Mobbing

Liebe Mobbing-Expertinnen und Experten

Ich bin Nelly, Trainerin im Gastwesen, und habe folgendes Mobbing-Problem.

Seit dem 24. Oktober trainiere ich eine Gruppe von 17 Personen, die Arbeit im Gastwesen suchen. Dieser Kurs wird von der Agentur für Arbeit finanziert.

Heute, am 3. November hat die Chefin der Bildungseinrichtung, in der die Maßnahme stattfindet, mich zu einem Gespräch gebeten und mir folgenden Sachverhalt geschildert.

Ein Teilnehmer (oder waren es vielleicht mehrere?) hat sich beim Geldgeber der Maßnahme über meinen Unterricht beschwert, allerdings ohne meinen Namen zu kennen oder zu nennen.

Das sei Grund genug, mir fristlos zu kündigen.

Ich habe gesagt, dass ich die Kündigung aus folgenden Gründen nicht annehme:

  1. Es ist normal, dass Teilnehmer einer (Zwangs)maßnahme sich auch mal beschweren, vor allen Dingen in den ersten zwei Wochen der Maßnahme.
  2. Es ist bedauerlich, dass der Teilnehmer sich nicht direkt bei mir beschwert hat.
  3. Weiterhin ist bedauerlich, dass der Teilnehmer nicht auf die Idee gekommen ist, sich im Haus bei der Chefin der Bildungseinrichtung zu beschweren.
  4. Es liegt nicht in meiner Macht, solche Beschwerden zu verhindern.
  5. Ich möchte die Möglichkeit haben, mit dem Teilnehmer, der Lehrgangsleitung und dem Geldgeber das Problem am runden Tisch zu klären.
  6. So lange ich nicht diese Möglichkeit bekomme, halte ich diese Kündigung für Mobbing.

Ist das eurer Meinung nach Mobbing?
Falls ja, welche Möglichkeiten habe ich, mich zu wehren?

Vielen Dank
Nelly

Hallo.

Ich bin Nelly, Trainerin im Gastwesen, und habe folgendes
Mobbing-Problem.

Du hast kein Mobbingproblem. Nicht alles, was in einem Beschäftigungsverhältnis schief läuft, ist Mobbing, auch, wenn der Dummfunk solche Auffassungen fördert.

Ein Teilnehmer (oder waren es vielleicht mehrere?) hat sich
beim Geldgeber der Maßnahme über meinen Unterricht beschwert,
allerdings ohne meinen Namen zu kennen oder zu nennen.

Das sei Grund genug, mir fristlos zu kündigen.

Unsinn im Quadrat. Wenn Dir Vorwürfe gemacht werden, sind diese auf Stichhaltigkeit zu prüfen - eine fristlose Kündigung kommt sowieso nur bei schwerwiegenden Vertragsverletzungen in Betracht. Das wäre Betrug, Diebstahl, Urkundenfälschung, Unterschlagung, bla und blä - aber niemals eine oder mehrere anonyme Beschwerden.

Ich habe gesagt, dass ich die Kündigung aus folgenden Gründen
nicht annehme:

Eine Kündigung ist nicht annahmebedürftig. Hätte die Kündigung Substanz (was sie nicht hat, so, wie Du das schilderst), bekämest Du sie, und ob Du sie dann annimmst oder im Himmel Jahrmarkt ist, spielt überhaupt keine Geige. Das nur der Vollständigkeit halber.

  1. Es liegt nicht in meiner Macht, solche Beschwerden zu verhindern.
  2. Ich möchte die Möglichkeit haben, mit dem Teilnehmer, der
    Lehrgangsleitung und dem Geldgeber das Problem am runden Tisch
    zu klären.

Eigentlich das Normalste von der Welt - und auch etwas, was Du verlangen kannst. Deine Chefin hat eine Fürsorgepflicht Dir gegenüber und muss zumindest dafür sorgen, dass Du zu den Vorwürfen Stellung nehmen kannst.

  1. So lange ich nicht diese Möglichkeit bekomme, halte ich
    diese Kündigung für Mobbing.

Diese Kündigung ist kein Mobbing, sondern eine Kündigungsandrohung - und zwar eine, die sehr deutlich zeigt, dass Deine Chefin nicht die geringste Ahnung von ihrer Aufgabe hat. Wenn hier irgendwo Fehlverhalten vorliegt, dann auf dieser Seite. Nun wäre es nicht unbedingt förderlich, dies so zu kommunizieren :wink:

So lange Dir nicht das Kündigungs schreiben zugegangen ist, besteht arbeitsrechtlich keinerlei Handlungsbedarf. Nach dem Zugang ist Kündigungsschutzklage zu erheben : Wenn Du Gewerkschaftsmitglied bist, hilft Dir deren Rechtsschutzstelle; ansonsten kannst Du beim Arbeitsgericht Hilfe bei der Klageformulierung abgreifen (keine Rechtsberatung!). Einen Anwalt bräuchtest Du zunächst nicht - empfehlenswert ist es allemal …

Die andere Schiene ist euer innerbetriebliches „Verhältnis“ : Du solltest Dich schnellstmöglich hinsetzen und ein Gedächtnisprotokoll des unguten Gesprächs anfertigen. Wer hat was zu wem gesagt, welche Vorwürfe stehen im Raum usw. usf.? Der nächste Schritt wäre, Deine Chefin aufzufordern, die Vorwürfe zu konkretisieren und, wenn sie dies nicht kann, ihre Einschüchterungsversuche zu unterlassen. Solche Gespräche immer schön protokollieren, gelle?

Wenn es einen Betriebsrat gibt, ist dieser natürlich sofort einzuschalten …

Vorerst - das heißt, wenn es bei dem bleibt, was Du hier geschildert hast - versuch zu deeskalieren. Geht es weiter, oder gelingt es Dir nicht, eine Gesprächsbasis zu finden, melde Dich gern nochmal, wenn möglich, mit ein paar Fakten bzgl. der Beschwerden, die da angeblich im Raum stehen.

Gruß Eillicht zu Vensre

Oh BITTE!
Hi!

Vorab: Das hat mit Mobbing rein gar nichts zu tun!

Nicht jeder dumme Chef mobbt, nur weil er ein dummer Chef ist!

Mobbing setzt eine ständige Wiederholung voraus!
Schau mal hier http://www.mobbing-net.de/inhalt.html

Das sei Grund genug, mir fristlos zu kündigen.

Das ist Blödsinn!
Wie viele Mitarbeiter sind bei Euch beschäftigt?
Wie lange bist Du schon dort?

Ich habe gesagt, dass ich die Kündigung aus folgenden Gründen
nicht annehme:

Eine Kündigung muss man auch nicht annehmen! Es ist eine EIN seitige Willenserklärung!
Allerdings kann man gegen eine ungerechtfertigte Kündigung durchaus klagen…

  1. Es ist normal, dass Teilnehmer einer (Zwangs)maßnahme sich
    auch mal beschweren, vor allen Dingen in den ersten zwei
    Wochen der Maßnahme.

Sehe ich auch so!

  1. Es ist bedauerlich, dass der Teilnehmer sich nicht direkt
    bei mir beschwert hat.

Ach nun - bedauerlich schon, aber nicht unüblich!

  1. Es liegt nicht in meiner Macht, solche Beschwerden zu
    verhindern.

Menschen können miteinander, oder sie können es nicht! Auch die besten Trainer und Dozenten haben „Schüler“, die motzen!

  1. Ich möchte die Möglichkeit haben, mit dem Teilnehmer, der
    Lehrgangsleitung und dem Geldgeber das Problem am runden Tisch
    zu klären.

Ein Recht hast Du darauf wohl kaum!

  1. So lange ich nicht diese Möglichkeit bekomme, halte ich
    diese Kündigung für Mobbing.

Das ist genau so ein großer Unsinn wie die fristlose Kündigung - sorry!

Ist das eurer Meinung nach Mobbing?

Auf keinen Fall!

Falls ja, welche Möglichkeiten habe ich, mich zu wehren?

Hast Du die Kündigung bekommen? Dann wehre Dich!
Hast Du sie noch nicht, dann stelle es klar!

LG
Guido

Eine Frage - evtl. selbständig?
Hallo auch!

Irgendwie bin ich mir nicht ganz sicher, dass es sich hier um eine Beschäftigung im Rahmen eines Arbeitsvertrages handelt, oder?

Kann es nicht sein, dass die Agentur für Arbeit bzw. der Veranstalter solche Kurse nur einkauft, die Leute aber nicht selbst beschäftigt?

Wäre interessant, was die Fragestellerin dazu sagt.

Gruß,

Daisy