Billigjobs

http://www.zum.de/Foren/frei/archiv/a507.html

hmmmm richtig krank…
mfg
paul

http://www.zum.de/Foren/frei/archiv/a507.html

hmmmm richtig krank…

Hi!

…die richtige Frage muss sein: was kann ein Mensch zu seinem Lebensunterhalt beitragen?

Die falsche Frage ist: sollte ich arbeiten, wenn die Sozialhilfe höher ist, als das zu erwartende Einkommen?
Denn dann ist die Sozialhilfe zu hoch.

Wer vollzeit arbeitet, darf nciht unter dem SoHi Niveau liegen.
Daher: SoHi áuf das absolut nötige Minimum senken, einen Mindestlohn von 6 Euro festlegen und die Lohnnebenkosten massiv senken.

Grüße,

Mathias

Hi,

…die richtige Frage muss sein: was kann ein Mensch zu seinem
Lebensunterhalt beitragen?

Das Geld, das er für seine Arbeitsleitung bekommt, wenn er Arbeit hat und soziales Engagement (was seine Tasche abert nicht füllt)

Die falsche Frage ist: sollte ich arbeiten, wenn die
Sozialhilfe höher ist, als das zu erwartende Einkommen?
Denn dann ist die Sozialhilfe zu hoch.

Da bin ich mir nicht so sicher. Ist die Arbeit vieleicht auch zu schlecht bezahlt?

Ich habe mir das mal grob überschlagen für 1 Person:

Miete 250 €
NK 50 €
Privat Hpfl. 4 €
Essen pro Tag 7 € 213 €
3 Jeans = 96 € 8 €
5 Hemden = 96 € 8 €
5 T-shirts = 37,50 3 €
1 Jacke/Mantel = 4 3 €
2 Paar Schuhe 80 € 6 €
Unterwäsche 2 €
Körperpflege 3 €
Telefon (Jobsuche!) 13 €
Aufw. um sozial integriert
zu bleiben (Verein?) 5 €
Rücklage Hausrat/Wama/
Renovierung 8 €
5 Fahrkarten/Monat 14 €
_______
590 €

Ich denke, in diesem Beispiel lebt man recht bescheiden. (Alg 2 Satz ist 345 + Miete = 645 €)
Bei 40 Std./Wo = 174 Std. = 3,39 €/Std. Nettoeinkommen für bescheidene Existenz, entspricht Kl I Brutto ca. 750 €

Bei 645 € = 828 Brutto

Verdoppelung obiger Verhältnisse (außer Miete) + Rentenvorsorge 80 €
960 € Nettoeinkommen = 5,52/Std. für eine „bessere“ Existenz = 1335 € Bruttolohn = 7,67 €/Std.

Braucht man für die Arbeit ein Auto (was ja meistens der Fall ist), steigt der Bedarf um einiges.

Arbeit ist zwar zu teuer, aber ist wohl auch nicht mehr so viel wert.
Natürlich nur bei Arbeitern, aber z.B. auch IT-Fachleute mit Studium werden billig „eingekauft“.

Wer vollzeit arbeitet, darf nciht unter dem SoHi Niveau
liegen.
Daher: SoHi áuf das absolut nötige Minimum senken, einen
Mindestlohn von 6 Euro festlegen und die Lohnnebenkosten
massiv senken.

174 * 6 € = 1044 € brutto. Selbst bei radikal sinkenden Lohnnebenkosten bleibt da bei einem Fulltime-Job nicht viel übrig und du bist wieder auf Soziniveau.

2000 Brutto Kl.I mit KiSt = 1271,70 € netto bei Senkung Sozvers. um 15 % = 1341,73 € netto. Reicht auch nicht für große Sprünge und entspricht einem Stundenlohn von 11,49 brutto.

Sozialleistungen vielleicht minimal niedriger (aber -> Verstärkung sozialer Probleme und noch weniger Konsum!) aber gerechtere Entlohnung.
Mindestlohn sollte netto eher allermindestens 1500 € für Allein stehenden betragen.
Familien müssen wesentlich mehr haben als jetzt.

bye

Hi Mathias!

…die richtige Frage muss sein: was kann ein Mensch zu seinem
Lebensunterhalt beitragen?

Seh ich auch so.

Die falsche Frage ist: sollte ich arbeiten, wenn die
Sozialhilfe höher ist, als das zu erwartende Einkommen?
Denn dann ist die Sozialhilfe zu hoch.

Jupp.

Wer vollzeit arbeitet, darf nciht unter dem SoHi Niveau
liegen.
Daher: SoHi áuf das absolut nötige Minimum senken, einen
Mindestlohn von 6 Euro festlegen und die Lohnnebenkosten
massiv senken.

Mit so einer Aussage wäre ich lieber vorsichtig. Ein Mindestlohn hat auch eine Menge negative Auswirkungen!
Denk mal drüber nach (oder lies es im Internet nach).
Lg,
Nic

Hi!

Wer vollzeit arbeitet, darf nciht unter dem SoHi Niveau
liegen.
Daher: SoHi áuf das absolut nötige Minimum senken, einen
Mindestlohn von 6 Euro festlegen und die Lohnnebenkosten
massiv senken.

Mit so einer Aussage wäre ich lieber vorsichtig. Ein
Mindestlohn hat auch eine Menge negative Auswirkungen!
Denk mal drüber nach (oder lies es im Internet nach).

Ich kann alleine denken… :wink:
Ein europäisch harmonisierter Mindestlohn würde den Großteil unserer Nachbarschafts-Dumpingprobleme lösen.

Grüße,

Mathias

Hi,

Sozialleistungen vielleicht minimal niedriger (aber ->
Verstärkung sozialer Probleme und noch weniger Konsum!) aber
gerechtere Entlohnung.
Mindestlohn sollte netto eher allermindestens 1500 € für
Allein stehenden betragen.

Korrektur 1200 € mindestens.
Zuätzlich die Mindestlöhne in den anderen Ländern hoch setzen.

In Europa geht es uns trotz allem gut genug. Momentan sind eben die Anderen mal dran. Wenn es denen dann auch besser geht und die Arbeit dort teurer ist, geht das Spiel eben von vorne los. Dann kann man bei uns wieder mehr Rendite machen und das Kapital sucht sich uns wieder aus.

Hi!

Ich kann alleine denken… :wink:

Hihi, ich wollte Dir nichts anderes unterstellen :smile:
Aber das Problem ist doch sehr komplex. Da übersieht man leicht mal den einen oder anderen Aspekt.

Ein europäisch harmonisierter Mindestlohn würde den Großteil
unserer Nachbarschafts-Dumpingprobleme lösen.

Genau, und Arbeitslosigkeit schaffen.
Vor allem stellt sich dann die Frage, auf welchem Niveau soll dieser Mindestlohn sein? Auf osteuropäischem? Dann brauchen wir den in Deutschland ja nicht…

Wenn Dich das Thema wirklich interessiert, dann beschäftige Dich mal ausführlich damit. Ich persönlich kann dem ganzen eh nichts abgewinnen, da ich grundsätzlich eine freie Marktwirtschaft unterstütze.

Lg,
Nic

Hallo Marion,

Ich habe mir das mal grob überschlagen für 1 Person:

Miete 250 €
NK 50 €
Privat Hpfl. 4 €
Essen pro Tag 7 € 213 €
3 Jeans = 96 € 8 €
5 Hemden = 96 € 8 €
5 T-shirts = 37,50 3 €
1 Jacke/Mantel = 4 3 €
2 Paar Schuhe 80 € 6 €
Unterwäsche 2 €
Körperpflege 3 €
Telefon (Jobsuche!) 13 €
Aufw. um sozial integriert
zu bleiben (Verein?) 5 €
Rücklage Hausrat/Wama/
Renovierung 8 €
5 Fahrkarten/Monat 14 €
_______
590 €

ich hab ein paar Ergänzungen bzw. Anmerkungen zu deinen Abschätzungen. Ich lasse dabei eigene Erfahrungen einfließen, denn ich war nach Ende meines Studiums ca. 1 1/2 Jahre arbeitssuchend.

Ich gehe mal davon aus, dass du bei dem Einkommen nun von einem versicherungspflichtigem Einkommen ausgehst, d.h., dass im Netto sämtliche Sozialversichrungen bereits abgezogen sind; ansonsten (und jetzt gehe ich von mir aus) müsstest du z.B. noch ca. 130 euro Krankenversicherung rechnen. Deine Miete finde ich an der niedrigen Seite, aber das ist natürlich sehr ortsabhängig.
Private Haftpflicht hab ich z.B. weggelassen, Essen kommt mir fast ein bisschen hoch vor, jedoch wohne ich seit fast zwei Jahren in NL, so dass ich mit dem Preisen nicht mehr ganz auf der Höhe bin).

Kleidung war bei mir in der Zeit gar nicht drin.

Telefon war deutlich mehr (Internetanschluss! unabdingbar für die Jobsuche), Bewerbungskosten: viel viel mehr! Gutes Papier, Zeugniskopien, Bewerbungsmappen, Fotos, Porto - Ich hab gerade wieder eine Bewerbungsphase hinter mir und hatte eigentlich vor, alles per Email zu machen, aber es gibt immer noch viele, die eine Bewerbung auf Papier haben wollen. (Oder liegt das an Behörden? Ich hab mich viel bei teilstaatlichen Instituten beworben, die brauchten alle eine Papierbewerbung mit allem drum und dran. Bei mir kommt erschwerend hinzu, dass das deutsche Prozedere hier absolut unüblich ist, d.h. man muss doch sehr nach einem anständigen Fotografen für Bewerbungsfotos suchen und Bewerbungsmappen kaufen zu wollen ist hier völlig zwecklos).

Oh, und dann hatte ich noch einen Radiowecker, sprich, GEZ-Gebühren.

Ich denke, in diesem Beispiel lebt man recht bescheiden. (Alg
2 Satz ist 345 + Miete = 645 €)

Tut man, ja. Und man läuft auch mal weiter, wenn es das Brot woanders 1 Cent billiger gibt.

Gruß,
foo

… wo ist das Fleisch?
Hi,

  1. die Beispiele von Niedriglöhnern sind ‚anekdotische Evidenz‘ keine sauberen Zahlen. Hilft bei der Diskussion nicht weiter.
  2. „Denn Deutschlands ökonomisches Dilemma ist der Osten. Dort fehlt es nicht an Druck auf Arbeitslose, dort fehlt es an Jobs – ganz gleich, wie günstig die Arbeitskräfte sind. „
    Komischerweise funktioniert es etwas weiter östlich in Polen. Das Problem ist, dass die Löhne in OstD sich schneller entwickelt haben als die Produktivität.
  3. Von Hans-Werner Sinn wird nur gesagt, dass er die Löhne senken will. Das ist nur die halbe Wahrheit, gleichzeitig sollen Lohnzuzahlungen erfolgen. Es geht primär darum, die Arbeitskraft nicht einfach brach liegen zu lassen und Qualifikationen zu erhalten.
  4. „… liegen die Kosten für den Arbeitgeber oft deutlich über den üblichen Schwarzmarktpreisen“
    das ist doch kein Argument gegen legale Arbeit! Höchstens für eine Senkung der Lohnnebenkosten.
  5. „Ohne Nachfrage kein Wachstum – und auch keine neuen Jobs“
    Wir haben doch mit Westmitteln im Osten für 850Mrd. Nachfrage generiert … und was hats gebracht? Die Ökonomen sind sich weitgehend einig, dass das Drehen an der Investitionsschraube effektiver ist.
  6. Eine Alternative zeigt der Verfasser übrigens nicht auf, da soll er doch lieber ruhig sein! Ich empfehle das Buch von Sinn, da wird wenigstens auf einer sauberen Datenbasis argumentiert, das habe ich von den Nachfragetheoretikern und Sozialromantikern noch nicht gesehen.

Gruss
Steffen

Hi foo,

Ich gehe mal davon aus, dass du bei dem Einkommen nun von
einem versicherungspflichtigem Einkommen ausgehst, d.h., dass
im Netto sämtliche Sozialversichrungen bereits abgezogen sind;

jou, sogar incl. 9 % Kist

Deine Miete
finde ich an der niedrigen Seite, aber das ist natürlich sehr
ortsabhängig.

Ich wollte das Bspl. aufs ‚absolute‘ Minimum reduzieren.

Private Haftpflicht hab ich z.B. weggelassen, Essen kommt mir
fast ein bisschen hoch vor, jedoch wohne ich seit fast zwei
Jahren in NL, so dass ich mit dem Preisen nicht mehr ganz auf
der Höhe bin).

Kann sein, dass das Essen zu hoch ist. Mag daran liegen, dass ich zur Verwunderung meiner Umwelt trotz 58 Kg bei 1,68m extrem verfr*** bin. *gg*
Ich habe hier auch nicht nur mit Dosenfraß gerechnet, sondern auch Obst, Säfte, Rohkost gegönnt. Traurig grenug, dass man sich das Geld am Essen absparen muss. Ich denke Vitamine, bzw. gutes Essen wirken sich auch positiv auf das Oberstübchen und die körperl. Leistungsfähigkeit aus.

Kleidung war bei mir in der Zeit gar nicht drin.

Das tut mir leid für dich :frowning:
Wäre in solch einem Bspl. aber ein bisschen unrealistisch. Es ging ja primär darum aufzuzeigen, dass das Existenzminimum nahe an der Niedriglohngrenze liegt.

Telefon war deutlich mehr (Internetanschluss! unabdingbar für
die Jobsuche),

Das sehen die ‚Sozialschmarotzerfraktionen‘ anders, darum muss man hier vorsichtig sein. Einge gönnen den Leuten ja sogar nur 3 TV-Programme und nicht mal ein Telefon. Alles schon gehört.

Bewerbungskosten: viel viel mehr! Gutes Papier,
Zeugniskopien, Bewerbungsmappen, Fotos, Porto

Bekommen die Alos pauschal pro Bewerbung erstattet. Keine Ahnung wieviel.

Oh, und dann hatte ich noch einen Radiowecker, sprich,
GEZ-Gebühren.

Kann man sich befreien lassen. Tel. bei T-Kom hat auch Sozialanschluss mit Ermäßigung auf die Grundgebühr. Auch hier keine ahnung wie viel das ist.

Ich denke, in diesem Beispiel lebt man recht bescheiden. (Alg
2 Satz ist 345 + Miete = 645 €)

Tut man, ja. Und man läuft auch mal weiter, wenn es das Brot
woanders 1 Cent billiger gibt.

Sehe ich auch so. Ich denke das Bspl. ist wirklich nahe dem absoluten Minimum in unserer Gesellschaft. Da wird es schon eng, seinen sozialen Anschluss zu wahren (Kneipe, Kino, Schwimmbad oder so.)

bye