Hallo Eva!
Ein AC steht ihm bei einem anderen Unternehmen auch noch
bevor.Ich frage mich warum man sich eines Auswahlverfahren
bedient ,welches früher zur Auswahl von Offiziersanwärtern
eingesetzt wurde.
Bei jungen Leuten die noch ganz am Anfang stehen finde ich das
zu übertrieben.
Bei der Auswahl eines möglichen Managers,o.k. der soll
schliesslich erfolgreich delegieren aber für die Auswahl eines
Azubis der delegiert werden soll???(und um Jahre im voraus
mögliche „Karrierehengste“ zu endecken ist doch wohl
übertrieben,oder?)
Ich finde durch AC’s wird es den jungen Leuten die einene
Ausbildung machen wollen verdammt schwer gemacht überhaupt
einen Platz zu bekommen.
Menschen sind doch so unterschiedlich wie ihre
Fingerabdrücke.
Hallo Xenia,
genau das ist es! Du stellst bei einem AC sehr gut fest, was der junge Bewerber an Fähigkeiten, Eigenschaften schon mitbringt. Die Ausbildung kostet ein Unternehmen sehr viel Geld und Zeit - viele weitere, ebenfalls teure Mitarbeiter sind ebenfalls damit beschäftigt (also ebenso bezahlt) Wissen und Kenntnisse zu vermitteln. FEhlentscheidungen sind daher teuer. Dieses Risiko versucht man damit zu reduzieren.
Ich frage mich was ein AC über
Lernbereitschaft,Loyalität,Zuverlässigkeit usw. aussagen soll
und ob da nicht die Gefahr besteht,dass nach rein
„wissenschaftlichen“ und weniger nach menschlichen
Gesichtspunkten ausgesiebt wird.
Aber wer weiss,vielleicht ist das arbeiten in der Bankbranche
ja unmenschlich. 
Hart arbeiten mußt Du heute überall und die Konkurrenz ist ebenso überall groß. Unmenschlich, nein, finde ich nicht, durch die Vielfalt an Menschen, mit denen man in diesem Beruf hat, in mancherlei Hinsicht eher das Gegenteil.
Jedes Unternehmen, das ein AC durchführt, entscheidet, welche Eigenschaften oder Verhaltensweisen sie in einem AC beobachten bzw. kennenlernen möchte. Das kann also ganz unterschiedlich sein, je nachdem, was dem Unternehmen wichtig ist. In einer Bank weiß man beispielsweise, daß sich ein Bewerber, der beispielsweise gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringt, von vornherein besser für den Kundenkontakt eignet. Also könnte man z.B.
Aufgaben oder Rollenspiele bringen, bei denen man die Bewerber in dieser Hinsicht beobachten kann. Man kann gezielt die Argumentationsfähigkeit, die Belastbarkeit, die Teamfähigkeit, und … feststellen. Und wer als Beobachter schon dabei war oder auch schriftliche Aufgaben ausgewertet hat, weiß, wie überaus deutlich das feststellbar ist. -
Als Bewerber weißt Du natürlich nicht, was bei dem jeweils gewünschten Rollenspiel oder der Aufgabe beurteilt werden soll.
Manch schriftliche Tests könnte man sich über den Buchhandel kaufen.
Aber Du weißt ja nie, was dran kommt, bzw. was dem Unternehmen wichtig ist. Insofern paßt es einfach am besten zusammen, wenn man aufgrund seines natürlichen Verhaltens unter Beweis stellen kann, daß man möglichst viele dieser gewünschten Eigenschaften und VErhaltensweisen schon mitbringt.
Für den Bewerber eine positive Bestätigung, wenn er das AC geschafft hat und eingestellt wird. Für das Unternehmen Minimierung des Risikos von Fehleinstellungen. Man muß nicht aufwändig Werte und Verhaltensweisen vermitteln und trainieren, die der Bewerber schon mitbringt bzw. deren Fähigkeit oder Einstellung bzw. die Anlagen dazu. Also auch für den Bewerber positiv, dessen Chancen damit bestens stehen, sich in diesem Unternehmen zu bewähren und einzubringen und damit Erfolg und Befriedigung zu haben. Jeder, der selber berufstätig ist, weiß doch, wie wichtig es ist, daß man sich mit seinem Unternehmen und seiner Aufgabe identifizieren kann.
Also: Auch wenn solche AC’s für den Bewerber anstrengend sind, er auch momentan sehr unsicher fühlt, hat es letztlich auch für ihn doch große Vorteile. Hinzu kommt: Da ein Unternehmen immer auch so fair sein und dem Bewerber ein Feedback geben sollte, welche Gründe dafür vorliegen, daß er ggf. nicht eingestellt wird, weiß der Bewerber auch, woran er ggf. für die Zukunft arbeiten bzw. worauf er achten kann. Also selbst in einem Fall der Nichteinstellung noch ein positiver Effekt für ihn.
Und jetzt wünsche ich Deinem Bruder alles Gute!
Gruss, Eva