Bewerbung ohne Arbeitszeugnis?

Hallo,

jemandem wird zum Ende der Probezeit mit zwei Wochenfrist gekündigt. Für die Erstellung des Arbeitszeugnisses läst sich die Firma aber deutlich mehr Zeit.
Der ehemalige Mitarbeiter möchte jedoch nicht so viel Zeit verlieren, auch weil er interessante Angebote im Auge hat und nicht abzuschätzen ist wann das Arbeitszeugnis fertig ist, er bewirbt sich ohne Arbeitszeugnis.

  1. Was ist davon zu halten aus Sicht der zukünftigen AG? Ist das nicht verdächtig?
  2. Wie sollte sich der Bewerber verhalten?

Vielen Dank für die Antworten!

Gruß
Medion

Bewerben
Hallo, natürlich bewerben ohne Arbeitszeugnis. Du weißt ja nicht, wie es ausfallen wird… Und dann mußt Du noch streiten und dann vergeht nochmehr Zeit… Es ist ja nicht unüblich, dass sich Arbeitgeber mit dem Verfassen von Arbeitszeugnissen Zeit lassen.
Viel Glück
Bernadette

P.S. Darüber nachdenken, ob es verdächtig ist für den Arbeitgeber? Nun ja, es bleibt dem Arbeitnehmer ja nichts anderes übrig als sich zu bewerben, insofern überflüssige Überlegung, weil ja sowieso nicht zu ändern

Es gibt auch irgendwie nichts überbewertetes wie ein Arbeitszeugniss.
Die sind meist sowiso immer gut, also was solls.

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Ganz sicher nicht
Hi!

Es gibt auch irgendwie nichts überbewertetes wie ein
Arbeitszeugniss.
Die sind meist sowiso immer gut, also was solls.

Das halte ich für eine sehr gewagte These!

Gestern habe ich eben wegen schlechter Zeugnisse einen ganzen Packen Absagen geschrieben!

LG
Guido, der seine Zeugnisse bislang immer selbst formulierte…

das ist nicht gut
Hallo Guido,

vielleicht steckt hinter manch einem - auf den zweiten Blick - schlechten Arbeitszeugnis ein hochmotivierter, qualifizierter Mitarbeiter. Ich finde es sehr oberflächlich, einen Menschen und seine Fähigkeiten allein danach zu beurteilen, was auf diesem Schriebs steht. Vielleicht ist das Zeugnis hier und da aus einer Antipathi entstanden. Vielleicht glaubt der Inhaber des Zeugnisses, es sei gut. Zumal man sich auch noch, so man Bescheid weiß, ein Zeugniss wohlwollend formuliert ausstellen, ggf verbessern lassen kann. Also hat das doch in Wirklichkeit wenig Aussagekraft.

vG
Free

Gut oder nicht - es ist die Regel!
Hi!

Hier habe ich die Probleme eher seltener…

Aber: In meiner letzten Beschäftigung hatte ich auf Stellenanzeign im Schnitt 80 Bewerbungen für eine Stelle.

Wie anders soll man eine Vorauswahl treffen, wenn man sich nur auf Zeugnisse und Referenzen stützen kann?

Es ist schlicht nicht möglich, alle 80 zum Gespräch einzuladen (nimm mal nicht eine sondern 5 Stellen, und Du kommst auf 400 Bewerber)!

Und: Wenn ein Arbeitnehmer es nicht für nötig hält, sein Zeugnis zu prüfen (oder prüfen zu lassen) oder sich gar mit einem bewusst schlechten Zeugnis einfach abfindet…

…was soll man mit dem?

Sorry, hört sich vielleicht ein wenig heftig an, aber wenn jemand schon seine privaten Dinge nicht klärt, wie soll er sich im Job verhalten?

LG
Guido

Hallo Guido,
habe schon schlechte Zeugnisse von kleien Firmen gesehen wo der AG sicher eigentlich etwas gutes meinte.
Ein gutes Zeugniss sagt heute irgendwie aber nicht wirklich etwas aus, oft ist es für den grössten Deppen bei einer grossen Firma sogar möglich das beste Zeugniss zu bekommen.
Die haben da ihren 1 ihre 1-2 und ihre 2. Das ganze 3-4 mal je nach Position. Je nach beliebtheit wird da in die 3 auswahlmöglichkeiten reingegriffen udn das Standartzeugniss ausgedruckt.
Habe ich selbst schon 2 mal bei grossen Firmen durchstöbert dürfen die Zeugniss und Vertragsdatenbanken. War sehr Lehrreich für mich.
Naja was sollen die auch anderes für Nummer 00001AA1234 machen :smile:

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Hallo,

bewirb dich!

ich wünsche dir viel Glück.

Überlege aber wie du das fehlende Zeugnis begründen kannst.

Bei dieser zeitlichen Nähe ist immer noch die Bearbeitungzeit ein Argument.

Gruß Volker

‚vielleicht‘ ist kein gutes Argument
Hallo Free,

leider muss ich hier Guido Recht geben:

vielleicht steckt hinter manch einem - auf den zweiten Blick -
schlechten Arbeitszeugnis ein hochmotivierter, qualifizierter
Mitarbeiter.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wozu „vielleicht“, wenn es auch „sicher“ hochmotivierte MA gibt.

Ich finde es sehr oberflächlich, einen Menschen
und seine Fähigkeiten allein danach zu beurteilen, was auf
diesem Schriebs steht.

Der Mensch wird nicht beurteilt. Bei der Mitarbeiter kommt es darauf an, einen für die zu besetzende Position geeigneten MA zu finden. Entscheidend ist also, wieweit der potentielle MA die gestellten Aufgaben lösen können wird.

Dazu kommt: Nach was soll man denn einen potentiellen MA sonst beurteilen (wenn es um die Frage geht: Einladen oder nicht)?
Unter zahlreichen Bewerbungen hat man normalerweise genügend gute Bewerbungen. Mehr als 5-10 Leute werden (bei uns) sowieso nicht eingeladen … Wozu dann noch einen Wackelkandidaten?

Das gleiche gilt bei „Auffälligkeiten“ im Lebenslauf. Meist hat man bei den Bewerbern ein bis zwei hervorragende Kandidaten dabei. Wozu also sich auf ein „vielleicht hochmotiviert“ einlassen?

Dazu kommt die Erfahrung - zumindest meine Erfahrung. Andere Führungskräfte werden das aber sicher bestätigen: „erwachsene Menschen ändern sich nicht“. Viele Mitarbeiter sind erstaunlich kritikresistent. Wenn es in der Vergangenheit bestimmte Probleme gegeben hat, wird es diese auch in Zukunft geben.

Ciao R.

Der Mensch wird nicht beurteilt. Bei der

Auswahl

kommt es
darauf an, einen für die zu besetzende Position geeigneten MA
zu finden.