Arbeiten trotz Epilepsie

Ein guter Freund von mir ist gelernter KFZ-Mechaniker und hat vor einem Jahr ausgelernt.
Im letzten Jahr hat er seine ersten drei und bisher letzten drei epileptischen Anfälle bekommen, mit Bewußtlosigkeit, Verkrampfung etc.

Auf dem Arbeitsamt sagte man ihm, er hätte wohl keine Chancen, im KFZ Bereich zu arbeiten - wäre zu gefährlich.

Er bekommt ne Menge Arbeitslosengeld und schämt sich schon fast dafür. 1 Euro Jobs bietet man ihm auch nicht…

Was kann ein 24-jähriger Mann tun??
Wäre im Grunde genommen nicht JEDER Job zu gefährlich bei Epilepsie?
Wie machen das denn andere Epileptiker?
In welchem Bereich hätte er Chancen?

Er ist sehr Fitness-orientiert, kann aber weder die Sportscheine bezahlten, noch sonstige Fortbildungen, die das Arbeitsamt ihm nicht bezahlen will…

Ich würde ihm so gerne helfen wollen… kenne die Arbeitlosigkeit leider nur zu gut. (Ist zum Glück Vergangenheit)

Kaddi

er kann sich einen Behindertenausweis ausstellen lassen und dann über den Integrationsfachdienst sich um eine geeignete Arbeitsstelle bewerben oder bei der Bewerbung unterstützen lassen.

gruss

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Hi,

der Tipp mit den Schwerbindertenausweis von Local ist nicht schlecht. Aber einen Job im KFZ Bereich wird er deswegen nicht erhalten, jedoch könnte er sich dadurch eine Umschulung von Arbeitsamt bezahlen lassen.

Grundsätzlich erfolgen ärztl. Untersuchungen und dessen Erbnisse sind für die Umschulung in einen anderen Beruf ausschlaggebend.

Mein Tipp ist, dass er sich erst vom Integrationsamt der Stadt beraten lassen soll und dann entscheiden ob er einen Antrag auf Schwerbehinderung stellt, denn viele Firmen stellen ungern einen mit B-Schein ein. Da helfen auch keine Arbeitgeberzuschüsse für eine Einstellung.

Gruß Sadi

Aber einen Job im KFZ Bereich wird er deswegen nicht
erhalten, jedoch könnte er sich dadurch eine Umschulung von
Arbeitsamt bezahlen lassen.

Falls er medikamentös so eingestellt werden kann/worden ist, kann er sicherlich auch wieder in seinem Beruf arbeiten. Aber zu prüfen, an welcher Stelle, und mit welcher Verwendung er eingesetzt wird, das können die Fachkräfte vom Integrationsfachdienst.

Grundsätzlich erfolgen ärztl. Untersuchungen und dessen
Erbnisse sind für die Umschulung in einen anderen Beruf
ausschlaggebend.

Ärztliche Untersuchungen können in so einem Fall durch Testate der behandelnden Ärzte ersetzt werden. Ob eine Umschulung notwendig ist, prüft ebenfalls der Integrationsfachdienst.

Warum soll er selbst alle diese Gänge machen und sich um alles kümmern und alle Info-Stellen abkpfen, wenn der Fachdienst das alles für ihn tut?

Mein Tipp ist, dass er sich erst vom Integrationsamt der Stadt
beraten lassen soll und dann entscheiden ob er einen Antrag
auf Schwerbehinderung stellt,

Das Integrationsamt kann und darf nicht entscheiden und hat meines Erachtens anch auch nicht die Kompetenz, ob er einen Antrag stellt oder stellen soll, das kann nur der behandelnde Arzt oder die ReHa-Einrichtung beurteilen und testieren.

denn viele Firmen stellen ungern
einen mit B-Schein ein. Da helfen auch keine
Arbeitgeberzuschüsse für eine Einstellung.

das ist quatsch. Stamtischparole hoch drei.

Die Integrationsfachdienste kennen alle Firmen und auch die speziell für Behinderte/Gleichgestellte ausgeschriebenen Stellen. Wenn man dann zu einer Vorstellung kommt, geht es eigentlich nur noch ums persönliche Kennenlernen, und der Betroffene kann sich sämtliche Frustrationen und sämtliches Spiessrutenlaufen ersparen.

gruss
local

Hallo!

Ich habe auch einen Sohn, der Epileptiker ist, zur Zeit ist
er allerdings noch Schüler aber auch bei uns steht das Thema „Berufsfindung“ an.

Zunächst ist wichtig: Was sagt der Arzt und wann treten die Anfälle
wie auf. Hier gibt es nämlich sehr häufig eine Struktur, z. B.
Anfälle passieren immer morgens oder immer abends.

Sehr oft treten Anfälle ja nicht bei körperlicher Betätigung,
sondern in Ruhephasen auf. Also sollte man da nicht zu schwarz
sehen. Es geht normalerweise mehr als man denkt und wenn man nach
einiger Zeit gut mit Medikamenten eingestellt ist (was ja immer
getestet wird) sollte man ziemlich sicher sein können.

Klar, dass ein so technischer Beruf wie KFZ Mechaniker so ein
Risiko ist. Aber alles, was mit Sport zu tun hat (außer vielleicht
solcher, der den Kopf gefährden kann) müsste gehen.

Ich bin auch der Meinung, dass ein gutes ärztliches Schreiben auch das
Arbeitsamt dazu bewegen kann, solche Maßnahmen (Sportscheine) zu fördern. Die Leute mögen mit der Diagnose alleine zunächst überfordert sein, und aus Vorsichtsmaßnahme heraus - um nichts falsch
zu machen - eher nichts vorschlagen. Also Eigeninitiative ist gefragt.

In den allermeisten Fällen ist die Epilepsie handlebar!

Nur Mut + Kopf hoch.

Petzy

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