Arbeitszeit 40 bis unendlich

Hallo zusammen,

Ersteinmal die Hintergrundgeschichte. Mein Freund arbeitet unter der Woche mindestens 10 h am Tag, vertraglich ist eine 40 Stundenwoche geschrieben, Überstundenregelung gibts nicht. D.h. er verbringt viel seiner Freizeit in der Arbeit. Das liegt nicht daran, dass er so langsam arbeitet, es hängt einfach an den Aufträgen. Immer wieder kommt es vor, dass er auch mal am Wochenende zusätzlich noch arbeiten darf. Dafür gibts natürlich auch keine Ausgleich, weder finanziell noch Freizeit.

Irgendwie muss doch gegen das Unternehmen vorgegangen werden können, möglichst so, dass sie von Amtswegen Ärger bekommen und nicht gleich alles auf ihn zurück fällt (den anderen Kollegen in seiner Abteilung gehts auch nicht besser)… Eine Zeiterfassung gibt es nicht, würde auch nichts bringen, es gab sie einmal, aber da musste man dann halt nach 8 h gehen und privat wieder reinkommen =>zum Schein wurde ausgestochen. Er selbst führt allerdings in Excel eine Übersicht.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Er selbst ist nur noch genervt aber hat nicht den Mum was zu unternehmen (da kann ich noch so viel reden und versuchen ihm den Rücken zu stärken).
An welche Institution kann man sich möglichst „geheim“ wenden und wer macht dann in den oberen Etagen der Firma Ärger!!?!?!?

Schon mal vielen Dank für eure Tipps.

Gruß
Carmen

Hallo Carmen,

ich würde so vorgehen, frage ob eine Fachkraft für Arbeitssicherheit und ein Betriebsarzt im Betrieb zur Verfügung stehen. Am besten wäre der Betriebsarzt, den der Arzt steht unter Schweigepflicht. Dort die Arbeitszeitprobleme melden und um Abhilfe bitten.

Sollte nichts geschehen oder steht keine der beide genannten Personen zur Verfügung, würde ich mich an das Gewerbeaufsichtamt wenden. Dort den Verstoß gegen das Arbeitssicherungegesetz (den sowohl die Fachkraft für Arbeitssicherheit, wie auch der Betriebssarzt sind gestzlich vorgeschrieben) und dem Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetzt melden.

Zeitgleich würde ich die zuständige BG informieren und auch dort den Vorgang melden.

Beide Stellen sind verpflichtet solchen Meldungen nachzugehen.

Gruß Peter

Hallo Carmen,

gegen den eigenen Arbeitgeber zu klagen oder irgendwie sonst vorzugehen, kann ganz schön in’s Auge gehen, denn früher oder später kommt schon raus, wer der Tipp-Geber war.

In einem solchen Fall (wenn sich z.B. AG sich unfair verhält / man gemobbt wird / die Aufgaben nicht mehr stimmen usw.) bleibt im Allgemeinen nur eines:

den Arbeitgeber wechseln !

Ein anderer Aspekt:
In seiner beruflichen Laufbahn muß man sich oftmals entscheiden zwischen Freizeit und Karriere. Natürlich sollte sich Beides einigermaßen im Rahmen halten, aber mit sturen 40 Stunden / Woche kommt man in Sachen Karriere nicht weiter. Diese Entscheidung muß aber jeder für sich selbst treffen !

Da ich selbst ein ähnliches „Problem“ habe (Arbeitszeit > 50 Std. / Woche, mittlerweile u.a. dadurch zum Teamleiter befördert), habe ich für mich folgende Regelung getroffen:

  • unter der Woche max. 12 Stunden, d.h. i.A. zwischen 7.00 - 20.00 Uhr (inkl. Pause, die ich für meine Gesundheit zumindest teilweise versuche, einzuhalten)
  • keine Arbeit am Wochenende, vor allem kein Tagesgeschäft. Wenn überhaupt, dann wichtige / dringende Strategieüberlegungen (bei sowas schaltet das Hirn über’s Wochenende sowieso nicht ab).

Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich nervig ist, insbesondere weil Du als Studentin wahrscheinlich erheblich mehr Zeit als Dein Freund hast.

Du hast gemäß Deiner Vika bereits eine kaufmännisch Lehre gemacht. Welche Arbeitszeiten hatten die karriere-bewußten Verkäufer (insbesondere Aussendienst) bei Euch ? Meine Erfahrung ist, dass diese MA i.A. nicht unter 50 Std. / Woche arbeiten. Es ist meiner Meinung nach also relativ üblich und wie bereits gesagt, es gibt einen Arbeitsmarkt, bei dem man (abgesehen von einigen Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit) als ausgebildete Fachkraft den AG relativ einfach wechseln kann.

Ach ja, das Argument, es würden mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, wenn der einzelne MA weniger arbeitet, möchte ich übrigens von vorneherein ausschließen, da sich durch zusätzliches Personal die Kosten erhöhen und die Unternehmen dadurch (vor Allem im internationalen Vergleich mit Billiglohnländern - siehe EU-Erweiterung) weniger wettbewerbsfähig sind, was langfristig wiederum zu weniger Arbeitsplätzen führt.

Grüsse

Sven

Hallo Sven

den Arbeitgeber wechseln !

ist leider im Moment in der Branchen nicht so einfach, weil es sehr speziell ist und er gerne in der Region bleiben würde… aber der Schritt wird spätestens in 1,5 Jahren unternommen.

Ein anderer Aspekt:
In seiner beruflichen Laufbahn muß man sich oftmals
entscheiden zwischen Freizeit und Karriere. Natürlich sollte
sich Beides einigermaßen im Rahmen halten, aber mit sturen 40
Stunden / Woche kommt man in Sachen Karriere nicht weiter.
Diese Entscheidung muß aber jeder für sich selbst treffen !

Problem speziell in dem Laden, durchhalten ist angesagt, dann steigt man auf, die Leistung ist nicht so wichtig und man sollte sich mit einigen Leuten gut stellen, wie halt überall. Aber letzendlich wird der Stundenlohn, wenn man es dann auf die geleisteten Stunden runterrechnet nicht wirklich besser…

Da ich selbst ein ähnliches „Problem“ habe (Arbeitszeit >
50 Std. / Woche, mittlerweile u.a. dadurch zum Teamleiter
befördert), habe ich für mich folgende Regelung getroffen:

  • unter der Woche max. 12 Stunden, d.h. i.A. zwischen 7.00 -
    20.00 Uhr (inkl. Pause, die ich für meine Gesundheit zumindest
    teilweise versuche, einzuhalten)
  • keine Arbeit am Wochenende, vor allem kein Tagesgeschäft.
    Wenn überhaupt, dann wichtige / dringende
    Strategieüberlegungen (bei sowas schaltet das Hirn über’s
    Wochenende sowieso nicht ab).

Die Regelungen funktioniern leider aus dem Grund nicht, weil sich die Vorgesetzen von den Kunden einen verdammten Termindruck machen lassen und um die Termine einzuhalten muss man halt dann dummerweise auch am We arbeiten wenn der Kunde die geforderten Daten nicht rechtzeitig liefert. Das ist für das Unternehmen leider auch kein Grund die Termine zu verschieben, obwohl die Schuld beim Kunden liegt…

Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich nervig ist,
insbesondere weil Du als Studentin wahrscheinlich erheblich
mehr Zeit als Dein Freund hast.

Ich hab auch nicht wirklich mehr Zeit als er, weil ich neben meinem Studium (FH ist 70 km von meinem Wohnort entfernt, pendle täglich) auch noch fast halbtags arbeite…(hab ich mir aber selbst ausgesucht und eingebrockt :smile:) ) Aber ich schaff es immerhin noch mir die Wochenenden frei zu halten. Und ich merke eben auch wie er an dem Job kaputt geht, nur noch mit mieser Laune rumrennt und andauernd krank ist (zum Arzt kann man dank teilweise wochenlangen Dienstreisen dann halt auch nur am Wochenende, klasse!!)

Du hast gemäß Deiner Vika bereits eine kaufmännisch Lehre
gemacht. Welche Arbeitszeiten hatten die karriere-bewußten
Verkäufer (insbesondere Aussendienst) bei Euch ? Meine
Erfahrung ist, dass diese MA i.A. nicht unter 50 Std. / Woche
arbeiten. Es ist meiner Meinung nach also relativ üblich und
wie bereits gesagt, es gibt einen Arbeitsmarkt, bei dem man
(abgesehen von einigen Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit)
als ausgebildete Fachkraft den AG relativ einfach wechseln
kann.

Muss dazu sagen, dass mein Ausbildungsbetrieb als sehr soziales Unternehmen gilt. Im Aussendienst (wo mein Freund nicht tätig ist, sondern er ist bei nem reinen Dienstleister, eher ein besserer Sachbearbeiter als was anderes) ist es bei uns so geregelt, dass die Überstunden trotzdem auflaufen und abgefeiert oder ausgezahlt werden können. Über 45h die Woche bei ner vertraglichen 40 h Woche sagt wohl niemand was, aber bei wiederholten Wochenendearbeitstagen etc hört der Spaß dann halt doch mal auf.

Ein Problem beim Jobwechsel, glaubst du wirklich er hat am We noch Lust sich zu bewerben?!?! Die Anzeigen such ja meist ich schon raus, weil er garnicht dazu kommt, bzw einfach auch schon keine Lust mehr hat. Zweites Problem, wie koordiniert man Vorstellungsgespräche, wenn möglich noch mit Auswärtseinsätzen und dann unter dem Vorwand Arzttermin mal einfach heimfliegen ist nicht.

Ach ja, das Argument, es würden mehr Arbeitsplätze geschaffen
werden, wenn der einzelne MA weniger arbeitet, möchte ich
übrigens von vorneherein ausschließen, da sich durch
zusätzliches Personal die Kosten erhöhen und die Unternehmen
dadurch (vor Allem im internationalen Vergleich mit
Billiglohnländern - siehe EU-Erweiterung) weniger
wettbewerbsfähig sind, was langfristig wiederum zu weniger
Arbeitsplätzen führt.

Das seh ich ähnlich wie du. In einigen sehr geringen Bereichen mag das durchaus treffen aber es sind wohl sehr wenige. Die Hochphasen sind ja meinst auch projektabhänig und nicht 360 Tage im Jahr, da spitzt es sich dann halt auf 60+x Stundenwochen zu.

Grüsse
Carmen

Hallo Carmen,

Problem speziell in dem Laden, durchhalten ist angesagt, dann
steigt man auf, die Leistung ist nicht so wichtig und man
sollte sich mit einigen Leuten gut stellen, wie halt überall.
Aber letzendlich wird der Stundenlohn, wenn man es dann auf
die geleisteten Stunden runterrechnet nicht wirklich besser…

Das ist aber bei den meißten Karrieresprüngen so, insbesondere im Bereich Gruppen- / Team- / Abteilungsleitung. Erst darüber wird der „Stundensatz“ wirklich besser (der Tag hat halt nur 24 Stungen), allerdings wird das Geld oftmals auch als Schmerzensgeld bezeichnet (steigende Verantwortung).

Die Regelungen funktioniern leider aus dem Grund nicht, weil
sich die Vorgesetzen von den Kunden einen verdammten
Termindruck machen lassen und um die Termine einzuhalten muss
man halt dann dummerweise auch am We arbeiten wenn der Kunde
die geforderten Daten nicht rechtzeitig liefert. Das ist für
das Unternehmen leider auch kein Grund die Termine zu
verschieben, obwohl die Schuld beim Kunden liegt…

Nein, aber oftmals ein Zeichen dafür, dass in den Angeboten nicht deutlich auf eine Terminschiene hingewiesen wird. In welcher Branche ist Dein Freund ?

Und ich
merke eben auch wie er an dem Job kaputt geht, nur noch mit
mieser Laune rumrennt und andauernd krank ist (zum Arzt kann
man dank teilweise wochenlangen Dienstreisen dann halt auch
nur am Wochenende, klasse!!)

Ich wäre froh, wenn ich einen Arzt hätte, wo ich am Wochenende antreten kann ! Abgesehen davon: Dein Freund sollte schnellstmöglichst den Job wechseln, denn die innere Kündigung ist schon da ! Warum nicht auch die Branche wechseln ? Oder ist seine Ausbildung so speziell, dass das nicht geht ? Wenn Du 70 km weiter studierst, warum arbeitet er nicht auch etwas entfernter ? (Mehraufwand Fahren ist noch immer das geringere Übel als Arbeiten bis zur Erschöpfung).

Ein Problem beim Jobwechsel, glaubst du wirklich er hat am We
noch Lust sich zu bewerben?!?! Die Anzeigen such ja meist ich
schon raus, weil er garnicht dazu kommt, bzw einfach auch
schon keine Lust mehr hat. Zweites Problem, wie koordiniert
man Vorstellungsgespräche, wenn möglich noch mit
Auswärtseinsätzen und dann unter dem Vorwand Arzttermin mal
einfach heimfliegen ist nicht.

Kenn ich noch von der Bundeswehr. Die haben auch alle möglichen Ausreden gesucht, um mich nicht rechtzeitig zum Vorstellungsgespräch gehen lassen zu müssen. Irgendwie klappt’s doch.

Grüsse

Sven

Liebe Carmen,
Du kennst vielleicht das Motto:
„Love it, change it or leave it!“
Bevor man den Kram hinschmeißt, kann man demnach versuchen, was zu ändern. Leute, die ausgebeutet werden und mit BURNED-OUT-SYNDROM bei mir ankommen, werden erstmal arbeitsunfähig geschrieben, was völlig legal ist. Daann sieht der Chef gleich erstmal: Den kann ich nicht weiter so ausquetschen, das läuft nicht. Dann evtl. am Telefon mit dem Chef reden, so nach dem Motto: Wenn ich nicht bald wieder krank werden soll,muss ich deutlich weniger Stunden arbeiten.
Gruss, Branden

Hallo Carmen,

was kann Deinem Freund passieren, wenn er einfach die acht Stunden einhält? Karriere will er ja nach Deinen Worten nicht machen, also reicht doch, wenn er quasi nach Vorschrift arbeitet. Abmahnen durch den Arbeitgeber kann ja da schwer möglich sein.

Wir haben übrigens bei uns in der Firma festgestellt, daß es Mitarbeiter gibt, die ihren Arbeitstag auf die 10 Stunden eingeschossen haben, so nach dem Motto, was ich in acht Stunden schaffe, schaffe ich auch in zehn. Stichwort Effizienz der Arbeit! Auch schienen einige mit der ständigen zusätzlichen Arbeit beieindruckend darstellen zu wollen, wie schrecklich viel sie auf dem Platz haben und wie willig sie waren, das auch zu bewältigen. Lerne klagen, ohne zu leiden. :wink:
Ich stelle dies deshalb so ironisch da, weil es sich bei den Vertretern der Fraktion vor allem um die kinderlosen und sonstiger Verpflichtungen baren Mitarbeiter handelte.

Dem Chef ging das mit der Zeit mächtig auf den Senkel…vielleicht hat er das ganze als moralische Erpressung verstanden? Nach einer Phase des Wohlwollens hat er also den Riegel vorgeschoben und erkannt, daß Arbeit in Zeit auch ein Kriterium für die Qualität der Arbeit eines Mitarbeiters ist.
Deswegen gibt es bei uns eine Anrechnung von Überstunden nur noch, wenn vom Chef für bestimmte Projekte regelrecht angeordnet, dann aber bezahlt bzw. abbummelbar.
Klar, daß der eine oder andere auch jetzt mal länger bleibt, um Spitzen abzufedern (vor allem vor und natürlich NACH Urlaubswochen ), aber die Zahl der angeblich notwendigen Überstunden wegen Überbelastungen sind schlagartig gesunken und irgendwie wird die Arbeit trotzdem geschafft, eine Senkung der Qualität ist nicht wirklich erkennbar!

Vielleicht muß man auch den Chef Deines Freundes mal in der Richtung agitieren?

Gruß Maid :smile:

Hi Carmen,
kann nur aus eigener Erfahrung sagen: 8-9 Stunden intensiver, effizienter Arbeit: mehr geht nicht. Danach lässt die Aufmerksamkeit nach, von Lust oder gar Kreativität ganz zu schweigen… Jeder vernünftige Arbeitgeber weiß, dass darüber hinaus keine Leistungssteigerung sonder eher -abfall Realität ist.
Und da gibt es noch so etwas, was sich „Fürsorgepflicht“ des Arbeitgebers nennt… Vielleicht ist der Arbeitgeber ein Worcaholic, der sich vor seinem eigenen Feierabend fürchtet und suggeriert seinen Mitarbeitern einen Nachahmungseffekt, um seine eigenen Mankos abzudecken…
Ein offenes Gespräch ist m.E. die einzige Chance, diesem Umstand ein Ende zu setzen.
LG,
Anja

Hallo Peter,

die zwei Personen gibt es sicherlich. Beim Betriebsartz weiß ich allerdings, dass er in München sitzt und mein Freund in einer Niederlassung in Nbg -> ist also schon mal nix mit vorbeischauen und informieren… Kann auch von einem Unternehmen mit vielen Niederlassungen ja nicht verlangt werden an jedem Ort einen Arzt zu engagieren, wäre ja wirklicht etwas teuer. Oder liege ich da falsch?

Muss der Sicherheitsbeauftragte an allen Niederlassungen vorhanden sein oder reicht da auch einer zentral?

Über dieses Hintertürchen zu gehen wäre wohl die sinnvollste Variante. Weil direkt traut sich meine bessere Hälfte nicht, weil der Kreis der Personen der das Gewerbeaufsichtsamt informiert sehr klein ist (betrifft nur eine Abteilung von ca 5-10 Mann die Hammerarbeitszeiten)…

Gruß
Carmen

Hallo Sven,

Das ist aber bei den meißten Karrieresprüngen so, insbesondere
im Bereich Gruppen- / Team- / Abteilungsleitung. Erst darüber
wird der „Stundensatz“ wirklich besser (der Tag hat halt nur
24 Stungen), allerdings wird das Geld oftmals auch als
Schmerzensgeld bezeichnet (steigende Verantwortung)

Dann kann es ja nur noch 5-10 Jahre dauern bis er mal auf ne vernünftige Stelle kommg *gg*

Nein, aber oftmals ein Zeichen dafür, dass in den Angeboten
nicht deutlich auf eine Terminschiene hingewiesen wird. In
welcher Branche ist Dein Freund ?

Also so weit ich es von ihm mitbekommen habe, haben sie mehrfach die Werte angefordert und es ist halt nichts gekommen… klar sind da einige Dinge auch schon in der Absprache des Projektes mit dem Kunden schiefgelaufen. Nur das darf halt dummerweise nicht der ausbaden, ders verursacht hat, sondern der unterste Mitarbeiter. Hm Branche, eigentlich WP- Gesellschaft; er aber reiner Dienstleister beim Mandanten.

Ich wäre froh, wenn ich einen Arzt hätte, wo ich am Wochenende
antreten kann ! Abgesehen davon: Dein Freund sollte
schnellstmöglichst den Job wechseln, denn die innere Kündigung
ist schon da ! Warum nicht auch die Branche wechseln ? Oder
ist seine Ausbildung so speziell, dass das nicht geht ? Wenn
Du 70 km weiter studierst, warum arbeitet er nicht auch etwas
entfernter ? (Mehraufwand Fahren ist noch immer das geringere
Übel als Arbeiten bis zur Erschöpfung).

Am Wochenende haben auch bei uns die Ärzte zu - Notdienst gehen!!!
Ja die ist schon da, er hält sich eigentlich nur noch damit aufrecht in gut nem Jahr die Düse zurück an die Uni in Schottland zu machen und zu promivieren. Deshalb sieht er halt auch weniger Sinn in nem neuen Job, auch wenn ja noch nix definitiv ist mit Schottland. Einzige andere Jobs mit der Berufsausbildung/Vorbildung (Außenwirtschaft an der FH Worms, Master of Finance in Schottland) sind noch im Controllingbereich, aber da fehlt das Fachwissen und die Berufserfahrung in dem Bereich… Blieben nur Banken (Frankfurt) oder große Unternehmen in München. Und ich studier in Ansbach und wir wohnen bei zwischen Nürnberg und Neumarkt. Klar wenns in der Umgebung im pendelbaren Bereich was gäbe… suchen ja schon bis Regensburg/ Bayreuth etc.

Kenn ich noch von der Bundeswehr. Die haben auch alle
möglichen Ausreden gesucht, um mich nicht rechtzeitig zum
Vorstellungsgespräch gehen lassen zu müssen. Irgendwie
klappt’s doch.

Naja das gehen lassen ist weniger das Problem, aber man muss es ja auch dem alten AG nicht auf die Nase binden, dass man einen Neuen sucht… und die Koordination ist halt schon heftig, hab ich bei dem einen Gespräch gesehen, dass das Unternehmen dann nur wegen ihm verschoben hat und dafür auch der Personaler der da sein wollte nicht da sein konnte etc. - ist halt nicht unbedingt die beste Voraussetzung.

Grüsse
Carmen

Hallo Maid,

Dem Chef ging das mit der Zeit mächtig auf den
Senkel…vielleicht hat er das ganze als moralische Erpressung
verstanden? Nach einer Phase des Wohlwollens hat er also den
Riegel vorgeschoben und erkannt, daß Arbeit in Zeit auch ein
Kriterium für die Qualität der Arbeit eines Mitarbeiters ist.
Deswegen gibt es bei uns eine Anrechnung von Überstunden nur
noch, wenn vom Chef für bestimmte Projekte regelrecht
angeordnet, dann aber bezahlt bzw. abbummelbar.
Klar, daß der eine oder andere auch jetzt mal länger bleibt,
um Spitzen abzufedern (vor allem vor und natürlich NACH
Urlaubswochen ), aber die Zahl der angeblich
notwendigen Überstunden wegen Überbelastungen sind schlagartig
gesunken und irgendwie wird die Arbeit trotzdem geschafft,
eine Senkung der Qualität ist nicht wirklich erkennbar!

Glaubst du wirklich es handelt sich um freiwillige Überstunden wenn ich auch noch Sonntags (für jetzt schon mehr als 5 h) ins Büro wandere und nichts dafür bekomme (weder Freizeit noch Geld)!?!?!?!?!

  • klar das es solche Unternehmen gibt, aber die arbeiten wirklich mit dem Versuch bestes zu geben die ganze Zeit… ihnen bleibt ja dank Termindruck nichts anderes. Und der untereste Chef buckelt häufig mit um das auszubaden, was er seinem Chef wiederum zu verdanken hat.
    Die Hammerzeiten sind projektbedingt, aber auch wenns mal wirklich nix zu tun gäbe was mit Projekten zu tun hätte fällt dem Chef genügend Müll ein um die Mitarbeiter 8-10 h zu beschäftigen - anstelle ihnen mal ein bisschen „abfeiern“ von nicht vorhanden weil ja im Unternehmen nicht existenten Überstunden zu genehmigen.

Durchaus ein richtiges Statement von dir, was aber in dem Fall leider wenig hilft; aber bei mir im Unternehmen wäre es zu überdenken, weil dort gibts nämlich ne Überstundenregelung und die nutzen klar einige aus, und wenn sie nur 1,5 h quasseln um Gleitzeit zu schinden.

Gruß
Carmen

Lieber Branden,

schick doch gleich mal ein Attest rüber… - der geht erst zum Arzt wenn es ihn richtig zusammenscheppert (davor kommt er ja dank der Arbeit nicht dazu ), dummerweise steckt da noch ein Pflichtbewusstsein dahinter, das klar auch ausgenützt wird und ihm nichts bringt. Er selbst lebt letzendlich im Widerspruch…

So viel wie er dieses Jahr mit Fieber und Grippe und Magendarmbeschwerden zu Hause war, war er die letzten 5 Jahre nicht krank… - nur androhen hilft da garnix, gleich krank sein. Weil die Überstunden werden so oder so nicht weniger… - da hat er sich schon den Mund fusselig geredet und nix tut sich…

Gruss
Carmen

Liebe Carmen
das ist ja ein schwerer Fall, der gute Mann…hat offenbar ein hohes ÜBER-ICH, um mit Freud zu sprechen. Kann man nix machen!
Gruss , Branden

Glaubst du wirklich es handelt sich um freiwillige Überstunden
wenn ich auch noch Sonntags (für jetzt schon mehr als 5 h) ins
Büro wandere und nichts dafür bekomme (weder Freizeit noch
Geld)!?!?!?!?!

Ooops…ging es nicht eben noch um Deinen Freund? :wink:

Im Grunde wollte ich aber nur die zwei Seiten einer Medaille darstellen und eventuell einen Ansatz für eine ‚cheffreundliche‘ Argumentation geben.

  • klar das es solche Unternehmen gibt, aber die arbeiten
    wirklich mit dem Versuch bestes zu geben die ganze Zeit…
    ihnen bleibt ja dank Termindruck nichts anderes. Und der
    untereste Chef buckelt häufig mit um das auszubaden, was er
    seinem Chef wiederum zu verdanken hat.

Schwache Glieder zwischen Arbeitnehmer und großem Chef sind leider allzuoft nicht ganz unschuldig an solchen Situationen. M.E. nehmen die ihre Verantwortung nicht wahr.

Gibt es denn keinen Betriebsrat in der Firma?

Ansonsten kann man es eben nur drauf ankommen lassen, wenn Dein Freund (und die anderen) aber nicht will, dann wird man von außen nicht wirklich was tun können.

Gruß Maid :smile:

Hallo Maid,

Ooops…ging es nicht eben noch um Deinen Freund? :wink:

ich meinte mit dem „ich“ schon ihn - bevor ich Sonntags umsonst arbeite lass ich es lieber. So nötig hab ich als Student das Geld auch nicht (komische Aussage aber die Realität)

Im Grunde wollte ich aber nur die zwei Seiten einer Medaille
darstellen und eventuell einen Ansatz für eine
‚cheffreundliche‘ Argumentation geben.

Schwache Glieder zwischen Arbeitnehmer und großem Chef sind
leider allzuoft nicht ganz unschuldig an solchen Situationen.
M.E. nehmen die ihre Verantwortung nicht wahr.

Gibt es denn keinen Betriebsrat in der Firma?

gibt es - nur die Abteilung ist ihm zu klein um seine Klappe aufzumachen… - naja so wird er halt morgen wieder die Reise von Nbg nach Köln antreten um spätestens Mittags dort zu sein und zu arbeiten. (wir haben morgen mal wieder Sonntag, die Kollegen arbeiten, wenn ich ihn richtig verstanden habe auch heute… - nur er kam mit dem Argument, dass er keine Klamotten mehr hätte und der Flug ja auch schon gebucht gewesen sei raus)

Ansonsten kann man es eben nur drauf ankommen lassen, wenn
Dein Freund (und die anderen) aber nicht will, dann wird man
von außen nicht wirklich was tun können.

klar, entweder er traut sich oder er badet es aus…

Gruß
Carmen