Drückerkolonne Unternehmensberatung?

Moin,

wer war schon einmal in einer Unternehmensberatung tätig und kann mir sagen, wie dort üblicherweise die Kundenaquise vor sich geht? Läuft das nach dem Prinzip „Telefon-Buch-Durchblättern“ und Leute-Anquatschen, wie bei zweifelhaften anderen Vertretungs-Berufen? (eher auf Branchenanfänger bezogen. Wenn man länger dabei ist, wird man schon so seine Kunden haben, aber das meine ich jetzt nicht…) Ich frage bewusst _Ehemalige_, weil wer noch dort arbeitet, hat evtl. ein Interesse, das ganze etwas idealisiert darzustellen :wink:

moe.

Kommt darauf an!
Hi!

wer war schon einmal in einer Unternehmensberatung tätig

Ich

und
kann mir sagen, wie dort üblicherweise die Kundenaquise vor
sich geht?

Wir waren damals ziemlich (ca. 80%) auf eine Branche fixiert.
Da wir einen gewissen Ruf hatten, und in dieser Branche irgendwie jeder jeden kennt, gab es eine gewisse Mundpropaganda, die schon mal hilfreich bei der Aquise war!
Oft lief der erste Kontakt auf irgendwelchen Tagungen, wo viele Verantwortliche der Unternehmen anwesend waren.
Meist ging der erste Kontakt vom Kunden aus!
Gelegentlich war man zufällig in der Nähe (bei einem anderen Unternehmen der Branche) und hat einfach mal vorbei geschaut.
So gut wie nie wurden potenzielle Kunden zuir Aquise angerufen!

Läuft das nach dem Prinzip
„Telefon-Buch-Durchblättern“ und Leute-Anquatschen, wie bei
zweifelhaften anderen Vertretungs-Berufen?

Naja - ich sehe Vertreter nicht prinzipiell als zweifelhaft!
Das mag daher kommen, dass ich selbst mal für Vorwerk unterwegs war. Da bekam man oft ein „NEIN“ an der Tür, oft genug aber waren die Leute auch neugierig.
Wenn man als Vertreter ein NEIN akzeptieren kann und freundlich bleibt, sind die NEIN-Sager in der Regel auch nicht wirklich angepi**t!

Das kommt aber vermutlich sehr aufs Unternehmen an! In eigentlich allen bisher ausgeübten Berufen kamen regelmäßig Anrufe von Zeitarbeitsfirmen (die nicht selten die Gelben Seiten abtelefonieren). Ich hatte nie den Eindruck der Belästigung…

„Drücker“ sind da eine völlig andere Kategorie!

LG
Guido

Moin,

Holleridudödeldi.

wer war schon einmal in einer Unternehmensberatung tätig

Mir gehört eine, wenn auch kleine, solche. Akquise per Anruf oder Mailing kannst Du, denke ich, vergessen. Wer findet es schon prickelnd (in meinem Fall Handwerker), wenn er mündlich oder schriftlich darauf aufmerksam gemacht wird, dass sein Betrieb eine Beratung nötig hätte?

Was eigentlich ganz gut funktioniert, sind Beratungsleistungen, die nicht aus der hohlen Tüte, sondern im Zusammenhang mit (in meinem Fall IT-) anderen Dienstleistungen verbunden sind. Bleistiftsweise im Falle, dass ein Neugründer - oder oft auch ein Übernehmender - Software anschaffen oder umstellen will, werden auch Organisationsleistungen erbracht und im allgemeinen gerne bezahlt. Läuft der Laden schon eine Weile, ist die Gewinnung von Neukunden eher zweitrangig, es sei denn, das Beratungsunternehmen will expandieren. Was dann noch an Neukunden kommt, wird i.a. durch Gespräche mit Kollegen auf einen aufmerksam.

Die Firmen, die mehrere Nummern größer sind, zeichnen sich durch ein profundes Fachwissen in speziellen Bereichen - Software, bestimmte Teilprozesse oder Weizenkeim - aus oder verstehen es, diesen Anschein zu erwecken. Auch da läuft es nach meiner Erfahrung so ab, dass das Standing in einer Branche entscheidend ist. Aus der gleichen Branche werden dann auch die Folgeaufträge kommen.

Werbeaktionen mit der Gießkanne oder gar Klinkenputzen wird dem butterlosen Butterbrot auch noch die Rinde klauen - man muss eine Dienstleistung anbieten, die erstens akut benötigt wird und zweitens vom potentiellen Auftraggeber nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand - für Qualifizierung zum Bleistift - erbracht werden kann. Wenn man es dann beispielsweise schafft, einem kleinen oder mittelständischen Betrieb durch geschickte Auswahl von Werkzeugen und Organisationskonzepten die Außenstände um 25% zu reduzieren, steht man als Berater da wie die berühmte Eins. Letzten Endes holt man sich im Allgemeinen einen Berater auch nicht ins Haus, damit der sich mal alles rundherum anguckt und dann alles besser weiß, sondern es liegt eine konkrete Problemstellung zugrunde, die entweder wegen Betriebsblindheit oder aber mangelnder Kapazität / Qualifikation nicht intern abgearbeitet werden kann. Selbst die berühmten McDings-Leute (nein, nicht die mit den moulinexkuh-gefüllten Teigknödeln!) werden i.a. nicht einfach so von der Kette gelassen (das wäre auch eine arg teure Brühe), sondern es steht immer ein Problem der vorgenannten Kategorie ins Haus.

Von daher kann ich mir kein seriöses Beratungsunternehmen vorstellen, das in irgendeiner Form Drückergeschäft betreibt.

Gruß Eillicht zu Vensre

Unternehmensberatung?
Moin,

ähm, könntest Du Deine Frage etwas konkretisieren?
Unternehmensberater gibt es wie Sand am Meer, da sich jeder so nennen darf.

Was wird „beraten“?
Rechtliche Beartung? Wirtschaftliche Beratung? Technische Beratung? Strategie-Beratung? Krisen-Beratung? Export-Beratung?

Im großen ganzen würde ich folgendes behaupten:
Beratung ist ein Geschäft, das Vertrauen beim Kunden voraussetzt. Also läuft vieles über Referenzen und Empfehlungen, persönliche Kontakte auf Veranstaltungen und in Vereinen etc. Zum Marketing-Geschäft gehört natürlich dazu, in seinem Segment die Ohren zu spitzen, um zukünftige Kunden über eine irgendwie „veröffentlichte“ Herausforderung zu finden. Sprich: Ist man ein Asienspezialist, kann man sicher bei einem Unternehmen leicht ins Gespräch kommen, von dem man weiß, dass es sich gerade nach Asien orientiert.

Von Unternehmensberatungen, die einfach nur das Telefonbuch runtertelefonieren, halte ich nichts. Das sind meist Dummenfänger. Wie gesagt: Erfolgreiche Beratung setzt Vertrauen voraus. Oder würdest Du bei einem rechtlichen oder gar psychologischen Problem jedem Erstbesten Dein Herz ausschütten? Wohl eher nein, Du würdest Dich in Deinem Bekanntenkreis umhören, ob jemand einen guten Berater kennt und zu eben diesem vorsichtig und misstrauisch:wink: gehen …

Grüße
Jürgen