Ich bin 35 und beruflich in eine Phase gelangt, aus der ich nicht mehr raus weiß.
Ich bin staatlich geprüfte und vereidigte Übersetzerin für die italienische Sprache. Leider kann ich von diesem Beruf nicht leben, da sich einfach zu wenige Aufträge ergeben. Ich arbeite z.Zt. als Texterin in einer PR-Agentur, dort möchte/muß ich aber in absehbarer Zukunft aus unterschiedlichen Gründen weg. Ich versuche gerade - da ich in dem Bereich auch Erfahrung habe - mich als Italienischlehrerin zu bewerben; da ich habe leider in einer nicht allzugroßen Stadt wohne, ergibt sich da momentan gar nichts. Da ich nach meinem Studium der Germanistik und Anglistik (in Italien) auch ein Aufbaustudium in BWL absolviert habe, habe ich in der Vergangenheit auch im kaufmännischen Bereich gearbeitet. Nun möchte ich weder in diesem Bereich noch weiterhin in der Werbe- und PR- Branche arbeiten… beide liegen mir nicht unbedingt. Es bleiben sehr wenige Möglichkeiten! Da ich sehr auf eine Stelle als Lehrerin gehofft habe, weiß ich jetzt nicht mehr, was ich tun soll und wonach ich suchen kann. Ich brauche Rat! Ich habe auch an Telearbeit gedacht, da ich mich ein wenig mit Internet & Co. auskenne. So etwas wäre auch für die Zukunft ideal, da ich bald ein Kind haben möchte. Aber wie kommt man an solchen Jobs? Habe vergeblich in allen möglichen Internet-Jobseiten gesucht…
Ich weiß, ihr könnt mir keinen Job besorgen. Aber ich brauche unbedingt Rat! Diese berufliche Situation macht mich extrem unzufrieden und ich weiß nicht mehr, wie ich sie selbst lösen kann.
Danke im voraus!
Gruß
Camilla
Hallo Camilla,
Ich kann Dir leider keinen Job anbieten, aber Dir vielleicht ein wenig Mut machen! Also mit Deinen Fähigkeiten wäre es doch u.U. möglich, dass Du als Lektorin arbeitest? Ich mache das auch - und es ist ein klasse Job! Ich arbeite von zuhause aus, bekomme Manuskripte, die ich nachzugucken habe, entweder per e-mail oder per Post… und dann geht’s los! Arbeitszeiten sind immer dann, wenn ich arbeiten will: morgens, mittags, nachts, alles egal! (Also das wäre auch prima mit Kind etc. zu vereinbaren!) Wie kommt man nun an einen solchen Arbeitgeber? Es lohnt sich wohl nicht soooo dolle, bei den „großen Verlagen“ (Rowohlt etc.) nachzufragen, da die sicher allesamt mit ihren Herren und Frauen Dr. phil. ausreichend versorgt sind. Also lieber die kleinen Verlage anschreiben, einfach in die gelben Seiten des Telefonbuches gucken: von A-Z alle interessanten Verlage anschreiben. Jede mittlere Kleinstadt hat da schon einiges an Verlagen zu bieten, in größeren Städten (ggf. mit Unis) natürlich noch viel mehr. Und es muss nicht Belletristik sein, gerade Sachbuchverlage sind auf LektorInnen angewiesen. Ggf. findest Du ja auch was, was zu Deinen Interessen passt (italienische Kochbücher; Einführungsbücher fürs Internet; Pädagogenzeitschriften; Werbefirmen… !) Ansonsten kann man sich auch als Lektorin in ganz fachfremde Dinge einarbeiten - man ist da vielleicht sogar manchmal besser, als die, die schon „Fachidioten“ geworden sind! Lass Dich aber nicht mit so einem dämlichen Praktikum „für ohne Geld“ abspeisen, dafür hast Du einfach viel zu gute Fähigkeiten!!
liebe Grüße
Anne
Hallo Camilla,
Anne hat doch schon einen guten Vorschlag gemacht.
Wie wäre es denn, wenn Du mal auf den italienischen Internetseiten surfst und denen anbietest deutsche Übersetzungen zu machen? Vielleicht ist der eine oder andere dabei, der daran interessiert ist? Gerade so im Rahmen der EU denke ich so an Vertriebswege von italienischen Produkten (Wein, Schuhe etc.).
Schreibe die Leute doch einfach mal per Mail an.
Gruss Zauberm@us
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Hallo Camilla,
aus Deinem Posting gewinne ich den Eindruck, daß Du Dich im Moment selbst verrückt machst und den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst.
Auf Anhieb fallen mir so ein: Import-Exportfirmen, Speditionen und Verlage natürlich. Dann gibt es noch Hersteller beinahe beliebiger Produkte, für die die Sprachbarriere eine schwer zu nehmende Hürde ist. Dabei weiß ich, wovon ich rede, denn ich habe nämlich genau dieses Problem. Ich schildere Dir die Sache mal am Beispiel der englischen Unterlagen, die kürzlich zu erstellen waren. Ich produziere Investitionsgüter, von deren Arbeitsweise und Bedienung auch der durchschnittliche Fachmann keine Ahnung hat. Die Dinge sind eben sehr erklärungsbedürftig und Bedienungsfehler können für den Anwender fatale Folgen haben. Wenn also die Betriebsanleitung nichts taugt, kann das deshalb auch Haftungsfolgen für mich haben. Wenn ich sowas in ein Übersetzungsbüro gebe, kommt da sehr wahrscheinlich Müll heraus. Die Sache muß sprachlich und inhaltlich Fachbuchqualität haben. So übersetzte ich zunächst eine Rohfassung mit meinem Schulenglisch selbst, gab das dann einem Muttersprachler und hinterher noch einem englischen Ingenieur. Erst danach hatte ich das Gefühl, daß der Stil geschliffen und der Inhalt stimmig waren.
Das Problem dürften ungezählte mittelständische und kleine Firmen haben, die ihrem Produkt keinen zusammengestoppelten Waschzettel beilegen wollen. Der Übersetzer muß sich die Originalfassung ansehen und verstehen, was gemeint ist. Er muß sich das Produkt möglicherweise ansehen, um zu einer vielleicht noch besser verständlichen Form zu kommen. Das Ganze dann für Prospektunterlagen, Betriebsanleitungen, Geschäftsbedingungen …, eben Arbeit ohne Ende und eine Arbeit, die überwiegend zu Hause zu erledigen ist. Paßt also auch für eine junge Mutter.
An die Kunden kommst Du, indem Du in Deiner Region ansässige Firmen (Geschäftsleitung, Marketingabteilung) anschreibst, von denen Du annimmst oder weißt, daß diese auch exportieren. Mehr als ein oder zwei Kunden brauchst Du nicht, wenn Du das zunächst neben Deinem Job beginnst. Wenn Du erst einmal dabei bist, kommen weitere Kontakte fast von allein.
Gruß
Wolfgang
Ich habe auch an
Telearbeit gedacht, da ich mich ein wenig mit Internet & Co.
auskenne. So etwas wäre auch für die Zukunft ideal, da ich
bald ein Kind haben möchte. Aber wie kommt man an solchen
Jobs? Habe vergeblich in allen möglichen Internet-Jobseiten
gesucht…
Hi Camilla,
Zu Telearbeit gibt es vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung eine ausführliche Publikation: Telearbeit - Best. Nr A199, Telefon : 0180-515 15 10, oder www.bma.bund.de
Gruss