Praktikumszeugnis selbst schreiben

Hallo www’ler,

ich habe netterweise die Möglichkeit, den Inhalt meines Praktikumszeugnisses vorzuschlagen, und würde gerne Eure Meinung zu meinem Entwurf hören, der eine abgeänderte und etwas erweiterte Version einer Vorlage der Firma ist, die diese für Praktikanten verwenden.

Ich habe natürlich schon „Zeugniscode“-Seiten studiert und auch hier die Meinungen zu verschiedenen Zeugnissen gelesen, jedoch bin ich mir unsicher, ob ich voll ins Schwarze treffe. Vor allem einige Forumulierungen, was das Verhältnis zu Kollegen angeht, finde ich üerdenkenswert.

Was mir bei meinem Zeugnis wichtig ist, ist dabei, dass es natürlich gut bis sehr gut sein soll :wink: Außerdem soll es darstellen, daß ich nicht nur typische Praktikantentätigkeiten gemacht habe, sondern auch eigenverantwortlich gearbeitet und selbständig gedacht habe. Dazu kommt, dass ich aus dem Bereich Multimedia komme und gerne neben den PR-Tätigkeiten einen besonderen Schwerpunkt auf z.B. Grafik, Konzeption usw. legen würde (ohne dabei natürlich zu lügen oder Tätigkeiten zu erfinden). Dafür würde ich gerne Dinge wie „Aussendungen und KOnfektionieren“ weglassen (zu Deutsch: Presseinfos falten, eintüten und Briefmarke draufkleben, obwohl ichs natürlich gemacht habe.)

Ach ja, falls das noch wichtig ist, ich bin Absolventin mit Master und wollte dort eigentlich ein Volontariat anfangen. Habe dann aber festgestellt, dass ich doch lieber bei Multimedia bleibe, und außerdem waren mir die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten in der Firma zu eingeschränkt. Am liebsten würde ich in den Bereich MM Konzeption/Projektmanagement, aber auch selber noch in der Produktion arbeiten.

Hier der Text:


Praktikumszeugnis
Frau xx, geboren am xx in xx, absolvierte vom 01.11.2004 bis zum 31.01.2005
ein Praktikum in der PR-Beratung bei xx. Frau xx unterstützte während dieser Zeit eins unserer Teams im Bereich xx. Sie konnte dabei in folgende Arbeitsbereiche Einblick gewinnen und nahm an den entsprechenden Arbeiten aktiv teil:
 Ideenfindung / Brainstormings
 Abläufe in Produktion, Grafik und Redaktion
 Medienkontakte (Fach- und Endverbrauchermedien)
 Ideenfindung, Gestaltung und Layout von Pressegrafiken
 Recherchen im Internet und in Printmedien sowie Telefon-Recherchen für
Pressetexte und Events sowie Bildrecherchen
 Texterstellung für Presseinformationen
 Recherchen und Ideenfindung für die Neukundenakquise
 Aufbau und Pflege von themen- und fachspezifischen Adressverteilern
 Konfektionierung und Aussendungen
Dabei arbeitete Frau xx für verschiedene Kunden, u.a. xx, xx, xx.
Besonders hervorzuheben ist, dass Frau xx maßgeblich an der Entwicklung und grafischen Gestaltung eines Hochschulpakets für xx beteiligt war.

Frau xx hat sich in der Praktikumszeit mit Umsicht und Eigeninitiative sehr rasch in alle
ihr übertragenen Aufgaben eingearbeitet und diese stets sorgfältig, planvoll und effizient und zu unserer uneinge-schränkten Zufriedenheit und ganz im Sinne der Agentur gelöst. Frau xx arbeitete auch unter Zeit- und Aufga-bendruck stets sehr zuverlässig und mit besonderem Engagement. Wir waren mit ihren Leistungen stets außerordent-lich zufrieden.
Besonders hervorheben möchten wir ihre Fähigkeit, sich auch in anspruchsvolle neue Themen schnell und intensiv einzuarbeiten und trotz der Vielzahl parallel laufender Aufgaben stets den Überblick zu behalten.
Wir haben Frau xx als eine verantwortungsbewusste und äußerst zuverlässige Mitarbeiterin kennen gelernt. Durch ihr kollegiales Auftreten und ihre offene, umgängliche und immer hilfsbereite Art genoss sie bei allen Kollegen eine hohe Akzeptanz. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets und in jeder Hinsicht einwand-frei.
Frau xx verlässt unsere Agentur auf eigenen Wunsch. Wir danken ihr für die geleistete Arbeit und die angeneh-me Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg beruflich und privat alles Gute und weiterhin viel Erfolg.


Danke für Eure Meinung! Yvi

Hallo.

Als Nicht-Grafiker (oder wie heisst die Tätigkeit ?) kann ich vielleicht durch Querdenken einige Impulse liefern :wink: Wenn da mal kein Aschenbrödel zum Prinzen umfrisert wird (werden soll) :smiley:

Praktikumszeugnis
Frau xx, geboren am xx in xx, absolvierte vom :01.11.2004 bis
zum 31.01.2005

Hm, so ein kurzer Zeitraum und dann so eine ausführliche und gute Bewertung ? Und soviele Arbeiten ?

ein Praktikum in der PR-Beratung bei xx. Frau xx :unterstützte
während dieser Zeit eins unserer Teams im Bereich xx. :Sie
konnte dabei in folgende Arbeitsbereiche Einblick :gewinnen und
nahm an den entsprechenden Arbeiten aktiv teil:
 Ideenfindung / Brainstormings
 Abläufe in Produktion, Grafik und Redaktion
 Medienkontakte (Fach- und Endverbrauchermedien)
 Ideenfindung, Gestaltung und Layout von
Pressegrafiken
 Recherchen im Internet und in Printmedien sowie
Telefon-Recherchen für
Pressetexte und Events sowie Bildrecherchen
 Texterstellung für Presseinformationen
 Recherchen und Ideenfindung für die :Neukundenakquise
 Aufbau und Pflege von themen- und :fachspezifischen
Adressverteilern
 Konfektionierung und Aussendungen
Dabei arbeitete Frau xx für verschiedene Kunden, u.a. :xx, xx,
xx.
Besonders hervorzuheben ist, dass Frau xx maßgeblich an :der
Entwicklung und grafischen Gestaltung eines Hochschulpakets
für xx beteiligt war.

VORSICHT: was ist für einen bestimmten Beruf als selbstverständliche Tätigkeit/Eigenschaft einzuordnen und was als aussergewöhnlich ? Letzteres verdient eher Erwähnung als Standardtätigkeiten…

Frau xx hat sich in der Praktikumszeit mit Umsicht und
Eigeninitiative sehr rasch in alle
ihr übertragenen Aufgaben eingearbeitet und diese stets
sorgfältig, planvoll und effizient und zu unserer
uneingeschränkten Zufriedenheit und ganz im Sinne der :Agentur
gelöst. Frau xx arbeitete auch unter Zeit- und :Aufgabendruck
stets sehr zuverlässig und mit besonderem Engagement. :Wir
waren mit ihren Leistungen stets außerordentlich :zufrieden.
Besonders hervorheben möchten wir ihre Fähigkeit, sich :auch in
anspruchsvolle neue Themen schnell und intensiv :einzuarbeiten
und trotz der Vielzahl parallel laufender Aufgaben :stets den
Überblick zu behalten.
Wir haben Frau xx als eine verantwortungsbewusste und :äußerst
zuverlässige Mitarbeiterin kennen gelernt. Durch ihr
kollegiales Auftreten und ihre offene, umgängliche und :immer
hilfsbereite Art genoss sie bei allen Kollegen eine :hohe
Akzeptanz. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und

…und die Kunden ?

Mitarbeitern war stets und in jeder Hinsicht :einwandfrei.

Auch hier Vorsicht: das kann, muss aber nicht, als Beschreibung für jemanden herhalten, der mehr an persönlichen Vergnügungen interessiert ist als an konkreter Arbeit. Und rein intuitiv vermisse ich die Nennung konkreter Arbeitserfolge…?!

Frau xx verlässt unsere Agentur auf eigenen Wunsch. Wir :danken
ihr für die geleistete Arbeit und die angenehme
Zusammenarbeit und wünschen ihr für ihren weiteren :Lebensweg
beruflich und privat alles Gute und weiterhin viel :Erfolg.

Die Schlussformel klingt schon mal positiv :smile: Das Zeugnis natürlich auch. Wenn man es schnell durchliest und von nix Ahnung hat… Vielleicht sollte man noch ein bisschen dran feilen und Sätze wie „…gewann unsere Agentur durch ihre Tätigkeit x neue Kunden/Aufträge…persönliche Weiterentwicklung…Qualifikation aus Studium erfolgbringend eingebracht…“ versuchen einzubauen. Aber auch hier wieder Vorsicht !

Soviel zu meiner bescheidenen Meinung
mfg M.L.

ich habe netterweise die Möglichkeit, den Inhalt meines
Praktikumszeugnisses vorzuschlagen, und würde gerne Eure
Meinung zu meinem Entwurf hören, der eine abgeänderte und
etwas erweiterte Version einer Vorlage der Firma ist, die
diese für Praktikanten verwenden.

Genau, warum auch nicht, schreiben wir doch alle unsere Zeugnisse selber und loben uns das wir die neuen Stars am Himmel sind.
Sorry, aber welche auch nur halbwegs seriöse Firma läßt dir dein Zeugnis selber schreiben?
Ich find das eine Sauerei, und dieser Betrug kann dir auch zum Bumerang werden, wenn dein zukünftiger Arbeitgeber rausfindet das du überhaupt nichts kannst!
Ich an deiner Stelle würde bei der Wahrheit bleibt, die währt nämlich am längsten von allen!!

Hallo,
hui, das muß ich jetzt aber mal relativieren :wink:

Also, natürlich wird mein Chef prüfen, ob Unwahrheiten in meinem Zeugnis drinstehen - er muß das schließlich unterschreiben! Außerdem könnte es genauso den umgekehrten Fall geben - iIch muss das Zeugnis meines Chefs nicht akzeptieren, wenn ich meine, dass es nicht der Wahrheit entspricht, und kann Änderungen fordern. Wo ist der Unterschied? Also doch lieber gleich so. Schlußendlich handelt es sich um ein Praktikumszeugnis!

Genau, warum auch nicht, schreiben wir doch alle unsere
Zeugnisse selber und loben uns das wir die neuen Stars am
Himmel sind.

Ich finde, dass ich gute Arbeit geleistet habe, und deswegen möchte ich auch ein gutes Zeugnis. Ich habe absolut keinen Grund zur Annahme und auch nie einen Hinweis von meinen Vorgesetzten/Mitarbeitern bekommen, dass sie mit meiner Arbeit nicht (sehr) zufrieden waren.

Sorry, aber welche auch nur halbwegs seriöse Firma läßt dir
dein Zeugnis selber schreiben?

Ich finde es nicht per se unseriös, siehe oben. Aber ich denke, das kommt immer auf den Einzelfall an, da gebe ich Dir durchaus Recht, dass sowas oft mißbraucht wird. Allerdings weiß ich z.B. besser, welche Arbeiten ich wirklich gemacht habe, als mein Chef.

Ich find das eine Sauerei, und dieser Betrug kann dir auch zum
Bumerang werden, wenn dein zukünftiger Arbeitgeber rausfindet
das du überhaupt nichts kannst!

Also, nichts für ungut, aber ich glaube, das hast Du ein bißchen falsch verstanden. Ich will nicht behaupten, dass ich irgendwas kann, was ich nicht kann. Wenn Du Dir die Tätigkeitbeschreibung mal im Detail ansiehst und zwischen den Zeilen liest, dann wirst Du sehen, dass „Internetrecherche“, „Texterstellung für Presseinfomation“ etc. keine Arbeiten sind, die (ums mal krass auszudrücken) einen Akademiker überfordern, sondern die eher ein bißchen Übung verlangen (die man in 3 Monaten auch dicke bekommt). Zumindest ein Mensch aus der Branche wird bei der Tätigkeitbeschreibung wissen, dass ich, wenn ich diese Aufgaben in 3 Monaten nicht irgendwie hinbekommen hätte, wohl auch mein Studium nicht geschafft hätte. Dein Urteil scheint mir also ein bißchen zu hart. (Das soll jetzt hier auf keinen Fall hochnäsig und eingebildet daherkommen, ich möchte einfach nur aufzeigen, dass ich mich hier nicht mit Lorbeeren en masse behänge, die mir nicht zustehen).

Also, wie gesagt, ich habe immerhin ein abgeschlossenes Studium, und da finde ich, kann man den Schwerpunkt dann schon so setzen, dass das Zeugnis nicht gerade so klingt wie bei einem Schülerpraktikum! Das war zwar mein erster Ausflug in die PR-Branche und auch ich mußte bei vielen Dingen dazulernen. Allerdings ergeben sich in der PR natürlich auch viele Schnittstellen zu Multimedia, und da möchte ich ohne falschen Stolz behaupten, dass ich da mehr Ahnung habe als mein Chef. Ums also zusammenzufassen: Das Praktikum hat mich nicht an die Grenzen meiner Kompetenzen gebracht, was aber nicht daran liegt, dass ich „nichts kann“, sondern dass das Praktikum mich einfach von vorne bis hinten unterfordert hat.

Ich an deiner Stelle würde bei der Wahrheit bleibt, die währt
nämlich am längsten von allen!!

Ich finde, das ist die Wahrheit. Aber das ist sicherlich Ansichtssache.

Gruß Yvi

Hallo,

Als Nicht-Grafiker (oder wie heisst die Tätigkeit ?) kann ich
vielleicht durch Querdenken einige Impulse liefern :wink: Wenn da
mal kein Aschenbrödel zum Prinzen umfrisert wird (werden soll)

D

*lol* Naja, wie gesagt, ich habe die Vorlage meines Chefs verwendet, die für eine ehemalige Praktikantin verwendet wurde. Wie die drauf war, keine Ahnung!

Hm, so ein kurzer Zeitraum und dann so eine ausführliche und
gute Bewertung ? Und soviele Arbeiten ?

Da mußt Du mal im Detail lesen. 3 Monate sind nicht sooo kurz. Genug Zeit für Internetrecherche, Telefonate, Clippings, Verteiler etc. Das ist wirklich so, und ich habe alles wirklich gemacht. War eben auch viel typische „Praktikantenarbeit“ dabei.

VORSICHT: was ist für einen bestimmten Beruf als
selbstverständliche Tätigkeit/Eigenschaft einzuordnen und was
als aussergewöhnlich ? Letzteres verdient eher Erwähnung als
Standardtätigkeiten…

Wobei man bei einem Praktikanten ja eher Standardtätigkeiten erwartet, oder? Das sind alle die, die in der Liste aufhezählt sind. Als Besonderheit würde ich sehen, dass ich dieses Paket fast alleine recherchiert, getextet und gelayoutet habe. Deswegen die besondere Erwähnung.

Da finde ich auch folgende Passage recht eindeutig:

Besonders hervorheben möchten wir ihre Fähigkeit, sich :auch in
anspruchsvolle neue Themen schnell und intensiv :einzuarbeiten
und trotz der Vielzahl parallel laufender Aufgaben :stets den
Überblick zu behalten.

Das heißt doch: „Sie mußte immer den Kleinscheiß machen, hats aber trotzdem hinbekommen.“ - oder?

Durch ihr
kollegiales Auftreten und ihre offene, umgängliche und :immer
hilfsbereite Art genoss sie bei allen Kollegen eine :hohe
Akzeptanz. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und

…und die Kunden ?

Als Praktikant hat man in der Firma keinen Kundenkontakt. Finde ich auch nicht toll, war aber einfach so, und da bin ich auch gegen Windmühlen gerannt. Ich bin einfach nur hin und wieder ans Telefon gegangen, wenn meine Kollegin rauchen war. Ist das Kundenkontakt? :wink:

Mitarbeitern war stets und in jeder Hinsicht :einwandfrei.

Auch hier Vorsicht: das kann, muss aber nicht, als
Beschreibung für jemanden herhalten, der mehr an persönlichen
Vergnügungen interessiert ist als an konkreter Arbeit.

Ich glaube so gelesen zu haben, dass das die optimale Formulierung ist.

Und

rein intuitiv vermisse ich die Nennung konkreter
Arbeitserfolge…?!

Ja, das hab ich mir auch schon überlegt.

Die Schlussformel klingt schon mal positiv :smile: Das Zeugnis
natürlich auch. Wenn man es schnell durchliest und von nix
Ahnung hat… Vielleicht sollte man noch ein bisschen dran
feilen und Sätze wie „…gewann unsere Agentur durch ihre
Tätigkeit x neue Kunden/Aufträge…persönliche
Weiterentwicklung…Qualifikation aus Studium erfolgbringend
eingebracht…“ versuchen einzubauen. Aber auch hier wieder
Vorsicht !

Ja, Quali wäre zu überlegen. Aber wie gesagt, für einen Praktikanten wäre die Neukundenaquise wohl zu dick aufgetragen…

Soviel zu meiner bescheidenen Meinung

Danke dafür!
Yvi

Noch ein paar der hier vorgebrachten Einwände berücksichtigen, ein
paar Sachen weglassen und ein wenig kürzen - aber das schaffst Du ja
allein.

Viel Erfolg
und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel…