'Unerträgliche' Zustände im Grosskonzern!

Hallo an alle jetzigen und ehemaligen Mitarbeiter von Grosskonzernen!

Wollte heute mal einen thread starten, um ein wenig Müll abzuladen!

Seid Ihr auch sooo genervt von:

der x-ten Umorganisation ?

der latenten Gefahr durch betriebsbedingte Kündigungen ?

den hochgradig frustrierten Kollegen, die nur noch „Dienst schieben nach Minimal-Vorschrift, damit es gerade nicht auffällt“ ?

der Inflation von englischen Slogans und Abkürzungen?

der Unkündbarkeit auch von total unfähigen Führungskräften, die auf sog. „Park-Kostenstellen“ geparkt werden, bis sich eine neue blumig titulierte Managementstelle im Unternehmen findet, vorzugsweise auf einem weit entfernten Auslandsposten (selbstverständlich unter klassischen Entsendungsbedingungen, die es für die „Indianer“ nicht mehr gibt, weil die ja „lokal“ eingestellt werden…)

etc. etc.

Kennt Ihr vielleicht lustige / extreme Anekdoten aus Euren multinationalen Grosskonzernen, die Ihr schon immer mal loswerden wolltet?

Dann mal los!

Gruss vom:
hochgradig genervten PECOS

‚Unerträgliche‘ Zustände - ZUM SCHREIEN KOMISCH !!
Wie Weihnachten 03 im Internet gezeigt hat, heißt Weihnachten nicht mehr
Weihnachten, sondern X-mas, also muß der Weihnachtsmann auch X-man sein!

Da X-mas 2004 quasi schon vor der Tür steht, ist es spätestens ab März
höchste Zeit mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen - Verzeihung: das
diesjährige Weihnachts-Roll-Out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion
just in Time vorzubereiten.

Hinweis: Die Kick-off-Veranstaltung (füher 1. Advent) für das diesjährige
SANCROS (SANta Claus ROad Show) findet bereits am 30. November 2004 statt.
Daher wurde das offizielle Come-Together des Organizing Committees unter
Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) schon am 6. Januar
abgehalten.

Erstmals haben wir ein Projektstatus-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in
Workshops entwickelte „To-Do-Liste“ und einheitliche Job Descriptions
erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine
powervolle Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocation
geschaffen werden, was wiederum den Service Level erhöht und außerdem hilft,
„X-mas“ als Brandname global zu implementieren.

Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head Global Christmas Markets
(Knecht Ruprecht) die Ablauf-Organisation abzustimmen, die
Geschenk-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Centers
sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch
sogenannte Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.

Die Service-Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via
Conference Call virtuell informiert und die Core-Competences vergeben. Ein
Bündel von Incentives und ein separater Team-Building-Event an geeigneter
Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine
einheitliche Corporate Culture samt Identity zu entwickeln.

Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus
Budgetgründen zunächst gecancelt. Statt dessen wurde auf einer zusätzlichen
Client Management Conference beschlossen, in einem Testbezirk als
Pilotprojekt eine Hotline (0,39 Cent/Minute Legion) für kurzfristige
Weihnachtswünsche einzurichten, um den Added Value für die Beschenkten zu
erhöhen.

Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MISt) ist auch
Benchmark-orientiertes Controlling für jedes Private-Schenking-Center
möglich. Nachdem ein neues Literatur-Konzept und das Layout-Format von
externen Consultants definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige
Goldene Buch (Golden Book Release 03.1) erstellt werden. Es erscheint als
Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende
Updating. Hochauflagige Lowcost-Giveaways dienen zudem als Teaser und
flankierende Marketingmaßnahme.

Ferner wurde durch intensives Brain Storming ein Konsens über das Mission
Statement gefunden. Es lautet „Let’s keep the candles burning“ und ersetzt
das bisherige „Frohe Weihnachten“. Santa Claus hatte zwar anfangs Bedenken
angesichts des Corporate-Redesigns, akzeptierte aber letztlich den
progressiven Consulting-Ansatz und würdigte das Know-how seiner
Investor-Relation-Manager.

In diesem Sinne noch erfolgreiche X-mas Preparations für das Jahr 2004!

Hi,

Hallo an alle jetzigen und ehemaligen Mitarbeiter von
Grosskonzernen!

Wieso sind hier nur Grosskonzerne gemeint ? Denkst Du vielleicht, in mittelständischen und kleinen Betrieben gibt´s Derartiges nicht ?

Wollte heute mal einen thread starten, um ein wenig Müll
abzuladen!

Kommt mir persönlich gelegen, mein Arbeitsfrust-Barometer steigt schon seit Jahren kontinuierlich an. Der Siedepunkt steht kurz bevor.

Seid Ihr auch sooo genervt von:

der x-ten Umorganisation ?

Und wie! Zumindest bei uns im Hause werden Böcke zum Gärtner gemacht. Absehbar, dass überwiegend nur Bockmist produziert wird. Menschen, die sich selbst hoffnungslos überschätzen und - viel schlimmer - überschätzt werden, gibt es zu Hauf.

der latenten Gefahr durch betriebsbedingte Kündigungen ?

Nicht ganz sicher, zumindest ist die blumige Andeutung der schwierigen Arbeitsmarktsituation Bestandteil unserer Personalpolitik.

den hochgradig frustrierten Kollegen, die nur noch „Dienst
schieben nach Minimal-Vorschrift, damit es gerade nicht
auffällt“ ?

Bin sogar höchstgradig frustriert, jedoch nicht demotiviert. Dienst bloß noch nach Vorschrift kommt für mich nicht in Frage. Insoweit bin ich vielleicht der Dümmste von allen…

der Inflation von englischen Slogans und Abkürzungen?

Ja, auch mein Brötchengeber schätzt es sehr, seine Argumentationen und Phrasen mit angelsächsischem Beiwerk zu schmücken. Das gibt den Worthülsen ein wenig mehr Global-Player-Status. Cool, oder ?

der Unkündbarkeit auch von total unfähigen Führungskräften,
die auf sog. „Park-Kostenstellen“ geparkt werden, bis sich
eine neue blumig titulierte Managementstelle im Unternehmen
findet, vorzugsweise auf einem weit entfernten Auslandsposten
(selbstverständlich unter klassischen Entsendungsbedingungen,
die es für die „Indianer“ nicht mehr gibt, weil die ja „lokal“
eingestellt werden…)

Kennt Ihr vielleicht lustige / extreme Anekdoten aus Euren
multinationalen Grosskonzernen, die Ihr schon immer mal
loswerden wolltet?

Schreiben darüber könnte ich bis zur Vergasung. Angst habe ich bloß davor, dass ich nach Fertigstellung meinen Stift sinken lassen und meine Kündigung einreichen könnte.

Frohe Weihnachten.

Apropos: Gerade sind bei mir 10 Euro für das Weihnachtsgeschenk meines Chefes eingesammelt worden. Vor drei Wochen ist uns komplett das Weihnachtsgeld um die Hälfte gekürzt worden, kann´s sein, dass DAS nur mir hier wieder komisch vorkommt ?

Pah!

Bj

Bei mir nicht so.
Hi,

„wir“ sind weltweit nur wenige Zigtausend.
Konservatives, amerikanisches Unternehmen.

Seid Ihr auch sooo genervt von:
der x-ten Umorganisation ?

Genervt nicht. Es handelt sich hier um Reaktionen auf sich ändernde Marktlagen, legale und andere Gründe.
Es nicht zu tun wäre garantiert schlechter.

der latenten Gefahr durch betriebsbedingte Kündigungen ?

Das geht bei uns sehr human ab. Nur im äussersten Notfall, und selbst dann scheint sich die Führung fast zu schämen.

den hochgradig frustrierten Kollegen, die nur noch „Dienst
schieben nach Minimal-Vorschrift, damit es gerade nicht
auffällt“ ?

kann ich nicht bestätigen.

der Inflation von englischen Slogans und Abkürzungen?

Volltreffer!

der Unkündbarkeit auch von total unfähigen Führungskräften

Da sehe ich bei uns höchstens Einzelfälle.

Ich stelle fest, dass ich mich eigentlich nicht beklagen kann.

Gruss,

‚Unerträgliche‘ SCHREI-Zustände
hallo pecos,

obwohl ich job-umgebungs-technisch „@mittelstands.gmbh“ nicht so sehr betroffen bin…was du da schreibst trifft den nagel auf den kopf.

was für mich in die gleiche kategorie fällt - leider bin ich zu unkreativ ums so umzusetzen, sind die denk-philosophien der div. beraterberater (birkenbihl, etc. pp.), die dahinter stecken…nicht dass dort ALLES schlecht wäre, dann wärs ja weniger gefährlich…

ob hunger, katastrophen, krieg…wir kennen je keine probleme, nur herausforderungen äh, sorry, challanges!

stefan

p.s. und vielleicht sind diese denk-philosophien teil der ursache…

Hallo

Seid Ihr auch sooo genervt von:
der x-ten Umorganisation ?

schon, ja, nicht wegen wirtschaftlicher Anpassung, sondern weil so banale Dinge wie drucken oder irgendwas bestellen plötzlich anders organisiert wind, weil jemand gedacht hat, probieren wir das mal aus und gucken ob’s effektiver ist. Und dann läuft man wegen irgendeinem Sch… erstmal ne halbe Stunde rum.

der latenten Gefahr durch betriebsbedingte Kündigungen ?

Jein, hab sowieso einen befristeten Vertrag.

den hochgradig frustrierten Kollegen, die nur noch „Dienst
schieben nach Minimal-Vorschrift, damit es gerade nicht
auffällt“ ?

Jepp.

der Inflation von englischen Slogans und Abkürzungen?

Nein, ich gehöre zu denen, die zu der Inflation beitragen. Ich bin in einem multinationalen Konzern, d.h., was man schriftlich festhält, macht man ohnehin auf englisch, weil man nie weiß, wer es mal lesen soll. Mündlich läuft schätzungsweise auch mehr als 50% auf englisch. Außerdem wechselt man ständig die Sprachen, auch mitten im Satz, wenn jemand zu einem Gespräch dazukommt. Nein, dann übersetzt man nicht plötzlich irgendeine Abkürzung oder ein wichtiges Schlagwort, was man den Rest des Tages auf englisch benutzt.
Oder sagen wir mal, ich gehöre noch zu denen, die die Sprache je nach Gesprächspartner wechseln, und mir ist meistens bewusst, welche Sprache ich gerade spreche. Ich kenne aber durchaus einige, bei denen es nicht so zu sein scheint.

der Unkündbarkeit auch von total unfähigen Führungskräften,
die auf sog. „Park-Kostenstellen“ geparkt werden, bis sich
eine neue blumig titulierte Managementstelle im Unternehmen
findet, vorzugsweise auf einem weit entfernten Auslandsposten
(selbstverständlich unter klassischen Entsendungsbedingungen,
die es für die „Indianer“ nicht mehr gibt, weil die ja „lokal“
eingestellt werden…)

Kann ich nicht beurteilen.

Gruß,
foo