Hallo,
weiter unten schildert Kerstin ihre „ersten“ Erfahrungen
mit der Agentur für Arbeit („mal ganz blöd gefragt“)
Direkt gesagt halte ich ein solches Verhalten eines
AA-Mitarbeiters für eine grenzenlos beleidigende Frechheit.
Wieso? Es sind nun mal keine Jobs vorhanden! Die/Der AA-Mitarbeiter
kann auch nichts für die wirtschaftliche Lage und deine
Arbeitslosigkeit. Alles richtig, aber:
Was ist denn der eigentliche Auftrag der Agentur für Arbeit?
Was ist mein Auftrag als Arbeitsloser?
Ganz abgesehen davon, dass es schlicht keine Jobs gibt,
wird vom Arbeitslosen ERWARTET, dass er sich SEHR EXTREM BEMÜHT.
Sie/er soll sich ohne Ende bewerben, recherchieren, telefonieren,
sein ganzes Leben und das des Partners, der Familie,
nach der Arbeitsplatzsuche ausrichten.
Der Arbeitslose hat also die Pflicht, alles mögliche und unmögliche
zur Verbesserung seiner Situation zu tun.
Diese Pflicht wird vom AA und ZfA eingeFORDERT.
Kann ich dann sowas in der Richtung sagen wie
„Es macht keinen Sinn mich zu bewerben, weil es eh keine
Jobs für mich gibt. Dieser Vorschlag ist auch zu verwerfen
und die Idee ist auch sinnlos. Also lassen wir das ganze,
sie überweisen mir das Geld und ich sitze zu Hause und
ordne meine Papiere“?
Der gute Mann, die gute Frau beim AA/ZfA werden indirekt
von mir bezahlt; sie bekommen ein Gehalt für ihre Arbeit.
Ich FORDERE eine aktive Mitarbeit an der Lösung des
GEMEINSAMEN Problems.
Absolut richtig ist es meinen Berater darauf hinzuweisen,
dass ich ein Kunde bin der mit Eigenleistung
und Geld das Unternehmen dafür bezahlt, dass dieses für ihn,
den Arbeitslosen, arbeitet! (ich bezahle nicht für die
Verwaltung!)
Konkret FORDERE ich Adressen, wo ich mich bewerben „könnte“.
Ich FORDERE einen Nachweis darüber, wieviele Firmen im zumutbaren
Arbeitsweg-Umkreis von meinem Berater angerufen, besucht
oder angeschrieben worden sind (initiativ selbstverständlich).
Ich FORDERE min. ein individuell ausgewertetes Brainstorming,
was mir weltweit alle nur Erdenklichen Alternativen aufzeigt.
Ich FORDERE eine kontinuierliche Rückmeldung per Post, Fax, E-Mail.
Wenn ich mit einem Unternehmen, einem Service nicht zufrieden bin,
werde ich alles daran setzen dies zu ändern.
Aber es soll ja Leute geben, die ihr ungenießbares Essen im
Restaurant lieber runter würgen, als es zurück gehen zu lassen.
Ich gehöre zu denen, die zusätzlich noch eine Entschädigung
fordern und wenn nötig die Angelegenheit vor Gericht klären.
Wenn ich allerdings etwas geschenkt bekomme,
kann ich auch keine Ansprüche stellen.
Im Falle von AA/ZfG war das in etwa vor HarzIV so.
Heute wird von mir erwartet, dass ich meinen Job als
Arbeitsloser möglichst gut mache.
Das gleiche erwarte ich auch vom AA/ZfA.
Grüße,
Erik
p.s. bin z.Z. (noch) nicht arbeitslos