Einstieg ins Berufsleben nach der Uni

Hallo!
Ich studiere im 5. Semester BWL. Langsam fängt man an sich Gedanken zu machen was man will und was nicht und es tauchen immer mehr Fragen auf. Z.B: Wie wichtig ist die Fächerkombination für den Berufseinstieg? Sollte man nur „harte“ BWL Fächer (Controlling, Finanzierung, Logistik usw) nehmen oder sollte man lieber auf die „weichen“ (Recht, Soziologie, Politologie usw) ausweichen? Wie siehts aus mit der Kombi Produktion & Logistik, Europarecht und Arbeitswissenschaften aus? (ist nämlich meine*g*) Auf was wird bei der Bewerbung geachtet? Sind Noten alles, oder hat man auch mit keinem 1,0 Diolom Chancen auf nen guten Job?
Wär toll wenn wenigstens ein Paar meiner Fragen beantwortet werden könnten.
Danke schonmal im voraus. Grüße, Eva

Hallo Eva,
stell dir vor du bist ein Arbeitgeber. Sortiere die folgenden Bewerberkriterien für dich als AG nach Wichtigkeit.

Gehaltsforderung
Alter
Notendurchschnitt
Praktische Erfahrung mit der ausgeschriebenen Stelle
Persönlichkeit
Einstellung zum Beruf
Belastbarkeit
Ausbildung nah an der ausgeschriebenen Stelle
Aussehen
Zu den Mitarbeitern und dem Betrieb passend

Über die genaue Reihenfolge kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein, ich habe da mein Ranking aus meiner Erfahrung.

Du siehst allein schon an der Anzahl der Kriterien, daß du dich gerade mit nur 2 davon beschäftigst und die sind garantiert nicht die ersten 2.

Gruß D.K.

Hallo D.K.
Danke für deine schnelle Antwort.
Das hab ich mir schon gedacht dass Noten und die Fächerkombi nicht alles sind, aber das sind ja schonmal zwei Punkte die ich schon VOR der Bewerbung beeinflussen kann. Die von dir genannten restlichen Punkte wie zb praktische Erfahrung in dem Beruf, Einstellung zu dem Beruf usw. prägen sich meiner Meinung nach ja erst im laufe des Studiums aus. Und als engagierter Student ist man ja bemüht allen potentiellen AG zu gefallen :smile:
Gruß Eva

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Hallo,
gehe in dich und überlege, wo sind deine besonderen Stärken und Interessen?
Bist du eher der „Finanzier“, der trockene Zahlen, Statistiken mag oder schaust du lieber hinter die Kulissen, um auch von den praktischen Grundlagen/Prozessen was zu verstehen?

Was nützt so eine tolle Controling/Logistik-Ausbildung, wenn du es nachher absolut langweilig findest?
Also mir würde es so gehen, bei uns kocht gerade das Thema Controling/Budgetierung/KLR hoch, wir beschäftigen uns alle gegenseitig mit uns selbst, damit,w ie wir unsere Arbeit abrechnen können, ich würde aber viel lieber meine eigentliche Arbeit machen…

Beatrix

Das hab ich mir schon gedacht dass Noten und die Fächerkombi
nicht alles sind, aber das sind ja schonmal zwei Punkte die
ich schon VOR der Bewerbung beeinflussen kann.

Ich denke, daß du Persönlichkeit und Einstellung, die für mich wichtigsten Attribute, ebenfalls vor jeder Bewerbung haben solltest und beeinflussen kannst. Mir hat 1987 das halbe Jahr bei McDonalds hinterm Grill mehr gebracht (um mir das zu geben was in einem Job zählt) als meine gesamte Ausbildung.

Übrigens mein Ranking:
7 Gehaltsforderung
6 Alter
10 Notendurchschnitt
4 Praktische Erfahrung mit der ausgeschriebenen Stelle
1 Persönlichkeit
3 Einstellung zum Beruf
5 Belastbarkeit
8 Ausbildung nah an der ausgeschriebenen Stelle
9 Aussehen
2 Zu den Mitarbeitern und dem Betrieb passend

Gruß D.K.

Hallo Eva,
Du bist im 5. Semester also mittelfristig würde ich mir Gedanken machen, wie ich ein Auslandsemester hinkriege, ganz am Rande schon mal die Diplomarbeit anpeilen und mir dann noch überlegen, wo ich ein interessantes Praktikum machen.

Mein künftiger Ag wäre mir zu dem Zeitpunkt schnuppe, weil noch liegen 5 Semester vor mir und in zwei Jahren tut sich ja sehr viel.

will sagen, genieße die Studentenzeit und mach dich nicht verrückt. Mach was Dich interessiert!

P
auch mal BWL studiert mit supersoft Fächern

mach doch, was Du w i l l s t (ein bißchen lang)
Hallo, Eva,
ist schon ein bißchen her, aber ich kann nachvollziehen, dass Dich das beschäftigt.
Patentrezepte für die ideale Kombination gibt es nicht, denke ich.
Als ich studierte war es Trend, irgendwas in Richtung Marketing zu machen, das wäre der (!) Garant für einen Spitzen-Berufsstart. Bis wir fertig waren, brauchte niemand mehr Marketing-Leute. Soviel zu den todsicheren Tipps für den Bedarf in vielleicht 2 Jahren.
Als BWLer erwartet man i.d.R., dass Du automatisch gut mit Zahlen umgehen kannst, das würde schon dafür sprechen, dass Du zumindest im Thema Controlling u.ä. gut mitreden kannst, auch wenn es nicht unbedingt Dein Schwerpunkt im Studium sein muß.
Und dann kommt noch hinzu, dass Du auch im Berufsleben nicht unbedingt 1 Funktion bis zur Rente machen wirst, sondern das Unternehmen wechselst und dadurch andere Arbeitsinhalte bekommst, oder das Unternehmen wird umstrukturiert, oder nach 10 Jahren interessiert Dich einfach ganz etwas anderes und Du wechselst thematisch dorthin…
In meinen Augen kannst Du im Moment nur eine ganz ungefähre Richtung auswählen und mußt dann ggf. flexibel genug sein, Dich dem Bedarf am Arbeitsmarkt anpassen zu können. Aber egal, was Du machen wirst: richtig gut wirst Du auf Dauer nur dort sein, wenn Du das machst, wozu Du Lust und Motivation hast. Dabei ist es dann zweitrangig, ob es „harte“ oder „weiche“ Fächer im Studium sind.
Gute Noten im Diplom sind bei einer Bewerbung sicherlich ein Pluspunkt. Aber - wie schon jemand sagte - eben nur einer von vielen. Es kommt auch einfach auf den Personaler an, der Deine Bewerbung aufmacht ob er / sie zuerst auf das Zeugnis guckt oder auf das Foto, ob er gerade einen guten Tag hat oder ob sein Fußballverein verloren hat…unmöglich, alles im voraus zu planen und zu berücksichtigen. Wenn Du Fächer wählst, die Dir einfach Spaß machen, für die Du Dich nicht nur aus Pflichtgefühl interessierst sondern über die Du auch richtig gern mal irgendwas in der Zeitung liest, evtl. mal mit Freunden abends diskutieren würdest, dann bist Du meiner Meinung nach auf der richtigen Seite mit der Entscheidung, denn dann ist Dein Ziel nicht unbedingt die spätere Entgeltmaximierung im Job, sondern die Nutzenmaximierung für Dich.
Grüße,
Andreas.

Für die Produktion gibt es Wirtschaftsingenieure
Hi!

Ich hatte auch Produktion und Logistik. Gerne hätte ich auch in dem Bereich was gemacht. Z.B. Produktionsplanung. Aber dafür werden meistens nur Wirtschaftsingenieure gesucht - kann ich gut verstehen, denn die haben ja von der Technik viel mehr Ahnung.
Und was die Logistik angeht, da werden eher (!!!) Leute mit ner Ausbildung zum Speditionskaufmann gesucht.
Mir hat das sehr viel Spaß gemacht, aber im Nachhinein wäre es wohl schlauer gewesen, was anderes zu machen.

Meine andere Spezialisierung war Controlling - damit (denke ich) fährt man immer gut. Auf die passende Ergänzung kommt es halt an…

Von Recht würde ich Dir auch abraten, dafür gibt es ja die Juristen, die im Nebenfach BWL machen oder sogar Wirtschaftsjuristen.

Auch solche Sachen wie Informatik sollte man vielleicht lieber den Wirtschaftsinformatikern überlassen. Was ich eigentlich sagen will: Du konkurrierst später mit allen anderen auf dem Arbeitsmarkt. Und wo es passendere Studiengänge gibt, da wird es auch ne Menge passenderer Absolventen geben. Deswegen würd ich (wenn ich es noch mal machen müsste) mich mehr in den eigentlichen BWL-Fächern austoben.

Sind Noten alles, oder hat man
auch mit keinem 1,0 Diolom Chancen auf nen guten Job?

Sicher! Gute Noten sind schon toll, aber ne 1,0 muss es nun wirklich nicht sein. Ich habe mal gehört, dass einige Unternehmen Bewerber mit schlechter als 2,5 sofort aussortieren. Aber sicher nicht alle!

Ich glaube, Deine Jobchancen steigen eher durch Praktika - nicht unbedingt, weil Du da potentielle Arbeitgeber kennenlernst, sondern weil es eine Form der Praxiserfahrung ist. Wenn Du vor dem Studium keine Ausbildung absolviert hast, würde ich Dir raten, ein Semester lang ein Praktikum zu machen. Am besten natürlich bei einem Unternehmen mit einem großen Namen. Und in den Semesterferien vielleicht mal bei einem kleineren, um auch die Atmosphäre mal kennenzulernen.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar gute Denkanstöße liefern.

xxx
Nic