Bewerbungen - Handling - Personaler

Hallo zusammen, insbesondere Ihr Personaler,

mal folgende Situation angenommen: Ihr seid Personaler in einer halbwegs großen Firma, es wurde in der letzten Samstagszeitung ein Job ausgeschrieben und Ihr sollt dem Vorgesetzten des zukünftigen Arbeitnehmers ne Auswahl von 10 Bewerbungen geben aus denen dann 3-5 eingeladen werden. Nach welchen Kriterien schaut Ihr und insbesondere in welcher Reihenfolge:

  • Formalitäten wie saubere Unterlagen, rechtzeitig eingesandt, Briefumschlag, alles beisammen etc.
  • Inhalt wie „paßt der Bewerber auf das Profil?“, „gibt’s Lücken im Lebenslauf?“, „sind auffällig gute oder schlechte Zeugnisse dabei?“
  • sonstiges „isser denn irgendwo ehrenamtlich aktiv?“ „wie ist das Anschreiben formuliert?“ etc.
    Ich für meinen Teil würde wahrscheinlich erstmal formal schauen, ob ich erkennen kann, daß sich der Bewerber irgendwie Mühe gemacht hat, mir meine Arbeit zu erleichter. Und nach dem Aussortieren „grober Fouls“ würde ich die restlichen (geschätzten 75%) mal grob inhaltlich anschauen. Und von den überlebenden 25% dann Lebenslauf und Zeugnisse näher betrachten. Aber ich bin (zum Glück) kein Personaler, würde aber gerne mal wissen, worauf Ihr persönlich Wert legt.

Neugierig

Petzi

hi,
also nachdem ich nun 19 monate auf jobsuche war, und es nun endlich geklappt hat, weiss ich schon ein wenig was…

z.b. hab ich am anfang die TEUERSTE BEWERBUNGSMAPPE benutzt, 5,20 eur, aus pappe, zum 3 mal aufklappen…sehr edel…
NUR LEIDER stehen personaler gar nicht auf „AUFKLAPPEN“ wenn sie im schnitt so 300 bewerbungen bekommen. sollte aus plastik sein, damit man das bildchen gleich sieht.

-layout
-text muß innerhalb der ersten 15 sekunden ansprechen, eignung versprühen
-keine lücken im lebenslauf
-alle zeugnisse vorhanden
-gutes aussehen (tja, is leider echt so)
-schlechtes aussehen (kein witz! gibt es auch, wenn die CHEFIN in der firma die schönste sein will)

Hallo Petzi,

es kommt mit Sicherheit immer auf die Stelle an, aber wenn es um Fachpersonal geht, dann entscheidet der Lebenslauf, bzw. das Qualifikationsprofil des Bewerbers.

Bei Einsteigern ist das schwieriger, da der LL i.d.R. ziemlich leer ist, daher kommt das Anschreiben ins Rennen, mit dem man das Interesse des Entscheiders wecken sollte.

Ganz wichtig: Bitte nicht diese gräßlichen, vorgefertigten Texte aus alten Büchern oder den Mist, den die Schulen z.T. vermitteln. Optik des Anschreibens und die Mappe sind ein Kick.

Der Bewerber muß sich in die Lage der Person versetzen, die den Stapel auf dem Tisch hat: Man hat normalerweise eine Stelle zu vergeben und muß mit dem Sortieren der Unterlagen anfangen. Mit der Mappe muß man sich VERKAUFEN, um in die nächste Runde zu kommen und der Sortierer kann logischerweise nur aufgrund der Mappe (des Inhalts) entscheiden. Dafür steht nicht immer viel Zeit zur Verfügung und man landet manchmal wegen Kleinigkeiten auch mal vorschnell auf dem „falschen“ Stapel.

Na, was machen die Kollegen, wenn Bewerbungen auf dem Tisch liegen …Sie wollen das Foto sehen ! Leider wird dies immer unterschätzt und man soll nicht glauben, wie viele Leute mit einem Fahndungsfoto aus einer Knipskiste (am besten noch mit einer Büroklammer festgemacht) oder einem selbstgedruckten Foto, dem schon eine Farbe fehlt, ankommen. Das kann machmal über Stapel 1 oder 2 entscheiden.

Das Thema ist sehr ausfüllend und manchmal nehme ich Auszubildende oder Mitarbeiter zu den Mappen hinzu, damit die mal einen Überblick bekommen…

Ich nehme jetzt meinen Karton mit exakt 27 Mappen für eine Stelle in technischen Bereich und nach dem Frühstück geht auf der Terasse das Sortieren wieder los.

Schönes Wochenende

Thomas

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