Dienstleistung: gemütliche Gesprächsrunde

Hallo liebe Leute,

habe eine Idee und freue mich über Eure Meinungen:

Was haltet Ihr davon sich als Gesprächspartner für z.B. 1 Std. in Form einer Dienstleistung entgeldlich für Menschen zur Verfügung zu stellen?
Keine Seelsorge.

Wer hat eventuell Erfahrungen damit?Werbung ect…?
Für wie sinnvoll und rentabel haltet Ihr so etwas?

Hallo,

tja, die momentan unangenehme Lage Deutschlands treibt die seltsamsten Blüten.

Grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht, es gibt genügend, vor allem
ältere Menschen, die oft allein sind und jemand zum reden brauchen. Von der menschlichen Seite her ist das sicher nicht schlechtzureden.

Ob dies auch geschäftlich ein Erfolg werden kann, ist eine ganz andere Frage. Man sollte schon extrem gut kommunizieren können und auch das Vertrauen der Kunden gewinnen können (ich sage bewußt nicht „erschleichen“, das finde ich verlogen), denn nur mit Vertrauen läßt sich hier was verdienen. Es ist nicht irgendein Produkt, das für den Kunden passen muß, sondern der Mensch, DU. Und das ist eine größere Verpflichtung als irgendein Produkt feilzubieten.

Alles in allem bezweifle ich, ob sowas funktionieren kann. Vom Ansatz nicht schlecht, sollte aber noch ausgefeilt werden.

Mfg

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Hallo Janina,

dann möchte ich dir mal meine Meinung zu deiner Idee mitteilen.

Was ist in deinen Augen eine „gemütliche Gesprächsrunde“?
Wenn ich reden möchte, dann treffe ich mich mit Leuten, die mir sympathisch sind, denen ich vertrauen kann und mit denen ich lachen sowie weinen kann.
Der Mensch entscheidet innerhalb von Sekunden über Sympathie und Antipathie.
Überlege mal, du kommst zu jemanden, mit dem du quatschen sollst.
Er / Sie findet dich jedoch unsympathisch.
Ich kann dir versichern, dass dann niemals eine richtige Unterhaltung zustande kommen wird.
Da kannst du noch so viel Ahnung von Kommunikation und Gesprächsführung haben.
Mit manchen Menschen versteht man sich einfach besser und mit anderen nicht so gut.
Das ist ganz normal.
Ich verstehe mich mit einigen Leuten ganz gut.
Mit anderen Leuten würde ich aber nie etwas zu tun haben wollen.
Und dann gibt es noch solche Leute, mit denen man einfach redet, die aber weder sympathisch sind, noch gegen die man eine Abneigung hat.
Genauso gibt es Leute, die auch über mich so denken.
Und dagegen kann man nix tun :wink:

Überlege dir auch mal, wenn tatsächlich eine nette Unterhaltung zu stande kommen sollte und der „Kunde“ hat nur 1 Stunde mit dir „gebucht“?
Brichst du dann ab und machst einen neuen Termin?
Verschiebst du dann deine anderen Termine?
Ich hoffe, du weisst, auf was ich hinaus möchte.

Nun mal zum geschäftlichen Teil.
Um davon leben zu können, müsstest du mind. 20 Euro die Stunde nehmen.
Da frage ich dich mal, wer ist dazu bereit, 20 Euro pro Stunde zu bezahlen, nur um mit jemanden zu reden?

Wenn du wirklich Erfolg haben möchtest, dann denke nur noch etwas Zusätzliches aus, das du anbieten möchtest.
Du kannst z.B. Bastelkurse anbieten.
Nebenbei kannst du dich auch noch prima unterhalten :wink:
Da kannst du es auch so machen, dass (mehrere) Leute zu dir kommen und nicht du zu ihnen.
Dann lohnt es sich nämlich auch mehr.

Oder du bietest Flirtkurse an, wie man richtig flirtet.
Oder Rhetorikkurse.
Das kann vom Zusammenstellen und Vortragen einer Präsention, über Reden halten bis hin zur kundenorientieren Kommunikation gehen.
Die Möglichkeiten sind - je nach Qualifikation und persönlicher Eignung - schier unerschöpflich.
Und bei all diesen Möglichkeiten kannst du sehr viel reden :smile:

Überlege dir einfach Folgendes:
Was kann ich besonders gut?
Wie kann ich diese Fähigkeiten und Kenntnisse nutzen,

  1. damit die anderen Menschen einen Nutzen daraus ziehen können
  2. damit ich auch Geld verdienen kann?
    Wer ist meine Zielgruppe?
    Wie erreiche ich am besten diese Zielgruppe?

Nun hoffe ich, dass ich dir einige interessante Ansatzpunkte zeigen konnte, die dir weiterhelfen werden.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Viele Grüße

Norbert

Hallo Janina!

Ehrlich gesagt, verstehe ich deine Idee nicht so ganz.
Wieso sollte ich jemandem Geld dafür bezahlen, damit er sich mit mir über ein Thema unterhält, von dem ich nicht mal weiss, ob es ihn interessiert oder er Ahnung davon hat?
Wenn ich irgendwelche Spleens habe und möchte mich mitteilen (um Seelsorge soll es ja nicht gehen, wie du selber sagst) finde ich im Internet zu allem möglichen Foren etc. und kann mich mit Leuten austauschen. Und alles für umme (mal von den Internetkosten abgesehen).

Was für Gespräche meinst du denn?
Wenn du wie mein Vorredner, so etwas wie (Alten-)Leuten-Gesellschaft-Leisten meinst, finde ich die Idee gut. Aber neu ist die nicht.

Monty Python hatte ein ähnliche Idee schon in den 60ern…
Hat das ganze aber auf Streitgespräche ausgerichtet.
http://www.infidels.org/news/atheism/sn-python.html

Vielleicht wär das ja noch ne Marktlücke :wink:

Grüße
Artemis

Hallo,
ich fürchte, die Zeit für deine Idee ist noch nicht reif. Oder anders: Unsere Gesellschaft ist noch nicht neurotisch genug, für „gemütliche Gesprächsrunden“ mit wildfremden Leuten zu bezahlen. In den USA, wo sich die Menschen von wildfremden Leuten einen free hug abholen (gratis Umarmung), da könnte deine Idee fruchten.
Abgesehen davon schnappt den Leuten hier ja schon der Arsch bzw. der Geldbeutel zu, wenn ihr Steak teurer sein soll als die Dose Hundefutter für Fiffi. Ob da wirklich genug finanzielles Potential wäre, um für Gespräche zu zahlen, wage ich zu bezweifeln.
Außerdem würden viele Menschen das Angebot missverstehen und Ruck Zuck hast du eine Hand im Schritt…

Viele Grüße
andré

Hallo Janina,
also, ich finde die Idee eigentlich nicht schlecht. Gerade unter den bereits genannten älteren gibt es sicher viele, bei denen ein echtes Bedürfnis dafür vorhanden ist.
Was ich nicht machen würde: Alles auf diese eine Karte setzen, Job hinschmeißen und hoffen, dass es klappt. Als Nebenverdienst oder zweites Standbein, warum nicht? Und wenn du gerade arbeitslos bist und keine Chance auf einen anderen Job hast, dann erst recht, spätestens mit Alg II hast du nichts mehr zu verlieren, also probiers.
Wichtig wären mir drei Sachen:

  1. Ordnungsgemäß anmelden, mit Arbeitsamt, Steuer und sonstigen Behörden vorher abklären, damit dir keiner an den Wagen fahren kann.
  2. Du solltest möglichst im Vorfeld kein Geld reinstecken. Oder so wenig wie möglich. Eigentlich brauchst du ja nur dich selbst, eine funktionierende Kontaktadresse, Terminkalender und Papier zum Rechnungen-Schreiben. Falls es dann nicht klappt, hast du zumindest nichts verloren.
  3. Ich würde mich auf eine Zielgruppe spezialisieren und diese dann gezielt auf mich aufmerksam machen. Auf ein allgemeines „Ich rede mit Ihnen - das macht dann 20 Euro die Stunde“ wird garantiert keiner anspringen. Anzeigen in der Zeitung sind ziemlich teuer und sind auch sehr anonym. Mund-zu-Mund-Propaganda und Empfehlungen innerhalb deiner Zielgruppe kosten nix und kommen gut an.
    Also, wenn du dich zum Beispiel auf die Zielgruppe „alte einsame Senioren“ spezialisierst, überlege, wie du an diese Personen am besten herankommst. Achtung: Senior ist nicht gleich Senior, es gibt 70-Jährige, die gerade ihren Volkshochschulcomputerkurs machen und topfit sind, aber auch 70-Jährige, die taub und blind im Bett vor sich hindämmern. Mach eine Liste der Vereine und Organisationen, die in deiner Gegend mit alten Menschen zu tun haben. Vielleicht hat deine Stadt einen Seniorenbeauftragten oder sogar einen Seniorenbeirat. DRK, Sozialverband und die Kirchen können dir vielleicht weiterhelfen. Bitte sie, ob sie dein Angebot weitergeben können. Zum Beispiel im Gemeindebrief. Oder sprich gezielt die Leiter von Altenheimen an. Sie könnten nicht nur ihre Bewohner, sondern auch deren Familien von deinem Angebot unterrichten. Vielleicht möchten die 200 Kilometer entfernten Enkelkinder ja ihrer Großmutter zum Geburtstag einen Gesprächspartner schenken?
    Falls du in solchen Einrichtungen gezielt mit Handzetteln wirbst: Achte darauf, möglichst GROSSE BUCHSTABEN zu drucken.
    Eine andere Zielgruppe könnten zum Beispiel Ausländer sein, die die deutsche Sprache lernen wollen. Also vielleicht Studenten, Asylbewerber, Spätaussiedler oder Geschäftsleute… An jeden musst du anders herangehen.

Also, so lange es dich nichts kostet und du vielleicht ein florierendes Gewerbe daraus machen kannst, warum nicht, nur zu.
Viel Erfolg
Petra

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Danke

Achtung: Senior ist nicht
gleich Senior, es gibt 70-Jährige, die gerade ihren
Volkshochschulcomputerkurs machen und topfit sind, aber auch
70-Jährige, die taub und blind im Bett vor sich hindämmern.

Wohl wahr!

Mach eine Liste der Vereine und Organisationen, die in deiner
Gegend mit alten Menschen zu tun haben.

Eine sehr gute Idee!!

Vielleicht hat deine
Stadt einen Seniorenbeauftragten oder sogar einen
Seniorenbeirat. DRK, Sozialverband und die Kirchen können dir
vielleicht weiterhelfen. Bitte sie, ob sie dein Angebot
weitergeben können. Zum Beispiel im Gemeindebrief.

Super Tip!

Vielleicht möchten die 200 Kilometer entfernten
Enkelkinder ja ihrer Großmutter zum Geburtstag einen
Gesprächspartner schenken?

Klasse Ansatzpunkt für Marketing!!!

Falls du in solchen Einrichtungen gezielt mit Handzetteln
wirbst: Achte darauf, möglichst GROSSE BUCHSTABEN zu drucken.

Sehr aufmerksam von Dir Petra!

Vielen Dank! Das sind tolle Ideen.

Außerdem würden viele Menschen das Angebot missverstehen und
Ruck Zuck hast du eine Hand im Schritt…

Na…das will ich ja wohl nicht hoffen.
Danke für Deine Meinung

Wenn ich irgendwelche Spleens habe und möchte mich mitteilen
(um Seelsorge soll es ja nicht gehen, wie du selber sagst)

Menschen teilen sich gerne mit und kommen automatisch nach einiger Zeit auf Themen die sie bedrücken.

finde ich im Internet zu allem möglichen Foren etc. und kann
mich mit Leuten austauschen. Und alles für umme (mal von den
Internetkosten abgesehen).

Da hast Du wohl Recht. Wo bleibt da jedoch das Gefühl der zwischenmenschlichen Nähe? Wenn ich mich im Internet mit Menschen austausche kann mir niemand das Gefühl des Verstandenwerdens so vermitteln, geschweige denn Ernsthaftigkeit, wie im persönlichen Gespräch mit Hilfe von Mimik und Gestik. Zusammengesezte Buchstaben und Zeilen von fremden, mir persönlich nicht bekannten Menschen, können keine gesagten und gehörten Wörter, sowie die Hand auf der Schulter ersetzen. Meiner Meinung nach schier unmöglich. Vorteil des Internets ist es allerdings annonym zu bleiben und wer das gerne möchte, lässt das andere halt bleiben.

Was für Gespräche meinst du denn?
Wenn du wie mein Vorredner, so etwas wie
(Alten-)Leuten-Gesellschaft-Leisten meinst, finde ich die Idee
gut. Aber neu ist die nicht.

Mir ist bewusst, dass sie nicht neu ist.

Er / Sie findet dich jedoch unsympathisch.

Stimmt, jedoch vermittelt man Sympathie bereits über das Telefongespräch zwecks Terminvereinbarung.

Mit anderen Leuten würde ich aber nie etwas zu tun haben
wollen.

Darum sollte man am Anfang nach einer kurzen „Anwärmphase“ ehrlich klären, ob man miteinander grün wird oder nicht. Seinem Gesprächspartner also die Option zum Gehen geben.

(…) und der „Kunde“ hat nur 1
Stunde mit dir „gebucht“?

Wenn sich Menschen begegnen und beginnen ein Gespräch zu führen kann das Stunden dauern…niemals würde ich ein solches Gespräch abbrechen.

Brichst du dann ab und machst einen neuen Termin?
Verschiebst du dann deine anderen Termine?

Wäre doch klasse, wenn es so weit käme, dass jeder Tag voll mit solchen ist, oder?
Nein, hier ist Planung, Feeling und Organisation wichtig.

Um davon leben zu können, müsstest du mind. 20 Euro die Stunde
nehmen.

Davon leben könnte sich schwierig gestalten. Stimmt. Ist mir bewusst.

Oder du bietest Flirtkurse an, wie man richtig flirtet.
Oder Rhetorikkurse.
Das kann vom Zusammenstellen und Vortragen einer Präsention,
über Reden halten bis hin zur kundenorientieren Kommunikation
gehen.

Schöne Anregungen.

Und bei all diesen Möglichkeiten kannst du sehr viel reden :smile:

Mmh. :smile:Ja!

Überlege dir einfach Folgendes:
Was kann ich besonders gut?
Wie kann ich diese Fähigkeiten und Kenntnisse nutzen,

  1. damit die anderen Menschen einen Nutzen daraus ziehen
    können
  2. damit ich auch Geld verdienen kann?
    Wer ist meine Zielgruppe?
    Wie erreiche ich am besten diese Zielgruppe?

Super! Man sollte sich zunächst solche Fragen stellen um systematisch an die Sache heran zu gehen.

Danke für Deine Meinung!

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Vielen Dank.

tja, die momentan unangenehme Lage Deutschlands treibt die
seltsamsten Blüten.

Allerdings!

denn nur mit Vertrauen läßt sich hier was verdienen. Es ist
nicht irgendein Produkt, das für den Kunden passen muß,
sondern der Mensch, DU. Und das ist eine größere Verpflichtung
als irgendein Produkt feilzubieten.

Das ist richtig. Wenn man sowieso schon seit Jahrzehnten unter dem Pseudonym „vetrauensvolle Zuhörerin der Nation“ heimlich arbeitet , ist es doch legitim so langsam publik zu machen und dafür Geld zu verlangen…?!!
Danke für Deine Meinung.