Hallo,
ich möchte hier eine Fragen für einen Freund stellen. Er
arbeitet als Facility-Manager in einer Fa., die einen
Verwaltervertrag für ein Objekt mit einer Bank. Bezahlt wurde
er immer von der Bank nach welcher vertraglichen Grundlage ist
ungewiss. Nun hat die Bank den Vertrag mit der Fa. gekündigt.
Mein Freund hat ein Problem, ihm wurde nun von der Fa.
gekündigt zum 29.02.! Abfindung ca. EUR 2.000. Die Bank
schätzt den Freund sehr und möchte ihn für das Objekt nicht
verlieren, kann aber angeblich nur Fachkräfte - also Banker -
selbst einstellen, und er ist ja kein Banker.
Das ist Quatsch und die Antwort, sowie den Grund hast Du schon im nächsten Absatz selber genannt. Die Lösung ist einfach, die Bank wollte den Kostensatz senken und hat die alte Firma gekündigt.
Nun gibt es eine neue Verwalterfirma, die ihn einstellen
würde, aber er muss sich per sofort einstellen lassen, sonst
geht das wohl nicht.
Nun diese Unternehmenskultur in dieser Branche ist nichts Neues, Angebot mit Kampfpreis und kein qualifiziertes Personal. Diesen Umstand kann man für sich nutzen. Forderung an die neue Firma, welche ja offensichtlich in Schwierigkeiten steckt, gleiches Gehalt und Urlaub, sowie Teilung 1000 € für entgangene Abfindung. Dafür sofortiger Arbeitsbeginn.
Die Bedingungen des Vertrages sind
erheblich schlechter (weniger Geld, 5 Tage weniger Urlaub,
mehr Arbeitszeit, ständige Rufbereitschaft, Zahlung des
Gehalts nicht am 30. für den kommenden Monat sondern am 30 für
den vergangenen Monat).
Eine Gehaltszahlung zum Monatende für den laufenden Monat ist in der freien Wirtschaft üblich.
Lässt er sich nicht sofort einstellen,
ist er arbeitslos. Lässt er sich einstellen, sagt der alte AG
nur mit Aufhebungsvertrag und keine Abfindung. Die wollen ihn
eben nicht eher lassen. Tja dann kriegt er trotzdem erstmal
mind. 4 Wochen kein Geld und das mit 3 Kindern und einem
Haus!!!
Was will Dein Freund? Lieber 2000 € Abfindung und dann Arbeitslos? Denk daran, die Abfindung wird auf das Arbeitslosengeld angerechned.
Was hat er dann? Ich würde sogar noch auf die, von der neuen Firma geforderten 1000 € verzichten, wenn ich einen Job habe um meinen Verpflichtungen nachzukommen.
Gibt es keine Möglichkeit eher aus dem noch 6 lfd. Vertrag zu
kommen und trotzdem eine Abfindung zu erhalten? Ggf. ist ein
Nebenjob eine Lösung, 400 EUR kassieren bei voller
Arbeitszeit. Tja mein Freund sitzt zu Hause und weiss nicht
weiter! Fällt Euch dazu was ein???
Er kann eine Kündigungschutzklage einreichen. Bei seinem Familienstand hätte vielleicht Aussicht auf Erfolg, zumindestens könnte eine höhere Abfindung dabei heraus kommen. Nur den Anwalt muss er in voller Höhe selber zahlen und dann ? Zumal auch eine eventuell höhere Abfindung beim Arbeitsamt Berücksichtigung findet.
Fazit: nur Ärger, Zeitverlust und keinen Job.
Mein Rat: er soll um den Job kämpfen, seine Maximalforderungen stellen, tricksen, täuschen (macht der neue AG auch nicht anders) und wenn er die Summe erreicht, die zum Überleben reicht, zuschlagen. Einen neuen Job kann er sich dann noch immer in Ruhe suchen. Denn eine Gehaltseinbusse bietet immer ein besseres Einkommen, wie die Leistungen des Arbeitsamtes. Hier kann sogar zur Annahme jeder Arbeit verdonnert werden, egal wie hoch das Gehalt ist.
Viel Erfolg und Grüße
Peter