Studium- keine 'Job-garantie'

Hi,

ich habe letztens einen recht interessanten Artikel in der zeitung gelesen, der sich mit dem Studium un den damit verbundenen Aussichten auf dem Arbeitsmarkt beschäftigte.

Historiker und Architekten sollen es demnach ganz schwer haben einen Job zu finden und bis zum jahre 2010 soll es sage udn schreibe 37000 Absolventen des Studiengangs BWL geben!

da frage ich mich dann schon, welchem Studiengang man denn heutzutage eigentlich noch gute Aussichten zuschreiben kann?

Juristen gibt es ja auch 10000 neue im jahr und der Arbeitsmarkt für diese Gruppe ist zur Zeit auch recht mau. Aber wenn ich mir die unglaubliche Anzahl an BWLern ansehe, dann sieht es ja sogar noch relativ gut für diese Gruppe aus. Wie wollen denn bitte 40000 jedes jahr einen Job finden?

Welchen Studiengang könnte man überhaupt noch empfehlen? Weiss vielleicht jemand genauer, für welche Berufsgruppen in Zukunft schlechte zeiten anstehen?

Gruss,
ulf

Hallo,
es gibt keinen (!), der Dir in jedem Fall ein Auskommen garantiert. Selbst der klassische Bestatter mit seinem stets nachwachsenden Kundenpotential wird sich künftig gegen Filialisten behaupten müssen. Egal ob Du Hochbau, Jura oder Wirtschaft studierst, wichtig ist, daß die Qualifikation universell anwendbar bleibt, d.h. ein Architekt kann z.B. als Makler, Gutachter, Projektentwickler, Unternehmensberater, Vertreter für Einrichungen etc. arbeiten oder bei einer Bank, Firma, Versicherung, Kirche in der Immobilienabteilung arbeiten. Nur der Anspruch, unbedingt als freier Architekt z.B. im eig. Büro zu arbeiten oder bequem bei der Stadtverwaltung rum zu bummeln, verhindert, daß der Architekt, Ingenieur oder der Jurist etc. sich wirtschaftlich entwickelt. In großen Unternehmen kann jeder angelernte Bauzeichner am Rechner mal eben den kompl. Bauantrag für die 534. Filiale ausdrucken, da ist die klass. Planung eines Architekten völlig überflüssig; ebenso ergeht es zahlreichen anderen Berufsgruppen. Fazit: Die Universalität ist entscheident = Qualifikation + Phantasie!

MfG
Ralf Westhelle

Hi,
wenn du dir dein Studium danach aussuchst, wer in ein paar Jahren die meisten Leute einstellt, dann vergiss es direkt. Suche dir das aus, was du am besten kannst und am liebsten machst. Wenn du dann dein Studium überdurchschnittlich abschneidest (Das passiert eher bei einem Studium, was dir mehr liegt, als bei einer „Vernunftentscheidung“), und dann auch noch belegen kannst, dass du auch neben dem Studium aktiv warst (Praktika, Auslandsaufenthalte, Nebenjob, Zusatzquallis,…), dann klappt das in „so gut wie“ jedem Studium.

Selbst wenn du ein gesellschaftliches Fach wie Germanistik und Geschichte studierst (Für welche die Chancen momentan nicht so gut stehen), hast du nicht schlechte Chancen auf einen Arbeitsplatz, wenn du schon früh eine Richtung wählst und dort Kontakte knüpfst durch Praktika, spezielle Weiterbildungen u.ä…

Also die Ausführungen meines Vorredners nicht so streng nehmen. Du musst zwar heutzutage Generalist sein und auch mal was anderes machen, als du dir erhofft hast. Du solltest aber nicht durch Studium gleiten und hier und da mal ein bischen ohne Ziel machen, sondern dir Schwerpunkte suchen und diese verfolgen. Das Wort Generalist bezieht sich mehr darauf, dass du nicht mit Scheuklappen nur den Theoriekram lernst, sondern auch „über den Tellerrand“ schauen kannst u.ä…

Als letztes musst du natürlich auch über die Konsequenzen deiner Berufsrichtung nachdenken. Du kannst gerne „Bergbau“ studieren, musst dir dann aber darüber im klaren sein, dass die Jobchancen dann eher in Afrika und Südamerika liegen, als in Deutschland.

Ralph

Hallo Ulf,

Historiker und Architekten sollen es demnach ganz schwer haben
einen Job zu finden und bis zum jahre 2010 soll es sage udn
schreibe 37000 Absolventen des Studiengangs BWL geben!
da frage ich mich dann schon, welchem Studiengang man denn
heutzutage eigentlich noch gute Aussichten zuschreiben kann?

Gruss,
ulf

… und trotzdem hört man jeden Tag, dass wir in Deutschland zu wenige Akademiker haben… dass die jungen Leute schlecht ausgebildet sind… zu wenige Abitur machen… die Abiturienten zu selten studieren … dass wir mehr Eliten brauchen…
hä?? :wink:
Hast Du zum Vergleich eine Zahl der pro Jahr in Rente gehenden Arbeitnehmer? der neuen Bäcker-Lehrlinge? (der Steinkohle-Kumpels, der Arbeitslosen?)
Ach, bis zum Jahr 2010 aufsummiert 37 000 Absolventen?
37 000 von 80 Mio sind halt wirklich nur 0.008 %/p.a. d.h. jedes Jahr macht nicht mal einer aus 10 000 Einwohnern einen BWL-Abschluss.
Nicht ins Boxhorn jagen lassen!
(Die Vorredner haben natürlich auch recht. Und sowas wie die Garantie auf einen Arbeitsplatz ist ja wohl schon länger abgeschafft, oder?!)