Moin,
Holleridudödeldi.
wer war schon einmal in einer Unternehmensberatung tätig
Mir gehört eine, wenn auch kleine, solche. Akquise per Anruf oder Mailing kannst Du, denke ich, vergessen. Wer findet es schon prickelnd (in meinem Fall Handwerker), wenn er mündlich oder schriftlich darauf aufmerksam gemacht wird, dass sein Betrieb eine Beratung nötig hätte?
Was eigentlich ganz gut funktioniert, sind Beratungsleistungen, die nicht aus der hohlen Tüte, sondern im Zusammenhang mit (in meinem Fall IT-) anderen Dienstleistungen verbunden sind. Bleistiftsweise im Falle, dass ein Neugründer - oder oft auch ein Übernehmender - Software anschaffen oder umstellen will, werden auch Organisationsleistungen erbracht und im allgemeinen gerne bezahlt. Läuft der Laden schon eine Weile, ist die Gewinnung von Neukunden eher zweitrangig, es sei denn, das Beratungsunternehmen will expandieren. Was dann noch an Neukunden kommt, wird i.a. durch Gespräche mit Kollegen auf einen aufmerksam.
Die Firmen, die mehrere Nummern größer sind, zeichnen sich durch ein profundes Fachwissen in speziellen Bereichen - Software, bestimmte Teilprozesse oder Weizenkeim - aus oder verstehen es, diesen Anschein zu erwecken. Auch da läuft es nach meiner Erfahrung so ab, dass das Standing in einer Branche entscheidend ist. Aus der gleichen Branche werden dann auch die Folgeaufträge kommen.
Werbeaktionen mit der Gießkanne oder gar Klinkenputzen wird dem butterlosen Butterbrot auch noch die Rinde klauen - man muss eine Dienstleistung anbieten, die erstens akut benötigt wird und zweitens vom potentiellen Auftraggeber nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand - für Qualifizierung zum Bleistift - erbracht werden kann. Wenn man es dann beispielsweise schafft, einem kleinen oder mittelständischen Betrieb durch geschickte Auswahl von Werkzeugen und Organisationskonzepten die Außenstände um 25% zu reduzieren, steht man als Berater da wie die berühmte Eins. Letzten Endes holt man sich im Allgemeinen einen Berater auch nicht ins Haus, damit der sich mal alles rundherum anguckt und dann alles besser weiß, sondern es liegt eine konkrete Problemstellung zugrunde, die entweder wegen Betriebsblindheit oder aber mangelnder Kapazität / Qualifikation nicht intern abgearbeitet werden kann. Selbst die berühmten McDings-Leute (nein, nicht die mit den moulinexkuh-gefüllten Teigknödeln!) werden i.a. nicht einfach so von der Kette gelassen (das wäre auch eine arg teure Brühe), sondern es steht immer ein Problem der vorgenannten Kategorie ins Haus.
Von daher kann ich mir kein seriöses Beratungsunternehmen vorstellen, das in irgendeiner Form Drückergeschäft betreibt.
Gruß Eillicht zu Vensre