Verhandeln über Gehaltsvorstellung

Hallo ,

ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch in einer Steuerberatungssozietät in einem Ort 10 km von München. Alles lief eigentlich ganz gut, bei der Verabschiedung sagte der Steuerberater allerdings, er würde mich am Dienstag anrufen " und dann sehen wir auch, ob wir uns beim Gehalt einigen können ".

Ich hatte als ausgebildeter Steuerfachangestellter mit etwas über einem jahr Berufserfahrung 1950 Euro monatlich verlangt, bei 40-Stunden-Woche, kein urlaub-und Weihnachtgeld und 24 tagen Urlaub, die nicht in den Schulferien genommen werden sollen ( hab 2 schulpflichtige Kinder, zum Glück schon über 14 und bald aus dem Alter raus wo man mit Mama und Papa Urlaub machen will…)

Was wird da ggf auf mich zukommen ? Kann man in der heutigen Zeit klaren Geistes einen job ablehnen, weil der Arbeitgeber um hundert Euro Gehalt feilschen will ( falls es denn mal nur 100 sind …) ?
Sollte man annehmen, egal zu welchem Preis, und von dann gleich aus ungekünigter Stellung heraus nach besseren Angeboten suchen?

Ratlose Grüße

Thomas

P.S. Von sechs Bewerbungen habe ich drei Vorstellungsgespräche erbeutet, ist das ein guter Schnitt? Die übrigen drei meldeten sich nicht - nach wieviel Wochen sollte man mal nachfragen? Oder fragt man gar nicht nach, weil eh klar ist dass man nicht genommen wurde?

Meine Meinung
Hi,

ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch in einer
Steuerberatungssozietät in einem Ort 10 km von München. Alles
lief eigentlich ganz gut, bei der Verabschiedung sagte der
Steuerberater allerdings, er würde mich am Dienstag anrufen "
und dann sehen wir auch, ob wir uns beim Gehalt einigen können
".

Jaja, klassisches Druckmittel.
Mein erster Eindruck von dir ist, dass du billig und dankbar bist.
Probier mal beim nächsten Gespräch etwas offensiver aufzutreten:
Mach einen verbindlichen Termin aus, schlage vor, dass du anrufst, lass durchblicken, dass du die Auswahl hast (auch wenn´s nicht stimmt).
Kann sein, dass du dann aus dem Rennen bist, aber daran erkennst du dann, dass das Hauptanliegen ein niederes Gehalt ist.

Ich hatte als ausgebildeter Steuerfachangestellter mit etwas
über einem jahr Berufserfahrung 1950 Euro monatlich verlangt,

Kommt mir für M wenig vor.

bei 40-Stunden-Woche, kein urlaub-und Weihnachtgeld und 24
tagen Urlaub, die nicht in den Schulferien genommen werden
sollen

Kommt mir auch wenig vor.
( hab 2 schulpflichtige Kinder, zum Glück schon über 14

und bald aus dem Alter raus wo man mit Mama und Papa Urlaub
machen will…)

Was wird da ggf auf mich zukommen ?

Kenn mich in der Branche gar nicht aus.

Kann man in der heutigen
Zeit klaren Geistes einen job ablehnen, weil der Arbeitgeber
um hundert Euro Gehalt feilschen will ( falls es denn mal nur
100 sind …) ?

…und wieder glaube ich den flehenden Bittsteller zu hören…
Natürlich kann man, vorausgesetzt, man ist qualifiziert und kennt seinen Wert.

Sollte man annehmen, egal zu welchem Preis, und von dann
gleich aus ungekünigter Stellung heraus nach besseren
Angeboten suchen?

Bist du bereits gekündigt? Wenn nicht, dann bleib dort und such dir in Ruhe was Besseres.
Falls ja, hast du schon länger (mehrere Jahre) dort gearbeitet? Falls ja, dann nimm an und such dir in Ruhe was Besseres.
Falls Nein:
Kann leider keinen Rat geben, da ich die Branche nicht kenne.

P.S. Von sechs Bewerbungen habe ich drei Vorstellungsgespräche
erbeutet, ist das ein guter Schnitt?

Guter Schnitt.

Die übrigen drei meldeten
sich nicht - nach wieviel Wochen sollte man mal nachfragen?

Ich würde nach spätestens 3 Wochen mal nachfragen, ob es angekommen ist und ab wann du mit einer ersten Entscheidung rechnen kannst.
Lass durchblicken, dass du nicht alle Zeit der Welt hast, weil andere Angrebote.

Oder fragt man gar nicht nach, weil eh klar ist dass man nicht
genommen wurde?

Die Worte „Bittsteller“ und „billig“ hatte ich ja schon erwähnt.
Gruss,

Hallo,

Grundsätzlich gilt: Wer die erste Zahl nennt, hat verloren. :wink: Das heißt, lass wenn irgendwie möglich immer Deinen neuen Chef ein Angebot machen. Ich bin auch gerade in der Bewerbungsphase und bin damit ganz gut gefahren. Ich fange nächsten Montag an und bekomme mehr als ich mir vorgestellt hatte, da ich meinen neuen Chef ein Angebot machen ließ. Er ist gleich über meinem Wunsch eingestiegen :wink:.

Wenn Du gefragt wirst: Antworte sinngemäß wie folgt. Ich entwerfe kurz ein Gespräch.

Chef: Herr G., was für ein Gehalt haben Sie sich denn vorgestellt ?
G.: Sie haben einen viel besseren Überblick über den Markt und wissen was üblicherweise an Arbeitnehmer mit meiner Qualifikation gezahlt wird.
Chef: Aber sie müssen doch Vorstellungen haben.
G.: Sie haben doch einen Rahmen in Ihrem Budget vorgesehen und wissen, was aus Ihrer Sicht angemessen ist. Mich würden Ihre Vorstellungen interessieren.
Chef: Ich habe an ca. … Euro im Jahr gedacht.

Mehr als zwei mal gibt der Arbeitgeber die Frage normalerweise nicht zurück, wenn doch, dann musst Du endlich eine Zahl nennen.

Jetzt zu deinen anderen Fragen.

2000 Euro in München ist ziemlich wenig (noch dazu mit zwei Kindern, ich weiß wovon ich rede). Denkst Du, dass das angemessen ist ? Ist Dir das genug ?

Wieder Grundsätzliches: Du bist kein Bittsteller sondern Verhandlungspartner, kein Sklave oder Diener. Ich glaube, dass Du mehr Selbstbewusstsein entwickeln musst. Gute Leute werden immer gebraucht und werden auch angemessen bezahlt. Für mich hört sich das alles so an, als ob Du denkst, Du bist nicht gut genug für den Job. Ändere das schnellstmöglich. Rest im Text :wink:

Hallo ,

ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch in einer
Steuerberatungssozietät in einem Ort 10 km von München. Alles
lief eigentlich ganz gut, bei der Verabschiedung sagte der
Steuerberater allerdings, er würde mich am Dienstag anrufen "
und dann sehen wir auch, ob wir uns beim Gehalt einigen können
".

Ich hatte als ausgebildeter Steuerfachangestellter mit etwas
über einem jahr Berufserfahrung 1950 Euro monatlich verlangt,
bei 40-Stunden-Woche, kein urlaub-und Weihnachtgeld und 24
tagen Urlaub, die nicht in den Schulferien genommen werden
sollen ( hab 2 schulpflichtige Kinder, zum Glück schon über 14
und bald aus dem Alter raus wo man mit Mama und Papa Urlaub
machen will…)

Warum 1950 Euro und nicht 2000 (irgeneine runde Zahl). 24 Tage ist auch sehr wenig, wenn schon wenig Geld, dann doch mehr Urlaub.

Was wird da ggf auf mich zukommen ? Kann man in der heutigen
Zeit klaren Geistes einen job ablehnen, weil der Arbeitgeber
um hundert Euro Gehalt feilschen will ( falls es denn mal nur
100 sind …) ?

Ja, damit beweist Du, dass Du weisst, was Du wert bist.

Sollte man annehmen, egal zu welchem Preis,

Nein, allerdings lässt sich vielleicht eine Gehaltsstaffel vereinbaren. Nach der Probezeit mehr Geld, nach einem Jahr wieder usw. Einfach alles schon vertraglich fixieren. Argumentationshilfe: Sie haben sich dann ja schon überzeugt, dass ich gute Arbeit leiste und das meine Arbeit das wert ist.

und von dann
gleich aus ungekünigter Stellung heraus nach besseren
Angeboten suchen?

Auf keinen Fall, der nächste Chef wird das auf jeden Fall im Lebenslauf sehen und davon ausgehen, dass Du es bei Ihm wieder so machst.

Ratlose Grüße

Thomas

P.S. Von sechs Bewerbungen habe ich drei Vorstellungsgespräche
erbeutet, ist das ein guter Schnitt? Die übrigen drei meldeten
sich nicht - nach wieviel Wochen sollte man mal nachfragen?
Oder fragt man gar nicht nach, weil eh klar ist dass man nicht
genommen wurde?

Sehr guter Schnitt. (Meiner war 7 Bewerbungen: 2 Absagen, 2 Vorstellungsgespräche; 1. Gespräch = Job, 2. Gespräch entscheidet sich theoretisch nächste Woche; 3 Bewerbungen noch offen, aber egal :wink:)
Nachhaken ist immer angebracht, da Du so Interesse an dem Job zeigen kannst. Manchmal dauert es auch einfach nur länger, da der Bearbeiter im Urlaub ist oder ähnliches.

Ok, dann Viel Erfolg,

Martin