Gründe für Anstellungswunsch eines Selbständigen

Nehmen wir an ein Mann (43), 10 Jahre selbständig hat seit geraumer Zeit Probleme mit seiner 1-Mann-Firma. Keine Aufträge, kein Einkommen.
Er sucht nach einer Anstellung in der Werbebranche und wird zum Gespräch eingeladen. Er geht davon aus, gefragt zu werden, warum er - der Selbständige - sich anstellen lassen möchte. Was soll er antworten?
Soll er sagen, er sucht etwas Sicherheit und regelmässiges Einkommen. Will mehr Zeit für die Familie? Soll er das Scheitern zugeben? Welche Antwort stempelt ihn nicht irgendwie ab???

Hi,
es wäre extrem wichtig, zu wissen, ALS WAS er sich beworben hat.
Kontakter? Art Director?

Beim ersteren wäre er ja auch in Festanstellung für Akquise verantwortlich.

Bei zweiterem: ganz einfach: 'Ich habe jetzt jahrelang einen grossen Teil meiner Zeit in die Akquise investiert, bin mir aber schon seit einigen Jahren bewusst, dass ich mich viel lieber auf das Wesentliche (Graphic Design/ Ideen entwerfen / Texten - depending on what he is doing) konzentriere.

Dann: Durch meine Selbständigkeit bin ich mir natürlich den Bedürfnissen und Ansprüchen der Kunden sehr bewusst. …

blabla.

Man kann alles, was einem auf ersten Blick negativ erscheint, ins Positive kehren.

Lass ihn ne Liste machen mit seinen Stärken, die er durch die Selbständigkeit hat. Und sich diese ‚verinnerlichen‘. Dann ist er für das Gespräch gut gewappnet.

Gruss, Isabel

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Hi,
es wäre extrem wichtig, zu wissen, ALS WAS er sich beworben
hat.
Kontakter? Art Director?

Er hat sich in Festanstellung als Event-Manager beworben - das was er jetzt selbständig tut (bzw. wollte) und vorher 6 Jahre schon in Anstellung getan hat. Insbesondere geht es um Organisation von Veranstaltungen, das ganze Programm von A - Z.

Danke für die Antwort

Angela

guter Grund
Hallo Angela,

und nicht ganz daneben:

„… er möchte sich wieder mehr auf die eigentliche Kerntätigkeit konzentrieren (also was immer das genau ist in dieser Branche), denn der begleitende Verwaltungsaufwand als Selbstständiger wird inzwischen als unerträglich und hinderlich empfunden…“

Das kann jeder Arbeitgeber (welcher ja auch ein Selbstständiger ist) gut nachvollziehen, denn den Wunsch, den ganzen Krempel (aus eben benannten Gründen) hinzuschmeissen, verspürt jeder Selbstständige mal.

Gruss
Ray

Hallo Angela,

es ist mittlerweile bei vielen Auftraggebern so, dass sie die Selbstständigen genau so einsetzen wie ihre Arbeitnehmer. Heisst: Morgens pünktlich dasein, eigener interner Arbeitsplatz etc. Man fragt sich dann tatsächlich, warum man selbstständig ist. Denn das umfasst auch freie Wahl der Arbeitszeit, ein eigenes Büro und auch mal blau machen am Freitag. Genau das hab ich ja dann nicht mehr und trage gleichzeitig alle unternehmerischen Risiken - z.B. kein bezahlter Urlaub.

Man kann sehr gut als Argument verwenden, dass einem diese Situation nicht gefällt. Ich hab’s mit Erfolg so gemacht.

Viele Grüße
Anna