Überstunden

Hallo,
eine Freundin hat folgendes Problem: vertragliche Arbeitszeit 42 Std/Woche, tatsächliche aber zwischen 46 - 50 Std./Woche ohne Freizeitausgleich oder Lohnausgleich. Gehalt 2.600 brutto (selbes Gehalt wie in der letzten Firma, dort allerdings mit definitiv keiner Verantwortung, null Anspruch und echten 40 Stunden), ackert wie ein Pferd, hat viel Verantwortung und arbeitet sehr selbständig. Ist noch in der Probezeit, fühlt sich aber langsam so ziemlich ausgenutzt und möchte das eigentlich so nicht mehr hinnehmen! Wie kann Sie ein Gespräch mit dem Chef anfangen, ohne gleich blöd da zu stehen? Sie würde es verstehen, wenn es nicht möglich wäre, ihr mehr zu zahlen, da die Firma relativ jung ist und in der Aufbauphase. Würde also auch damit zufrieden sein, ein Überstundenkonto zu haben. Bekommt auch von vielen Seiten Lob, auch von höherer Stelle, was ja auch zeigt, dass Sie ihre Arbeit gut macht und man ihre Arbeit schätzt!
Habt Ihr Tipps, wie sie es geschickt anstellen kann? Sie hat halt auch die Befürchtung, dass man sich schon dran gewöhnt, dass sie immer da ist und alles macht und zu allem JA sagt. Sie will aber auch nicht der Typ sein, der sich bis Ende der Probezeit alles gefallen lässt und dann radikal umschwingt - sie ist da lieber ehrlicher und regelt sowas im Vorfeld. Ihren Job macht sie sehr gerne, aber so langsam hat sie halt echt kein Privatleben mehr und möchte nicht der DvD werden!

Viele Grüße und Danke,
Sonja

Ach ja, keine leitende Funktion, keine Mitarbeiter, keine Möglichkeit, jemanden zu deligieren oder was abzugeben! Macht ALLES selber! Ist Assi der Geschäftsleitung. Sprichwörtlich…

Hi,

ist natürlich immer ein sensibles Thema :frowning:
Evtl. ist es je nach Chef ratsam, in ‚homöopathischen Dosen‘ bzw. schrittweise vorzugehen.
Auch gilt zu klären, ob sie vielleicht auch von sich aus mehr tut, als von ihr gefordert wird :wink:

Stunden), ackert wie ein Pferd, hat viel Verantwortung und
arbeitet sehr selbständig. Ist noch in der Probezeit, fühlt
sich aber langsam so ziemlich ausgenutzt und möchte das

Sie könnte zunächst prüfen, ob es Aufgaben gibt, die sie evtl. delegieren könnte, oder sie von der wesentlichen Arbeit unnötig abhalten.
Was sie zusätzlich zu ihren Aufgaben aus der Stellenbeschreibung oder ihrem Aufgabengebiet bearbeitet und dies nochmals betonen.

Dann den Chef fragen, ob er eine Möglichkeit sieht, dass dies an jemanden mit mehr Kapazitäten übertragen werden könnte, oder vielleicht softwaretechnisch oder sonstwie rationalisiert, umstrukturiert werden kann.
Konkrete Lösungsvorschläge, Ideen oder Beispiele hierzu kämen da schon gut.

Sie könnte auch zunächst erst mal sagen, dass sie mal einen oder 2 halbe/n Tag/e oder Stundenweise frei braucht, bzw. früher gehen muss um private Dinge zu regeln, da ihr in letzter Zeit hierfür auf Grund der vielen Arbeit zu wenig Zeit blieb.

Je nach Chef dezent nachfragen, wie denn dauerhaftes überdurchschnittliches Engagement ‚honoriert‘ wird, und es vielleicht eine Art ‚Vertrauensarbeitszeit‘ gibt. Auf jeden Fall betonen, dass es ihr bewusst ist, dass es die Situation der Firma erfordert, engagierte Mitarbeiter zu haben und man an einem Strang ziehen muss um den Unternehmenserfolg voranzutreiben.

Vielleicht auch in die Richtung lenken, dass eine zu starke Beanspruchung auch zu Fehlern führen kann und man auf Dauer unkonzentrierter wird. Sowas in der Art.

Ist wirklich schwierig, das muss sie halt auf die Persönlichkeit des Chefs abstimmen. Dass sie zur Mehrarbeit bereit und offensichtlich auch belastbar und tüchtig ist, wird ja wahrgenommen und ist dem Chef bewusst. Wenn er clever ist, weiß er auch, dass man seine MA nicht überstrapazieren darf. Das muss sie ihm eben klar machen. Engagement ja, aber alles hat seine Grenzen.

Ich hoffe es ist etwas dabei, das sie umsetzen kann.

bye

Moin Sonja,

wenn sie was geändert haben will, dann muss sie handeln. Ihr scheint klar zu sein, dass ihr die Freizeit wichtiger als mehr Geld ist und das ist ne klare Ansage, die sie ihrem Chef vortragen muss - halt sachlich, ohne zu heulen/jammern. Sie ist in der Probezeit - IHRER Probezeit, d.h. auch sie hat in dieser das Recht und die Möglichkeit, sich ein Bild zu machen vom Job. Und auch sie sollte sich am Ende der P.Zeit entscheiden, ob sie dort bleiben möchte.

Wenn sie ein Gespräch führt, sollten ihr aber auch Konsequenzen klar sein. Wie reagiert sie, wenn der Chef sagt „schön Frau x, dass sie mir das sagen - wie lautet ihr Vorschlag? Wir können auf Sie leider nicht verzichten, die Arbeit muss gemacht werden, wir haben kein GEld eine weitere Kraft einzustellen…“ - was macht sie dann? Hat sie Vorschläge parat (z.B. Auszubildende, Praktikanten… etc.)?

Es nützt nichts, das Problem auf den Tisch zu legen und keinen Lösungsvorschlag parat zu haben. Das ist denke ich die Praxis.

Viel Erfolg!
Gruß
Demenzia

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Hallo Demenzia,

Danke erst mal! Sie würde ja den Vorschlag bringen, ein Überstundenkonto aufzubauen. Es kommen sicher auch mal wieder lockerere Zeiten, wenn die schlimmste Aufbau- und Organisationsphase vorbei ist, in denen könnte sie das dann nutzen oder eben an Brückentagen! Ich meine, wenn der Chef mit ihrer Arbeit zufrieden ist, wovon sie mal ausgeht, dann dürfte das doch kein Problem sein, oder wie seht Ihr das? Wenn das ein Grund für den Chef wäre, sie wegen dieser Angelegenheit nach der Probezeit nicht zu nehmen/während der Probezeit zu kündigen, dann wäre das eine Ausrede und ihn würde etwas anderes an ihr stören! Sie ist ja definitiv nicht faul, das beweist sie doch durch diese Überstundenbereitschaft, aber sie muss sich ja nicht ausbeuten lassen!

Grüßle,
Sonja

Ach ja, keine leitende Funktion, keine Mitarbeiter, keine
Möglichkeit, jemanden zu deligieren oder was abzugeben! Macht
ALLES selber! Ist Assi der Geschäftsleitung. Sprichwörtlich…

Dann den Chef ansprechen, mit ihr eine Prioritätenliste zu erarbeiten, bzw. selbt eine erstellen und hin und wieder sagen, dass dies und jenes verschoben wird, da diese (1000 anderen wichtigen Dinge) zuerst erledigt werden müssen.
Dies und das kam zu kurzfristig rein, kann nur in Bürozeiten erledigt werden und es ist ja nun schon 18 Uhr.
So kleine Winke mit dem Zaunpfahl. Sie kann das sicher ein bisschen steuern und so hindrehen, dass es nicht an ihrem Organisationsmangel liegt.

Oder eben direkt und offen ansprechen, dass sie zwar am Ball bleibt, aber dies als Dauerustand nicht leisten kann oder will. Sie ist ja in einer guten Position, wenn sie die einzige MA ist.

Wenn er jemanden neues einstellen und einarbeiten muss, kostet ihn das mehr Zeit, als ihr mal ein paar Stunden frei zu geben, oder einiges eben wieder selbst zu erledigen :wink:

bye

nö -
Hi-

Danke erst mal!

Gern geschehn.

Sie würde ja den Vorschlag bringen, ein
Überstundenkonto aufzubauen. Es kommen sicher auch mal wieder
lockerere Zeiten, wenn die schlimmste Aufbau- und
Organisationsphase vorbei ist, in denen könnte sie das dann
nutzen oder eben an Brückentagen!

na dann soll sie den Vorschlag machen (keine Ahnung, ob das wirklich realistisch ist… erfahrungsgemäß wechseln den Aufbaustress immer neue Projekte/Aufgaben/Themen etc.). Aber es ist erst mal ein Vorschlag!

Wenn das
ein Grund für den Chef wäre, sie wegen dieser Angelegenheit
nach der Probezeit nicht zu nehmen/während der Probezeit zu
kündigen, dann wäre das eine Ausrede und ihn würde etwas
anderes an ihr stören!

bzw. ihn würde stören, dass sie ihr Interessen und Voraussetzungen - konsequent! - äußert. Das könnte durchaus ein Grund sein, warum er sich gegen sie entscheiden könnte. Aber ich denke mal, sie wird ihn ja wohl schon ein wenig einschätzen können. Und letztlich führt kein Weg dran vorbei an dem GEspräch - es sei denn, sie findet sich damit ab, mehr zu ackern als sie möchte (damit riskiert sie allerdings ihre Zufriedenheit und darunter leidet letztlich das Arbeitsverhältnis…etc. pp.).

Sie hat nix zu verlieren -
Gruß
Demenzia

max 10h/Tag
Hi,

es tut mir wahnsinnig leid, aber wenn ich Assi der GL sein will, dann kann das ja wohl so dramatisch nicht sein max. 10h/Tag zu arbeiten, oder?
Unter keiner Freizeit verstehe ich etwas anderes als von 9-19.00 zu arbeiten. Da hat man doch noch den gesamten Abend vor sich. Vor 20.00 geht man doch eh nicht essen oder isst mit seinem Partner zu Hause.

Wenn ich das alles nicht will, sprich keine Karriere machen möchte, dann würde ich mit dem Chef sprechen und das auch so klar machen. Ehrlich sein und dann ohne Umwege zum Punkt kommen. Dann wird sie aber auch in 10 Jahren nicht wesentlich mehr verdienen und weiterhin keine Verantwortung haben.

So long und Gruß
C.

Moin Christoph,

es tut mir wahnsinnig leid, aber wenn ich Assi der GL sein
will, dann kann das ja wohl so dramatisch nicht sein max.
10h/Tag zu arbeiten, oder?

da hast du einerseits Recht…

Dann wird sie aber auch in 10 Jahren nicht wesentlich
mehr verdienen und weiterhin keine Verantwortung haben.

… mit dieser Prognose allerdings nicht wirklich. Mag sein, dass es Unternehmen gibt, in denen das Gehalt tatsächlich irgendwann mal steigt. Ich hab’s nie erlebt, auch mit 14 Stunden Arbeit als Assi der GF nicht. Von daher: ich hab die Konsequenz gezogen - kein Bock mehr auf Karriere (genug arbeiten muss ich trotzdem noch, aber ich bin etwas gelassener geworden).

Achso: und Verantwortung hat nichts mit der Höhe des Gehalts zu tun (so zumindest von mir erlebt in den letzten 20 Jahren…)

Gruß
Demenzia