Hallo,
So langsam interessiert mich, wer den Leuten das Märchen
erzählt, sie müßten die Firmen mit teuren Mappen zumüllen.
Steck die Bewerbung in eine an 2 Seiten offene Klarsichthülle
und dann in einen Briefumschlag. Im Grunde ist auch schon die
Klarsichthülle entbehrlich und Du kannst Deine Bewerbung sogar
falten, um Porto zu sparen. Die Qualität der Bewerbung leidet
dabei nicht.
Ich glaube daß wir hier über ein Symptom eines überkandidelten Systems reden, welches in unserem Bürokraten-Land unvermeidlich ist.
Theoretisch kommt es natürlich nur darauf an ob ein Bewerber für eine bestimmte Aufgabe geeignet ist und vor allem ob er ins Team zu passen scheint.
In der Realität gilt eine Bewerbung aber als völlig indiskutabel wenn da nur ein einziges i-Tüpfelchen falsch gesetzt ist - der übliche Tenor, der einem zu diesem Thema auch hier in diesem Brett immer wieder im Ohr klingt: „Das ist schließlich eine BEWERBUNG und da muß man sich maximal gut präsentieren. Nur ein kleines Fehlerchen - und Du bist unten durch“.
Insofern traut sich kaum jemand seine Bewerbung auf das wirklich inhaltlich notwendige Maß zu beschränken und bestenfalls Papier in einer Klarsichtfolie einzureichen. Es ist sicherlich unnötig eine teure Mappe zu kaufen, aber auch eine preiswerte Mappe kostet Geld und niemand will riskieren daß schon der erste unterbezahlte - besser: nicht bezahlte - Praktikant die eigene Bewerbung auf dem „Ungelesen aussortiert“-Stapel deponiert weil man eine formale Anforderung (Mappe) nicht erfüllt hat.
Ich gebe Dir Recht daß es auch eine einfache Mappe tut und ich selber habe immer Klemmhefter für 2 EUR/5 Stück versand, sodaß ein Verlust der Mappen mich nicht schwer getroffen hätte. Trotzdem, und ich habe das ja vor ein paar Tagen, als wir dieses Thema hier schon mal hatten, bereits gesagt: es mag rechtlich nicht angreifbar sein wenn eine Firma die Mappen nicht zurückschickt. Die Art und Weise ob und wie man Unterlagen zurückbekommt sagt einem aber etwas darüber aus wie zuvorkommend eine Firma mit Interessenten umgeht, wie sie auch mit potentiellen Kunden umgeht.
Lassen wir mal den Sinn oder Unsinn teurer Bewerbungsmappen beiseite: was denkt sich eine Firma dabei zusammengetackerte, gelochte Blätter ohne Mappe zurückzusenden?
Mit diesem Papier kann der Bewerber absolut gar nichts mehr anfangen. Dann hätte man die Unterlagen vielleicht besser im Reißwolf datenschutzmäßig korrekt vernichtet anstatt jemandem Papiermüll für teures Porto zurück nach Hause zu schicken.
Wenn sich an anderer Stelle immer über die Qualität von Bewerbern und Bewerbungen lamentiert wird kann ich hier nur sagen: die Qualität bzw. der Umgang mit Unterlagen, die man jemandem womöglich zurücksenden wird, ist wohl oft auch in Firmen unter aller Sau.
Gruß,
MecFleih