Zwischenzeugnis

Wer ist fit und kann die Geheimsprache der Personaler/innen zwischen den Zeilen richtig deuten bzw. was könnte man/frau in einem Zwischenzeugnis verpacken, welches ungefähr so lauten könnte:

X, geboren dann und dort, trat am … als kfm. Angestellte/r in unsere Dienste. Zu ihrem/seinem Aufgabengebiet gehörten: Aufzählung…
Ab … wurde X die Verkaufsleitung übertragen und Handlungsvollmacht erteilt. X bewältigt diesen Aufgabenbereich mit sicherem Urteilsvermögen sachgerecht und zuverlässig. Sie/Er vertritt die Interessen unserer Gesellschaft loyal und erfüllt ihre/seine Aufgaben mit großem Engagement zu unserer vollen Zufriedenheit. Aufgrund ihres/seines ruhigen und freundlichen Wesens, ihrer/seiner ausgeglichenen Charakterstruktur und ihrer/seiner positiven Einstellung zur Arbeit erfreut sich X bei Vorgesetzten und Kollegen einer gleichermaßen hohen Wertschätzung. Dieses gilt auch für externe Gesprächspartner, die ihr/sein verbindliches Auftreten sowie ihre/seine guten Umgangsformen schätzen. Sie/Er zeigt die erforderliche Entscheidungskraft und identifiziert sich in vorbildlicher Weise mit der ihr/ihm übertragenen Verantwortung. X ist ehrgeizig, pünktlich, ehrlich und initiativ, ihr/sein persönliches Verhalten ist stets einwandfrei.
Dieses Zwischenzeugnis stellen wir X auf Wunsch aus.

Würde mich über Einschätzungen freuen!

Hallo Tom,

auffällig ist, daß bei der Gesamtbewertung der Leistungen „zu unserer vollen Zufriedenheit“, wie auch in den übrigen Beurteilungen die Formeln „stets“,
„jederzeit“, „immer“ u.ä. fehlen - daß, und die Tatsache, daß in der festen Formel „ehrlich, pünktlich“, fleißig" das „fleißig“ nicht auftaucht, sondern sogar "durch „ehrgeizig“ und „initiativ“ ersetzt wird, läßt eventuell darauf schließen, daß der so bewertete Mitarbeiter zu sprunghaften Handeln neigt, Dinge gerne schnell, aber nicht immer gut durchdacht nach vorne puscht.
Ansonsten ist das Zeugnis ohne Tadel.

Diana (Personalerin)

Hi Tom,

mir fehlen da ein paar Superlative (grammatikalisch). Zumindest in ein bis zwei Bereichen ein „sehr“ oder „besonders“ würde gut klingen.

So klingt es nach „Die Aufgaben gerade so erledigt“.

Ciao

Uwe

Hallo Tom,

Beurteilung der Leistung: gut
Beurteilung der Arbeitsqualität: gut - befriedigend

Verhalten: Das Wort loyal im Zusammenhang mit Kundenkontakt kann negativ ausgelegt werden, zumal das Wort Kunde/Mandant dezent vermeiden wird. Stattdessen wird von „externen Gesprächspartnern“ geschrieben, außerdem fehlen Hinweise auf Erfolge im Verkauf.

Bei der Verkaufsleitung setze ich unterstellten Mitarbeiter voraus, diese sind nicht genannt und auch nicht das Verhalten diesen gegenüber.

Ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen, aber es hat den Anschein, als wenn der Zeugnisschreiber bewußt oder unbewußt klassische Bewertungskriterien vermeiden möchte. Die dann verwendeten Formulierungen können unter Umständen falsch ausgelegt werden.

Zusammenfassung: Note 2-3, nur die Verkaufserfolge bleiben aus, daher sucht sich der/die Betreffende etwas anderes.

Ich würde den/die Bewerber/-in bei entsprechendem LL und Foto zum Vorstellen einladen um dann die Ursache des faden Nachgeschmack des mäßigen Verkäufers zu prüfen.

Grüße

Thomas

Schau mal unter:

http://www.alpenland.com/cgi-local/arbz_test_arbeitn…

nach … das ist ein Zeugnisdoktor *smile*

Eingeben und staunen *smile

Gruss Tim

Vielen Dank…
für die bisherigen Antworten.
Es ist doch sehr interessant, welche Eindrücke durch so ein Zeugnis entstehen können und vielleicht sogar gewollt sind.

Gruß Tom