Bank oder Versicherung? Was denkt ihr

Hallo alle,

bin ziemlich frisch hier im Forum :o)

Kurz zum Thema:
Mache gerade meine Ausbildung zum Bankkaufmann und bin im Mai fertig. Werde auch übernommen! Also ist gewissheit da.

Jetzt juckt mir sozusagen der Arsch, denn ich überlege ernsthaft in die Versicherungsbranche zu wechseln (wegen Provisionsverdienst und co) Ich denke, das sich die Banken in den nächsten Jahren sowieso umstrukturieren werden und Angestellte dann (vielleicht nur teilweise) Leistungsbezogenes Gehalt bekommen werden.

Wie würdet ihr die ganze „Lage“ beurteilen und gibt es welche hier die in der Branche arbeiten!? Wie „hart“ ist es wirklich in der Selbstständigkeit!? Ich denke da ganz besonders an die Debeka (weil die auch ein kleines Festgehalt zahlen und Krankheit + Urlaub) oder die Allianz (wegen dem „Namen“)

Würde mich freuen was von euch zu lesen ;o) …

Hallo,

es ist in nahezu allen Banken schon lange üblich, leistungsabhängig Zahlungen zusätzlich zum Gehalt zu leisten - teilweise sind dies Provisionen, teilweise Gratifikationen, die abhängig sind von erreichten Zielzahlen - da gibt es ganz unterschiedliche Modelle. Tatsache ist, daß wohl alle Mitarbeiter - auch Banker - mehr oder weniger unter Abschlußdruck stehen. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, daß dieser Druck bei Versicherungen um ein vielfaches größer ist. Wahrscheinlich machst Du Dir noch keine Vorstellung davon, was abgeschlossen werden muß, um seinen Lebensunterhalt davon zu bestreiten - und dies regelmäßig: Monat für Monat, Jahr für Jahr!
Das sind viele Gespräche, Beratungen, Kampf um Adressmaterial, Abendtermine, viele Termine auch ohne Abschlüsse - aber mit Zeit und Kosteninvestition, schlicht und einfach ein harter Kampf. Und wenn Du Urlaub hast oder krank bist, verdienst Du in dieser Zeit nichts.

Also: persönlich würde ich Dir dringend davon abraten. In diesen Branchen werden natürlich Mitarbeiter gesucht - dringend - , aber ich habe auch zu viele erlebt, die damit nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten und sich zerschlissen haben. Manchmal wurde auch gutes Geld verdient, aber es waren nur sehr sehr wenige, bei denen man sagen kann, daß sie (und dann noch im Verhältnis zum Zeitaufwand) deutlich mehr Geld auf Dauer verdient hätten als als Banker.

Insofern: Ich war viele Jahre als Vertriebsleiterin einer Bank auch für die Verbundmitarbeiter (Bauspar/Versich.) und -ergebnisse verantwortlich. Aus dieser Erfahrung heraus sage ich spontan: lass’ die Finger davon. Ausnahme: Du wärest ein absolutes Verkaufstalent (nicht nur besserer Durchschnitt!) und scheust den ständigen (!) Einsatz und Verkaufsdruck nicht. Und wenn Du immer noch nicht überzeugt bist: Dann rechne Dir mal im Detail aus, wieviel Versicherungen oder Bausparverträge Du ganz konkret abschließen mußt, um Dein notwendiges monatliches Einkommen zu haben - wohlgemerkt: wieder Monat für Monat! Jede Wette: nach drei Monaten würdest Du ganz schnell wieder zur Bank gehen - was Du da dann als Druck empfunden hast, kommt Dir ganz schnell im Vergleich minimal vor … Und wenn Du Dir Informationen einholst: Hole sie Dir nicht nur von den Verantwortlichen, die Dich anwerben wollen, sondern spreche mal mit mehreren Verkäufern vom Markt (die meisten würden sich „die Finger lecken“, wenn sie bei einer Bank einen Angestelltenvertrag hätten).

Nach meiner Erfahrung hat man gerade als Banker sehr sehr viele Chancen in den verschiedensten Bereichen. Junge Leute, die nach der Ausbildung weiter zielgerichtet durchstarten, können in Banken absolut viel erreichen! Aber es ist natürlich wie in fast allen Berufen, in denen man viel erreichen (und verdienen) möchte: die abgeschlossene Ausbildung ist dann halt erst der Anfang…

Also: Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Entscheidung!

Gruss, Eva

Wie würdet ihr die ganze „Lage“ beurteilen und gibt es welche
hier die in der Branche arbeiten!? Wie „hart“ ist es wirklich
in der Selbstständigkeit!?

Ziemlich hart. In der Versicherungsbranche ist deswegen so eine hohe Fluktuation, weil viele es sich zutrauen, als Selbstständiger im Vertrieb zu arbeiten, aber relativ wenige es wirklich dauerhaft erfolgreich können.

Ich denke da ganz besonders an die
Debeka (weil die auch ein kleines Festgehalt zahlen und
Krankheit + Urlaub)

Sieh Dir die Bedingungen, sehr genau an. Das was man mir vor einigen Jahren geboten hatte, war Sch…

oder die Allianz (wegen dem „Namen“)

Das läßt Du lieber, die Allianz ist im Moment dabei seinen Außendienst zu vergraulen.

oder die Allianz (wegen dem „Namen“)

Das läßt Du lieber, die Allianz ist im Moment dabei seinen
Außendienst zu vergraulen.

Mich würde mal interessieren, wie du zu dieser Ansicht kommst.

Gruß

Norbert

Ich kann mich da aus eigener Erfahrung nur anschließen, es ist wirklich sehr sehr hart, egal ob du mit Allianz unterwegs bist, oder mit Debeka.

Die Allianz hat den größten Namen, das ist richtig, ist aber auch eine Versicherung mit einem sehr großen Rattenschwanz hinten dran (was sich zwangsläufig an hohen Beiträgen widerspiegelt) Im Klartext: Wenn du es nicht schaffst, den Kunden zu überzeugen, das die Allianz so gut ist, das er freiwillig höhere Beiträge zahlt, hast du verloren.

Aber das ist Theorie. In der Praxis bist du höchstwarscheinlich freiberuflich unterwegs (vielleicht mit einer Provisionpauschale im Voraus, die du wieder erwirtschaften mußt), hast jede Menge Spritkosten, private KV, private Altersvorsorge mußt du selber tragen (Früher oder später)

Ich würde an deiner Stelle nicht die Stelle wechseln, in 5 Jahren kannst du das immer noch, aber dann hast du Berufserfahrung, und mehr Chancen bei Scheitern auch wieder woanders unterzukommen. Und nur weil du Bankkaufmann gelernt hast, heißt das noch lange nicht, das du ein guter Verkäufer bist. Also, lerne erstmal den Verkauf in der Bank (auch schon hart genug), und dann schau weiter. Viel Glück.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

es ist in nahezu allen Banken schon lange üblich,
leistungsabhängig Zahlungen zusätzlich zum Gehalt zu leisten -
teilweise sind dies Provisionen, teilweise Gratifikationen,
die abhängig sind von erreichten Zielzahlen - da gibt es ganz
unterschiedliche Modelle. Tatsache ist, daß wohl alle
Mitarbeiter - auch Banker - mehr oder weniger unter
Abschlußdruck stehen.

Mich würde mal der Druck eines Bankers interessieren. Ich kenne Banker die müssen 20 Termine in der Woche fahren. Das ist kein Druck, da ist eine qualitative Beratung ga rnicht mehr möglich!!

Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht,

daß dieser Druck bei Versicherungen um ein vielfaches größer
ist. Wahrscheinlich machst Du Dir noch keine Vorstellung
davon, was abgeschlossen werden muß, um seinen Lebensunterhalt
davon zu bestreiten - und dies regelmäßig: Monat für Monat,
Jahr für Jahr!

Das freut mich, das ich dir in diesem Punkt widersprechen kann. Es ist nunmal definitiv so das man in der Versicherungsbranche wirklich konstant Geld verdienen kann.

Das sind viele Gespräche, Beratungen, Kampf um Adressmaterial,
Abendtermine, viele Termine auch ohne Abschlüsse - aber mit
Zeit und Kosteninvestition, schlicht und einfach ein harter
Kampf. Und wenn Du Urlaub hast oder krank bist, verdienst Du
in dieser Zeit nichts.

Als Sebständiger hat man weniger Gespräche als in der Bank, weniger Beratungen, Um Kunden (bzw. Adressmaterial) kämpfen alle die meisten Banker bewegen sich nur nicht, (ich hab enie mehr als drei Abendtermine im Monat), die Abschlussquote hängt sowohl am Berater und der Gesellschaft für die man sich entscheidet. Wenn du Urlaub hast dann hast du wohl genug Geld verdient und wenn du krank bist wirst du ja wohl vernünftig versichert sein (es sei denn als Berater hälst du es wie ein Shcuster mit seinen Schuhen).

Also: persönlich würde ich Dir dringend davon abraten. In
diesen Branchen werden natürlich Mitarbeiter gesucht -
dringend - , aber ich habe auch zu viele erlebt, die damit
nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten und sich
zerschlissen haben.

Nichts desto trotz stimmt diese Aussage, dass es viel in der Branche gibt die gescheitert sind. Mag aber auch an den geringen Marktzutrittsbarrieren liegen. Jeder kann in Deutschland Versicherungen verkaufen, aber nicht jeder kann in der Bank stehen.

Manchmal wurde auch gutes Geld verdient,

aber es waren nur sehr sehr wenige, bei denen man sagen kann,
daß sie (und dann noch im Verhältnis zum Zeitaufwand) deutlich
mehr Geld auf Dauer verdient hätten als als Banker.

Ich schwöre dir das ein Banker der beraten kann und seinen Job liebt mehr und konstanteres Geld verdienen kann wenn er sich selbständig macht. Die Bank kann schließlich auch von diesen Einkünften leben und zahlt nicht im Ansatz das an ihre Berater an Gratifikationen was die Banken daran haben.

Insofern: Ich war viele Jahre als Vertriebsleiterin einer Bank
auch für die Verbundmitarbeiter (Bauspar/Versich.) und
-ergebnisse verantwortlich. Aus dieser Erfahrung heraus sage
ich spontan: lass’ die Finger davon. Ausnahme: Du wärest ein
absolutes Verkaufstalent (nicht nur besserer Durchschnitt!)
und scheust den ständigen (!) Einsatz und Verkaufsdruck nicht.

Mich würde mal interessieren Eva wieviel ein durchschnittlicher Banker bei euch verkauft hat?

Und wenn Du immer noch nicht überzeugt bist: Dann rechne Dir
mal im Detail aus, wieviel Versicherungen oder Bausparverträge
Du ganz konkret abschließen mußt, um Dein notwendiges
monatliches Einkommen zu haben - wohlgemerkt: wieder Monat für
Monat! Jede Wette: nach drei Monaten würdest Du ganz schnell
wieder zur Bank gehen - was Du da dann als Druck empfunden
hast, kommt Dir ganz schnell im Vergleich minimal vor …

Wenn ihr mal so ein Rechenbeispiel haben wollt, gebt mir die Produkte und die durchschnittlichen Beiträge und dann rechnen wir das gerne einmal gemeinsam aus.

Und

wenn Du Dir Informationen einholst: Hole sie Dir nicht nur von
den Verantwortlichen, die Dich anwerben wollen, sondern
spreche mal mit mehreren Verkäufern vom Markt (die meisten
würden sich „die Finger lecken“, wenn sie bei einer Bank einen
Angestelltenvertrag hätten).

Ich gebe Eva nur bedingt recht, ein Angestelltenvertrag bei einer Bank klingt für mich nicht so sicher und interessant wie vor zehn Jahren. Aber Leute die als selsbtändige Berater/Verkäufer nicht ihren Schnitt machen sind auch für eine Bank in dem Bereich uninteressant. Banken und Versicherungen suchen aber natürlich auch Innendienstkräfte.

Nach meiner Erfahrung hat man gerade als Banker sehr sehr
viele Chancen in den verschiedensten Bereichen. Junge Leute,
die nach der Ausbildung weiter zielgerichtet durchstarten,
können in Banken absolut viel erreichen! Aber es ist natürlich
wie in fast allen Berufen, in denen man viel erreichen (und
verdienen) möchte: die abgeschlossene Ausbildung ist dann halt
erst der Anfang…

Also: Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Entscheidung!

Gruss, Eva

Eins möchte ich zum Schluss noch anmerken, die Anmerkungen von Eva sind in keinster Weise unberechtigt. Ich halte es auch für eine schlechte Idee bei der Allianz oder Debeka zu arbeiten. Genau wie du jetzt Infos im Internet suchst tun das die Kunden auch. Jemand der sich wirklich selsbtändig machen möchte, sollte ein Maklerdasein ernsthaft in Erwägung ziehen. Alles andere ist keine Alternative zur Bank.

Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung