Hallo,
ich habe selbst keine Behinderun, deswegen entschuldige meine „indiskrete“ Frage: Bekommt man da icht irgendwelche steuerlichen Vorteile im Sinne von Freibeträgen oder mehr Urlaub o. ä.? Soll heißen: Muss es nicht spätestens dann raus? (ich sehe immer nur, dass es solche Felder auf der Abrechnung gibt, da bei uns wie gesagt niemand behindert ist steht da ja aber nichts drin)
Ich bin Schwerbehindert zu 50%, am linken Fuß sind mir alle 5
Zehen amputiert worden, fällt aber nicht auf und als
außenstehender merkt man diesen Mangel nicht.
Mein letzter Arbeitgeber hat mich unter sozialen Bedingungen
gekündigt. Da er von meiner Behinderung nichts wusste habe ich
ihn verklagt und auch vom Arbeitsgericht Recht bekommen.
Ehrlich gesagt finde ich das sehr hinterhältig, wenn er nichts davon wusste.
Doch der Personalentscheider hatte schon nach ein paar Minuten
angerufen und auf dem Anrufbeantworter mir mitgeteilt das ich
den Job habe.
Soll ich meine Behinderung wieder verschweigen und bei der
ärztlichen Untersuchung falle ich auf??? Oder soll ich vor
Vertragunterzeichnung noch ein klärendes Gespräch führen???
Ich würde auf jeden Fall das Gespräch suchen. Ein Arbeitsverhältnis muss in gewisser Hinsicht auch auf Vertrauen basieren und wenn du schon mit einer Lüge einsteigst ist das wohl nicht die beste Basis.
Außerdem hast du die Frage, ob du gesund bist mit Ja beantwortet, was ja definitiv falsch ist (bei 50%iger Behinderung).
In wieweit wirkt sich denn deine Behinderung auf den Job aus? Ich meine, hast du dich als 1000 Meter - Läufer beworben oder geht es doch eher um Intelligenz und Fachwissen? Ich hätte von vornherein klar gestellt, dass ich zwar eine Behinderung auf dem Papier habe, mich diese aber nicht daran hindert, intelligent zu sein und meinen Job gut zu machen. Nun, aber ok, diese Chance ist vorbei.
Ich würde mit dem potetiellen Chef vielleicht eine Abmachung treffen: Er gibt dir die Chance und wenn es nicht funktioniert gehst du eben nach der Probezeit. Ohne wenn und Aber. Entweder er ist überzeugt von deiner Arbeit oder nicht. Ich würde aber auch von vornherein klar stellen, dass ich ihn nicht verklage sollte ich die Probezeit in der Firma nicht überleben. Denn jemanden unter Druck zu setzen ist auch kein guter Start in einem Unternehmen.
Die Gefahr ist dabei sehr hoch den Job zu verlieren. Sicher
kann ich Ihn verklagen, aber welchen Sinn macht das.
Eben, willst du die ganze Welt verklagen? Du hast eine Behinderung, die dich - wie du selbst sagst - nicht beeinträchtigt. Wäre es etwas „Schlimmes“ (nicht, dass deine B. nicht schlimm ist, ich meine etwas „schwer beeinträchtigendes“ wie zB dass dir ein Bein fehlt o.ä.) und du wirst aufgrund dessen entlassen / nicht eingestellt würde ich da einen Sinn sehen, aber mir kommt es eher so vor, dass du die Behinderung vorschiebst.
Du bist nicht geistig minderbemittelt und körperlich wirst du m.E. wenigstens soweit „unauffälig“ sein, dass man an deinem Gang o.ä. deine Behinderung nicht bemerkt. Soll hießen, man behandelt dich grundsätzlich wie einen Nichtbehinderten. Nur habe ich das Gefühl, wenn es eben nicht so läuft wie du willst spielst du deine Behinderung aus. Das finde ich einen ganz schlechten Zug - ehrlich.
Wer kann mir einen Rat geben wie ich mich am Besten in meiner
Situation verhalten soll???
Ich denke mal, ich werde für dieses Posting nun zerrissen und es ist wohl auch keineswegs der Rat, den du gesucht hast, aber mir wäre es sowohl als AG als auch als AN wichtig, von vornherein offen zu sein.
Denn du hast m. E. Angst vor einer Diskriminierung, die nicht stattfindet, zumindest hat sie m. E. beim alten AG nicht stattgefunden (ich kenne natürlich auch nicht alle Fakten).
Liebe Grüße
Timi