Trennung Job-Privatleben

Hallo,

rein interessehalber meine Frage:

Wo ist für Euch die Grenze zwischen Job und Privatleben? Gibt es eine klare Trennung oder vermischt sich das? Habt ihr abends wirklich frei, schaltet Kopf und Handy ab und geniesst Euer Privatleben, egal was die Kunden so treiben? Oder beschäftigt Euch der Job weiter, seid Ihr immer erreichbar, nehmt Ihr Arbeit mit nach Hause? Wenn ja, ist diese Vermischung von Job und Privatleben eher Pflicht, Spaß oder Sucht (oder etwas ganz anderes)? War es schon immer so, oder hat es sich so entwickelt? Ist für Euch ständige Erreichbarkeit ein Zeichen von Engagement und Commitment, sozusagen als Zeichen, dass man seinen Job so gerne macht wie ein Hobby? Kann man sagen, das ist heutzutage etwas, was ein Arbeitnehmer einfach mitbringen sollte, sozusagen als Grundqualifikation und Beweis von Motivation?

Ich bin gerade dabei, meine persönliche Position zu dieser Frage zu ergrübeln und erhoffe mir Denkanstöße und Argumente pro/contra. Dass das bei jedem anders und vom Job, der Position, von der Einstellung abhängt, ist klar. Ich würde mich einfach freuen, Meinungen und Erfahrungsberichte zu hören, die mir bei meiner eigenen Positionsbestimmung helfen.

Gruß Yvi

Hi!

vorweg: ich habe bislang ausschließlich in Jobs gearbeitet, die mit dem Vertriebsbereich zu tun hatten.
Hier ist man naturgemäss eher geneigt, auch abends oder am Wochenende zu arbeiten, da man ja ein Stück weit „seines eigenen Glückes Schmied“ ist. Auch in leitenden Positionen hat man einen variablen Gehaltsanteil, welchen man sich natürlich verdienen und den Plan optimalerweise auch überschreiten will.

rein interessehalber meine Frage:

Wo ist für Euch die Grenze zwischen Job und Privatleben? Gibt
es eine klare Trennung oder vermischt sich das?

Eine klare Trennung ist bei mir sehr schwer zu realisieren.
Wenn ein Kollege sich Sonntag abend auf einen Termin am Montag vorbereitet und Fragen hat, ruft er mich an. Kein Problem.
Ich gehe öfter mit Kollegen aus, man besucht zusammen Kunden und verbringt somit viel Zeit zusammen im Auto und abends im Restaurant. Dabei erzählt man sich natürlich auch viel Privates.

Habt ihr
abends wirklich frei, schaltet Kopf und Handy ab und geniesst
Euer Privatleben, egal was die Kunden so treiben?

Ich bereite mich abends oft auch Termine vor oder mache noch andere berufssseitige Dinge.

Oder
beschäftigt Euch der Job weiter, seid Ihr immer erreichbar,
nehmt Ihr Arbeit mit nach Hause?

Nicht immer, aber ab und an.
Das Handy ist eigentlich immer an.

Wenn ja, ist diese
Vermischung von Job und Privatleben eher Pflicht, Spaß oder
Sucht (oder etwas ganz anderes)?

Empfindet man das als reine Pflicht, kann man m.E. nicht richtig erfolgreich sein.
Mir macht es keinen unbändigen Spass, Sonntag abend mit Kollegen berufliche Fragen zu diskutieren, aber ich tue es, wenn es nötig ist, und ich empfinde es als ganz normalen Teil meines Jobs. Berufliche Anrufe am Wochenende oder im Urlaub, die nicht nötig sind, ärgern mich allerdings schon.
So nett das Verhältnis unter den Kollegen bei uns ist, erwarte ich doch eine professionelle Haltung und Vorbereitung, wenn meine Freizeit betroffen ist.

War es schon immer so, oder
hat es sich so entwickelt?

War bei mir immer so.

Ist für Euch ständige
Erreichbarkeit ein Zeichen von Engagement und Commitment,
sozusagen als Zeichen, dass man seinen Job so gerne macht wie
ein Hobby?

Das hört sich irgendwie aufgesetzt an. So sehe ich das für mich nicht. Es ist halt so, weil es nötig ist. Mehr denke ich darüber nicht nach.

Kann man sagen, das ist heutzutage etwas, was ein
Arbeitnehmer einfach mitbringen sollte, sozusagen als
Grundqualifikation und Beweis von Motivation?

Das kommt auf den Job an.
Manche Jobs erfordern eine Erreichbarkeit über die deutschen Standard-Bürozeiten hinaus. Z.B. wenn man mit Kunden in anderen Zeitzonen zu tun hat.

Ich bin gerade dabei, meine persönliche Position zu dieser
Frage zu ergrübeln und erhoffe mir Denkanstöße und Argumente
pro/contra. Dass das bei jedem anders und vom Job, der
Position, von der Einstellung abhängt, ist klar. Ich würde
mich einfach freuen, Meinungen und Erfahrungsberichte zu
hören, die mir bei meiner eigenen Positionsbestimmung helfen.

Ich denke, Du musst für Dich klar entscheiden, in weiweit Du Dich in Deinen Job involvieren möchtest. Wenn Du Sewkretärin bist, kannst Du üblicherweise um 5 den Hammer fallen lassen.
In Deinem Job als Producer könnte ich mir jedoch vorstellen, dass die Arbeitszeiten recht flexibel sind. Das kann ja auch Spass machen, wenn man nach einer harten Woche mit lauter 16-Stunden-Tagen den kommenden Montag mal zu Hause bleiben kann.

Grüße,

Mathias

Hallo Yvi,

Wo ist für Euch die Grenze zwischen Job und Privatleben?

Kommt auf den Job an.

Ein Bürojob, wo keine Notfälle vorkommen bzw. dringende Termine angesagt sind, würde ich das Handy spätesten 19 Uhr abschalten.

Im Dienstleistungsbereich mit echten Terminen sieht die Sache schon anders aus. Da fällt Arbeitszeit (z.B. 16 - 2 Uhr) und Erreichbarkeit (10 - 2 Uhr) schon mal auseinander.

Gibt es eine klare Trennung oder vermischt sich das?

Kommt auch auf das Unternehmen/die Abteilung an:
Geht ihr gemeinsam abends essen/Kegeln/Biergarten, dann dürfte sich die Sache eher vermischen. Wenn jeder nur sein Ding macht, bleibt privates de facto vor der Bürotür.

Habt ihr abends wirklich frei, schaltet Kopf und Handy ab und
geniesst Euer Privatleben, egal was die Kunden so treiben?

Was treiben die denn, ist die spannende Frage ? Wenn es darum geht, ob auf dem Vorabzug (Entscheidungsrunde beim Kunden übermorgen) nicht ultramarin durch violett ersetzt werden kann, muss ich mir nicht 22 Uhr den Abend versauen. Stellt der Drucker zwei Stunden vor dem Durchlaufen fest, dass die PS- Datei falsch formatiert wurde (RGB statt YMK) dann ist 1 Uhr noch eine gute Zeit, was zu tun.

Wenn ja, ist diese Vermischung von Job und Privatleben eher Pflicht,

wenn es nachvollziehbare Kundenprobleme sind: ja

Spaß oder Sucht ?

Wenn man über jedes Stöckchen springt: ja

Ciao maxet.

Hallo Yvi!

Wo ist für Euch die Grenze zwischen Job und Privatleben? Gibt
es eine klare Trennung oder vermischt sich das? Habt ihr
abends wirklich frei, schaltet Kopf und Handy ab und geniesst
Euer Privatleben, egal was die Kunden so treiben?

Es fiel mir über lange Jahre sehr schwer, am Wochenende und abends innerlich abzuschalten. Und ich kenne viele, denen es ähnlich geht/ging.
Meine Erfahrung ist: Wenn man den Job ständig mit sich herumträgt, kann man das durchaus einige Zeit, auch eine Anzahl von Jahren gut durchhalten, aber irgendwann schlägt es zurück. Schlafstörungen, Tinnitus, Alkohlmißbrauch, Reizdarm sind nur einige der Erscheinungen, die ich als Folge bei mir und anderen miterlebt habe. Wenn 24/7 fast alles um den Job kreist, macht es sich irgendwann bemerkbar, auch dann, wenn der Job Spaß macht.

Oder
beschäftigt Euch der Job weiter, seid Ihr immer erreichbar,
nehmt Ihr Arbeit mit nach Hause? Wenn ja, ist diese
Vermischung von Job und Privatleben eher Pflicht, Spaß oder
Sucht (oder etwas ganz anderes)? War es schon immer so, oder
hat es sich so entwickelt?

Bei den meisten, die ich kenne, hat es sich langsam eingeschlichen.

Ist für Euch ständige
Erreichbarkeit ein Zeichen von Engagement und Commitment,

Zum Teil schon, aber irgendwann wird fast jedem klar, dass man einen Job auch nur dann wirklich gut machen kann, wenn man auch regelmäßig abschaltet und die Batterien wieder auftankt.

sozusagen als Zeichen, dass man seinen Job so gerne macht wie
ein Hobby? Kann man sagen, das ist heutzutage etwas, was ein
Arbeitnehmer einfach mitbringen sollte, sozusagen als
Grundqualifikation und Beweis von Motivation?

Meine Beobachtung: Zumindest in einigen Branchen wird insbesondere bei jungen Mitarbeitern, deren Leistungsfähigkeit und Engagement gerne mal solange bis zum letzten ausgewrungen, bis es nicht mehr geht. Danach sucht man sich neue.
Anmerkung eines ehemaligen GF von mir dazu: „Diesen Job halten die meisten sowieso nur vier oder fünf Jahre durch.“

Grüße
Christiane

…das kommt auf den ‚job‘ an, wie schon oefter gesagt hier.
als selbstaendiger hast du nicht die musse,
dein handy oder das projekt um 17:00 in den schrank zu haengen.
und wenn doch, dann kommt die buchhaltung.
und wenn die nicht, dann das lernen - mindestens halbe stunde pro tag, meistens so um die zweie.

abgesehen davon kann man bei komplexen projekten nicht abschalten;
auch jahrelang nicht - auch nicht mal ein bierchen trinken - die idee ist fort.
fuer urlaub gilt das gleiche.
deswegen wirst du -wenn du es wirklich ernst meinst- sehr einsam werden.
entweder du (und dein gespons!) magst und machst die sache
105%ig - oder du gehst unter in dieser it-branche.
deswegen ist es auch nicht jedermanns sache.
zudem muss man dafuer kerngesund sein,
sowohl koerperlich als auch mental.
deswegen (aber nicht nur deswegen) gibts hier kein tv;
eine stunde fernsehen kosten ein jahr projekt.

urlaub? freizeit?
das kann man sich einrichten;
jeden tag zwei stunden wandern, und ein-zweimal im jahr
eine ‚groessere sache‘ sind drin bei einigermassen aufteilung;
d.h. wenn ein abschnitt fertig ist.

dennoch, oder gerade deswegen? -
macht die materie als solche freude.
mir jedenfalls immer noch nach 40 jahren.

was wirklich stoert, sind die unsinnig hohen steuern und abgaben.
das wird (von mir) als glatte unverschaemte abzocke ausgelegt.

gruss - digi
迪特米克若迪格

Guten Morgen,

die Trennung zwischen Job und Privatleben ist nicht leicht,
jedenfalls immer abhängig vom Beruf.
Es gibt ja nun einmal eine Vielzahl an Berufen, die einen eben auch nach Feierabend „begleiten“.
Bei mir ist das in der Regel besonders schwer.
Ich bin Zeitsoldat, habe aber das Glück seit 1,5 Jahren an meinem
Heimatort stationiert zu sein, doch man kennts halt aus der Grundausbildung und von Lehrgängen, wo man für gewöhnlich sehr weit von zu Hause weg ist.
Zwar ist in der Regel ab 16 Uhr Schluss, aber man ist schließlich in einer Kaserne, abschalten und einfach mal Ruhe haben ist da echt nicht leicht( der ein oder andere mags ja kennen).

Den Kopf frei kriegen und mal was anderes machen geht da viel besser wenn man zu Hause ist, allerdings hat das „Kasernenleben“ auch Vorteile und nicht nur Vorurteile.
Also sowas wie von wegen ständig blau sein und dumm durch die Gegend
laufen kenne ich nicht.

Da ist es nun einmal sehr schön, wenn man viel Zeit für Sport hat,
oder gerade in einer größeren Stadt Zeit verbringt.
Es lässt sich immer viel machen, man brauch nur Ideen. und Unterstützung von anderen.