Hi,
Hallo Ralph,
das hört sich so negativ an. Heute heisst das nicht mehr
Beziehungen oder Vitamin-B sondern Networking und ist positiv
besetzt.
Richtig; allerdings sind „Vitamin-B“ und „Networking“ für mich zwei völlig verschiedene Dinge. Ein Network baut man sich selbst auf, es funktioniert auf Basis professioneller Zusammenarbeit, ist also von beider-/ allseitigem Nutzen geprägt. In „Alt-Deutsch“ würde ich Kontakte/ Kontaktpflege sagen, also gegenseitige Unterstützung, das Wissen, wer was macht etc. ohne dabei in Mauscheleien abzurutschen. Man kennt sich (im weiteren Sinne) aus beruflichen Zusammenkünften, überzeugt sich von der professionellen und umgänglichen Art des Anderen und ist dann in der Lage, den Anderen zu empfehlen oder kleine Dienstwege zu nutzen etc.
Beziehungen dagegen basieren (zumindest in meinem Verständnis) auf persönlich-privater Grundlage, die dann im geschäftlichen Bereich genutzt wird. Du hast mit einem riesigen Bekannten- und Freundeskreis noch nicht automatisch ein Netzwerk, sondern höchsten Beziehungen. Du empfiehlst jemanden, den Du auf privater Ebene kennst, für berufliche Belange. Da fehlt es - imho - an der professionellen Grundlage für die Empfehlung. Ich liebe meine Eltern sehr, ich könnte Dir auch recht gut beschreiben, welche Charaktereigenschaften beide haben. Trotzdem kann ich nicht beurteilen, ob sie ihren Job gut machen, gute Führungskräfte sind, nicht vielleicht trotz Intelligenz und Fleiß im privaten Umfeld im Büro nichts zustandebringen.
Aber selbstverständlich kann ich damit leben, wenn Du das anders siehst.
Gruß
Ramona
Originalfrage=>
Ich würde es mit rein schreiben. Ob du nachher genommen wirst,
wird dein Vater wahrscheinlich nicht beeinflussen können. Ob
du aber überhaupt beachtet wirst, hängt schon mal davon ab. Da
hilft aber meistens nicht das reinschreiben, sondern dein
Vater (oder sein Chef, je nach dem) ruft mal in der
Hauptstelle an und fragt, ob die Praktikanten nehmen, da sein
Sohn das gerne machen würde, erkönnte die Bewerbungsunterlagen
dann weiterleiten. Soweit kann er helfen, das heisst, die
Unterlagen werden angeschaut. Ob du dann weiter kommst, liegt
an deiner Bewerbung.
Kurz gefasst: Die Beziehung nutzen, aber nicht ausnutzen, d.h.
dein Vater sagt wertfrei, dass du das machen willst und nicht,
wie toll du bist und warum du die Stelle bekommen sollst…
So habe ich mal einen Bekannten als HiWi in die Firma
gebracht, in der ich Arbeite. Ich habe nur gesagt, ich hätte
einen. Die haben sich den dann angeschaut und abhängig von
seiner Bewerbung eingestellt. Der Vorteil für Ihn war, dass
seine Bewerbung direkt an die Stelle ging, die jemanden suchte
und nicht in der Personalabteilung, wo hundert Bewerbungen am
Tag eingehen…
Ralph