Lebenslauf/Bewerbungsschreiben

Hallo Experten!

Zur Zeit bin ich auf Arbeitssuche. Deshalb schreibe ich oft (bzw schicke ich) Lebensläufe und Bewerbungsschreiben.

Nun habe ich dazu eine Frage:

In wie fern bin ich verpflichtet/muß ich angeben, daß ich einen Sohn habe? Was ist wenn ich das nicht angebe?(Weder beim Lebenslauf, noch im Bewerbungsschreiben noch ggbflls im Vorstellungsgespräch?)

Ich kann mir denken, daß dies eher benachteiligt gewertet wird, denn der AG wird eher denken, daß wg einen 2,5 jährigen manchmal daheim werde bleiben müssen (ich habe ja 10 Tage frei im Jahr, sollte das Kind krank werden und ich einen Ki-Arzt-Attest vorweisen kann), oder Probleme haben kann mit der Krippe, usw…

Im Voraus vielen herzlichen Dank für Eure begründete Antworten!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hi Helena,

auf Deiner Lohnsteuerkarte steht doch ein Kinderfreibetrag, spätestens dann erfährt der Arbeitgeber von Deinem Sohnemann. Wie immer die rechtliche Lage aussehen mag - mit einer Lüge in die Anstellung zu starten kann niemals gut sein.

Mach Dir keine Sorgen um die Chancen zur Einstellung. Jeder Arbeitgeber weiß, dass seine Angestellte schwanger werden kann.

Gruß Ralf

Hi Ralf!

Vielen herzlichen dank für Deine sehr schnelle Antwort!!!

Es ging aber nicht unbedingt um Lügen, sondern darum ob es zwingend erforderlich ist, dies anzugeben.

Ich persönlich halte auch nichts von Lügen -weder privat noch im Beruf.

Vielleicht kann man dazu noch was sagen???

Jedenfalls vielen Dank, nochmals!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

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In wie fern bin ich verpflichtet/muß ich angeben, daß
ich einen Sohn habe? Was ist wenn ich das nicht
angebe?(Weder beim Lebenslauf, noch im Bewerbungsschreiben
noch ggbflls im Vorstellungsgespräch?)

Wenn der AG nicht fragt, brauchst Du dazu keine Ausführungen machen. Allerdings ist die Angabe des Familienstandes üblich und der AG wird vermutlich spätestens in einem Vorstellungsgespräch danach fragen.

Liebe Helena,
bei mir ließ sich das gar nicht vermeiden, da ich nach der Geburt der Söhne jeweils eine zeitlang zu Hause blieb, sprich: nicht berufstätig war. Da ein lückenloser Lebenslauf verlangt wird, mussten diese „Leerstellen“ natürlich mit den entsprechenden Angaben gefüllt werden.
Im übrigen: bei einem Arbeitgeber, für den ein Kleinkind ein Hinderungsgrund für eine Einstellung darstellt, würde ich gar nicht arbeiten wollen, das ist m.E. asoziales Verhalten.
Viel Glück,
Anja

unzulässige fragen
Hi!

Fragen zu Deiner familiären Situation sind in einem Vorstellungsgespräch nicht zulässig. Also kannst Du lügen oder gar nicht antworten…

Allerdings wird der Arbeitgeber es in einem Fall spätestens auf Deiner Steuerkarte erkennen können.

Soll heißen: Du kannst es ihm im Vorstellungsgespräch verheimlichen - deshalb kann er Dir später nichts!

Allerdings kann er Dich in den ersten 6 Monaten sehr sehr einfach kündigen (da es im Kündigungsschutz halt eine 6-monatige Wartezeit gibt) - und wenn er dann Deine Lohnsteuerkarte bekommt, sieht er, dass Du ihm nicht die Wahrheit gesagt hast…

Liebe Grüße
Guido

Hi Markus!
Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!
Na ja: Ich bin tatsächlich Mutter aber noch immer ledig!
Von daher, bruahe ich auch nichts sagen…
Schauen wir mal…
Ganz liebe Grüße und nochmals danke!
Helena

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Hallo Anja!

Dir auch vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!!!

Im allen was Du sagst gebe ich Dir Recht.

Aber:

Im übrigen: bei einem Arbeitgeber, für den ein Kleinkind ein
Hinderungsgrund für eine Einstellung darstellt, würde ich gar
nicht arbeiten wollen, das ist m.E. asoziales Verhalten.

Ich finde es auch etwas asozial, eine Frau nicht einzustellen, weil sie ein Kind hat. Doch, wer kann sich heutzutage „erlauben“ bei einem Betrieb nicht einzusteigen, weil sie „asozial“ eingestellt sind? Bzw. wer ist heutzutge in der glücklichen Lage auszusuchen wo man arbeitet?

Auf den anderen Seite, nach meiner Erfahrung, ist die allgemeine Gesetzeslage hier in Deutschland schon sehr sozial eingestellt, auch wenn es mancher nicht so Recht ist/so sehen. Deshalb denke ich mir, für einen kleinen Betrieb, wie oft in der häuslichen Krankenpflege der Fall ist, ist die Einstellung einer Mutter, die evtl nochmal schwanger werden kann/wird, sehr problematisch und verdammt teuer. Irgendwie kann ich das in diesem Wirtschaftssparte etwas nachvollziehen, auch wenn es mir entgegenwirkt.

Also nochmals vielen Dank für Deinen Beitrag und alles Gute!

Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

Vielen herzlichen Dank, Guido!
Hi Guido!

Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort!

Wie unten schon gesagt, es ging mir nicht um Lügen, sondern eher um die Erwähnung, daß ich ein Kleinkind habe. Jetzt ist es mir klar, daß ich nicht gezwungen bin, dies anzugeben, obwohl es mehr als empfehlenswert ist.

Ganz liebe Grüße und nochmals dankeschön!
Helena

offtopic

Im übrigen: bei einem Arbeitgeber, für den ein Kleinkind ein
Hinderungsgrund für eine Einstellung darstellt, würde ich gar
nicht arbeiten wollen, das ist m.E. asoziales Verhalten.

Auch wenn ich Dir hier gerne Recht geben würde - ich bin freie Fotoassistentin - WENN ich arbeite, dann MINDESTENS 10-12 Stunden am Tag. Oder mal nen paar Tage hintereinander ‚auswärts‘. Oder auch mal ein paar Wochen, nicht nur Tage…
Aber vor allem die langen Arbeitszeiten sind der Hinderungsgrund.
Will sagen: Meine jetzige Tätigkeit LÄSST sich nicht mit einem Kind vereinbaren. Egal, ob ich will oder nicht.

Ich könnte also nicht von nem Werbefotografen erwarten, dass er mir jobs gibt, wenn ich Mutter wäre. Okay, es ist freiberuflich, aber selbst, wenn es fest wäre, ginge es auch nicht. Als Fotograf MUSST Du wissen können, dass Du morgens für nen grossen Job, bei dem Du ne Assistenz brauchst, nicht alleine dastehst.

Soll heissen, in meinem Arbeitsbereich würde ich so etwas nie einem Arbeitgeber ankreiden. Auch wenn ich es in anderen, ‚normaleren‘ Arbeitsbereichen selbst für ‚asozial‘ halten würde.

Bis ich selber Kinder kriegen will, muss ich es also geschafft haben, mich als Fotografin selbständig gemacht zu haben… und selbst dann besteht die Gefahr, dass ein Kunde sagt, ach, die lieber nicht, die hat nen Kind, und wenn der job dann bis 10 Uhr abends gehen soll, dann kommt ihre Göre vorbei, und das nervt…

Etc. Vielleicht ist das Fazit, dass Angestellte es doch manchmal ganz gut haben… Klar, ich hab die Selbständigkeit selbst gewählt, ich werd mich also nicht beschweren!

Lieben Gruss,
Isabel

Hi Isabel,

Will sagen: Meine jetzige Tätigkeit LÄSST sich nicht mit einem
Kind vereinbaren. Egal, ob ich will oder nicht.

Dann würdest Du dich ja auch nicht um einen entsprechenden Job bewerben, oder?
Gruß,
Anja

Die Denkweise ist mir etwas zu ‚simple‘ - was wäre denn, wenn ich in den letzten 2,3 Jahren, in denen ich wirklich dringends noch Berufserfahrung brauchte, die ich NUR über die Assistenz kriegen konnte, schwanger geworden wäre?

Dann hätte ich meine ganze Karriere vergessen können, und mich stattdessen im Supermarkt an die Kasse gesetzt? Oder was?

Aber da es sich hier um was hypothetisches handelt, glaube ich nicht, dass es sich wirklich lohnt, diesen Gedanken weiterzuspinnen…

Nur lass mich noch sagen, dass mir obiges in den letzten 2,3 Jahren eben doch schon des öfteren durch den Kopf ging.

Gruss, Isabel

Nachfrage
Hallo,

Wie ist das dann eigentlich im öffentlichen Dienst? Ohne Angabe der Familienverhältnisse ist eine korrekte Vergütung nicht möglich.
Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass Fragen zur familiären Situation im Allgemeinen nicht zulässig sein sollen. Das bestimmte Fragen nicht zulässig sind ist klar, aber so ganz allgemein? Schliesslich will der Bewerber in der Regel vor Vertragsabschluss seine Vergütung und Eingruppierung kennen.
In so einem Fall wäre es ja geradezu eine Dummheit zu lügen, da dem Bewerber evtl. ein höherer Ortszuschlag entgeht.

Grüsse
R.

Hi!

Eine korrekte Abrechnung ohne Lohnsteuerkarte ist auch nicht möglich - aus dieser geht zumindest hervor, ob man ledig oder verheiratet ist!

Wie gesagt: Unzulässigkeit muss nicht unbedingt Sinn machen!

Fakt ist: Fragen zu den familiären Umständen sind nicht zulässig. Dass man aber direkt bei jedem Personalen der solche Dinge fragt, etwas Schlimmes unterstellt, halte ich für etwas paranoid!
Wie bitte soll man ein angenehmes Gespräch führen ohne ein wenig Plauderei?

LG
Guido

Liebe Isabel,

Die Denkweise ist mir etwas zu ‚simple‘ - was wäre denn, wenn
ich in den letzten 2,3 Jahren, in denen ich wirklich dringends
noch Berufserfahrung brauchte, die ich NUR über die Assistenz
kriegen konnte, schwanger geworden wäre?

Ich bin während meiner Lehre und damit ohne jegliche Berufserfahrung schwanger geworden - ungeplant, aber nicht unglücklich.

Dann hätte ich meine ganze Karriere vergessen können, und mich
stattdessen im Supermarkt an die Kasse gesetzt? Oder was?

Genau so ist das dann manchmal… Und dann tun sich plötzlich Perspektiven auf, an die man früher noch nicht einmal gewagt hat zu denken…

Aber da es sich hier um was hypothetisches handelt,

Meine Hypothese war es auch nicht, mit 25 Jahren als alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Söhnen da zu stehen…

glaube ich nicht, dass es sich wirklich lohnt, diesen Gedanken
weiterzuspinnen…

Manchmal geht das Leben Wege, die in der eigenen Vorstellung nicht vorgesehen waren… Et kütt wie et kütt, sagt der Kölner, so weit ich weiß… Und ich finde schon: es lohnt sich *lächel
Anja

Hallo Isabel,

Die Denkweise ist mir etwas zu ‚simple‘ - was wäre denn, wenn
ich in den letzten 2,3 Jahren, in denen ich wirklich dringends
noch Berufserfahrung brauchte, die ich NUR über die Assistenz
kriegen konnte, schwanger geworden wäre?

zum Beispiel hättest Du versuchen können, einen Beruf zu ergreifen, der mit einer Familie kombinierbar ist.

Dann hätte ich meine ganze Karriere vergessen können, und mich
stattdessen im Supermarkt an die Kasse gesetzt? Oder was?

Angesichts der aktuellen Ladenschlusszeiten halte ich diesen Beruf nicht gerade für familienfreundlich…

Aber da es sich hier um was hypothetisches handelt, glaube ich
nicht, dass es sich wirklich lohnt, diesen Gedanken
weiterzuspinnen…

Nur lass mich noch sagen, dass mir obiges in den letzten 2,3
Jahren eben doch schon des öfteren durch den Kopf ging.

Doch, denn genau mit solchen Gedankenspielen kann man sich auf Situationen einstellen, mit denen man nicht rechnen zu müssen glaubte.

Man (in dem Fall ich) kann sich dann auch nochmal auf den Hosenboden setzen und ein Studium anfangen. Dann, wenn man Glück hat, weist einem das Schicksal auch noch Wege zu einem Beruf, der gefragt ist (mit der richtigen Vorbildung) und in seinen wesentlichen Zügen auch immer noch Spaß macht.

Gruß, Karin

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volle Zustimmung (o.w.T)
Gruesse
R.

zum Beispiel hättest Du versuchen können, einen Beruf zu
ergreifen, der mit einer Familie kombinierbar ist.

Das ist ja noch schlimmer, als von einem potentiellen Arbeitgeber wegen Kind abgelehnt zu werden!

Da findet man seinen Traumberuf, und einem wird gesagt, tja, Pech gehabt: Wenn Du ne Familie gründen willst, dann such Dir was anderes!

Tut mir leid, so sehr ich die Logik selbst verstehe, ich finde sie trotzdem ziemlich daneben!

Gruss, Isabel

Hallo Guido

Fragen zu Deiner familiären Situation sind in einem
Vorstellungsgespräch nicht zulässig. Also kannst Du lügen oder
gar nicht antworten…

Warum sollte eine solche Frgae unzulässig sein? Das ist nicht der Fall. Die Frage nach den familiären Daten ist uneingeschränkt wahrheitsgemäß zu beantworten, da sie zulässig ist.

Gruß,
LeoLo
(gerade aus dem Urlaub und schon wieder am Meckern…:o))

Da ich nicht jedem…
Hallo Beantworter!

…einzel danken möchte, tue ich das hier ganz ofiziell einmal für alle.

Vielen herzlichen Dank für Eure Mühe und Gedanken zum Thema!

Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

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