Abinote - noch relevant bei der Jobsuche?

Hallo,

angenommen, ich gehe nach dem Abitur studieren und begebe mich nach dem Studium auf Jobsuche - wird da noch das Abizeugnis verlangt? wenn ja, in wiefern spielt da die Abinote noch eine Rolle?

@ moderatoren: sorry, ich glaube ich hab hier bereits einmal gepostet, nur finde ich den thread nicht mehr… lag wohl an meiner internet verbindung

Dicken Dank,

Daniel

Hallo Daniel,

einfache Rückfrage: Stell Dir vor, Du wärst Arbeitgeber und suchtest einen Akademiker. Welchen Stellenwert hätte das Abi-Zeugnis für Dich?

Meine Antwort: niedrig, aber für das Gesamtbild eines Hochschulabsolventen absolut wichtig.
Warum?
Stell Dir vor, Du hättest ein 3er Diplom und ein 3er Abi vor Dir. Was folgerst Du daraus: Derjenige wird ggf. Deine Aufgaben befriedigend, aber mehr auch nicht erfüllen. Hat er eine Vertiefung, die sehr gut ist und zu Deiner Anforderung passt, kannst Du Dir überlegen, ob Du ihn nicht recht preiswert genau dafür einstellst, solltest aber nicht erwarten, dass er besonders begeisterungsfähig für andere Aufgaben ist.
Hat er 1er Diplom und 1er Abi-Zeugnis, dann ahnst Du, dass Du Höchstleistungen auf jedem Gebiet erwarten kannst, der Bewerber will aber meist a) gut verdienen und b) Karriere machen.

Hat er 1er Diplom und 4er Abi: Tja, irgendwie komisch, aber positiv, könnte ein kurzer schulischer Durchhänger gewesen sein…
etc.

Du siehst: Ich würde bei einem Hochschulabsolventen definitiv auf das Abi-Zeugnis bestehen, auch wenn ich dem Dipl.-Zeugnis, hochwertigen Praktika o.ä. deutlich höheren Stellenwert einräumen würde. Es gehört aber einfach dazu…

Gruß
Jürgen

Hallo Daniel,

ich kann Dir eine kleine Episode aus meinem Leben erzählen:

angenommen, ich gehe nach dem Abitur studieren und begebe mich
nach dem Studium auf Jobsuche - wird da noch das Abizeugnis
verlangt? wenn ja, in wiefern spielt da die Abinote noch eine
Rolle?

Ich habe mich im Abitursjahr vom Sportunterricht aus gesundheitlichen Gründe befreien lassen, weil es mir zu blöde war, für regelmäßiges Erscheinen (nachmittags!) und ein dann doch vergeigtes Sportabitur (war noch nichts mit LK) eine 4 geben zu lassen, während Schulfreundinnen, die nur zum Notentrunen erschienen, dank uneingeschränkter Beweglichkeit immer ihre 1sen und 2en kassierten. Bei einem meiner ersten Vorstellungsgespräche nach dem Studium (weit nach dem Abitur, da ich erst 10 Jahre nach dem Abi zu studieren angefangen habe) fragte mich ein Personal-Chef, ob ich eine Behinderung habe. Ich sei doch vom Sprotunterricht befreit gewesen.

Du siehst, manchmal kommen Dinge zur Sprache, an die Du nie denken würdest.

Gruß, Karin

Hi daniel,

Ich habe auch nur ein durchschnittliches Abi, weil ich damals mehr an anderen Dingen des Lebens interessiert war als mich in der Schule möglichst mustergültig zu benehmen. Viel später habe ich dann mit eigenem Interesse unerwarteter Weise ausgerechnet Informatik mit einer guten Note abgeschlossen. Ich habe schon mehrere Jobs hinter mir und nie hat jemand nach dem Abizeugnis gefragt. Das Diplomzeugnis dagegen ist immer wichtig, allein um zu sehen welche Schwerpunkte man gewählt hat. Sehr wichtig sind auch Zeugnisse vorangeganer Arbeitgeber. Also nicht vergessen dir immer eins ausstellen zu lassen!

Grüsse Anja.

Hallo,

Ich habe mich im Abitursjahr vom Sportunterricht aus
gesundheitlichen Gründe befreien lassen, weil es mir zu blöde
war, für regelmäßiges Erscheinen (nachmittags!) und ein dann
doch vergeigtes Sportabitur (war noch nichts mit LK) eine 4
geben zu lassen, während Schulfreundinnen, die nur zum
Notentrunen erschienen, dank uneingeschränkter Beweglichkeit
immer ihre 1sen und 2en kassierten. Bei einem meiner ersten
Vorstellungsgespräche nach dem Studium (weit nach dem Abitur,
da ich erst 10 Jahre nach dem Abi zu studieren angefangen
habe) fragte mich ein Personal-Chef, ob ich eine Behinderung
habe. Ich sei doch vom Sprotunterricht befreit gewesen.

diese unangenehme Frage musste ich mir (habe Mittlere Reife) auch bei Vorstellungsgesprächen anhören.
Ich vermute auch - beweisen kann ich natürlich nichts - dass die eine oder andere meiner Bewerbungen ebenfalls wegen fehlender Sportnote und dem Eintrag „vom Sportunterricht befreit“ aussortiert wurde.

Viele Grüße,
Nina

*die ab der 5. Klasse vom Sportunterricht befreit war, und froh darum ist, dass es keinen Sportunterricht an Berufsoberschulen gibt und deshalb in meinem Abiturzeugnis auch nichts von einer Sportbefreiung stehen wird*

Hallo,

definitiv, die Abinote ist immer relevant. Auch noch, wenn man mit Diplom und Promotion hat glänzen können.

Gruß

Peter

Nur im Lebenslauf erwähnen
Da man ja während des Studiums - außer als 08/15-Student - noch andere Dinge tut (Arbeiten in den Semesterferien, Nebenjobs, Zusatzfächer) kannst du einfach nur das Abi mit Monat/Jahr im Lebenslauf als „Eintrittskarte“ zum Studium auflisten, läßt aber die Note und die Zeugniskopie in den Anlagen weg. Dafür aber sonstige Scheine, z.B. von Zusatzqualifikationen - VHS/Sprachen/EDV/Zusatzfächer/Praktische Studiensemester/freiwillige Tätigkeiten (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Studentenverbindung, Soziale Einrichtungen, THW, …)

Gruß

Stefan

Juergen,

Hat er 1er Diplom und 4er Abi: Tja, irgendwie komisch, aber
positiv, könnte ein kurzer schulischer Durchhänger gewesen
sein…

Nur als lebendes Beispiel: Ich hab ein Abi von 2,6, ein Gut im Diplom, ein Sehr Gut in der Promotion. Und was sagt uns das jetzt?

Ralph

Hallo Ralph,

genau was ich andeutete: gutes Mittelmaß bei Allgemeinbildung, bei weiterer Spezialisierung Verbesserung und bei absoluter Spezialisierung hat die Arbeit offensichtlich richtig Spass gemacht…

Man könnte natürlich auch sagen: Als der Ernst des Lebens sich näherte, nahm die Erfolgs-Fokusierung zu…

Das wäre ggf. mein „Vorurteil“. Obs stimmt?:wink:

Grüße
Jürgen