Bewerbungsschreiben/Vorstellungsgespräch

Hallöchen!

Ich habe gleich zwei Probleme. Zum ersten: Wie schreibe ich ein
Bewerbungsschreiben an eine Firma, die mich schon kennt? Ich habe
eine Ausbildung zur Schauwerbegestalterin gemacht und bin zur Zeit
arbeitslos. Ich habe im letzten Jahr hin und wieder nebenbei in einem
Modehaus ausgeholfen, am Stück vielleicht 4 Wochen. Die
Geschäftsleitung war auch immer mit mir zufrieden. Jetzt wird in
diesem Unternehmen die Stelle der Schauwerbegestalterin wegen
Schwangerschaft frei. Ich habe mich dann vorgestern bei dem
Unternehmen gemeldet und mir wurde gesagt, dass ich eine Bewerbung
schicken sollte. Aber was schreibe ich den nun einem Unternehmen,
dass mich schon kennt? Außer, dass ich mich bewerbe weil ich schon
einen Einblick gewinnen konnte etc. muss ich noch mal schreiben, was
ich wo gelernt habe, dass ich zur zeit arbeitslos bin, etc?

Zum zweiten: Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch bei
einem großen Filialisten. Letztes Jahr hatte ich schon mal ein
Gespräch bei dieser Firma, allerdings für eine andere Filiale. Leider
habe ich die Stelle nicht bekommen und würde mich gern besser aufs
Gespräch vorbereiten. Folgende Fragen sind da u.a. vorgekommen, die
mich sehr verwirrt haben, wie kann ich da am besten drauf antworten?

-Welche Eigenschaften fanden Sie an Ihrem Chef gut, welche nicht so
gut?

Ich habe gehört, dass ich darauf nicht anworten muss, weil diese
Dinge zu den Firmeninterna gehören, stimmt das?

-Was sind Ihre Stärken/Schwächen?

Kann man noch andere Dinge nennen außer Streben nach Perfektion etc?
Denn das sagt ja eigentlich jeder!

-Haben Sie einen besonderen Traum in Ihrem Leben?

Klar habe ich das, aber ist das reine Neugier oder machen die sich
dann einen Reim auf das , was ich sage? Z.B. einaml nach Neuseeland
reisen! :smile:

-Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Ich habe keine Karriereambitionen, ich möchte in fünf Jahren immer
noch meinen Job machen, mehr nicht. Aber kann ich das so sagen?

Mir fällt bestimmt noch mehr ein, aber für erste Tips bin ich
dankbar! :smile:

Hi!
Zu Punkt Eins:
Klar musst du das mit reinschreiben. Zum Ersten wollten die ja gerade eine schriftliche Bewerbung haben, wenn du da alles weglassen würdest, dann könntest du es auch sein lassen. Du kannst natürlich im vorliegenden Fall die unwichtigen Sachen (Ausbildung, Arbeitslosigkeit) alle nur in den Lebenslauf schreiben, in das Anschreiben gehst du dann genauer darauf ein, warum du da schon öfter gearbeitet hast, warum du da jetzt hinwillst, was du schon alles gemacht hast und was dir besonders daran gefällt. Aber immer bedenken (Wenn die Firma nicht gerade eine 5-Mann-Betrieb ist), es kann immer sein, dass die Bewerbung noch einem Chef, Bereichsleiter, oder sonst jemandem vorgelegt wird, der dich nicht kennt.

Zum zweiten:

-Welche Eigenschaften fanden Sie an Ihrem Chef gut, welche
nicht so
gut?

Nicht antworten sieht immer doof aus. Man sollte aber auch nicht auf die Idee kommen, was schlechtes über seinen alten Chef zu sagen. Wenn man das tun will, dann gut verpacken. (z.B. die Arbeitsorganisation in der Abteilung war Sub-Optimal :wink:

-Was sind Ihre Stärken/Schwächen?

Der Trick an dieser Frage ist gerade damit umzugehen. Nur von seinen Stärken zu erzählen ist genauso falsch, wie bestimmte Schwächen zu nennen. Am besten Schwächen nehmen, die sowohl Stärken als auch Schwächen sind, oder Schwächen die man verbessert. Das muss nicht immer Perfektion sein, sondern etwas, was zu einem passt. Wenn man erzählt, dass man zum Beispiel nicht gut Englisch spricht, aber momentan einen Kurs besucht, um das zu verbessern, dann kann man das sehr wohl erzählen.

-Haben Sie einen besonderen Traum in Ihrem Leben?

Da kannst du gerne erzählen, dass du mal nach Neuseeland willst, solltest aber dabeisagen, dass das in den nächsten x Jahren nicht in Frage kommt. Ich denke, da geht es mehr darum, ob man auch was tut, um seinen Träumen näher zu kommen. (Zum Beispiel wieder den oben erwähnten Sprachkurs besuchen …)

-Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Man kann ruhig dabei sagen, dass man kein Interesse am Aufstieg hat (Je nach Job natürlich), aber dann so verpacken, dass sich das nicht so anhört wie Arbeit runterrasseln. Wenn man zum Beispiel sagt, dass man nicht Richtung Leitung aufsteigen will, sondern alle Seiten der jetzt angebotenen Arbeit kennenlernen will um dann ein Spezialist in dem Bereich zu sein.

Mir fällt bestimmt noch mehr ein, aber für erste Tips bin ich
dankbar! :smile:

Nicht alles wörtlich nehmen, ich dachte nur, ich fange mal an und gebe ein paar Diskussionsansätze…

Ralph

Hallo!

Schon mal vielen Dank für Deine Anregungen! Ich finde die Idee, meine
Daten bezügl. Ausbildung etc nur im Lebenslauf zu nennen, sehr gut.
Habe ich gar nicht dran gedacht :smile: Es handelt sich um ein
Unternehmen mit ca. 30 Mitarbeitern. Bis auf eine paar Teilzeit-
Verkäuferinnen kennt mich da jeder. Deshalb fand ich es schwierig,
jetzt in der Bewerbung noch mal Sachen zu wiederholen, die jeder
kennt.

Zum Vorstellungsgespräch ist mir noch was eingefallen:

Ich bin jetzt schon zwei Mal in Gesprächen als erstes gefragt worden,
ob ich Sport treibe. Es klang in meinen Ohren nicht wie ein
Smalltalk-Einstieg, sondern schon nach einem Sinn. Dreht es sich bei
der Frage evtl. darum, Teamfähigkeit und/oder Engagement
festzustellen? Ich treibe nämlich keinen Sport, aber nur, weil ich
total unsportlich bin! :smile: Kann man doch ruhig so begründen, oder?