Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

Von: , Frage gestellt am Mo, 31. Okt 2005

Hallo,

muss das Thema von unten nochmal anwärmen, weil ich gerade nicht so ganz fassen kann, was heutzutage schon alles als verkorkster Lebenslauf angesehen wird? Von 2001 bis jetzt mal ohne Arbeit, dafür seit 1974 immer ein fliessiges Bienchen gewesen -wo ist das Problem???

-1998 12. Klasse abgebrochen kurz vor den Abiprüfungen
-1998 Ausbildung begonnen
-2001 Ausbildung abgebrochen wieder kurz vor den Prüfungen
-Arbeitslosigkeit mit 21
-über zwei Jahre planlos Jobs in Kneipen, Discotheken, Nachtclubs, Tabledance (Arbeitszeugnisse aus dieser Zeit? Wohl kaum...)
-2003 Nach zwei Jahren Rückkehr zum einstigen Ausbilder und Wiederholung letztes Lehrjahr
-2004 Ausbildung beendet
-2004 Festanstellung nach abgeschlossener Berufsausbildung
-2005 betriebsbedingte Kündigung

Müssen solche Menschen sich jetzt erschiessen oder können sich gleich auf Hartz IV forever einstellen oder was würdet Ihr da empfehlen???

Viele Grüsse


Marlene

7 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 49 Minuten 1 hilfreich
    Re: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

    Hallo Marlene
    Wenn du den Lebenslauf so formulieren würdest kannst du jegliche Anstellung wirklich vergessen.
    Wichtig ist die positive Formulierung in deinem Lebenslauf und trotzdem bei der Wahrheit bleiben.
    Ausserdem macht sich Initiative immer gut, also selber Anzeigen aufgeben u.s.w.
    Vom Arbeitsamt kannst du keinerlei Hilfe erwarten, ist derzeit reine Verwaltung der AL und Statistik kaschieren.

    FG longwolf [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

      Hallo Long, Wenn du den Lebenslauf so formulieren würdest kannst du
      jegliche Anstellung wirklich vergessen.
      Ach, ehrlich??? Sag' bloß ;-))) Wichtig ist die positive Formulierung in deinem Lebenslauf und
      trotzdem bei der Wahrheit bleiben.
      Naja, also bei bestimmten Dingen geht nur eins: entweder positive Formulierung oder die Wahrheit... Ausserdem macht sich Initiative immer gut, also selber
      Anzeigen aufgeben u.s.w.
      Vom Arbeitsamt kannst du keinerlei Hilfe erwarten, ist derzeit
      reine Verwaltung der AL und Statistik kaschieren.
      Das ist sehr richtig, die wirklich lächerlichste Institution in unserem ganzen ohnehin witzigen Staatssystem ;-(

      Schönen Abend


      Marlene

  2. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

    Hallo, Müssen solche Menschen sich jetzt erschiessen oder können sich
    gleich auf Hartz IV forever einstellen oder was würdet Ihr da
    empfehlen???
    Meine Meinung ist inzwischen: es gibt in D sowieso zu wenig Jobs für viele Arbeitslose, über eine stinknormale Bewerbung mit einem "normalen" Lebenslauf eine unbefristete, ordentlich bezahlte Festanstellung zu bekommen ist fast wie ein 6er im Lotto geworden.

    Die einzige wirklich sinnvolle Methode scheint zu sein wenn man Vitamin B hat - und da ist es dann auch eher nachrangig ob der Lebvenslauf perfekt ist, weil nicht der, sondern die Connections einem dem Job verschafft haben.

    Aber so generell muß man zu Deiner Lebenslauf-Frage sagen: Es kommt auch immer darauf an wie man sich und seinen Werdegang darstellt. Schon der Begriff "planlos" zeigt natürlich deutlich Deine Denkweise... Auch wenn Du das so nicht in einen Lebenslauf schreiben würdest ist das natürlich ein falscher Ansatz. Du mußt immer versuchen Dich und Deinen Werdegang positiv darzustellen: auf die Schnelle fällt mir ein - man könnte die Tingelei "Veranstaltungsmanagement" oder so nennen :-) Und natürlich muß man dann irgendeinen Sinn darein bringen, also eine Erklärung liefern warum einem das genutzt hat, was man da gelernt hat, wie man davon profitiert.

    Es muß natürlich wahrheitsgemäß bleiben, aber ich hätte da keine Hemmungen mich maximal positiv darzustellen.

    Am Ende ist es ja, wenn wir mal ehrlich sind, völlig egal wie alt man ist oder welchen Lebenslauf man hat. Im Grunde zählt nur was man leistet und wie man ins Unternehmen paßt. Das hängt aber überhaupt nicht davon ab welchen Lebenslauf man hat, nicht davon wie man in der Schule war und nicht davon was irgendwelche Äußerlichkeiten sagen. Insofern entscheidet sich immer erst später wie gut man zu einer Stelle paßt, man muß es allerdings blöderweise immer erstmal schaffen durch den Bewerbungsprozeß zu kommen.

    Also kommt's nur auf positive Darstellung an und daß man bei der Wahrheit bleibt. Aber ansonsten habe ich keine Probleme den völlig überkanditelten Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes auch genauso schön übertriebene Unterlagen entgegenzusetzen... Die Welt will betrogen sein, und das gilt auf dem deutschen Arbeitsmarkt ganz besonders.

    Gruß,

    MecFleih

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

      Hallo, Meine Meinung ist inzwischen: es gibt in D sowieso zu wenig
      Jobs für viele Arbeitslose, über eine stinknormale Bewerbung
      mit einem "normalen" Lebenslauf eine unbefristete, ordentlich
      bezahlte Festanstellung zu bekommen ist fast wie ein 6er im
      Lotto geworden.
      Hmm, also das macht mir ja gleich wieder Mut... Sehe das leider ganz ähnlich, aber mit dieser Einstellung macht man sich's auch alles nur noch schwerer für sich selbst. Die einzige wirklich sinnvolle Methode scheint zu sein wenn
      man Vitamin B hat
      Ja --> w e n n <-- - und da ist es dann auch eher nachrangig ob
      der Lebvenslauf perfekt ist, weil nicht der, sondern die
      Connections einem dem Job verschafft haben.
      Das ist logisch... Aber so generell muß man zu Deiner Lebenslauf-Frage sagen: Es
      kommt auch immer darauf an wie man sich und seinen Werdegang
      darstellt. Schon der Begriff "planlos" zeigt natürlich
      deutlich Deine Denkweise...
      Ach ja? Wie denke ich denn? Auch wenn Du das so nicht in einen
      Lebenslauf schreiben würdest ist das natürlich ein falscher
      Ansatz. Du mußt immer versuchen Dich und Deinen Werdegang
      positiv darzustellen: auf die Schnelle fällt mir ein - man
      könnte die Tingelei "Veranstaltungsmanagement" oder so nennen -)
      Das wäre aber gelogen... ;-)) Und natürlich muß man dann irgendeinen Sinn darein
      bringen, also eine Erklärung liefern warum einem das genutzt
      hat, was man da gelernt hat, wie man davon profitiert.
      Ja, ha ha, natürlich war da ein Sinn. Null-Bock-Phase oder "sich finden", Kohle musste ran für die vielen vielen Partys und all die bunten Drogen, Du verstehst? Das war der Sinn, und ganz ehrlich, bereuen tu'ich das keineswegs, höchstwahrscheinlich habe ich für mein Alter einiges mehr an Lebenserfahrung und Vielschichtigkeit als jene, die immer nur den geraden Weg gehen, ohne erstmal für sich selbst eigentlich bissel was erlebt und gesehen zu haben. Es muß natürlich wahrheitsgemäß bleiben, aber ich hätte da
      keine Hemmungen mich maximal positiv darzustellen.
      Und da haben wir's schon. Wahrheit? Klar, also von mir aus gerne, nur ehe ich mal unter Hunderten den einen Chef treffe, der mehr an echten Leistungen denn an Lug und Trug interessiert ist, könnten paar viele Jährchen vergehen in dieser Blendergesellschaft... Am Ende ist es ja, wenn wir mal ehrlich sind, völlig egal wie
      alt man ist oder welchen Lebenslauf man hat. Im Grunde zählt
      nur was man leistet und wie man ins Unternehmen paßt. Das
      hängt aber überhaupt nicht davon ab welchen Lebenslauf man
      hat, nicht davon wie man in der Schule war und nicht davon was
      irgendwelche Äußerlichkeiten sagen.
      Ganz genau dies ist der Punkt :-) Insofern entscheidet sich
      immer erst später wie gut man zu einer Stelle paßt, man muß es
      allerdings blöderweise immer erstmal schaffen durch den
      Bewerbungsprozeß zu kommen.
      Also kommt's nur auf positive Darstellung an und daß man bei
      der Wahrheit bleibt. Aber ansonsten habe ich keine Probleme
      den völlig überkanditelten Anforderungen des deutschen
      Arbeitsmarktes auch genauso schön übertriebene Unterlagen
      entgegenzusetzen... Die Welt will betrogen sein, und das gilt
      auf dem deutschen Arbeitsmarkt ganz besonders.
      Naja... traurige Zeiten einer armen Gesellschaft...

      Guß an Dich


      Marlene

  3. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

    Hallo Marlene,
    verkorkst oder knorke?? Das ist hier die frage und zwar eine an Dich. Ich bin nach dem Studium gute zwei Jahre quer durch die welt gereist. Das habe ich selbst finanziert und eigenständig organisiert. Diese "Lücke" ist und war immer eins meiner Alleinstellungsmerkmale.

    Kurzgesagt, es ist eine Frage des Verkaufens. Ich beziehe mich bei Bewerbungen regelmäßig explizit auf diese "Lücke" und beweise damit Sprachkenntnisse, Organisationsgeschick und die Kompetenz mit unerwarteten Situationen umgehen zu können.

    Mit Mut zu noch mehr Lücken im Leben
    Pat

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

      Hallo Pat, verkorkst oder knorke?? Das ist hier die frage und zwar eine
      an Dich.
      Eben, genau das ist die Frage der Sichtweise des Gegenüber. Ich z.B. finde mein bisheriges Leben nicht verkorkst, eher ganz im Gegenteil. So eine Zeit, das musste eben sein, manche Menschen brauchen das, aber das hat mir doch nix geschadet, weisst? Wenn ich mich heute um eine Stelle bewerbe, dann wenigstens mit vollem Engagement und weil ich das wirklich will und nicht, weil's eben so ist. Heute weiss ich genau, wenn ich was tue, warum ich es tue und entsprechend ist meine Motivation. Und ich finde es auch ganz normal, dass man erstmal zu sich selber finden muss, bevor man ein Berufsleben wirklich ernst nehmen kann. Wer weiss schon mit 17 den Ernst der Lage richtig abzuschätzen, wer weiss da schon wirklich, wohin seine Fähigkeiten und Interessen gehen, vor allem, weil ja unser Schulsystem leider meilenweit an der Realität vorbei fährt, völlig weltfremd. Ich bin nach dem Studium gute zwei Jahre quer durch
      die welt gereist. Das habe ich selbst finanziert und
      eigenständig organisiert. Diese "Lücke" ist und war immer eins
      meiner Alleinstellungsmerkmale.

      Kurzgesagt, es ist eine Frage des Verkaufens. Ich beziehe mich
      bei Bewerbungen regelmäßig explizit auf diese "Lücke" und
      beweise damit Sprachkenntnisse, Organisationsgeschick und die
      Kompetenz mit unerwarteten Situationen umgehen zu können.
      Hä hä, also grundsätzlich gefällt mir das gut, was Du schreibst, nur warst Du höchstwahrscheinlich wirklich die zwei Jahre on globe oder aber Du würdest im Ernstfall dennoch mit solchen Leistungen wie verschiedenen Sprachen aufwarten können, ich könnte das nicht, und schon wäre da wieder das Grundproblem... Mit Mut zu noch mehr Lücken im Leben
      Naja, also je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr steigt in mir ehrlich gesagt der Gedanke auf, das Abi nachzuholen (hatte's ja schonmal fast, ha ha) und dann doch noch Uni. Irgendwie scheint mir das die annehmbarste Lösung, zumindest, ehe ich nur blöde zuhause rumsitze.

      Auf die Lücken ;-))


      Marlene

  4. Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
    Re: Nochmal 'verkorkster Lebenslauf'

    Hallo Marlene,

    es geht ja hauptsächlich mal darum, dass du die Chance bekommst - totz des, wie du sagst "verkorksten Lebenslaufes" - dich mal persönlich vorzustellen und den potentiellen AG überzeugen zu können.

    Bewirbst du dich im Moment bei Versicherungen? Hast du von deiner letzten Festanstellung ein gutes Zeugnis? Welches sind deine Stärken, sprich deine Asse, die du ausspielen kannst ohne von der Wahrheit abzuweichen? (Du musst sie hier nicht aufzählen, aber mach dir mal selbst 2 Listen: eine mit den Sachen, die Du fachlich ganz gut beherrscht und eine mit deinen persönlichen Stärken: z.B. gute Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Belastbarkeit, Menschenkenntnis etc.) Bewerbe dich in Eingeninitiative um Jobs in denen mehrere deiner Fähigkeiten gefragt sind. Dann hast du: a) wohl kaum Mitbewerber, b) keine Vorgaben und kannst somit vielleicht schon mal mit einem guten Brief (ohne Lebenslauf) zumindest auf dich neugierig machen. Wichtig ist, dass du mal zum Vorstellungsgespräch kommst. Da spielt dann der erste Eindruck eine große Rolle. Wenn du denen sympathisch bist und du zudem noch nicht als Bittstellerin da ankommst ist das schon die halbe Miete. Dann kannst du denen auch deinen "Lebenslauf" "verkaufen". Ohne Lügen, kannst du bestimmt das Positive herauskehren. Geh' bloss nicht hin und denke, du müsstest dich rechtferitgen oder jede Einzelheit preisgeben. Bleibe bei der Wahrheit und übe diplomatische Antworten auf Fragen, die man dir stellen könnte? Sei bereit in freundlichen Ton und ganz ruhig und gelassen auch auf Fragen zu antworten, die dir etwas "agressiv"/provokativ erscheinen, wie z.B. "Warum sollen wir sie einstellen, wenn sie so eine sind, die gleich alles hinschmeisst." Es braucht schon ein wenig innere Vorbereitung, um da ruhig, freundlich und positiv eine clevere Antwort geben zu können wie in etwa: "Weil ich in meiner Jugend schon alles ausprobiert habe, was ich wollte und heute besser den je weiss, wer ich bin und in welche Richtung ich gehen möchte. Sehr zum Unterschied zu anderen, die mit 40 noch ihren Weg suchen, weil sie als junge Menschen keine Möglichkeit oder keinen Mut hatten mehreres auszuprobieren und festgetrampelte oder vorgeschriebene Wege gegangen sind." Und ... wichtig ist der Ton und dein gesamter Auftritt.

    Mein Rat in Kurzform: Initiativbewerbung, lieber mehr auf das Anschreiben konzentrieren und den Lebenslauf vielleicht auch mal "vergessen". Und auf jeden Fall positiv formulieren ... von ... bis Ausbildung als XXX (dass das bis-Datum der Abbruch war musst ja nicht ausdrücklich hinschreiben). Und konzentriere Dich auf deine Stärken und Kenntnisse die du den "Lücken" entgegenhalten kannst.

    Schreibe mich direkt an, wenn du noch konkretere Fragen hast.

    Liebe Grüße, Kopf hoch und viel Erfolg!

    Ama

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