Hallo.
Da ihm in seinem letzten Job innerhalb der Probezeit gekündigt
wurde, hat er diese Tätigkeit nicht in seinem Lebenslauf
aufgeführt. Der Grund war seinerzeit einfach darin zu sehen,
dass er nicht in die Firma gepasst hat und rausgemobbt wurde.
Extrem ungeschickte Taktik. In seinem Lebenslauf klafft also eine Lücke von, sagen wir mal, sechs Wochen? Oder, wenn nicht, steht da, dass er sich sechs Wochen lang die OO geschaukelt hat?
In beiden Fällen ist es gelogen, was in einem Lebenslauf schon mal sehr gut kommt. Im ersten Fall wäre mein erster Gedanke „der war wohl im Knast“ und im zweiten „da hat er was getrieben, was das Tageslicht scheut“.
Auskünfte von vorigen Arbeitgebern, die ihm seinerzeit gute
Zeugnisse ausgestellt hatten.
Natürlich tun sie das. Nicht fein, nicht fair, aber üblich. Zumal er Diplomkaufmann ist, also schon eine etwas über eine Baumschulausbildung mit anschließender Kurzlehre als Pflanzholz hinausgekommen ist.
Soll er sich nun bei diesen Arbeitgebern melden und ihm sagen,
dass er keine falschen Auskünfte geben soll ? Eigentlich will
er das nicht, da er die Jobs längst abgehakt hat. Beweisen
kann er freilich nichts, da alle dicht halten, so als ob es
völlig normal wäre. Ihn würde natürlich schon interessieren,
was er über ihn erzählt. Nur, wie soll er das mitbekommen ?
Und was würde es ihm nützen? Er wird von seinen Ex- AG entweder hören, dass dieser keine Auskünfte erteilt, oder aber doch, und in diesem Falle wird ihm niemand sagen „Wir haben Ihnen zwar ein gutes Zeugnis erteilt, aber wenn einer nachfragt, sagen wir dem natürlich, was für ein faules, unzuverlässiges, asoziales *PIEP* Sie bei uns waren. Soll ich Ihnen das jetzt schriftlich geben?“.
Wie wichtig sind solche Auskünfte überhaupt und werden diese
häufig eingeholt obwohl Zeugnisse vorliegen ?
Diese Auskünfte sind, gerade bei Höherqualifizierten, sehr wichtig. Das Zeugnis muss wohlwollend abgefasst werden; in einem informellen Gespräch wird dagegen Deutsch geredet. Zudem : Wer mit einem „anrüchigen“ Lebenslauf (s.o.) daherkommt, fällt negativ auf. Dass in einem solchen Falle noch nachgefragt und nicht gleich „Nein, danke“ gesagt wird, lässt auf viel guten Willen schließen, und auch darauf, dass die restlichen Aussagen wohl sehr i.O. sind.
Warum schreibt er nicht einfach, dass er dann und dann bei der und der Firma war, es aber nicht so geklappt hat, wie er und sein AG das vorstellten? Das wäre erstens wahr, zeugt zweitens von einer Grundehrlichkeit, die ich bei einem Dipl.Kfm. und Steuerfachmann erwarten würde und gibt drittens der ganzen Bewerbung bei weitem nicht so ein Geschmäckle. Ins Klo greifen kann jeder mal, aber das zu verschweigen grenzt schon von der falschen Seite her an Dussligkeit.
Gruß kw