Hallo
Ich verstehe die Arbeitgeber nicht, oder weiß ich nur nicht genug Bescheid? Müsste es nicht ein Anreiz für AG sein, wenn sich (angenommen es geht um eine Stelle im Sekretariat) eine motivierte Mitarbeiterin mit gepflegt., angenehm. Erscheinung, guten Umgangsformen, fit am PC bei ihnen bewirbt und die Arbeitgeber 50% Lohnkostenzuschuss (durch lange Arbeitslosigkeit) vom Arbeitsamt erhalten bis zu einem Jahr lang?
Tut es da dennoch soviel zur Sache wenn man
- ledig ist und ein Kind hat?
- durch Erziehungszeit und anschließender Arbeitslosigkeit gesamt 5 Jahre raus ist? (was gibt es hinsichtlich Sekretariatsarbeit zu verlernen und wenn man auch oft mit dem PC arbeitet?)
- noch keine Berufserfahrung hat?
Müsste es nicht ein zusätzlicher Anreiz sein, wenn Arbeitsuchende noch anbietet, ein Jahr lang monatlich 10% vom Netto „abdrückt“, zugunsten des Arbeitgebers oder jemandem, der dem Arbeitsuchenden eine Stelle vermittelt.
Ich verstehe es nicht. Vielleicht könnt Ihr sagen, warum das so ist?
vG
Free
Hallo,
Tut es da dennoch soviel zur Sache wenn man
- ledig ist und ein Kind hat?
- durch Erziehungszeit und anschließender Arbeitslosigkeit
gesamt 5 Jahre raus ist? (was gibt es hinsichtlich
Sekretariatsarbeit zu verlernen und wenn man auch oft mit dem
PC arbeitet?)
- noch keine Berufserfahrung hat?
Ich denke das wird der springende Punkt sein. Gerade im Sekretariat ist es wichtig jemanden zu haben, der weiß wie der Hase läuft. Eine unerfahrene Sekretärin kann die Firma weit mehr kosten als sie durch die Unsterstützung des AA einspart. Im übrigen ist Sekretariatsarbeit nicht nur auf die Arbeit am PC beschränkt. Meist schmeist die Sekretärin organisatorisch den ganzen Laden. In dem Punkt ist Erfahrung von großem Vorteil.
Hast du schon mal ein Praktikum gemacht, um wieder in das Arbeitsleben einzusteigen? Oder einen 400 Euro Job im Sekretariat?
Gruß
Phoebe
Hi Free,
Ich verstehe die Arbeitgeber nicht,
*grins* das ist auch so allgemein nicht immer einfach
Aber gehen wir mal zum von Dir geschilderten Fall, dass sich da jemand bewirbt, der fast alle Anforderungen an den Job erfüllt, aber auch einige „Makel“ hat. Denn so hart es klingt „5 Jahre aus dem Job draussen“, „keine Berufserfahrung“ und „alleinerziehend“ sind in den Augen von Arbeitgebern Makel. „Bonus“ ist, dass die Dame 50%-60% weniger kostet.
Nun konstruieren wir mal eine Mitbewerberin her, die ebenfalls fast alle Anforderungen an den Job erfüllt, aber diese „Makel“ nicht hat. Also sie hat schon 2-5 Jahre Berufserfahrung und kein Kind. Da kramt der durchschnittliche Arbeitgeber dann doch seine gepflegten Vorurteile raus und denkt sich „naja, was denn wenn das Kind krank ist und die Tagesmutter im Urlaub?“ oder „ein Anfänger? Der kostet ja mehr Zeit als er bringt!“ „5 Jahre draussen? Windows 3.1 auf XP!“ „5 Jahre draussen? Die ist ja gar nimmer an nen geregelten Tagesablauf gewöhnt!“* Und dann wägt er seine Vorurteile nochmal gegen - sagen wir max. 20.000 Euro im Jahr (die das Arbeitsamt zahlt) ab.
Natürlich wird der potentielle Scheffe das nicht sagen, sondern andere Kriterien heranführen - denn zwei Bewerber sind nie zu 100% gleich. Und wenn er nur die eine sympathischer findet als die andere… Oder die eine 10 Anschläge schneller tippt als die andere.
Ist Dir wahrscheinlich kein Trost, aber trotz allen Geredes ist das leider so. Es hilft wohl alles nix - auch Du wirst noch den Arbeitgeber finden, der andere Vorurteile hat und für den Deine vermeintlichen „Makel“ keine sind.
Daumendrückend
Petzi
*Disclaimer: diese Argumente stellen nicht meine persönliche Meinung dar. Jedoch habe ich sie alle schon von Personalverantwortlichen gehört.
hallo free,
im wesentlichen geht es um die menschlichen faktoren, sozialen fähigkeiten.
der fachausdruck lautet „soft skills“.
du musst dich besser als andere verkaufen.
der arbeitgeber muss erkennen, daß nur du in dér lage bist, den job perfekt zu machen.
du hast ein kind, die ander bewerberin lässt sich erst eins machen, wenn sie den job hat.
du bist durch deine kindererziehung frusttolerant, kannst mit quengelnden antragstellern umgehen usw.
hast dadurch leitungserfahrung…
in dieser hinsicht solltest du argumentieren.
daß du trotz 5 jahren die neuen programme perfekt beherrschst, erwähnst du im nebensatz als lästige unwichtigkeit.
und in den bewerbungsunterlagen.
strubbel
&
)
Hallo,
es gibt einfach ein Überangebot an Arbeitssuchenden und da sucht sich ein potentieller Arbeitgeber eben den seiner Meinung nach rundum besten Bewerber aus.
Gegen Dich sprechen aus Arbeitgeber-Sicht in aufsteigend schlimmer Reihenfolge die mangelnde Berufserfahrung, daß Du 5 Jahre „raus bist“ (warst aber auch nie wirklich drin, siehe Punkt 1) und vor allem daß Du Frau, ledig und mit Anhang bist.
Gerade der letzte Punkt wird bei vielen Arbeitgebern sofort die Frage aufwerfen was eigentlich passiert wenn Dein Kind mal krank wird, eine Schulfeier oder andere Dinge anstehen. Was wenn Du nochmal schwanger wirst? Absichtserklärungen, nach denen Du das nicht vor hast, kein MAnn in Sicht wäre oder die Oma das Kind versorgt nimmt man letztlich nicht so wirklich an weil jeder weiß daß sowas im Vorstellungsgespräch natürlich immer behauptet wird, in der Realität langfristig aber doch Konfliktpotential bringt.
Also nimmt man lieber einen männlichen Bewerber, der Berufserfahrung hat, ein paar Jahre jünger ist als Du und die gleiche Förderung vom Arbeitslosenamt bekommt.
Ich halte solche Auswahlkritierien für saublöd und mich kotzt es selber an mit welchen teilweise dummen Argumenten Bewerber ausgeschlossen werden, die wahrscheinlich sehr engagiert wären und perfekte „soft skills“ hätten. Aber hier in D geht’s nun mal nach wie vor hauptsächlich danach was man auf dem Papier darstellt.
Alles was Du schreibst würde mich grundsätzlich dazu animieren Dich einzustellen, wenn ich auch im persönlichen Kontakt einen guten Eindruck von Dir hätte. Aber ich bin eben kein Arbeitgeber und wundere mich wie Du darüber welche Leute de facto oft eingestellt werden. Da zählen eben ganz andere, oft unheimlich dumme Kriterien. Aber leider ist es hier eben so.
Trotzdem nicht entmutigen lassen,
MecFleih
Mal ´ne Frage
Hi,
wieviel Bewerbungen und Vorstellungsgespräche hattest du schon?
Mit dieser Zusatzinformation liesse sich evtl. mehr sagen.
Gruss,
Hallo Phoebe,
„Im übrigen ist Sekretariatsarbeit nicht nur auf die Arbeit am PC beschränkt.“ …
ja, das ist mir klar. Aber organisatorisch bin ich auch gut. Habe doch in dem Bereich gelernt und abgesehen davon …meine kleine Familie organisiere ich auch. Klingt vielleicht blöd, aber das wird wohl unterschätzt…, wenn Frau allein mit Kind ist, es gibt solche und solche. …
400Euro Job und Praktikum… nein, habe ich zu meiner Schande noch nicht gemacht. Auch wenn man meint, Arbeitslose haben viel Zeit. So ist es aber nicht. 9 bis 15 Uhr bin ich allein (schaffe Kind dadurch dass ich noch keinen Job habe, nicht für länger in Kindergarten). In der Zeit suche ich nach Stellenangeboten in der Zeitung, online oder gebe selbst Anzeigen auf, schreib Bewerbungen, wenn’s auf mein Profil passt. Evtl handle ich noch mit ebay was. Dann Haushalt, danach Kind. Langweilig ist mir nie, nur mir fehlt die Öffentlichkeit, möchte wie andere auch arbeiten, Leistung bringen und mich dafür gut fühlen, Bestätigung, eine Aufgabe die mir Spaß macht, mich auch fordert … und unterm Strich natürlich was dabei verdienen. Wozu habe ich die Ausbildung gemacht? Wenn man solche Leute nicht einstellt, bekommen sie auch keine Berufserfahrung.
Ich habs bisher nicht wirklich mit einem Minijob versucht, weil zum Einen auch da diese Anforderungen (Berufserfahrung, am besten noch spezielle Kenntnisse Bsp SAP) sind, zum anderen - ganz ehrlich – von dem Geld kaum was bleibt. Praktikum heute – ja, aber wie ist das versicherungstechnisch, ist man über die Firma gleichzeitig auch versichert (z.Bsp wenn beim oder auf Weg zum Praktikum was passiert)?
vG
Free
Im ersten Jahr nach Erziehungszeit ca. 100 Bewerbungen, ab da habe ich aufgehört zu zählen. Ich weiß, andere schreiben in 3-4 Monaten 100 Bewerbungen, aber sie haben wohl auch mehr Qualifikationen, ich meine, dass sie sich auf verschiedene Berufe/Tätigkeitsfelder bewerben können. Ich wage es nicht, wenn zum Bsp perfekt Englisch oder Berufserfahrung ausdrücklich gefordert wird, mich auf die Stelle zu bewerben. Ich mag auch nicht lügen, kann ich auch nicht so gut
6 Vorstellungsgespräche, davon lags zweimal an der Arbeitszeit (einmal Schichtdienst, einmal bis 18 (17 Uhr schließen die Kindergärten),
… ein anderes Mal sagte man mir, dass die Vorgängerin doch nicht nach München geht, sie also bleibt,
…einmal stand die Entscheidung auf Kippe, das heißt die Wahl zwischen mir und einer anderen Frau, letzlich haben sie sich für die andere entschieden, da diese Erfahrung in der Branche mitbrachte und vorher als Chefsekretärin agierte,
… einmal wars freie Mitarbeit und hatte wenig mit Sekretariat zu tun, eher Außendienst…
… ein anderes mal Versicherung … wir rufen Sie an …haben sich nicht wieder gemeldet…
… einmal Steuerkanzlei, der gute Mann ging sehr ins Private (berufliche hat ihn kaum interessiert), wollte im Anschluss einen Persönlichkeitstest, hat sich auch nicht mehr gemeldet…
So.
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Also sie hat schon 2-5 Jahre Berufserfahrung und
kein Kind. Da kramt der durchschnittliche Arbeitgeber dann
doch seine gepflegten Vorurteile raus und denkt sich „naja,
was denn wenn das Kind krank ist und die Tagesmutter im
Urlaub?“ oder „ein Anfänger? Der kostet ja mehr Zeit als er
bringt!“
ja … aber ist ein blödes Vorurteil solcher AG …Vielleicht hat diejenige eine schnelle Auffassungsgabe und kann mitdenken, sich schnell einarbeiten …
„5 Jahre draussen? Windows 3.1 auf XP!“ "5 Jahre
draussen?
muss ja nicht heißen, dass man 5 Jahre nicht mit der Technik mitgegangen ist… Aber ja, sicher denken auch manche so
Die ist ja gar nimmer an nen geregelten Tagesablauf
gewöhnt!"
mit Kind sollte man den aber haben und von jetzt auf gleich umstellen, damit hätte so jemand sicher kein Problem …, gerade solche sind doch hochmotiviert
Es hilft wohl alles nix - auch Du wirst
noch den Arbeitgeber finden, der andere Vorurteile hat und für
den Deine vermeintlichen „Makel“ keine sind.
Daumendrückend
danke Petzi!
Danke Strubbel, das ist gut! Gut für ein Vorstellungsgespräch zum Vorbringen. Nur wie kann man eine Bewerbung schon so formulieren, dass diese in meinem Fall Interesse findet oder sollte ich sowas schon in abgewandelter Form mit in die Bewerbung schreiben bzw wie kann man sowas umformulieren, dass es in ein Anschreiben passt?
vG
Free
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danke
danke auch Dir, MecFleih
hallo,
ich kenne dich nicht und kann nicht sagen, welche deiner vorteile du betonen sollst.
nimm dir jemand aus deiner verwandschaft/bekanntschaft, der dich genau kennt und dich einschätzen kann.
im grunde schreibst du eine werbebotschaft für deine person, warum du toll bist.
bewerben solltest du dich, wenn du einem profil zu 50% entsprichst.
ohne berufserfahrung musst du nochmehr deine fähigkeiten und guten seiten betonen.
strubbel
5:open_mouth:)