Hi Leute,
in Anlehnung an das, was ich hier ein paar Beiträge weiter unten gelesen habe, brennt in mir eine Frage.
Arbeitssuchende sollten sich laut dem Beitrag unten nicht abschrecken lassen, wenn der Wortlaut einer Anzeige nicht exakt passt z.B. weibliche Bewerber gesucht statt beide Geschlechter etc. und es einfach trotzdem versuchen.
Wie sieht das in der Pädagogik aus? Ich bin bisher davor zurückgescheut, mich bei christlichen Trägern zu bewerben, selbst wenn ich bis auf die Konfession komplett allen beschriebenen Kriterien entsprach. ich kann nun mal leider nicht damit dienen, katholisch zu sein. Wenn aber der Wortlaut nicht auf Toleranz der Religion abzielt, sondern explizit nur Katholiken erwünscht sind, sollte man dann dennoch schreiben - insbesondere wenn man Moslem ist? Hat das nicht etwas mit Respekt zu tun, wenn ich mich dann nicht bewerbe?
Danke im Voraus für Eure Antworten!
Eure Anna-Ranja
Hallo Anna-Ranja!
Wenn Du das Gefühl hast, dies sei der richtige Arbeitsplatz für Dich, bewirb Dich! Du wirst so viel Überzeugungskraft mitbringen, dass Du gute Chancen hast, trotzdem genommen zu werden!
Eine Freundin von mir ist Gymnasiallehrerin und nicht katholisch. Dennoch hat sie sich in einem katholischen Ordens(!!!)-Gymnasium um eine Stelle beworben. Dies mit Erfolg, denn dort unterrichtet sie nun schon seit zwei Jahrzehnten!
Hat das nicht etwas mit
Respekt zu tun, wenn ich mich dann nicht bewerbe?
Nein, das denke ich nicht. Der Chef zeichnet natürlich zunächst sein Idealbild. Nun kann es durchaus sein, dass keiner der potentiellen Bewerber diesen Anforderungen entspricht. Im schlimmsten Fall bliebe diese Stelle unbesetzt.
Wenn sich aber jetzt alle jene bewerben, denen ein Kriterium fehlt, kann der Chef sich aussuchen, wo er Abstriche machen will. Vielleicht wiegt es gar nicht so schwer, dass Du nicht katholisch bist? Wenn Du es nicht versuchst, wirst Du es nicht herausfinden!
Wenn aber … explizit nur Katholiken erwünscht sind,
sollte man dann dennoch schreiben -
insbesondere wenn man Moslem ist?
Das ist natürlich eine schwierige Frage. Gerade in der Pädagogik wirst Du natürlich auch Werte vermitteln, da mag es sein, dass der Arbeitgeber besorgt ist, mit welchem Gedankengut seine Schützlinge vertraut gemacht werden. Da müsste der Stellenbewerber seine Ansichten, seine Weltanschauung natürlich detailliert darlegen, um eine Entscheidung zu seinen Gunsten überhaupt zu ermöglichen.
Also: Nur Mut! Und alles Gute bei der Arbeitssuche! 
Hanna
Hallo Anna-Ranja,
Wie sieht das in der Pädagogik aus? Ich bin bisher davor
zurückgescheut, mich bei christlichen Trägern zu bewerben,
selbst wenn ich bis auf die Konfession komplett allen
beschriebenen Kriterien entsprach. ich kann nun mal leider
nicht damit dienen, katholisch zu sein. Wenn aber der Wortlaut
nicht auf Toleranz der Religion abzielt, sondern explizit nur
Katholiken erwünscht sind, sollte man dann dennoch schreiben -
insbesondere wenn man Moslem ist? Hat das nicht etwas mit
Respekt zu tun, wenn ich mich dann nicht bewerbe?
Wie Hanna schon schrieb, bewerbe Dich trotzdem, weil
1.) Die Stellenanzeige durch die Hierarchie abgesegnet wurde, da hat der Schulleiter auf manche Formalie null Einflus.
2.) Es gibt solche (wie Hanna beschrieb) und solche (linientreue) Schulleiter. Welcher deiner Schule vorsteht, wirst Du erst im Bewerbungsgespräch feststellen.
3.) Wenn Du die Menschen im Bewerbungsgespräch überzeugst, finden sich häufig Mittel und Wegew, Formalien aufzuweichen. Dies it bei Katholen nicht anders als damals in der DDR.
4.) Versuch macht kluch. Und gerade in der jetzigen Situation kann man mit interkultureller Kommunikation, gelebter Toleranz an manchen Stellen Pluspunkte sammeln.
5.9In Diaspora-Gegenden (z.B. Sachsen9 könnte auch ein Mangel an rechtgläubigen vorliegen.
Viel Erfolg wünscht
maxet.
@maxet + @Hanna
Hallo maxet und Hanna,
danke für eure Ermutigungen. Wenn ich die nächste passende Stelle sehe, werde ich den Mut aufbringen, mich doch zu bewerben.
Danke! 
Eure Anna-Ranja