'Genickbruch' beim Vorstellungsgespräch?

Mein Bruder hatte ein Vorstellungsgespräch bei einer Bank(Ausbildung)
Beim Thema Freizeit hat er erzählt das er sehr gerne liest.

Auf die Frage was er denn zur Zeit/zuletzt gelesen hätte antwortete er Wahrheitsgemäss:
Die Nick Leeson Story!..:frowning:

Für die die es vielleicht nicht wissen,in dem Buch geht es um die wahre Geschichte über einen 28Jährigen Börsenmakler der durch seine Spekulationen die Traditionsreichste Privatbank England’s in den Ruin getrieben hat.

Aus meiner Sicht ein klares „Don’t“!Ich meine er hätte nun gerade diesen Titel für sich behalten sollen.

Oder übertreib ich da?

Oder übertreib ich da?

ja

Hallo Fragewurm,

Auf die Frage was er denn zur Zeit/zuletzt gelesen hätte
antwortete er Wahrheitsgemäss:
Die Nick Leeson Story!..:frowning:

Aus meiner Sicht ein klares „Don’t“!Ich meine er hätte nun
gerade diesen Titel für sich behalten sollen.

Oder übertreib ich da?

Aus Fehlern lernt man. Man kann auch aus Fehlern andererer lernen.

Und nicht umsonst wären alle guten Sicherheitskräfte auch auf der Gegenseite erfolgreich.

MfG Peter(TOO)

Guten Abend!

Auf die Frage was er denn zur Zeit/zuletzt gelesen hätte
antwortete er Wahrheitsgemäss:
Die Nick Leeson Story!..:frowning:

Aus meiner Sicht ein klares „Don’t“!Ich meine er hätte nun
gerade diesen Titel für sich behalten sollen.

Das sehe ich anders. Die Tatsache, daß der junge Mann überhaupt etwas list, was über eine Liste aktuell lieferbarer Handy-Klingeltöne hinaus geht, finde ich durchaus bemerkenswert. Darüber hinaus zeugt die Lektüre der Nick-Leeson-Story bei einem angehenden Bankkaufmann von einschlägigem Interesse :smile:.
Von „don’t“ und „Genickbruch“ keine Spur.

Gruß
Wolfgang

Hallo Xenia,

beim Einstellungsgespräch würde ich ihn fragen, was er davon hält bzw. was seine Einstellung ist und ob er diese Thematik auch von mehreren Seiten betrachtet (evtl. gibt’s auch noch andere Autoren mit gegensätzlciher Meinung ?)

Man muss sich meiner Meinung nach immer ein Gesamtbild eines Themas machen, dazu gehört auch, dass man Bücher liest, die eine gegensätzliche Meinung zur allgemeinen Branche darstellen.

Ein „don’t“ wäre, wenn er diesen Herrn als Helden darstellen würde…

Grüsse

Sven

hi wolfgang,

Die Tatsache, daß der junge Mann
überhaupt etwas list, was über eine Liste aktuell lieferbarer
Handy-Klingeltöne hinaus geht, finde ich durchaus
bemerkenswert.

soweit sind wir schon? :frowning:

entsetzte grüße
ann

Hallo.

soweit sind wir schon? :frowning:

Worauf Du, gewissermaßen …

Der Trend geht inzwischen noch nicht einmal mehr zum Zweitbuch. Schon hier im Forum findest Du viele leuchtende Beispiele bzgl. Lese- und Schreibkompetenz, und zwar tendenziell in der Gruppe der Nutzer um die 20.

Ich habe einige Zeit Einstellgespräche mit Azubikandidaten geführt bzw. an Assessments für Hochpotenzler als Moderator teilgenommen. Dabei war deutlich festzustellen, dass das Hobby „Lesen“ mit fortschreitender Zeit nicht nur seltener genannt, sondern auch wesentlich weniger darunter verstanden wurde. Inzwischen ist „man“ schon stolz, darauf verweisen zu können, dass „man“ jeden Tag die BILD liest. Vor einigen Jahren war noch die FAZ bei Blendern in solchen Gesprächen angesagt … als hätte je ein junger Mensch, so er nicht musste, freiwillig die FAZ gelesen - Du verstehst, was ich meine?

Ja, und zum Abitur hin eine himmellange Literatur-Pflichtliste zu bekommen, würde vermutlich vor die Vereinten Nationen führen … unsere Liste umfasste damals 30-50 Titel pro Semester, und das war ein Abendgymnasium; als ich vor ein paar Wochen in meiner Rehahillibilli mit einer 21jährigen sprach, erzählte die mir, sie hätten immer nur mit kurzen Zusammenfassungen irgendwelcher Literatüren gearbeitet. Wie das bei Hauptschülern aussieht, wage ich mir nicht auszumalen.

Um die Schleife zum Anfang wieder zu kriegen : Wenn ein Bewerber ein Buch angeben kann, noch halbwegs herüberbringt, was der Inhalt desselben ist und womöglich noch eigene Gedanken darüber in einer in dieser Galaxis verständlichen Sprache äußern kann, sticht er aus der Masse der Bewerber heraus wie ein Brautkleid auf dem Misthaufen. Selbst wenn derdiedasjenige nur Schriften von Marx und Moritz nennt, disqualifiziert das überhaupt nicht. Ja, soweit sind wir.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo,

wenn Dein Bruder bei der Nachfrage gesagt hätte „Bild“ oder „Comics“ o.ä., würde ich mir eher Gedanken machen. Ansonsten stimme ich Wolfgang voll und ganz zu.

Aus meinen Assessments als Bankerin weiß ich noch sehr gut, daß man durch dieses Nachfragen nicht nur die Interessengebiete des Bewerbers erfahren möchte, sondern auch absichern, ob der Bewerber einem nicht etwas „vorflunkert“ mit dem genannten Hobby „Lesen“. Es gibt Bewerber, die Antworten geben, von denen sie meinen, sie würden gerne gehört werden und nennen diese dann, ohne sich aber inhaltlich vorzubereiten.

Also, wegen des genannten Titels braucht sich Dein Bruder keine Gedanken machen.

Gruss, Eva

@wolfgang dreyer & @eillicht zu vensre:
bitte hierhin folgen: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

danke
ann

Hallo Eva!
Ein AC steht ihm bei einem anderen Unternehmen auch noch bevor.Ich frage mich warum man sich eines Auswahlverfahren bedient ,welches früher zur Auswahl von Offiziersanwärtern eingesetzt wurde.

Bei jungen Leuten die noch ganz am Anfang stehen finde ich das zu übertrieben.

Bei der Auswahl eines möglichen Managers,o.k. der soll schliesslich erfolgreich delegieren aber für die Auswahl eines Azubis der delegiert werden soll???(und um Jahre im voraus mögliche „Karrierehengste“ zu endecken ist doch wohl übertrieben,oder?)

Ich finde durch AC’s wird es den jungen Leuten die einene Ausbildung machen wollen verdammt schwer gemacht überhaupt einen Platz zu bekommen.

Menschen sind doch so unterschiedlich wie ihre Fingerabdrücke.Ich frage mich was ein AC über Lernbereitschaft,Loyalität,Zuverlässigkeit usw. aussagen soll und ob da nicht die Gefahr besteht,dass nach rein „wissenschaftlichen“ und weniger nach menschlichen Gesichtspunkten ausgesiebt wird.

Aber wer weiss,vielleicht ist das arbeiten in der Bankbranche ja unmenschlich. :wink:

Wär nett wenn Du ein bischen über AC erzählen magst.Oder sonst wer…

LG

Bei jungen Leuten die noch ganz am Anfang stehen finde ich das
zu übertrieben.

Bei der Auswahl eines möglichen Managers,o.k. der soll
schliesslich erfolgreich delegieren

Hallo Xenia,

ich finde AC generell bescheuert. Es ist anscheinend nur dazu da, damit die Personaler sich scheinbar absichern mit ihrer Entscheidung: Der eine Kandidat erzielt 34 Punkte, der andere 22, also nehmen wir den mit den meisten Punkten.

Klar, ganz junge Leute sind im AC bestimmt schnell überfordert, weil sie sie verunsichern lassen. Und für Ältere - ich weiß nicht. Stell Dir mal vor, Du hast 15 Jahre Berufserfahrung und eine Laufbahn mit konkret belegbaren Erfolgen. Hast eventuell promoviert oder ähnliches. Und wenn Dir dann einer mit AC daherkommt, nach dem Motto „Beweisen Sie uns erst mal dort, dass Sie was können“, das ist einfach unpassend.

Die Sache mit dem Buch finde ich übrigens okay! Ich denke auch, hier wurde nur nachgefragt, um die Schwätzer von den echten Lesern zu unterscheiden. Ich hab auch mal gesagt, mein Hobby wäre Segeln, und prompt wurde gefragt, ob und wo ich einen Segelschein gemacht hätte.

Viele Grüße
Anna

Hallo,
also wenn man danach eingestellt wird was man in seiner Freizeit liest
wär es ja armseelig…
Er hätte ja dieses Buch genausogut lesen können damit er weiss wie man es nicht machen sollte.
Selber kenne ich dieses Buch nicht, denke mal das geht anderen auch so.

Viele Grüße
Colorpainter

Hallo Eva!
Ein AC steht ihm bei einem anderen Unternehmen auch noch
bevor.Ich frage mich warum man sich eines Auswahlverfahren
bedient ,welches früher zur Auswahl von Offiziersanwärtern
eingesetzt wurde.

Bei jungen Leuten die noch ganz am Anfang stehen finde ich das
zu übertrieben.

Bei der Auswahl eines möglichen Managers,o.k. der soll
schliesslich erfolgreich delegieren aber für die Auswahl eines
Azubis der delegiert werden soll???(und um Jahre im voraus
mögliche „Karrierehengste“ zu endecken ist doch wohl
übertrieben,oder?)

Ich finde durch AC’s wird es den jungen Leuten die einene
Ausbildung machen wollen verdammt schwer gemacht überhaupt
einen Platz zu bekommen.

Menschen sind doch so unterschiedlich wie ihre
Fingerabdrücke.

Hallo Xenia,
genau das ist es! Du stellst bei einem AC sehr gut fest, was der junge Bewerber an Fähigkeiten, Eigenschaften schon mitbringt. Die Ausbildung kostet ein Unternehmen sehr viel Geld und Zeit - viele weitere, ebenfalls teure Mitarbeiter sind ebenfalls damit beschäftigt (also ebenso bezahlt) Wissen und Kenntnisse zu vermitteln. FEhlentscheidungen sind daher teuer. Dieses Risiko versucht man damit zu reduzieren.

Ich frage mich was ein AC über

Lernbereitschaft,Loyalität,Zuverlässigkeit usw. aussagen soll
und ob da nicht die Gefahr besteht,dass nach rein
„wissenschaftlichen“ und weniger nach menschlichen
Gesichtspunkten ausgesiebt wird.

Aber wer weiss,vielleicht ist das arbeiten in der Bankbranche
ja unmenschlich. :wink:

Hart arbeiten mußt Du heute überall und die Konkurrenz ist ebenso überall groß. Unmenschlich, nein, finde ich nicht, durch die Vielfalt an Menschen, mit denen man in diesem Beruf hat, in mancherlei Hinsicht eher das Gegenteil.

Jedes Unternehmen, das ein AC durchführt, entscheidet, welche Eigenschaften oder Verhaltensweisen sie in einem AC beobachten bzw. kennenlernen möchte. Das kann also ganz unterschiedlich sein, je nachdem, was dem Unternehmen wichtig ist. In einer Bank weiß man beispielsweise, daß sich ein Bewerber, der beispielsweise gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringt, von vornherein besser für den Kundenkontakt eignet. Also könnte man z.B.
Aufgaben oder Rollenspiele bringen, bei denen man die Bewerber in dieser Hinsicht beobachten kann. Man kann gezielt die Argumentationsfähigkeit, die Belastbarkeit, die Teamfähigkeit, und … feststellen. Und wer als Beobachter schon dabei war oder auch schriftliche Aufgaben ausgewertet hat, weiß, wie überaus deutlich das feststellbar ist. -

Als Bewerber weißt Du natürlich nicht, was bei dem jeweils gewünschten Rollenspiel oder der Aufgabe beurteilt werden soll.
Manch schriftliche Tests könnte man sich über den Buchhandel kaufen.
Aber Du weißt ja nie, was dran kommt, bzw. was dem Unternehmen wichtig ist. Insofern paßt es einfach am besten zusammen, wenn man aufgrund seines natürlichen Verhaltens unter Beweis stellen kann, daß man möglichst viele dieser gewünschten Eigenschaften und VErhaltensweisen schon mitbringt.

Für den Bewerber eine positive Bestätigung, wenn er das AC geschafft hat und eingestellt wird. Für das Unternehmen Minimierung des Risikos von Fehleinstellungen. Man muß nicht aufwändig Werte und Verhaltensweisen vermitteln und trainieren, die der Bewerber schon mitbringt bzw. deren Fähigkeit oder Einstellung bzw. die Anlagen dazu. Also auch für den Bewerber positiv, dessen Chancen damit bestens stehen, sich in diesem Unternehmen zu bewähren und einzubringen und damit Erfolg und Befriedigung zu haben. Jeder, der selber berufstätig ist, weiß doch, wie wichtig es ist, daß man sich mit seinem Unternehmen und seiner Aufgabe identifizieren kann.

Also: Auch wenn solche AC’s für den Bewerber anstrengend sind, er auch momentan sehr unsicher fühlt, hat es letztlich auch für ihn doch große Vorteile. Hinzu kommt: Da ein Unternehmen immer auch so fair sein und dem Bewerber ein Feedback geben sollte, welche Gründe dafür vorliegen, daß er ggf. nicht eingestellt wird, weiß der Bewerber auch, woran er ggf. für die Zukunft arbeiten bzw. worauf er achten kann. Also selbst in einem Fall der Nichteinstellung noch ein positiver Effekt für ihn.

Und jetzt wünsche ich Deinem Bruder alles Gute!

Gruss, Eva

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Hallo,

also wenn man danach eingestellt wird was man in seiner
Freizeit liest
wär es ja armseelig…

Ganz im Gegenteil lieber Colorpainter, die Lektüre sagt mehr über einen Menschen als Du glaubst und kann das entscheidende Etwas sein, das den Ausschlag gibt.

Er hätte ja dieses Buch genausogut lesen können damit er weiss
wie man es nicht machen sollte.

Hier liegst Du richtig. Die Tatsache, dass er dieses Buch liest ist ein Vorteil. Wenn er verstanden hat was er liest, würde ich Ihn sofor einstellen.

Gruss Jörg-Holger

Hallo (so viel Zeit muss sein)

antwortete er Wahrheitsgemäss:
Die Nick Leeson Story!..:frowning:

Mann , besser geht’s doch gar nicht! Hat inhaltlich direkt mit der angestrebten Stelle zu tun, man zeigt also in der Freizeit Interesse am Beruf.
Und merke: auch von „bösen Buben“ kann man im guten Sinne eine Menge lernen.
HTH
bobesch

Hallo Xenia!

Wär nett wenn Du ein bischen über AC erzählen magst.Oder sonst
wer…

Ich hatte mich vor 3 Jahren in einem Unternehmen beworben für ein Duales Studium. Im AC wurde mir dann klar- das will ich nicht!
ICh bin heute echt dankbar für diese Erfahrung! Schrecklich, wenn ich mir vorstelle, dass ich diesen Beruf angenommen hätte:
die haben uns Bewerber total gegeneinander ausgespielt, um zu schauen, wie weit wir für diese Stelle gehen. Die Leiterín hat z.B. auf einen anderen Bewerber gezeigt, und du musstest dann sagen, warum man diese Person nicht nehmen soll!! Und dann wurden wir 1 Stunde allein gelassen (ich denke, dass man uns beobachtet hat). AUch hat man andere Ellenbogenstärke-Tests durchgeführt: "Stellen Sie sich vor, Ihre Mutter ist alt und bittet Sie, auf keinen Fall in ein Seniorenheim gesteckt zu würden. Was würden Sie vorziehen: Ihren Beruf oder die Fürsorge Ihrer kranken Mutter? "
Hallo?? Egoistischer geht’s nicht mehr oder?
Auf jeden Fall war mir klar: die suchen eine karrieregeile Frau, die über Leichen geht und Null menschliche Gefühle zeigen soll!

Insofern kann ein AC auch für die Bewerber sinnvoll sein, weil das Unternehmen nicht nur etwas über Dich herauskriegt, sondern auch umgekehrt!

viele Grüße
lina (die jetzt ein Duales Studium macht in einem Unternehmen, wo sie nicht das Gefühl zu haben braucht „heute hast du dich aber wieder mal wie ein A… benehmen müssen“ sondern wo Zwischenmenschliche Werte noch sehr hochgeschrieben werden!)

LG

Hallo Lina,

mit dieser Erfahrung kann ich mir gut vorstellen, daß Du von AC’s nichts mehr hältst. Aber Du hast ganz richtig festgestellt, daß man dabei auch viel über das Unternehmen erfährt. Und nach dem, was Du da schilderst, kannst Du darüber nur froh sein. Ich habe viele AC’s durchgeführt, aber das ist auch für mich ein absolutes Negativ-Beispiel. Ja, jedes Unternehmen hat so seine Philosophie. Schade nur,
daß diese Art Unternehmen dafür sorgen, daß AC’s Akzeptanzprobleme haben - dabei könnten darin so viele Chancen stecken für beide Seiten.

Alles Gute weiterhin!
Gruss, Eva