Fühlt Ihr Euch auch so besch

Hallo,

ich wollte nur mal wissen, wie es Euch so geht, wenn Ihr arbeitslos seid. Also ich bin es seit kurzer Zeit und fühle mich total mies. Ich schäme mich dafür, obwohl ich weiß, daß es heutzutage jeden treffen kann und ich damit nicht allein bin. Irgendwie habe ich das Gefühl, auf meiner Stirn steht „arbeitslos“ und alle Leute schauen mich deshalb verachtend an. Wenn ich in Geschäfte gehe, denke ich, ich darf mir nichts Schönes kaufen, da ich ja arbeitslos bin. Ich bin wirklich total frustriet. Ich suche jeden Tag im Internet nach Stellen, aber es gibt einfach keine. Auf meine Bewerbungen kamen bis jetzt nur Absagen. Ein Vorstellungsgespräch hatte ich schon, da kam diese Woche die Absage. Tut mir leid, daß ich so jammere, aber das mußte einfach mal sein.

Danke für Eure Antworten.

Claudia

Ein paar Ideen gefällig ?
Auch hallo.

Gleich vorweg eine kleine Klugs.c.h.e.i.s.s.e.r.e.i.: ‚Wer die Objektivität bei der Bewertung einer Stellung verliert, der verdirbt sie auch‘ David Bronstein - Schachspieler
Soll heissen, dass man seine Arbeitslosigkeit nicht noch nach aussen tragen (& zeigen) muss. Jetzt stelle ich einfach mal ein paar Thesen in den Raum um diesem Zustand nach Möglichkeit abzuhelfen:

  • Firmen suchen Personal erst in den eigenen Reihen und ganz zuletzt via Stellananzeige (so diese denn nicht dem Prestige dienen soll oder bereits vergeben ist…)
  • eierlegende Wollmilchsäue werden gerne genommen. Abstriche kann man dagegen einkalkulieren
  • der technische Fortschritt erfordert ständige Weiterbildung um als ‚Humankapital‘(*) interessant zu bleiben

Zum Thema Bewerbungsschreiben & Bewerbung allgemein:
s.a.: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Andere Ideen, auch wenn das ‚von aussen‘ so einfach aussieht:

  • Umschulung, Studium
  • autodidaktisches Weiterbilden
  • was ganz anderes machen
  • eigenmächtige Bewerbungen schicken

In diesem Sinne noch viel Glück bei der Arbeitssuche
mfg M.L.

(*): ich weiss, dass der Begriff positiv wie negativ interpretiert werden kann. Aber irgendwie braucht ein AG auch qualifizierte Arbeitskräfte, die im grauen Kästchen auch was draufhaben…

hi,

will hier nicht groß was schreiben, aber das schlimmste ist, wenn man bekannte und freunde trifft und die einen fragen was man denn beruflich so macht…man schämt sich ungemein!!!
mit der zeit isoliert man sich deswegen auch ein bissl.

es ist zum kotzen!!!

ade

Hi Bel!

Laß` Dich mal nicht entmutigen.

Wichtig ist, immer dranzubleiben und sich nicht in Agonie zu ergeben.
Es geht immer irgendwie weiter, wenn auch manchmal ganz anders als man glaubt.
Wichtig ist es außerdem, flexibel zu bleiben und ggf. auch einen Umzug in kauf zu nehmen, wenn sich eine Chance bietet.

Ferner muss man die Jobsuche strukturieren:

1.) ALLE Online-Portale mit einem aktuellen und vollständigen Lebenslauf füttern.

2.) ALLE Stellenmärkte in relevanten Tageszeitungen, auch Süddeutsche und Frankfurter Allgemeine, lesen.

3.) Initiativbewerbungen an alle brauchbaren Unternehmen in Deiner Stadt und Umgebung senden.

4.) Bewerbungsunterlagen tip-top vorbereiten. Auch die Dateien für Bewerbungen per Mail müssen ordentlich sein.

5.) Prüfen, ob man das kann, was für die angepeilte Jobgruppe interessant ist. Im Osten haben die Leute oft Probleme mit Englisch, was im Westen Pflicht ist. Ist das bei Dir der Fall, bilde Dich weiter. Das macht auch ein gutes Bild in der Bewerbung, denn es ist ein Unterschied, ob man arbeitslos oder arbeitslos und aktiv war.

Dann klappt´s auch mit dem Job.

Viel Erfolg und viele Grüße,

Mathias

Hallo,

mir geht’s eben genauso. Schlimm ist immer, wenn mich jemand fragt, wie’s mir geht. Ich lüge dann immer und sage: „Gut.“ Manchmal frage ich mich, was würden die Leute wohl sagen, wenn ich sagen würde: „Besch…“

Danke für Deine Antwort

Claudia

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Aber richtig…

  • eigenmächtige Bewerbungen schicken

Hallo!

Ich kann da etwas sagen als Selbständige, bei der ständig Bewerbungen eingehen: Nichts verärgert einen mehr, als wenn man Opfer einer Gießkannenbewerbung geworden ist. Wenn ich Bewerbungen erhalte mit „Sehr geehrte Damen und Herren“, dann schmeiß’ ich das gleich weg. Es gibt schließlich Internet und Telefon, was hält die Leute davon ab, sich vorher zumindest über den Ansprechpartner und das Tätigkeitsfeld der Firma zu informieren? Was soll ich mit einem Mitarbeiter (ich habe eh nur gelegentlich mal freie), der weder die Fähigkeit noch die Motivation hat, eine Firmenadresse zu überprüfen, ehe er seine Bewerbung wegschickt? Der sich als Labormitarbeiter in einer Beratungsfirma bewirbt? Uff!

Ich kann deine schlechte Stimmung verstehen: Ich war zwar nicht länger als 4 Monate arbeitslos und die Zeit war mir auch ganz recht, weil ich mit meiner Doktorarbeit noch nicht ganz fertig war, aber ich fühlte mich auch nicht gut. Mir ging es sogar im Erziehungsurlaub so. Ich mochte nicht mal mehr zu den GDCh-Vorträgen gehen, weil die Leute mich fragen könnten: „Und was machen Sie?“ und ich hätte antworten müssen: „Nichts.“ (Nichts außer 14 h Kleinkind und Haushalt.)

An deiner Stelle würde ich mir folgendes überlegen: Wenn du über diese Zeit deiner Arbeitslosigkeit bei einer Bewerbung oder Vorstellungsgespräch Rechenschaft ablegen müsstest - was macht sich dann gut? Welche Weiterbildungen? Welche Ehrenämter? Etc. Und dann mach das auch.

Viel Glück bei der Arbeitssuche! Und immer dran denken: Die Haltung macht es, positiv und zuversichtlich.

Gruß, Claudia

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Noch ein bisschen Senf von mir :smile:
Hallo.

Stimmt. Den Punkt „Massgeschneiderte Bewerbung schreiben“ hätte ich noch explizit erwähnen sollen.
Aber ich zitiere noch ein bisschen den Dozenten von gestern (zu schade, dass ich den nicht auf Kamera aufnehmen konnte :smiley: ):

  • „…Wenn die Rechtschreibfehler in der Bewerbung überhand nehmen, guck ich nur noch nach den Fehlern…“
  • „…eine Bewerbung für eine hässliche Sekretarinnenstelle. Also hässlich bin ich selber…“
  • „…der Mensch als Dein Kunde hat einen Namen. Und den muss man erwähnen…“
  • „…Wenn Sie ein Rondezvous haben. Erscheinen Sie da mit offener Hose oder heraushängendem Hemd ? Wie soll das später mal weitergehen ?..“
  • „…Der Tag wird Ihr Leben verändern…“
  • „…wer Schreibfehler macht, dem glaubt man weniger…“
    usw…
    Tja, ein Schnellkurs im Selbstmarketing (gibt’s dafür kein deutsches Wort ?) eben. Mit einer gehörigen Prise Psychologie gewürzt.

…und das in einer Veranstaltung über ‚Wissenschaftliches Schreiben‘.

In diesem Sinne
mfg M.L.

***Werbung***
http://de.news.yahoo.com/050415/286/4hujm.html

Hallo Claudia,
ich kann es dir nachempfinden. Ich bin zwar noch in Lohn und Brot habe von diesem Schikanier und In Die eigene Tasche scheffel laden die nase voll. ich will hier nur noch weg.
2 bewerbungen laufen nun schon seit 3 und 2 wochen und noch immer keine rückmeldung :frowning:

ICH BIN EIN GUTER ARBEITNEHMER! HOLT MICH HIER RAUS!!!

Hallo,

absolut gar nicht! Ich habe Arbeitslosigkeit niemals nimmer nicht als „Makel“ empfunden und eher die ganz banalen, positiven Seiten gesehen: nämlich den unbezahlbaren, unschätzbaren Vorteil Zeit zu haben und über seine Zeit ungestört und nicht eingeschränkt verfügen zu können.

Kein Vollidiot, den ich im „normalen Leben“ mit dem Allerwertesten nicht ansehen würde, dem ich mich jetzt aber unterordnen muß weil er mein Chef ist. Niemand, der mir 8 Stunden „Lebenszeit“ klaut, der beeinflußt wann ich schlafen gehen oder aufstehen möchte weil ich zu vorgegebenen Zeiten, die womöglich nicht wirklich meinem Lebensrhythmus entsprechen, anwesend zu sein habe…

Diese Vorteile sind „unbezahlbar“ und mit das Kostbarste, was man geniessen kann.

Ich hatte nie das Gefühl „minderwertig“ zu sein und angesichts der Arbeitslosenzahlen besteht dazu auch absolut kein Grund.
Bei ernstgemeinten Nachfragen aus dem Bekanntenkreis habe ich dazu ernstgemeinte Unterhaltungen geführt, genauso wie ich mich ernsthaft über deren Probleme in ihrem Job unterhalte. Bei blödsinnigen, kritischen Nachfragen habe ich die Sache einfach ins Lächerliche gezogen und entweder die oben aufgeführten Vorteile genannt oder den „Sozialschmarotzer“ gespielt: „Wieso, ich krieg doch mein Geld auch so, für’s Nichtstun. Warum soll ich dann arbeiten gehen???“
„Blöde“ Nachfragen kommen ja auch nur von geistigen Dünnbrettbohrern, für die Arbeitslose durch die Bank Faulenzer, Schmarotzer und „Looser“ sind. Und wenn jemand mich in eine solche Schublade einsortiert sehe ich keinen Anlaß mich mit demjenigen ernsthaft auseinander zu setzen oder mich zu rechtfertigen - da provoziere ich dann lieber und haue genau in die Kerbe, mit der ich denjenigen reizen kann, nämlich daß ich auf SEINE Kosten lebe. :smile:

Mein wirkliches Problem lag eher in der finanziellen Situation. Wenn ich nicht bei meinen Eltern im Haus gelebt und mitunter am Eßtisch gesessen hätte… dann hätt’ ich ganz, ganz, ganz alt ausgesehen.

Schönen Gruß und Kopf hoch, es kommt immer drauf an wie Du die Situation bewertest - und das kannst Du ganz allein festlegen!

MecFleih

War bei mir genau so
Hallo Claudia,

mir erging es genau so! Ich habe ziemlich lange einen Job gesucht. Es zieht einen total runter. Man kann sich 100 mal sagen, dass es nicht an mir liegt, sondern an anderen Dingen … hilft alles nichts. Ich hab dann ziemlich viel in Online-Stellenbörsen herumgesucht. Eine hatte auch ein Forum, und in diesem Forum hab ich eine andere Frau aus meiner Stadt kennengelernt. Wir haben uns dann auch getroffen - und das war meine Rettung! Wir haben ziemlich viel Spaß gehabt, sind spazieren gegangen, waren gemeinsam im Zoo und haben den ganzen Frust ausgetauscht. Ganz toll war es, als zuerst meine Freundin einen neuen Job gefunden hat, später dann auch ich. Vielleicht kannst Du ja auch jemand anderen finden, der derzeit auf Jobsuche ist? Man kann sich dann auch viel besser motivieren wegen Bewerbungen.

Liebe Grüße, Kopf hoch
Anna

Hallo,

nur meine kleine Geschichte…
Ich bin eigentlich Handwerker…als ich vor 5 Jahren arbeitslos wurde habe ich mir eine Programmiersprache selbst beigebracht. Davon kann ich heute zwar nur noch Bruchteile, aber mein Engagement damals hat ausgereicht um mich in die Software Branche zu katapultieren…bis heute.

Also nicht schlecht fühlen sondern kämpfen.

Gruss D.K.

Liebe Claudia,

von einem Arbeitslosen, dem es sowieso nicht gut geht, erwartest du, dass er sich bis zum letzten an deine Bedürfnisse anpaßt. Von ein paar Floskeln machst du es abhängig. Vielleicht gibt es ja auch Leute, die keine Selfmarketing Spezialisten sind und trotzdem hervorragende Arbeit leisten.

Gruß, Jürgen

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Hallo,

mir geht’s eben genauso. Schlimm ist immer, wenn mich jemand
fragt, wie’s mir geht. Ich lüge dann immer und sage: „Gut.“
Manchmal frage ich mich, was würden die Leute wohl sagen, wenn
ich sagen würde: „Besch…“

Danke für Deine Antwort

Claudia

Hi Bel,

warum sagst Du das den Leuten nicht, dass es Dir besch… geht und vor allem warum? Es kann sein, dass dieser jemand Dir zu einer Stelle, zu einem Kontakt oder ähnliches weiterhilft.

Daumen drück,

Michael

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Oh - wie schoen!
Servus,

Du schriebst „!..für die Arbeitslose durch die Bank Faulenzer, Schmarotzer und „Looser“ sind. Und wenn jemand mich in eine solche Schublade einsortiert sehe ich keinen Anlaß mich mit demjenigen ernsthaft auseinander zu setzen oder mich zu rechtfertigen - da provoziere ich dann lieber und haue genau in die Kerbe, mit der ich denjenigen reizen kann, nämlich daß ich auf SEINE Kosten lebe. :smile:

ne davon biste echt nix!

gruss manuel!

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Hallo,

Du lieferst eine Vorlage, auf die ich reagieren möchte.

Ich bestreite nicht daß manche Bewerbungen indiskutabel sind. Dinge wie allzu viele Rechtschreibfehler (dafür gibt es zumindest Rechtsschreibprüfungen in Textverarbeitungsprogrammen, oder man läßt seine Ergüsse von jemandem Korrektur-lesen), Eselsohren, Kaffeeflecken usw. halte ich in der Tat für indiskutabel.
Jemand, der sich selbst vermarktet, sollte gewisse Grundregeln einhalten und sich nicht mit solchen, wirklich absolut überflüssigen Minuspunkten, disqualifizieren.

Was mir aber immer wieder übel aufstößt wenn ich Aussagen von Menschen, die Bewerbungen bekommen, lese:

Da wird ein Drama aus Kleinigkeiten gemacht oder Nebensächlichkeiten völlig überbewertet. In einer großen Firma weiß ich nicht wer die Bewerbung in die Finger bekommt und mitentscheidet - was ist also falsch an einer Formulierung wie „Sehr geehrte Damen und Herren“?

dann schmeiß’ ich das gleich weg.

…und vergibst damit die Chance auf einen vielleicht guten Mitarbeiter. Anhand einer Grußformel schon zu entscheiden daß eine Bewerbung und letztlich der ganze Bewerber unfähig seien traue ich nur einem Hellseher zu, keinem Personaler.
Der sitzt zwar „am längeren Hebel“ und kann sich so ein Vorgehen bei der Anzahl der Arbeitslosen heutzutage „leisten“, es ist aber IMHO ein nicht zu überbietendes Zeichen von Arroganz und selbstherrlicher Dummheit.

Was soll ich mit einem Mitarbeiter (ich habe eh
nur gelegentlich mal freie), der weder die Fähigkeit noch die
Motivation hat, eine Firmenadresse zu überprüfen, ehe er seine
Bewerbung wegschickt? Der sich als Labormitarbeiter in einer
Beratungsfirma bewirbt? Uff!

Berechtigte Frage - aber nur dann wenn Deine Firma ihr Geld damit verdient daß sie Firmenadressen überprüft.
Ich streite ja nicht ab daß ein gewisses (Mindest-) Maß an Engagement nötig ist und erkennbar sein sollte, damit man den Eindruck hat daß der Bewerber motiviert ist. Aber hier wird wieder aus einer Kleinigkeit auf die komplette Persönlichkeit eines Bewerbers geschlossen - der ja insgesamt unfähig sein müsse weil er angeblich keine Firmenadresse überprüfen konnte…

Und was ist generell falsch daran wenn sich ein Labormitarbeiter in einer Beratungsfirma bewirbt? Das zeugt von Bereitschaft und Flexibilität sich in neuen Arbeitsbereichen zu engagieren.

Ich behaupte sowieso daß man in 60, 70, 80 Prozent aller Jobs sowieso eingearbeitet werden muß und die allermeisten Jobs nicht dadurch lernt daß man auf dem Papier eine passende Ausbildung genossen hat, sondern dadurch daß man vor Ort in die Tätigkeit eingewiesen wird.
Wahrscheinlich könnte man sehr viele Jobs allein durch Übung, „Training on the job“, erlernen und müßte dazu keine jahrelange Ausbildung haben. Mit ein paar Monaten Theorie und viel praktischer Erfahrung könnte man vermutlich die meisten Jobs genauso gut ausüben wie mit einer jahrelangen, theoretischen und überfrachteten Ausbildung.

Mich wundert es nicht wenn immer behauptet wird daß viele Stellen nicht mit passenden Bewerbern besetzt werden können: weil die Hürden bei der Bewerbung inzwischen so weltfremd und pingelig sind daß viele Menschen keine Chance haben diese zu überspringen obwohl sie für die Tätigkeit selber gut geeignet wären.
Eine untadeliges Bewerbungsschreiben und tolle Zeugnisse sagen, das weiß jeder intelligente Mensch, erstmal gar nichts über einen Menschen aus. Weder über seinen Charakter, weder darüber ob die Chemie stimmt, noch darüber ob derjenige, wenn er praktisch tätig werden soll, fähig ist.

Mein Opa hat immer erzählt daß er seinerzeit von dem Schreiner, bei dem er sich beworben hat, zum Mittagessen eingeladen wurde. Wer mit gutem Appetit gegessen hat, sich vernünftig unterhalten konnte und dem Chef sympathisch erschien - der bekam einen Job. Das hat offensichtlich funktioniert, auch ganz ohne daß der Bewerber irgendwelche formalen Bedingungen in einer schriftlichen Bewerbung erfüllen konnte.

Wieviele Leute in einer Schulklasse haben Bestnoten, und wieviele bleiben übrig, die nur im Mittelfeld oder am unteren Ende der Leistungsskala rangieren? Trotzdem haben auch die 95% Nicht-Klassenbesten ihre Fähigkeiten, ihre Talente…

Ich beziehe mich nicht auf Dich alleine, aber Du präsentierst hier eine Denkweise, die mir immer wieder auffällt wenn Leute, die Bewerbungen beurteilen, ihre teilweise wirklich dümmlichen Kriterien der Auswahl zum Besten geben.

Gruß,

MecFleih

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Hallo Claudia und alle anderen die ein bisschen Trost nötig haben weil sie arbeitslos sind.

Ich sitze zwar in Österreich, aber bei uns ist es um keinen Deut besser als bei euch Nachbarn, die Arbeitslosenrate steigt und steigt…

Aber nun zu meiner Geschichte, die euch zeigen könnte, dass sich Unglück doch manchmal auch in Glück verwandeln kann. Zur besseren Übersicht in tabellarischer Form:
1994 arbeitslos weil mein Arbeitgeber in Konkurs ging, Arbeitslosengeld 6 Monate lang, dann keinen Groschen (heute Cent) mehr da mein damaliger Lebensgefährte genug verdiente und das Arbeitsamt auf dem Standpunkt stand er müßte mich unterstützen auch wenn wir nicht verheiratet sind. Also war ich voll auf Good-Will meines Partners angewiesen. Ich wurde depressiv.
1995 - nach hunderten von vergeblichen Bewerbungen auf Zeitungs-Annoncen (Antworten von „zu überqualifiziert“ bis „zu alt“, die mich noch depressiver machten) bekam ich vom Arbeitsamt einen 2-wöchigen PC-Kurs bewilligt.
1996 - nach weiteren (in der Zwischenzeit weit über 500) vergeblichen Bewerbungen, und in einer tiefen Depression meinerseits, steckte mich das Arbeitsamt in ein Bewerbungstraining.
Das Bewerbungstraining war für die Katz, da ich schon 21 Jahre Berufserfahrung hinter mir hatte, ABER, und hier kippte die Sache… ich lernte einen ebenfalls arbeitslosen Herrn kennen, der zugleich EDV-Programmierer und EDV-Berater war. Wir freundeten uns an und mein Zeitüberschuß und sein PC-Wissen legten damals den Grundstein für meinen heutigen Beruf. Er schraubte mir im Herbst 96 meinen allerersten Privat-PC zusammen. Zum Glück war er mit Ratenzahlung einverstanden. Ich spielte am PC, ich schrieb meine Bewerbungen am PC, ich lernte mit sämtlichen Office-Programmen umzugehen (indem ich alles was ich in der Hilfe fand ausprobierte).
1997 - Mein Berater beim Arbeitsamt verlor langsam aber sicher die Geduld mit mir, und ich auch mit ihm, da ich Arbeit wollte, auch wenn sie um ein Drittel weniger Lohn gebracht hätte… man wird ja so bescheiden mit der Zeit… also steckte er mich in einen ein-jährigen Bürokurs (und das mir, nach 21 Jahren Bürotätigkeit!). Doch dieser Schachzug war wieder ein Schritt nach oben, den ich aber damals noch nicht sah.
1998 - In diesem Bürokurs mußte jede Teilnehmerin ein zweimonatiges Praktikum bei einer Firma absolvieren. Ich mußte bei mehreren Firmen Praktikum-Absolventin spielen (aber nicht freiwillig!!), darunter mein heutiger Arbeitgeber bei dem ich jetzt seit Nov. 1998 bin.

Was ich euch mit meiner Erzählung sagen will ist:
Gebt euch nicht auf! Bleibt dran auch wenn es euch psychisch nicht gut geht. Redet mit Leuten, die in der gleichen Lage sind. Surft im Internet herum (nach euren finanziellen Möglichkeiten natürlich), lernt dazu, egal was auch immer. Auch am PC Spielen ist lernen (und vorallem gut für die Gehirntätigkeit), also spielt wenn euch danach ist. Sucht euch im Internet Sachen, die euch interessieren, egal ob Kochen, PC, Grafik, Modellbau, Hausbau oder was auch immer. Es gibt tausend Foren in denen ihr Gleichgesinnte und Leute, die in ähnlicher Lage wie ihr seid, sind.
Mein Merksatz lautete und lautet noch immer: Alles was ich kann und weiß, das kann mir kein Mensch mehr wegnehmen. Was dieser Mensch mich sonst noch kann … das bleibt ihm überlassen.

In diesem Sinne… Kopf hoch und die Ohren steif, lasst euch nicht unterkriegen!

Dass ihr bald wieder lächeln könnt weil ihr einen Job habt der euch Freude macht, das wünscht euch von Herzen

Kathi

PS an die Frau Jungunternehmer: Wenn Du aufgrund der Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ eine Bewerbung sofort wegwirfst… no dann möchte ich nicht wissen, wieviele für Dich wertvolle Mitarbeiter Dir schon durch die Lappen gegangen sind. Aber Du wirst schon wissen was Du tust. Ich würde mich für einen Menschen, der Eigenintiative zeigt , indem er bei mehreren Firmen versucht eine Arbeitsstelle zu bekommen, als erstes interessieren, denn er könnte ja unter Umständen loyal, teamfähig, genau, pünktlich, u.ä. sein. Schon mal überlegt? Nach deinem Posting zu urteilen, eher nicht.

Hi,

ich verstehe Deinen Einwand nicht ganz. Entweder verstehst Du mich nicht, oder ich Dich nicht.

Ich habe keineswegs dazu aufgerufen sich einen schönen Lenz ohne Job zu machen weil man es ja vom Arbeitsamt bezahlt bekommt. Selbstverständlich ist es höchstgradig erstrebenswert einen Job zu haben, auf eigenen Beinen zu stehen.

Aber ich wehre mich dagegen daß Arbeitslose sich selber und auch von „der Gesellschaft“ als minderwertig, nichtsnützig, Faulenzer, Schmarotzer usw. bewertet werden.

Hier geht es darum daß sich jemand aufgrund seiner Arbeitslosigkeit ziemlich elend fühlt und meine Einlassungen dazu sind der Versuch seine Situation, auch als Arbeitsloser, nicht nur schwarz und schlimm zu sehen sondern trotzdem auch Vorteile zu entdecken, die einem ein zufriedeneres Leben ermöglichen.

Ich stelle nicht in Frage daß man selbstverständlich lieber einen Job hat als daß man arbeitslos ist. Aber wenn man in dieser Situation steckt ist es erlaubt trotzdem Vorteile zu suchen und nicht als Mensch 2. Klasse zu gelten, der „sich elend fühlen muß“.

Gruß,

MecFleih

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Ich kenne da drei Arbeitslose.
1 Meister
1 Ingeneuer
1 Fachkraft

Alle 3 abspult spitze auf ihren Gebiet, zwischen 30 und 40 Jahre alt.
Sozial kompetent und beliebt. Leute die eine Firma normalerwise sollte man meine Händeringend sucht.

Alle 3 Haben noch etwas gemeinsam. Sie sind seit über einem Jahr arbeitslos! Sie haben je einen Din A4 Ordner voller Bewerbungsrückschrieben.
Der Meister wird sich nun selbständig machen, der Ingeneuer sucht weiter und die Fachkraft wird nun doch zu einer Zeitarbeitsfirma gehen.

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Hallo MecFleih,
Hallo Liste,

>> dann schmeiß’ ich das gleich weg.

> …und vergibst damit die Chance auf einen vielleicht guten
> Mitarbeiter. Anhand einer Grußformel schon zu entscheiden
> daß eine Bewerbung und letztlich der ganze Bewerber unfähig
> seien traue ich nur einem Hellseher zu, keinem Personaler.
*kopfschüttel* … wer sich hier wirklich eine Chance vergibt, das
ist doch wohl der Bewerber. Da bekommt „ihr“ die einmalige
Gelegenheit, zu erfahren weshalb eure Bewerbung nicht mal
gelesen wird - und anstatt „Dankeschön“ für den Insidertip
zu sagen, hackt „ihr“ auf dem System rum welches Claudia
einfach so beschrieben habt wie es nunmal ist.

> Der sitzt zwar „am längeren Hebel“ und kann sich so
> ein Vorgehen bei der Anzahl der Arbeitslosen heutzutage
> „leisten“, es ist aber IMHO ein nicht zu überbietendes
> Zeichen von Arroganz und selbstherrlicher Dummheit.
Mit Verlaub, das hat nichts mit der Anzahl der Arbeitslosen
zu tun, sondern gilt generell für jedes abhängige Beschäftigtsein.
Konfuzius sagt : „Schlachte nie die Kuh, die dir Milch gibt“
Es kann sich doch jeder selbstständig machen, dann ersetzt er
„den Chef“ durch „die Kunden“ und wird schnell bemerken umwieviel
gnadenlos härter „die“ sind.

> Und was ist generell falsch daran wenn sich ein
> Labormitarbeiter in einer Beratungsfirma bewirbt?
> Das zeugt von Bereitschaft und Flexibilität sich
> in neuen Arbeitsbereichen zu engagieren.
Na toll - und wie begründet er das, soll der neue Arbeitgeber
sich einfach mal auf das Risiko einlassen ?
Wenn ich ne neue Stelle zu besetzen hab, dann möchte ich
bitteschön mehr sehen als „ominöse Behauptungen“ wie
„Bereitschaft und Flexibilität sich in neuen
Arbeitsbereichen zu engagieren“.
Gesetzt dieser neue MA würde eingestellt, würde er dann
die ersten 3 Monate auf Gehalt verzichten, weil er ja noch
gar nicht das „kann“ wofür er bezahlt werden würde ?
Was wenn er sich getäuscht hätte, und der neue Job doch
nicht seinen Fähigkeiten entspricht ?

> Ich behaupte sowieso daß man in 60, 70, 80 Prozent
> aller Jobs sowieso eingearbeitet werden muß…
Und wer bezahlt das ?
Und wie lange ?
Ist es so schwer zu verstehen, das ein AG zuerst mal jemand
sucht den er von Anfang an zu nahezu 100 % einsetzen kann ?
Erst wenn es das am Markt nicht gibt, wird der Anspruch
nach unten gedreht und „das kleinste Übel“ genommen.

> Eine untadeliges Bewerbungsschreiben und tolle Zeugnisse
> sagen, das weiß jeder intelligente Mensch, erstmal gar
> nichts über einen Menschen aus. Weder über seinen Charakter,
> weder darüber ob die Chemie stimmt, noch darüber ob derjenige,
> wenn er praktisch tätig werden soll, fähig ist.
Ich denke es sagt sehr viel aus, nämlich das er/sie sich MÜHE gegeben
hat mit den Unterlagen - ergo wird er/sie sich „vielleicht“ auch
später Mühe geben.
Leider hat man im Bewerbungsverfahren nicht mehr zur Hand,
wenn das wenige dann auch noch „schlampig“ oder unvollständig ist,
wie soll man da auf „Charakter“ oder „Chemie“ schliessen.
Das wird dann in den nachfolgenden Stufen, 1. und 2. Bewerbungsgespräch
abgecheckt. Um erstmal soweit zu kommen MÜSSEN die Unterlagen
top sein.
Was schlägst du vor als Kriterien heranzuziehen ?

> Mein Opa hat immer erzählt daß er seinerzeit von dem Schreiner,
> bei dem er sich beworben hat, zum Mittagessen eingeladen wurde.
> Wer mit gutem Appetit gegessen hat, sich vernünftig unterhalten
> konnte und dem Chef sympathisch erschien - der bekam einen Job.
> Das hat offensichtlich funktioniert, auch ganz ohne daß der
> Bewerber irgendwelche formalen Bedingungen in einer schriftlichen
> Bewerbung erfüllen konnte.
Dein Opa hat offensichtlich verstanden die Anforderungen des Schreiners
zu erkennen und auf diese einzugehen - bravo.
„Wes’ Brot ich ess - des Lied ich sing“
Die Anforderungen sind heute andere, sie zu erkennen gilt es !
Und dann danach zu handeln !

> Ich beziehe mich nicht auf Dich alleine, aber Du präsentierst
> hier eine Denkweise, die mir immer wieder auffällt wenn Leute,
> die Bewerbungen beurteilen, ihre teilweise wirklich dümmlichen
> Kriterien der Auswahl zum Besten geben.
So läuft „das Spiel“ nunmal, und diese wie du sie bezeichnest
„dümmlichen Kriterien“ entscheiden nun mal ob eine Bewerbung „weggeworfen“
wird, oder ob man die Chance zum Vorstellungsgepräch erhält.

Nochmal, es geht nicht darum zu beurteilen ob diese System, so wie
es ist, ein „gutes“ System ist, sondern darum zu beschreiben „wie“
es funktioniert - und diese „Regeln“ bestmöglichst zu erfüllen !

Insofern nocheinmal den gut gemeinten Rat, das was Claudia geschrieben
hat „verdammt“ ernst zu nehmen.

Liebe(s) Gruess(l)e
R2D2

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Hallo Claudia,

gegen dein „mieses Gefühl“ kann ich leider auch nix machen,
ausser dich zu bestätigen weiter zu kämpfen.
Und vielleicht ein paar klitzekleine Ratschläge hier hinzu
tippeln was du „noch“ besser machen könntest.

du schreibst :
„Ich suche jeden Tag im Internet nach Stellen, aber es gibt
einfach keine. …“
Versuch es mal mit Initiativ-Bewerbungen, Telefonaktionen,
„anderen“ Bundesländern etc …

„Auf meine Bewerbungen kamen bis jetzt nur Absagen.“
Hast du schon mal von Profis (und damit meine ich nicht die
die in den „Ämtern“ sitzen) überprüfen lassen ob deine
Unterlagen o.k. sind ?

Liebe(s) Gruess(l)e
R2D2