Akzeptables Zwischenzeugnis ?

Hallo liebe Leute,

Ich schreibe hier nochmals für einen Freund von mir. Er hat von seiner Arbeitsstelle ein Zwischenzeugnis erhalten, das zwar ganz gut aussieht, aber man weiß ja nie…
Also: Gibt es darin noch versteckte Abwertungen?

Hier ist das Zeugnis:
__________________________________________________________
Zwischenzeugnis

Herr X, geboren am …, ist seit …
in unserer Schule als Nachhilfelehrer tätig. In dieser Zeit hat er Schüler
und Schülerinnen aller Schularten von der 7. bis zur 12. Klasse sehr
erfolgreich in den Fächern A, B und C unterrichtet.

Herr X verfügt über eine sehr hohe Fachkompetenz und vermittelt
den Stoff sehr gut verständlich. Er erkennt sehr schnell, wo die
Verständnisprobleme der Schüler liegen und stellt sich entsprechend darauf
ein. Herr X kommt sehr gut mit den Schülern zurecht, besonders auch
mit solchen, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

In seiner Arbeitsweise ist Herr X sicher und selbstständig. Seine
Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sein
Verhalten gegenüber Schülern, Eltern, Vorgesetzten und Kollegen war stets
einwandfrei. Herr X ist ein engagierter Lehrer, der seine Schüler
gut motiviert und mit ihnen ausgezeichnete Ergebnisse erzielt.

Dieses Zwischenzeugnis wird auf Herrn X eigenen Wunsch erstellt.
Das Arbeitsverhältnis ist ungekündigt. Wir danken Herrn X für
seine Loyalität und seinen großen Einsatz und wünschen ihm weiterhin
alles Gute.
______________________________________________________

Vielen Dank im Voraus

Walkuerax

Hallo

Für ein Zwischenzeugnis sehr gut. Beruhigt abheften.

Gruß,
LeoLo

Zeugnisse zu lesen ist ziemlich kompliziert. Ein Hervorheben von Selbstverständlichekeiten eines Berufsbilden zum Beispiel bedeutet daß krasse Gegenteil und ist ein erhobener Finger von Chef zu Chef. Andere Floskeln sind bekannter: „zu unserer Zufriedenheit / vollen Zufriedenheit / vollsten… / hat sich bemüht / u.s.w.“ Das sind aber fast schon uninteressante Nebensächlichkeiten.

Interessant ist aber folgender ONLINE-Zeugnissgenerator der höchsten Ansprüchen genügt. Ich selbst habe das Zeugnissschreiben zwar richtig gelernt, ihn aber doch immer wieder verwendet weil sein bequemes Drag&Drop hilfreich ist.

Die Seite ist aber auch für jeden Arbeitnehmer interessant und entschlüsselt so maches GUTE ZEUGNISS - oder weißt auch auf daß die meisten Personalchefs und Chefs gar keine Zeugnisse schreiben können, geschweige denn sie lesen ;-D

http://www.hr-manager.de/hr_man/html/zeugnis_gen_exp…

*räusper*
Hi!

Zeugnisse zu lesen ist ziemlich kompliziert. Ein Hervorheben
von Selbstverständlichekeiten eines Berufsbilden zum Beispiel
bedeutet daß krasse Gegenteil und ist ein erhobener Finger von
Chef zu Chef. Andere Floskeln sind bekannter: „zu unserer
Zufriedenheit / vollen Zufriedenheit / vollsten… / hat sich
bemüht / u.s.w.“ Das sind aber fast schon uninteressante
Nebensächlichkeiten.

Das kann sein, es muss aber nicht!
Es ist doch eher so, dass Leute, die einzelne Fragmente (die so genannten Geheimcodes) als einziges Kriterium nehmen, keine Ahnung habe!

Und wenn ich mir die Vergewaltigung der deutschen Sprache bei dem Wort „vollsten“ anschaue, dann verstehe ich, dass sehr viele Personalmenschen sich einfach weigern, dieses „st“ zu schreiben und trotzdem ein sehr gutes Zeugnis erstellen!

Die Seite ist aber auch für jeden Arbeitnehmer interessant und
entschlüsselt so maches GUTE ZEUGNISS - oder weißt auch auf
daß die meisten Personalchefs und Chefs gar keine Zeugnisse
schreiben können, geschweige denn sie lesen ;-D

Oder aber: Es ist ein sehr simples Textbausteinprogramm ohne Seele und nicht in der Lage, ein gutes Zeugnis zu schreiben! Somit fällt es zumindest bei mir durch (auch, wenn es zum „Überblick bilden“ brauchbar sein kann)…

LG
Guido, der das hier gepostete Zeugnis übrigens wirklich gut findet

Das kann sein, es muss aber nicht!
Es ist doch eher so, dass Leute, die einzelne Fragmente (die
so genannten Geheimcodes) als einziges Kriterium nehmen, keine
Ahnung habe!

Wie ich ja schon bemerkte, gell.

Oder aber: Es ist ein sehr simples Textbausteinprogramm ohne
Seele und nicht in der Lage, ein gutes Zeugnis zu schreiben!
Somit fällt es zumindest bei mir durch (auch, wenn es zum
„Überblick bilden“ brauchbar sein kann)…

Oder aber der Schreiber dieses Textes unterliegt - wie so viele - dem Irrglauben daß ARBEITS-Zeugnisse Unikate mit persönlicher Note und direktem Bezug zum Arbeitnehmer sein sollen. Denn genau das sind sie nicht. Sie sind zu verklausulierten Phrasen geworden die, korrekte beschrieben und korrekt gelesen, ein äußerst beredter Code zwischen Personalbeauftragten sind. Das persönliche Zeugniss ist zwar gut gemeint aber absolut fehl am Platze. Hier verhält es sich wie bei Gesetzen: „Gesetzte sind Vernunft, befreit von Leidenschaft“
Ob man das persönlich gut findet ist nicht von Belang und es ist dem EX-Arbeitnehmen wie gesagt auch überhaupt kein Gefallen getan.

Sei mir nicht böse, …
Hi!

…aber dazu fällt mir nur ein Wort ein

Oder aber der Schreiber dieses Textes unterliegt - wie so
viele - dem Irrglauben daß ARBEITS-Zeugnisse Unikate mit
persönlicher Note und direktem Bezug zum Arbeitnehmer sein
sollen. Denn genau das sind sie nicht. Sie sind zu
verklausulierten Phrasen geworden die, korrekte beschrieben
und korrekt gelesen, ein äußerst beredter Code zwischen
Personalbeauftragten sind. Das persönliche Zeugniss ist zwar
gut gemeint aber absolut fehl am Platze. Hier verhält es sich
wie bei Gesetzen: „Gesetzte sind Vernunft, befreit von
Leidenschaft“

Blödsinn!
Es sei denn, der Schreiber des Zeugnisses hat keine Ahnung, wie man es macht!

Ob man das persönlich gut findet ist nicht von Belang und es
ist dem EX-Arbeitnehmen wie gesagt auch überhaupt kein
Gefallen getan.

Ob man das persönlich gut findet… da kann ich Dir zustimmen!

Allerdings kann ich Dir versichern, dass, wenn ich es gut finde, es auch gut ist :wink:

LG
Guido

Vielen Dank! (o.T.)
.

Dir kann man gar nicht böse sein
Lach´ mal

Hi Ich wollte einfach mal meinen Senf dazugeben, da ich hier immer wieder ganz empörte Rufe höre, dass Arbeitszeugnisse nur komplett zu bewerten sind und nicht die einzelnen Bausteine.

Das kann sein, es muss aber nicht!
Es ist doch eher so, dass Leute, die einzelne Fragmente (die
so genannten Geheimcodes) als einziges Kriterium nehmen, keine
Ahnung habe!

Und wenn ich mir die Vergewaltigung der deutschen Sprache bei
dem Wort „vollsten“ anschaue, dann verstehe ich, dass sehr
viele Personalmenschen sich einfach weigern, dieses „st“ zu
schreiben und trotzdem ein sehr gutes Zeugnis erstellen!

Oder aber: Es ist ein sehr simples Textbausteinprogramm ohne
Seele und nicht in der Lage, ein gutes Zeugnis zu schreiben!
Somit fällt es zumindest bei mir durch (auch, wenn es zum
„Überblick bilden“ brauchbar sein kann)…

Meine Sicht der Dinge schaut so aus:
Ein Arbeitszeugnis fängt genau zwei Blicke.

  1. zu unserer (vollsten) Zufriedenheit
  2. Tätigkeitsbeschreibung

Witzig finde ich, dass man hier in manchen Postings diese persönliche Note eines Arbeitszeugnisse zu betont.

Aber fakt ist, dass sich viele Unternehmen einen Dreck drum scheren… und damit gewinnen die Codes an bedeutung.

Zum Beispiel meine jüngste Erfahrung mit einem großen deutschen/ internationalen Telekommunikationsunternehmen :
Da ist das Erstellen von Arbeitszeugnissen von Praktikanten mal eben zentralisiert worden. Die Abteilung erhält einen Fragebogen und macht bei 6 Fragen Kreuze. Der Rest passiert automatisch
Unter anderem auch bemüht, zufrieden, voll zufrieden, vollsten zufriedenheit.

Bang…
da platzt der traum vom Arbeitszeugnis-Gesamtbild

Und wenn es 80 % der Branche macht, dann stehen die letzten mit Liebe Schreiber einfach auf verlorenem Posten.

Denn ich bewerte auch bruchteilhaft…

Grüße

Hi!

Meine Sicht der Dinge schaut so aus:

Wie lange bist Du schon im Personalwesen verschiedener großer und mittelständischer Betriebe tätig?

Ein Arbeitszeugnis fängt genau zwei Blicke.

  1. zu unserer (vollsten) Zufriedenheit

Mir fallen ad hoc drei Personalleiter größerer Unternehmen ein, die sich mit der deutschen Rchtschreibung gut genug auskennen, um genau dieses in unserem Duden nicht existente Wort zu vermeiden!

Glaubst Du, dass die keine sehr guten zeugnisse schreiben (können)?

  1. Tätigkeitsbeschreibung

Die ist in der Tat extrem(st *lol*) wichtig!

Witzig finde ich, dass man hier in manchen Postings diese
persönliche Note eines Arbeitszeugnisse zu betont.

Was ist daran witzig?
Ein fähiger Personaler (und davon gibt es mehr, als Du vielleicht denkst) ist durchaus in der Lage ein sehr gutes Zeugnis mit einer persönlichen Note höher einzuschätzen, als einen Formbrief! Daran erkennt man nämlich, dass der Schreiber sich Gedanken dazu gemacht hat!

Aber fakt ist, dass sich viele Unternehmen einen Dreck drum
scheren… und damit gewinnen die Codes an bedeutung.

Ich will nicht abstreiten, dass es einige Unternehmen git - viele halte ich für eine sehr relative Bewertung.

Zum Beispiel meine jüngste Erfahrung mit einem großen
deutschen/ internationalen Telekommunikationsunternehmen :
Da ist das Erstellen von Arbeitszeugnissen von Praktikanten
mal eben zentralisiert worden. Die Abteilung erhält einen
Fragebogen und macht bei 6 Fragen Kreuze. Der Rest passiert
automatisch
Unter anderem auch bemüht, zufrieden, voll zufrieden, vollsten
zufriedenheit.

Das ist eine Erfahrung - wie gesagt: Ich kenne sehr viele Personalfuzzies, die ein Zeugnis lesen und schreiben können! Und einer, der es nicht kann, den stört auch die persönliche Note nicht!

Bang…
da platzt der traum vom Arbeitszeugnis-Gesamtbild

Deiner vielleicht! Ich persönlich träume nicht, ich stehe mitten in der Realität!

Und wenn es 80 % der Branche macht, dann stehen die letzten
mit Liebe Schreiber einfach auf verlorenem Posten.

Woher nimmst Du denn diese absurde Zahl?

Denn ich bewerte auch bruchteilhaft…

Nochmal: Es kann hilfreich sein, einige von den ach so bösen Codes zu kennen! Allerdings ist es kein großes Problem, auch ein Zeugnis mit der Floskel "zu unserer vollsten (würg) Zufriedenheit in die Nähe einer klassischen 4 zu drücken!

Einfacher wäre es wirklich, diesen Passus „muss wohlwollend formuliert sein)“ aus dem Gesetzbuch zu streichen! Schließlich dürfen Schulen ja auch „vernünftig“ beurteilen…

LG
Guido

Hallo zurück

Schön, dass du antwortest, ich hätte schon fast vermutet, dass mein Post im Nichts verpufft.

Du hast Recht. Ich bin nicht der älteste und noch recht frisch im geschäft. Aber das hat den Vorteil, dass ich noch formbar bin.
Und was das Wichtigste ist: Ich bin überzeugbar.

Meine Aussagen beziehen sich auf meine Erfahrungen, aber auch auf die Erfahrungen von Kollegen, da ich gerne und viele Dinge einfahc erfrage.

Erlebt habe ich auch schon witzige Dinge, wie ein Schreiben, dass dem Arbeitszeugnis beigelgt war, dass sich der Schreibende weigere " zur vollsten Zufriedenheit" zu schreiben und dass, das „zur vollen Zufriedenheit“ wie eine 1 zu bewerten sei.

Und ich habe wohl bemerkt, dass es da zwei Grüppchen von Berwertern gibt und es ist auf jeden Fall interessant mit einem Verfechter der traditionellen Methode zu schreiben.

Wie lange bist Du schon im Personalwesen verschiedener großer
und mittelständischer Betriebe tätig?

1/2 Jahr

Mir fallen ad hoc drei Personalleiter größerer Unternehmen
ein, die sich mit der deutschen Rchtschreibung gut genug
auskennen, um genau dieses in unserem Duden nicht existente
Wort zu vermeiden!

Mir einer

Glaubst Du, dass die keine sehr guten zeugnisse schreiben
(können)?

Bestimmt, aber was ist wenn der Kandidat, den sie ja wärmstens empfehlen, eben bei einem kleinen dummen Personaler landen, der da rüber stoplert?

Hat sich dann die Nichtbefolgung des Gewohnheitsrecht nicht negativ ausgewirkt?

(mal abgesehen, dass niemand aussortiert wird, wenn da „vollen Zufriedenheit“ steht)

  1. Tätigkeitsbeschreibung

Die ist in der Tat extrem(st *lol*) wichtig!

Witzig finde ich, dass man hier in manchen Postings diese
persönliche Note eines Arbeitszeugnisse zu betont.

Was ist daran witzig?
Ein fähiger Personaler (und davon gibt es mehr, als Du
vielleicht denkst) ist durchaus in der Lage ein sehr gutes
Zeugnis mit einer persönlichen Note höher einzuschätzen, als
einen Formbrief! Daran erkennt man nämlich, dass der Schreiber
sich Gedanken dazu gemacht hat!

Aber fakt ist, dass sich viele Unternehmen einen Dreck drum
scheren… und damit gewinnen die Codes an bedeutung.

Ich will nicht abstreiten, dass es einige Unternehmen
git - viele halte ich für eine sehr relative Bewertung.

Zum Beispiel meine jüngste Erfahrung mit einem großen
deutschen/ internationalen Telekommunikationsunternehmen :
Da ist das Erstellen von Arbeitszeugnissen von Praktikanten
mal eben zentralisiert worden. Die Abteilung erhält einen
Fragebogen und macht bei 6 Fragen Kreuze. Der Rest passiert
automatisch
Unter anderem auch bemüht, zufrieden, voll zufrieden, vollsten
zufriedenheit.

Das ist eine Erfahrung - wie gesagt: Ich kenne sehr
viele Personalfuzzies, die ein Zeugnis lesen und schreiben
können! Und einer, der es nicht kann, den stört auch
die persönliche Note nicht!

Bang…
da platzt der traum vom Arbeitszeugnis-Gesamtbild

Deiner vielleicht! Ich persönlich träume nicht, ich stehe
mitten in der Realität!

Und wenn es 80 % der Branche macht, dann stehen die letzten
mit Liebe Schreiber einfach auf verlorenem Posten.

Woher nimmst Du denn diese absurde Zahl?

wenn man ein Zeugnis in der Hand hat, und dann merkt man schon ob es wirr liebevoll zusammengedicht ist, oder eben nach einem Schema abgehakt wurde.

Und da beruht die Zahl einfach auf Empirie…

Nochmal: Es kann hilfreich sein, einige von den ach so
bösen Codes zu kennen! Allerdings ist es kein großes Problem,
auch ein Zeugnis mit der Floskel "zu unserer vollsten (würg)
Zufriedenheit in die Nähe einer klassischen 4 zu drücken!

und was bringt dir das dann, wenn jemand der sich auf Floskeln verlässt ihn dann einstellt?

Warum verwendest du dann nicht die floskeln und gibst ihm ne offizielle „hat sich bemüht“?

Einfacher wäre es wirklich, diesen Passus „muss wohlwollend
formuliert sein)“ aus dem Gesetzbuch zu streichen! Schließlich
dürfen Schulen ja auch „vernünftig“ beurteilen…

Ja, das wäre einfacher…

Also zusammenfassend:
Würde mich freuen, dein Pädoyer für ein persönliches Arbeitszeugnis zu lesen.

Grüße
Patrick