungshilfe gepostet hab, wende ich mich doch mal ans Forum und hoffe auf ein paar Tipps.

Ich möchte mich aus einer etwas heiklen Situation heraus als Sekretärin oder Team-Assistentin bewerben (am allerallerallerliebsten im kulturellen Bereich, aber das ist nicht zwingend).

Nun hab ich bis Juli letzten Jahres nach einer Umschulung in sechs Jahren zwei verschiedene Arbeitgeber gehabt, die des Lobes voll waren und auch sehr gute Zeugnisse geschrieben haben. Danach bin ich (der Liebe wegen) aus Hamburg weggezogen, hatte auch eine neue Arbeit, habe aber dort die Probezeit nicht überstanden. Es ging wohl nicht so sehr um Können oder Nichtkönnen, sondern um persönliche nichtstimmige Chemie zwischen meinem Chef und mir, welches aber in Mobbing endete. Aus meinem Zeugnis in dieser Zeit geht nun klar hervor, dass mir gekündigt wurde und auch dass mein Aufgabengebiet recht anspruchslos gewesen ist. Nach der Kündigung hab ich fürs Erste keine neue Anstellung gefunden, darum erst einmal versucht, mich selbständig zu machen. Aber auch hier krieg ich keinen Fuß auf die Erde.

Nun wollt ich nicht verzagen und versuchte/versuche, eine neue Bewerbungs-„Runde“. Auf meine ersten versandten Bewerbungen (ca. 6-8 Wochen her) habe ich noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten geschweige denn Absage oder Bewerbungsunterlagen zurück. Nun grüble ich, wie ich das ändern kann. Zum einen hab ich jetzt richtig gute Bewerbungsphotos machen lassen. Zum anderen möcht ich den Text meines Bewerbungsanschreibens ändern. Bislang hab ich als Grund für die Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses angegeben, dass ich mit dem anspruchslosen Aufgabenbereich nicht zufrieden gewesen sei und mir eine eigenverantwortlichere Tätigkeit suchen wollte. Allerdings kann man ja aus dem Arbeitszeugnis ersehen, dass mir gekündigt worden ist und dass die Zufriedenheit eben nicht sonderlich gut gewesen ist. Aber ich möchte ja in meinem Bewerbungsschreiben auch nicht grad negativ über meinen Ex-Arbeitgeber herfallen.

Sorry, dass dies nun so ausführlich wurde, aber ich würde mich freuen, wenn ich ein paar hilfreiche Tipps bekäme, wie ich das denn nun besser formulieren könnte.

Und noch eine weitere Frage hab ich: Ich kenne das von früher, dass man bei einer Bewerbung nach ein bis zwei Wochen erst mal eine Eingangsbestätigung erhält, dann entweder eine Absage oder eben noch ein paar Wochen später die Unterlagen zurückbekommt (im negativen Fall). Nun erhalte ich aber keinerlei Rückmeldung. Ist dies mittlerweile Usus?

Ich sag schon mal im voraus Danke!

Gruß

Heidrun :smile:

Hi!

Aus meinem Zeugnis in dieser Zeit geht nun klar

hervor, dass mir gekündigt wurde und auch dass mein
Aufgabengebiet recht anspruchslos gewesen ist.

Also, zuerst einmal würde ich mir an deiner Stelle das Zeugnis genau ansehen, es darf nämlich eigentlich nichts schlechtes über dich drin stehen (sondern nur verpackt in pseudo-positive Redewendungen oder indem einfach etwas nicht drin steht was eigentlich drinstehen müsste) - vielleicht kannst du da ja noch was ändern (ich glaube das kann man 2 Jahre lang anfechten)

Nun wollt ich nicht verzagen und versuchte/versuche, eine neue
Bewerbungs-„Runde“. Auf meine ersten versandten Bewerbungen
(ca. 6-8 Wochen her) habe ich noch nicht einmal eine
Eingangsbestätigung erhalten geschweige denn Absage oder
Bewerbungsunterlagen zurück.

Mach dir mal nicht zu viele Gedanken, ich habe in einer ähnlichen Situation mal 9 Wochen gewartet, ohne dass sich jemand auf meine Bewerbung gemeldet hat, und dann habe ich superschnell einen der Jobs bekommen…allerdings sagen eigentlich Bewerbungsberater, dass man nach 2-3 Wochen mal bei der Personalabteilung anrufen sollte, um nachzufragen, ob die Bewerbung überhaupt angekommen ist. In der Regel sagen sie dir dann, wie es aussieht - oft warten Firmen ja auch eine bestimmte Frist ab und machen danach alle Bewerbungsgespräche. Also solltest du auf jeden Fall sofort mal anrufen, das rückt dich auch wieder in ihr Blickfeld!!!

Bislang hab ich als

Grund für die Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses
angegeben, dass ich mit dem anspruchslosen Aufgabenbereich
nicht zufrieden gewesen sei und mir eine
eigenverantwortlichere Tätigkeit suchen wollte. Allerdings
kann man ja aus dem Arbeitszeugnis ersehen, dass mir gekündigt
worden ist und dass die Zufriedenheit eben nicht sonderlich
gut gewesen ist. Aber ich möchte ja in meinem
Bewerbungsschreiben auch nicht grad negativ über meinen
Ex-Arbeitgeber herfallen.

Also, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, warst du ja bei diesem leidigen Arbeitgeber nur sehr kurz, oder? Warum lässt du das nicht einfach unter den Tisch fallen und erwähnst es in der Bewerbung gar nicht? Dann musst du auch nix erklären…blöd ist es natürlich, wenn du dadurch eine große Lücke im Lebenslauf hast. Aber vielleicht kannst du das ja irgendwie drehen mit „du wolltest dich auf die Selbständigkeit konzentrieren und hast dich darauf vorbereitet“ oder so. Vielleicht hast du ja auch einen längeren Urlaub gemacht, den man als „wichtige persönliche Erfahrung und Weiterentwicklung“ verkaufen kann? Ich weiß ja nicht genau, um welchen Zeitraum es da geht!
Du solltest auf keinen Fall schlecht über deinen Ex-Arbeitgeber schreiben, da kommt bei jedem Personalchef sofort der Gedanke: „vielleicht verstehe ich mich mit der ja auch nicht…“ Grundregel: schreibe in der BEwerbung niemals etwas schlechtes über dich oder andere! Du musst immer so wirken, als seist du überzeugt von dem was du bisher getan hast und als hätte alles seine Richtigkeit gehabt - auch aus schlechten Erfahrungen kann man für sich lernen!
Allerdings wirkt es vielleicht wirklich ein bischen wie eine Ausrede, wenn du schreibst, dass du mit dem Aufgabengebiet nicht zu Frieden warst, wenn dann der Arbeitgeber dir gekündigt hat.

Und noch eine weitere Frage hab ich: Ich kenne das von früher,
dass man bei einer Bewerbung nach ein bis zwei Wochen erst mal
eine Eingangsbestätigung erhält, dann entweder eine Absage
oder eben noch ein paar Wochen später die Unterlagen
zurückbekommt (im negativen Fall). Nun erhalte ich aber
keinerlei Rückmeldung. Ist dies mittlerweile Usus?

Tja, wie schon oben gesagt, das kann auch einfach Faulheit sein, oder die Bewerbungsunterlagen sind ein bischen verschusselt worden…immer anrufen und nachfragen, aber natürlich darauf achten, nicht aufdringlich rüber zu kommen…

Was mir noch einfällt: hast du einen Grund in das Anschreiben geschrieben, warum das mit der Selbständigkeit nicht funktioniert hat? Und wenn ja welchen? Es wäre vielleicht schon zu überlegen, wie man das formuliert - aber rein muss es meiner Meinung nach schon irgendwie…

Wenn du mir deine Situation noch ein bischen genauer beschreibst, kann ich dir vielleicht auch noch besser helfen…

Ansonste: nicht verzagen, Bewerbungen dauern eben! Lass dich von Absagen bzw. Nichtreaktionen nicht zu sehr verunsichern und runterziehen!

Gruß, Eva

Hallo Heidrun

Das du bei deiner letzten Firma „ins Klo“ geriffen hast würde ich nicht so dramatisch sehen, zumal man dass ja anhand deines Lebeslaufes rauslesen kann (evtl. eine kurze Bemerkung in den Lebenslauf schreiben). Im Anschreiben musst da ja auch gar nicht darauf eingehen. Nutze es um kurz und bündig klar zumachen, warum du dich für einen Job bewirbst und warum du dafür geeignet wärst.
In einem Bewerbungsgespräch wird man dich sicher fragen, was in deiner letzten Firma loswar, aber da bist du ja dabei und kannst die Sache erklären und dafür sorgen, dass dein Gegeüber nicht auf falsche Gedanken kommt :wink:

Viel Erfolg

Andi

Liebe Heidrun,

ich bin Nelly aus Köln und trainiere neue Arbeitslose, damit sie schnell wieder einen neuen Job finden.

Vielleicht gibt es ja in deiner Gegend auch solche Kurse, die vom Arbeitsamt finanziert werden.

Hier hast du die Chance, bis zu vier Trainern deine Bewerbungsunterlagen zu zeigen und damit Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu bekommen.Wobei du natürlich nur das annehmen musst, was dir zusagt.

Hilfreich ist auch ein Gedankenaustausch (Brainstorming) oder gemeinsames Bewrbungsformulieren mit anderen Teilnehmern, die einen ähnlichen Beruf haben wie du.

Du kannst auch Menschen, die dich gut kennen, Familie, Freunde etc. bitten, ein kurzes knackiges Portrait(höchstens 10 Zeilen) über dich zu schreiben, dass deine beruflichen und persönlichen Qualitäten herausstellt.

Wenn du weitere Fragen hast, kannst du mich gern anrufen 0172/2506643.

Viel Erfolg
Gruß aus Köln
Nelly

Hi,

Ich bin aus einer halbwegs „ähnlichen“ Situation so vorgegangen:
Ich habe ein Stellengesuch in einer Zeitung geschaltet.
Kosten: ca. 80 Euro.
Dies war eine grössere überregionale Zeitung, die in ganz Süddeutschland gelesen wird.
Die Anzeige war sogar etwas „besser“ gestaltet als der Durchschnitt.
Je nach Mobilität deinerseits tut es auch eine kleinere Zeitung. dann kostet es sogar noch weniger.
Aus dieser Situation heraus bist du nicht mehr Bittsteller und hebst dich von den Allermeissten positiv ab.
Wenn dich diese Möglichkeit näher interessiert, bitte per Email.
Gruss,

Und noch eine weitere Frage hab ich: Ich kenne das von früher,
dass man bei einer Bewerbung nach ein bis zwei Wochen erst mal
eine Eingangsbestätigung erhält, dann entweder eine Absage
oder eben noch ein paar Wochen später die Unterlagen
zurückbekommt (im negativen Fall). Nun erhalte ich aber
keinerlei Rückmeldung. Ist dies mittlerweile Usus?

Hallo erstmal,
tja, die Rückmeldungen lassen teilweise Monate auf sich warten und die Firmen sind teilweise erstaunt, das der Bewerber dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Ich rate mittlerweile zu Anfragen nach 1 Woche, ob meine Bewerbung eingegangen ist. Entweder per Persönlich, per Telefon oder Mail.

Ich denke, das in deinem Berufszweig die AG schon sehr gut aussuchen können (Angebot an Arbeitssuchenden ist wohl nicht gering). Daher hilft nur eines: Ganz gezielt sich Firmen aussuchen, gut begründen warum man dort arbeiten will, persönlichen Kontakt suchen. Auf keinen Fall ungezielt alle Anschreiben. Denn gerade Personaler im lokalen Bereich tauschen sich bei ihren Bewerbern aus.

Was deine letzte Firma und die damit verbundenen negativen Erfahrungen betrifft, kann ich dich ein wenig beruhigen. Wenn zwei AG vorher ein gutes Zeugnis ausgestellt haben und der Dritte ein schlechteres und bei allen war das Aufagengebiet relativ gleich, wird dir daraus nicht gleich ein Strick gedreht. Es ist im Gegenteil eine gute Gesprächsgrundlage um die Punkte herauszustellen, warum es nicht geklappt hat. Aber wichtig ist, wie du schon geschrieben hast, niiiiemals die alte Firma in den Dreck ziehen (auch wenn Sie es verdient hat!!*g*).

Für deinen Bewerbungscheck hier ein LInk:
http://www.jova-nova.com/

Viele Grüße
Martin

Hi!

Ich persönlich hab in meinem Lebenslauf stehen, daß ich bei einer Firma wegen unerträglichen Klima bedingt durch den Chef „geflohen“ bin!
Sicherlich gibt es welche die daraufhin die Bewerbung in ablage P packen, aber auch die, die deine Ehrlichkeit zur Kenntnis nehmen - vorallem hebst du dich dadurch von den anderen Bewerbungen ab und bleibst in Erinnerung, was imho das Wichtigste an einer Bewerbung überhaupt ist!

Ich habe auch meine selbständige Phase im Lebenslauf stehen (half auch gut um Lücken zu kaschieren ;o)). Im Gespräch wird schon gefragt warum es net geklappt hat…

Ist zwar jetzt nur meine persönliche Erfahrung, aber da ich inzwischen sehr viele Personaler kenne schon etwas aussagekräftig.

Ist halt wie in vielen Bereichen - frag 10 Personaler und du bekommst 9 verschiedene Antworten ;o))

Bernd

Ist halt wie in vielen Bereichen - frag 10 Personaler und du
bekommst 9 verschiedene Antworten ;o))

Hallo Bernd,

NIX 9 Antworten, da kriegste sofort 11!!!*g*

Gruß
Martin

Nun hab ich bis Juli letzten Jahres nach einer Umschulung in
sechs Jahren zwei verschiedene Arbeitgeber gehabt, die des
Lobes voll waren und auch sehr gute Zeugnisse geschrieben
haben. Aus meinem Zeugnis in dieser Zeit geht nun klar
hervor, dass mir gekündigt wurde und auch dass mein
Aufgabengebiet recht anspruchslos gewesen ist.

Sehe ich noch nicht als Beinbruch an.

darum erst einmal versucht, mich selbständig zu machen. Aber
auch hier krieg ich keinen Fuß auf die Erde.

Selbständigkeit verschweigt man besser. Und wenn es sich nicht verschweigen lässt (würde nach z.B. 3 Jahren schwer fallen), dann schwört man davon ab.

meines Bewerbungsanschreibens ändern. Bislang hab ich als
Grund für die Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses
angegeben, dass ich mit dem anspruchslosen Aufgabenbereich
nicht zufrieden gewesen sei und mir eine
eigenverantwortlichere Tätigkeit suchen wollte.

Der letzte Chef war kein schlechter Chef und die zuletzt ausgeführt Tätigkeit ware keine schlechte, langweilige oder anspruchslose Tätigkeit. Gute Angestellte haben gute Chefs und führen gute und interessante Arbeit aus. Kritik am letzten AG schon im Bewerbungsschreiben (im Vorstellungsgespräch genauso) ist meistens ein Knieschuss.