Hallo
Ja, ich weiß, vermutlich werde ich jetzt als Zeugnis-schlecht-reder abgestempelt…
Das Zeugnis ist höchstens durchschnittlich.
Weiterhin führte Frau Meier selbständig und
eigenverantwortlich Probennahmen von Baustoffen und Erdreich ?.
Fehlt da nicht ein „durch“?
Durch ihre Auffassungsgabe, Einsatzbereitschaft und
Eigeninitiatve arbeitete sie schnell in neue
Aufgabenstellungen ein und konnte so auch für fachtechnische
Aufgaben im Zusammenhang mit den vg
Ist im Zeugnis auch nur die Abkürzung „vg“? Dann abändern. Bis hier hin ist das Zeugnis aber noch erträglich. Bis hier hin… Jetzt kommt’s aber dicke!
Frau Meier bewältigte die entscheidenden Aufgaben
Man höre und staune! Den Satz muß man sich auf der Zunge zergehen lassen! Die „entscheidenden“ Aufgaben. Nein, nicht etwa alle, sondern nur die wichtigsten… Oh, Frau Meier, das ist aber nett, daß Sie heute wenigstens die entscheidenden Aufgaben erledigt haben…
Aber es wird noch besser:
zuverlässig
und ist starkem Arbeitsanfall gewachsen. sie erfüllte die ihr
übertragenen Aufgabenbereiche mit Fleiß und Interesse
stets zu unserer Zufriedenheit.
Vermutlich mit dem „entscheidenden“ der Kernsatz des Zeugnisses. Einigen wir uns gerade mal wohlwollend(!) auf eine durchschnittliche Bewertung. „Fleiß und Interesse“ sind Messerstiche direkt in den Rücken der AN… Darüber täuscht auch das „zu unserer Zufriedenheit“ (auch so schon „nur“ eine befriedigende Bewertung) nicht mehr hinweg.
So und jetzt drehen wir das Messer im Rücken noch ein wenig, damit sich die Wunde nicht schließt:
Daß persönliche Verhalten gegenüber Vorgesetzten und
Geschäftsspartnern war höflich und
korrekt.
Hatte sie keine Kollegen oder haben die sie gemieden…? Ungeachtet dessen ist „höflich und korrekt“ zwar nicht negativ, aber kühl und distanziert. Kobininiert mit dem „Fehlen“ der Kollegen liest sich das eher wie eine Außenseiterin und/oder Eigenbrödlerin. Zudem fragt sich der geneigte Zeugnisleser, was das Wort „persönlich“ da suchen hat. Warum wird hier ausdrücklich auf die persönliche Schiene verwiesen. Genau da fällt dem Leser wieder ein, daß Frau Meier ja nur die wichtigsten Aufgaben erledigt und da wundert man sich auch nicht mehr, daß das explizit so ausgedrückt wird.
Frau Meier wird nach Ablauf des befristeten Vertrages am 30.
April 2005 aus unserem Un-lerriehmen
Hier fehlt vermutlich was? Warum scheidet sie aus und wird nicht weiterbefristet oder unbefristet beschäftigt? Projekt beendet? Kein Geld mehr da? Ect?
Wir danken Frau Meier für ihre Arbeit und wünschen ihr für die
Zukunft viel Erfolg und alles Gute.
… und viel Glück, denn Sie wird es brauchen.
Ein „gute“ Formulierung wäre beispielsweise so:
Wir wünschen Frau Meier auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin Erfolg.
Siehst Du den Unterschied?
Also für eine 2jährige Beschäftigung ist das Zeugnis wie gesagt höchstens befriedigend. Und das sage ich nur, damit nicht alle wieder über mich herfallen
Niemand wird sich wundern, daß die Befristung auslief, ohne verlängert zu werden. Man zählt einfach mal, wie oft beispielsweise das Wort „erfolgreich“ im Zeugnis erscheint. *zähl*, *zähl*,*zähl*, *zähl*
Also ich komme auf genau 0 Mal!
=> Ablage rund. Absage schreiben lassen und nächste Bewerbung ansehen…
Gruß,
LeoLo