Bräuchte ein paar Denkanstöße

Hallo,
Es gibt folgendes Problem und ich hätte gern ein paar Inspirationen von jemand Außenstehendem.

Ich bin alleinstehend, mit Kind, derzeit arbeitslos

Da mir mein Beruf schon seit Jahren auf den Nerv ging, habe ich jetzt nebenberuflich (Wochenende) mit einer Ausbildung angefangen. Sie wird 2 Jahre gehen, ist jedoch sauschwer, da völlig artfremd für mich und könnte/wird sich wohl länger hinausziehen.

Obwohl ich am liebsten die ganze Zeit nutzen würde, muß ich auch Lebensunterhalt verdienen.

Nun schwanke ich.

Ich habe die Möglichkeit in meinem alten Beruf zu arbeiten, beinahe so gut bezahlt, jedoch 50km weit weg. Das heißt, ich hätte pro Tag auch 2h wenige Zeit für alles inkl. der Ausbildung! Also womöglich erst um 5 oder 6 zu Hause, Kind, Haushalt, Ausbildung… ich trau mir das kaum zu…

Ich könnte auch warten, bis sich in meiner Nähe eine Möglichkeit ergibt. Sicher sehr viel weniger Geld und eher der Anspruch von Fließbandarbeit. Das Problem ist, daß ich nicht weiß OB es hier etwas gibt.

Ich könnte auch versuchen irgendwo ungelernt in diesem Beruf unterzukommen, für den ich die Ausbildung mache. Das wäre ganz gut, ich kriegte aber noch weniger Bezahlung. Zudem ist es schwer da ungelernt unterzukommen, ob das überhaupt geht, weiß ich nicht, ist eher so eine Hoffnung.

Wenn ich ca 3-4 Jahre rechne, bis ich mich in dem neuen Beruf - wenn überhaupt - selbständig machen könnte:
hab ich die Wahl zwischen Zwischenlösungen, die entweder gut bezahlt aber so anstrengend sind, daß sie womöglich nicht durchhaltbar sind,
oder so schlecht bezahlt, daß auch das nicht durchhaltbar ist… oder denke ich falsch?

Verfahrene Situation…
habt ihr noch ein paar Gedanken dazu? Denkanstöße? Was würdet ihr machen? Hab ich irgendwas vergessen zu berücksichtigen?

Schwierig, schwierig…

Kerstin

Hallo Kerstin!
Versuch doch ersteinmal beides, vielleicht gefällt Dir Dein neuer Job, auch wenn Du erstmal viel Zeit beim Pendeln verlierst, gleichzeitig kannst Du Dich ja nach was neuem in Deiner näheren Umgebung umsehen. Und wenn Dir das am Ende mit der Ausbildung doch zu viel wird, kannst Du sie immer noch abbrechen (oder musst Du etwas bezahlen?).
Ich würde es wirklich versuchen, manchmal lösen sich die Probleme ja von ganz alleine…, außerdem wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Sei mutig!!!
Liebe Grüße
Johanna

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

abbrechen nicht!
Hallo Johanna
Danke, aber was ich vielleicht noch sagen wollte: Die Ausbildung ist das, was mir wichtig ist! Die breche ich auf keinen Fall ab :smile: Außerdem - ja, sie ist zu zahlen, ohne Zuzahlung vom AA oder sonstwem.
Wie gesagt, mein Beruf ist sch… und es ist eben das Problem, daß ich mich wieder mit sch… beschäftige, obwohl mir was anderes viel wichtiger ist.

Kerstin

hallo Kerstin,

das ist ohne genaue Angaben nicht zu beantworten. Du müsstest schon
genau wissen, wieviel Zeitaufwand deine Ausbildung beansprucht und
mit steigendem Schwierigkeitsgrad wird das wohl auch mehr Zeit sein.

Dann musst du dir überlegen, wieviel Zeit dein Kind in Anspruch
nimmt. Wie sieht es weiter beruflich aus: gibt es bei dem neuen Job
eventuell Überstunden, Probleme mit Stau … Auto kaputt,
Fahrplanänderung…

Schreib dir auf, wieviele Stunden am Tag du konzentriert arbeiten
kannst inklusive Lernen (Wiederholung vom Wochenendpensum, Treffen
mit Mitschülern, auferlegte Teamarbeit …), haushalt, Familie,
Freunde und schau wieviel Zeit du dafür einsetzen musst. Ich kann
dich vor 50 km am Tag nur warnen, das schlaucht auf Dauer und am WE
bist du zu platt für alles andere. Denk an den Stress durch
Fahrtgeräusche… du musst echte Erholungsphasen einplanen sonst wird
das nix.

Um welches Fach geht es eigentlich. Kannst du dich denn wenigstens in
das neue Gebiet schon vor der Ausbildung einarbeiten, um besser
abschätzen zu können, was da an Aufwand auf dich zukommt?

Im Moment klingt das nach einem Traum. Sieh mal zu, dass du mehr
Infos bekommst.

Grüße
Sprite

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Kerstin,

you have to make decisions. Von einer richtigen Entscheidung kann man immer erst im Nachhinein sprechen. Allerdings klingt es so, als hättest du mit der Entscheidung für den Job (neben der Ausbildung) auch im Nachhinein bessere Chancen. Vorrübergehend würden die Familie und dein Freundeskreis nicht an oberster Stelle stehen, aber das müsste ja nicht immer so bleiben. Unterm Strich also keine „schlechte Entscheidung“.
Wenn du jedoch verzichtest und auf bessere Angebote wartest, dann könnten sie nicht kommen und ggf. könnte das nachhaltig so bleiben. Sprich, da gibt es ein Risiko.

Ob du eher glaubst ein Risiko eingehen zu können, ober ob zu auf Nummer sicher gehst, kannst nur du entscheiden.

Ich wünsche dir aber in jedem Fall, dass du die Entscheidung in der zukunft als die richtige bezeichnen kannst.

Ciao,

Hilmar

Hallo Kerstin,

im Gegensatz dazu, was weiter unten geschrieben wurde, finde ich 50 km pendeln kein Problem. Entweder Du fährst mit dem ÖPNV - dann sollte es sich doch organisieren lassen, dass Du in den 2 Stunden etwas für Deine Ausbildung arbeitest/ lernst. Wenn das wegen der Anbindung nicht funktioniert und Du mit dem Auto fahren musst, habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die dann noch etwa 2 x 45 min prima nutzen kann um mir ein bißchen Zeit für mich zu gönnen und abzuschalten. Die Zeit brauche ich dann im Laufe des Abend nicht mehr. Für mich funktionieren Hörbücher et al. hierfür ganz prima.

Ich weiß natürlic nicht, ob Dir das hilft, aber ich würde die Chance nutzen, wenn Du Kinderbetreuung etc. regeln kannst. Auch wenn es keine Tätigkeit in Deinem Zielbereich ist, macht sich eine halbwegs verantwortungsvolle Position, die Du auch trotz längerer Fahrt angenommen hast, immer gut im Lebenslauf (Flexibilität, Einsatzbereitschaft etc.), vom Verdienst mal ganz abgesehen.

Gruß
Ramona