Beziehungen in Bewerbungsunterlagen angeben?

Hallo zusammen!

Habe zugegeben eine ziemlich dringende Frage.

Möchte mich bei einer Firma um ein dreimonatiges Praktikum im Bereich Personal und Sozialwesen bewerben.

Nun arbeitet mein Vater bei dieser Firma und der hat mal anklingeln lassen, ob das möglich wäre. Er arbeitet jedoch bei einer Zweigstelle, so dass ich mich bei dem Hauptsitz bewerben muss. Soll ich im Bewerbungsschreiben angeben, dass mein Interesse durch die Arbeit meines Vaters in dieser Firma geweckt wurde?? Will nicht arrogant klingen, aber es stimmt ja nun mal.

Was sagt ihr?

Liebe Grüsse*Diana

Hallo Diana,

ich würde mich an Deiner Stelle entscheiden: Beziehungen nutzen oder vermeiden.

Entscheidest Du Dich, Deine Beziehungen zu nutzen, würde ich die Bewerbung schreiben, das Anschreiben korrekt adressieren, dann aber Deinem Vater zur Weiterleitung mitgeben, der dann noch ein paar Zeilen dazu sagt/ schreibt.

Variante B: darauf verzichten und Dich möglichst in einer andere Firma bewerben.

Mir ist Letzteres sympathischer und ich habe es selbst auch immer so gehandhabt. Es hat den Vorteil, dass Du Dir alles, was Du erreichst, selber zuschreiben kannst und die Kollegen Dir unvoreingenommener gegenübertreten (das kann - je nach hierarchischer und zwischenmenschlicher Position Deines Vaters von Vor- oder Nachteil sein).

Natürlich kann es Gründe geben, die dazu führen, dass Du Dich für die „Vitamin-B“-Variante entscheidest, sollte dem so sein, würde ich eben wie oben beschrieben vorgehen und dann auch die Beziehung voll nutzen (es sei denn, Du heißt Müller, Dein Vater arbeitet in der Münchener Niederlassung eines 10.000 Mitarbeiter-Unternehmens und Du bewirbst Dich in Berlin… denn ansonsten kommt es ohnehin raus und man unterstellt Dir so oder so, dass Du Deine Beziehungen genutzt hast).

Gruß

Ramona

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Diana,

ein dreimonatiges Praktikum im
Bereich Personal und Sozialwesen bewerben.

Nun arbeitet mein Vater bei dieser Firma

es stellen sich mir folgende Fragen:
in welcher Position arbeitet Dein Vater?
In welchem Bereich, auch Bereich Personal und Sozialwesen oder woanders.

andererseits liegt bei einer Bewerbung für ein Praktikum die Latte nicht so hoch wie bei einer Bewerbung um eine feste Anstellung.
Wir haben in unserem Betrieb immer wieder Kinder von Mitarbeitern, die ein Praktikum machen möchten. Das wird (üblicherweise) genauso gehandhabt wie externe Bewerbungen, egal ob geschrieben wird, ‚Mein Vater/Mutter arbeitet auch bei Ihnen‘.

Gandalf

Nutzen
Hallo Diana,

in vielen Unternehmen ist es durchaus statthaft, auf Empfehlung eines nahen Anverwandten zu praktizieren. Häufig wird dies sogar recht gerne gesehen, da dann ein Mitarbeiter für Dich mit seinem Ruf „bürgt“, also das Risiko, dass Du ein Rohrkrepierer bist, eher geringer ist. Nebenbei dient es auch durchaus zur Motivation des Angestellten, wenn das Unternehmen ohne großes eigenes Risiko etwas für seine Familie tut.
Bei einem Praktikum geht es schließlich nicht um den Vorstandsposten:wink:
Ich sehe da auch kein Problem, im Anschreiben auf ein Gespräch Deines Vaters mit einem Bewerbungsempfänger hinzuweisen…

Nebenbei: Wer nicht lernt, Beziehungen für sich zu nutzen, wird sich sehr schwer tun… Das heißt nicht, dass Beziehungen eigene Leistung ersetzen. Es heißt nur, Chancen überhaupt zu bekommen, und um nichts anderes geht es bei einem attraktiven Praktikumsplatz…

Grüße
Juergen

Hallo,

bei uns im Betrieb steht auf den Ausschreibungen für Ausbildungsplätze extra drauf, daß Mitarbeiterkinder bevorzugt behandelt werden und es wird um eine deutliche Angabe gebeten. Mitarbeiterkinder werden bei uns prinzipiell zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, was natürlich nicht heißen muß, daß sie dann auch genommen werden, aber natürlich haben sie so bessere Chancen.

Ob das für ein Praktikum eine Rolle spielt weiß ich nicht, aber schaden kann es nicht.

Gruß
Julia

Hi,
das hört sich so negativ an. Heute heisst das nicht mehr Beziehungen oder Vitamin-B sondern Networking und ist positiv besetzt.

Originalfrage=>
Ich würde es mit rein schreiben. Ob du nachher genommen wirst, wird dein Vater wahrscheinlich nicht beeinflussen können. Ob du aber überhaupt beachtet wirst, hängt schon mal davon ab. Da hilft aber meistens nicht das reinschreiben, sondern dein Vater (oder sein Chef, je nach dem) ruft mal in der Hauptstelle an und fragt, ob die Praktikanten nehmen, da sein Sohn das gerne machen würde, erkönnte die Bewerbungsunterlagen dann weiterleiten. Soweit kann er helfen, das heisst, die Unterlagen werden angeschaut. Ob du dann weiter kommst, liegt an deiner Bewerbung.
Kurz gefasst: Die Beziehung nutzen, aber nicht ausnutzen, d.h. dein Vater sagt wertfrei, dass du das machen willst und nicht, wie toll du bist und warum du die Stelle bekommen sollst…

So habe ich mal einen Bekannten als HiWi in die Firma gebracht, in der ich Arbeite. Ich habe nur gesagt, ich hätte einen. Die haben sich den dann angeschaut und abhängig von seiner Bewerbung eingestellt. Der Vorteil für Ihn war, dass seine Bewerbung direkt an die Stelle ging, die jemanden suchte und nicht in der Personalabteilung, wo hundert Bewerbungen am Tag eingehen…

Ralph

Hallo Diana,
mein Sohn wird dieses Jahr ein Praktikum bei uns im Konzern beginnen.
Ich habe vorher unseren Geschäftsführer angesprochen. Nach dessen positiver Reaktion hat mein Sohn eine neutrale Bewerbung geschrieben, die ich dem GF dann persönlich übergeben habe. Das Vorstellungsgespräch war vier Tage später. :wink:
An der Stelle gab es gar keinen Praktikumsplatz, der wurde für meinen Sohn geschaffen. Nicht bei mir im Betrieb, aber bei einer anderen Tochtergesellschaft im Konzern. ‚Zufällig‘ :wink: ist unser Geschäftsführer auch Geschäftsführer dieser Firma und ich arbeite eng mit den Leuten dort zusammen.
Hier im Konzern ist das üblich. Das hat nichts mit mir zu tun, bei jedem anderen der 7000 Kollegen wäre das selbe passiert.
Die erste Frage auf Personalbögen lautet: Welches Familienmitglied arbeitet bei und im Konzern?

Gruß, Rainer

Hi,

Hallo Ralph,

das hört sich so negativ an. Heute heisst das nicht mehr
Beziehungen oder Vitamin-B sondern Networking und ist positiv
besetzt.

Richtig; allerdings sind „Vitamin-B“ und „Networking“ für mich zwei völlig verschiedene Dinge. Ein Network baut man sich selbst auf, es funktioniert auf Basis professioneller Zusammenarbeit, ist also von beider-/ allseitigem Nutzen geprägt. In „Alt-Deutsch“ würde ich Kontakte/ Kontaktpflege sagen, also gegenseitige Unterstützung, das Wissen, wer was macht etc. ohne dabei in Mauscheleien abzurutschen. Man kennt sich (im weiteren Sinne) aus beruflichen Zusammenkünften, überzeugt sich von der professionellen und umgänglichen Art des Anderen und ist dann in der Lage, den Anderen zu empfehlen oder kleine Dienstwege zu nutzen etc.

Beziehungen dagegen basieren (zumindest in meinem Verständnis) auf persönlich-privater Grundlage, die dann im geschäftlichen Bereich genutzt wird. Du hast mit einem riesigen Bekannten- und Freundeskreis noch nicht automatisch ein Netzwerk, sondern höchsten Beziehungen. Du empfiehlst jemanden, den Du auf privater Ebene kennst, für berufliche Belange. Da fehlt es - imho - an der professionellen Grundlage für die Empfehlung. Ich liebe meine Eltern sehr, ich könnte Dir auch recht gut beschreiben, welche Charaktereigenschaften beide haben. Trotzdem kann ich nicht beurteilen, ob sie ihren Job gut machen, gute Führungskräfte sind, nicht vielleicht trotz Intelligenz und Fleiß im privaten Umfeld im Büro nichts zustandebringen.

Aber selbstverständlich kann ich damit leben, wenn Du das anders siehst.

Gruß
Ramona

Originalfrage=>
Ich würde es mit rein schreiben. Ob du nachher genommen wirst,
wird dein Vater wahrscheinlich nicht beeinflussen können. Ob
du aber überhaupt beachtet wirst, hängt schon mal davon ab. Da
hilft aber meistens nicht das reinschreiben, sondern dein
Vater (oder sein Chef, je nach dem) ruft mal in der
Hauptstelle an und fragt, ob die Praktikanten nehmen, da sein
Sohn das gerne machen würde, erkönnte die Bewerbungsunterlagen
dann weiterleiten. Soweit kann er helfen, das heisst, die
Unterlagen werden angeschaut. Ob du dann weiter kommst, liegt
an deiner Bewerbung.
Kurz gefasst: Die Beziehung nutzen, aber nicht ausnutzen, d.h.
dein Vater sagt wertfrei, dass du das machen willst und nicht,
wie toll du bist und warum du die Stelle bekommen sollst…

So habe ich mal einen Bekannten als HiWi in die Firma
gebracht, in der ich Arbeite. Ich habe nur gesagt, ich hätte
einen. Die haben sich den dann angeschaut und abhängig von
seiner Bewerbung eingestellt. Der Vorteil für Ihn war, dass
seine Bewerbung direkt an die Stelle ging, die jemanden suchte
und nicht in der Personalabteilung, wo hundert Bewerbungen am
Tag eingehen…

Ralph

Danke allen für die Antworten!!

Liebe Grüsse*Diana

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]