Zeugnis bewerten

Liebe Experten,
ich möchte hier ein Zeugnis wiedergeben, um herauszufinden, ob ein Außenstehender den Text so versteht, wie er gemeint ist. Daher gebe ich zunächst mal keine zusätzlichen Informationen. Ich freue mich auf jede Meinungsäußerung, denn das Thema führt in meiner Firma zu einer recht kontroversen Diskussion.
Heißen Dank im voraus, an alle, die sich die Mühe machen und Grüße, Inli

Herr Mustermann, geboren am xx.xx.xxxx nahm seine Tätigkeit am xx.xx.xxxx als xxx unserem Unternehmen auf. Mit Wirkung zum xx.xx.xxxx wechselte Herr Mustermann in den Bereich xxx.

In dieser Funktion war Herr Mustermann für den Gesamtbereich verantwortlich; im Einzelnen gehörten folgende Tätigkeiten zu seinem Aufgabengebiet:

xxx

Herr Mustermann hat sich engagiert in sein neues Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig die vereinbarten Ziele. Er hat ein umfassendes und detailliertes Fachwissen, das er beim Auftreten neuer Fragen und Entwicklungen sicher einsetzte. Er aktualisierte beständig sein Wissen und hat die erworbenen Kenntnisse stets gut praktisch umgesetzt.

Seine Arbeitsweise war umsichtig und die von ihm erarbeiteten Lösungen bewährten sich in der Praxis. Auch erhöhtem Arbeitsaufwand und Termindruck war er gut gewachsen. Besonders hervorzuheben ist seine Bereitschaft, im Bedarfsfall jederzeit auch außerhalb seiner Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen.

Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllte in vollem Umfang die gestellten Anforderungen. Als Vorgesetzter legte Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf Selbstständigkeit und Eigeninitiative. Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und verhielt sich korrekt.

Herr Mustermann verlässt uns zum 22.02.2006.

Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft, Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Hallo.

Liebe Experten,
ich möchte hier ein Zeugnis wiedergeben, um herauszufinden, ob
ein Außenstehender den Text so versteht, wie er gemeint ist.

Man beachte, dass der Fehler im Detail steckt (bzw. stecken kann)

Herr Mustermann, geboren am xx.xx.xxxx nahm seine Tätigkeit am
xx.xx.xxxx als xxx unserem Unternehmen auf. Mit Wirkung zum
xx.xx.xxxx wechselte Herr Mustermann in den Bereich xxx.

In dieser Funktion war Herr Mustermann für den Gesamtbereich
verantwortlich; im Einzelnen gehörten folgende Tätigkeiten zu
seinem Aufgabengebiet:

xxx

Herr Mustermann hat sich engagiert in sein neues
Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig die
vereinbarten Ziele. Er hat ein umfassendes und detailliertes
Fachwissen, das er beim Auftreten neuer Fragen und
Entwicklungen sicher einsetzte. Er aktualisierte beständig
sein Wissen und hat die erworbenen Kenntnisse stets gut
praktisch umgesetzt.

Quizfrage: Selbstverständlichkeit oder überdurchschnittliche Leistung ?

Seine Arbeitsweise war umsichtig und die von ihm erarbeiteten
Lösungen bewährten sich in der Praxis. Auch erhöhtem
Arbeitsaufwand und Termindruck war er gut gewachsen. Besonders
hervorzuheben ist seine Bereitschaft, im Bedarfsfall jederzeit
auch außerhalb seiner Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen.

Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllte in vollem
Umfang die gestellten Anforderungen. Als Vorgesetzter legte
Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf
Selbstständigkeit und Eigeninitiative. Die ihm übertragenen
Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Herr Mustermann verlässt uns zum 22.02.2006.

Wieso dieses ‚krumme‘ Datum ? Normal wären der 15. oder Ende eines Monats.

Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft,
Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Kein ‚stets‘ (obwohl man darauf bei einer Note besser als 3 rechtlich keinen Anspruch hat) und kein ‚auch weiterhin‘ ?

mfg M.L.

Ich danke Dir erstmal.
Ich weiss, das sieht ein bißchen nach heiterem Zeugnis-Quiz aus, ich will halt testen, ob man herauslesen kann, was ich gemeint habe.
Was würdest Du aus dem krummen Datum folgern?

Hallo nochmal.

Ich danke Dir erstmal.

Bitte :smile:

Ich weiss, das sieht ein bißchen nach heiterem Zeugnis-Quiz
aus, ich will halt testen, ob man herauslesen kann, was ich
gemeint habe.
Was würdest Du aus dem krummen Datum folgern?

Das Zeugnis klingt zwar gut, aber wie schon geschrieben: es kommt auf die Details an. Und das ‚krumme Datum‘ kann auf
-ausserordentliche Kündigung
-Aufhebungsvertrag
-…
hindeuten. Ist also negativ zu werten.
Hier in dem Brett werden übrigens häufiger Zeugnisse bewertet, einfach mal im Archiv schauen nach den Beiträgen. Einige davon enthalten gute links :wink:

HTH
mfg M.L.

Hallo Herr Mustermann :wink:

ich finden den letzten Absatz merkwürdig und auch etwas widersprüchlich zu den ersten Teilen:

Als Vorgesetzter legte
Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf
Selbstständigkeit und Eigeninitiative.

Das ist ja nix schlechtes; andererseits:

Die ihm übertragenen
Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Das klingt für mich so, als habe der Kandidat von anderen Eigeninitiative gefordert, selbst aber nur das getan, was man ihm gesagt hat.

Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Sollte es nicht heißen: Stets korrekt?

Herr Mustermann verlässt uns zum 22.02.2006.
Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft,
Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Ich kann mir nicht helfen, mein Eindruck ist: Wir wünschen ihm, dass er im neuen Job mehr beruflichen Erfolg hat.

Grüße -Ally

Hallo Inli,

ich würde nicht sehr viel in das Zeugnis interpretieren, da der
Schreiber entweder willentlich oder aus Unwissenheit ein
niederschmetterndes Urteil gefällt hat.

Obwohl Mustermann Vorgesetzter war erfahren wir nicht von wie
vielen Mitarbeiter, welche Personalkompetenzen er hatte und
vieleicht auch mal so Dinge wie motivation der Mitarbeiter fehlen
gänzlich.

Herr Mustermann war für irgendeinen Gesamtbereich verantwortlich,
mit welchen Kompetenzen?

Das gesamte Zeugnis bescheinigt ihm gutes Fachwissen und Null, Nichts,
Nada als Vorgesetzter oder Verantwortlicher von XY.

Das krumme Datum sollte dann der Todesstoß werden, führte bei mir
aber nur dazu, dass ich das Zeugnis nicht wirklich ernst nehmen würde.

Gruß
Stefan

Hi Stefan,

Schreiber entweder willentlich oder aus Unwissenheit ein
niederschmetterndes Urteil gefällt hat.

willentlich!

Obwohl Mustermann Vorgesetzter war erfahren wir nicht von wie
vielen Mitarbeiter, welche Personalkompetenzen er hatte und
vieleicht auch mal so Dinge wie motivation der Mitarbeiter
fehlen
gänzlich.

Gibts auch nicht viel zu zu sagen.

Herr Mustermann war für irgendeinen Gesamtbereich
verantwortlich,
mit welchen Kompetenzen?

Stimmt, muss ich noch näher ausführen.

Das gesamte Zeugnis bescheinigt ihm gutes Fachwissen und Null,
Nichts,
Nada als Vorgesetzter oder Verantwortlicher von XY.

So war’s.

Das krumme Datum sollte dann der Todesstoß werden,

ja.

aber nur dazu, dass ich das Zeugnis nicht wirklich ernst
nehmen würde.

Hm…muss ich drüber nachdenken.

Gruß
Stefan

Gruß, Inli und vielen Dank für Deine Meinung.

Hi Ally!

Hallo Herr Mustermann :wink:

Ich bin die Zeugnisschreiberin und möchte nicht boshaft sein, sondern möglichst wahrheitsgetreu einem potentiellen neuen Arbeitgeber mitteilen, was für ein Mitarbeiter Herr Mustermann - zumindest bei uns - gewesen ist, ohne jedoch meinen Auftrag zuwiderzuhandeln, wohlwollend zu urteilen.

Das klingt für mich so, als habe der Kandidat von anderen
Eigeninitiative gefordert, selbst aber nur das getan, was man
ihm gesagt hat.

Genau das wollte ich damit zum Ausdruck bringen, freut mich sehr, dass das klappt.

Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Sollte es nicht heißen: Stets korrekt?

Jaaa…hm…da kaue ich noch ein bißchen dran rum sozusagen…

Ich kann mir nicht helfen, mein Eindruck ist: Wir wünschen
ihm, dass er im neuen Job mehr beruflichen Erfolg hat.

Ja, so ist’s.

Dank Dir ganz herzlich für Deine Antwort.

Hier in dem Brett werden übrigens häufiger Zeugnisse bewertet,
einfach mal im Archiv schauen nach den Beiträgen. Einige davon
enthalten gute links :wink:

Ja, das stimmt, habe auch schon geschürft und dabei festgestellt, dass einzelne Formulierung je nach Zusammenhang mal so mal so verstanden werden können, ist ja offensichtlich auch hier der Fall.

Daher bin ich ehrlich dankbar für Eure Hilfe, wie gesagt, bei uns wird es etwas kontrovers diskutiert, weil die Interpretationen so unterschiedlich sind.

LG, Inli

Den würd ich nicht einstellen…

Liebe Experten,

Ich bin zwar kein Experte, aber ich finde es teilweise sehr offensichtlich, dass es sich um ein schlechtes Zeugnis handelt. Möchte mal zu den einzelnen Stellen was sagen, die mir aufgefallen sind.

Seine Arbeitsweise war umsichtig und die von ihm erarbeiteten
Lösungen bewährten sich in der Praxis. Auch erhöhtem
Arbeitsaufwand und Termindruck war er gut gewachsen.

Gut gewachsen?! Gut gewachsen! Nicht sowas wie „hat er perfekt gemeistert“ (ok, so schreibt man das nicht)? Gut gewachsen klingt für mich wie „er hat’s halt geschafft, wie, das fragen wir uns noch heute…“

Besonders
hervorzuheben ist seine Bereitschaft, im Bedarfsfall jederzeit
auch außerhalb seiner Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen.

Ist das eine Sache, die man BESONDERS hervorheben muss? Mindestens als Leiter eines Gesamtbereiches wird das von einem erwartet. Wenn nicht sogar vom allerkleinsten Angestellten…

Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllte in vollem
Umfang die gestellten Anforderungen.

Erfüllte die Anforderungen, aber eben nicht mehr. Nix besonderes.

Als Vorgesetzter legte
Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf
Selbstständigkeit und Eigeninitiative.

*lol* Ok, er war also verdammt gut darin, Arbeit zu deligieren und wenn was schief ging, waren die Mitarbeiter schuld. Jaja, das lieb ich!

Die ihm übertragenen
Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Kam gut aus? Verhielt sich korrekt? Das ist aber nett von ihm… *lol*
Kollegen und Vorgesetzte. Und was ist mit den ihm unterstellten Mitarbeitern? Was ist mit Kunden?

Herr Mustermann verlässt uns zum 22.02.2006.

Fristlose Kündigung, was?

Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft,
Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Hier fehlt das „weiterhin“. So zeigt es ja, dass er noch gar keinen beruflichen Erfolg hatte…

Und? Hab ich alle Stellen gefunden? :wink:
Nic

LOL…alles klar…war zu offensichtlich, hm?

Und? Hab ich alle Stellen gefunden? :wink:

Ja, hast alle Stellen gefunden und nicht nur das. Du hast den Typ komplett richtig beschrieben, hast sogar noch richtige Dinge hineininterpretiert, von denen ich dachte, ich hätte sie nicht gesagt.

Hmpf…da muss ich wohl noch ein bißchen feilen, so plump sollte es gar nicht ausfallen, ich will mich auch nicht auf einen Streit einlassen.

Vielen Dank, ich hatte Spaß beim Lesen Deiner Kommentare und geholfen hat es auch.

Gruß, Inli

Hi,

die Schwierigkeit ist daß Du das Zeugnis nicht komplett wieder gibst, also z. B. eine konkrete Aufgabenbeschreibung fehlt. Es wäre unseriös dann ein Urteil über das Zeugnis zu fällen, denn mir fällt weiter auf daß Du auch im Text selber kaum auf konkrete Dinge des Herrn Mustermann eingehst, sondern nur von „Gesamtbereich“, „Zielen“ etc. sprichst.
Ansonsten nutzt Du einerseits Bestandteile der üblichen Zeugnissprache, bist darin aber nicht konsequent - und das verwirrt weil man nicht recht weiß ob die Abweichungen bewußt sind um etwas Negatives auszudrücken, oder ob Du es nicht besser wußtest, aber die eine oder andere Redewendung, die Du aufgeschnappt hast, integriert hast.

Ich kann Dir so keine komplette Einschätzung geben, aber vielleicht kannst Du folgende Details schon mal verbessern:

Herr Mustermann, geboren am xx.xx.xxxx nahm seine Tätigkeit am
xx.xx.xxxx als xxx unserem Unternehmen auf. Mit Wirkung zum
xx.xx.xxx wechselte Herr Mustermann in den Bereich xxx.

In dieser Funktion war Herr Mustermann für den Gesamtbereich
verantwortlich; im Einzelnen gehörten folgende Tätigkeiten zu
seinem Aufgabengebiet:

xxx

Herr Mustermann hat sich engagiert in sein neues
Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig die
vereinbarten Ziele.

stets nachhaltig

Er hat ein umfassendes und detailliertes
Fachwissen, das er beim Auftreten neuer Fragen und
Entwicklungen sicher einsetzte.

immer sicher einsetzte

Er aktualisierte beständig
sein Wissen und hat die erworbenen Kenntnisse stets gut
praktisch umgesetzt.

Seine Arbeitsweise war umsichtig und die von ihm erarbeiteten
Lösungen bewährten sich in der Praxis.

Hier fehlen wieder Begriffe wie „immer“, „jederzeit“, „stets“. Sinngemäß sagt der Satz: Er hat meistens ordentlich gearbeitet und seine Lösungen funktionierten einigermaßen.

Auch erhöhtem
Arbeitsaufwand und Termindruck war er gut gewachsen. Besonders
hervorzuheben ist seine Bereitschaft, im Bedarfsfall jederzeit
auch außerhalb seiner Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen.

Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllte in vollem
Umfang die gestellten Anforderungen.

Aber auch nur manchmal?

Als Vorgesetzter legte
Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf
Selbstständigkeit und Eigeninitiative. Die ihm übertragenen
Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Die Reihenfolge muß lauten: Vorgesetzte - Mitarbeiter - Kunden. In Deinem Text erwähnst Du zuerst seine Mitarbeiter und erst dann die Vorgesetzten.

„Übertragene Arbeiten“ besagt daß er nur aktiv wurde wenn man ihn aufforderte - eine bessere Formulierung ist „er erfüllte seine Aufgaben stets…“

„verhielt sich korrekt“ ist 3-, „kam aus“ 4-. Erstens will man lesen daß er „immer“ korrekt auftrat und zum anderen reicht „korrekt“ nicht. „Korrekt“ ist wenn man keine konkreten Vorwürfe machen kann, aber auch nie mit demjenigen warm wurde. „Auskommen“ ist ganz grottenschlecht. Da muß also stehen daß er ein allseits beliebter, gefragter Ansprechpartner war, der von Vorgesetzten und Mitarbeitern immer gerne kontaktiert wurde.

Herr Mustermann verlässt uns zum 22.02.2006.

Haben andere ja schon erklärt: man wechselt nur dann zu solch krummen Terminen wenn man rausgeworfen und mit sofortiger Wirkung zwangsversetzt wird - beides maximal schlecht. Das Zeugnis muß bzgl. des Datums auf den letzten Arbeitstag in der bisherigen Abteilung ausgestellt sein, und das sollte möglichst immer ein Monatsende sein, notfalls zum 15. des Monats - aber bitte nicht auf den 22. …

Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft,
Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Das meine ich mit: Du verwendest aufgeschnappte Formulierungen, die dann aber falsch verwendet werden. Theoretisch sind das zwar die üblichen „guten“ Aussagen, aber in verdrehter Form. Im Zusammenhang mit dem Rest des Zeugnisses fragt man sich was einem das sagen soll - und bei den ansonsten eher nicht so tollen Aussagen interpretiert man folglich den Schlußsatz auch negativ.
Nebenbei fehlt eine Formel des Bedauerns über den Weggang von Herrn Mustermann und Dank an ihn - im Zusammenhang mit den anderen Dingen, die ich genannt habe, ist der Tenor: er ist fachlich halbwegs OK, menschlich kamen wir mit ihm aber nicht auf einen Nenner und sind froh daß er weg ist.

Besser als Schlußabschnitt: „Wir bedauern daß Herr Mustermann unsere Abteilung verläßt und danken ihm für die stets gute Arbeit, die er geleistet hat. Für seine private und berufliche Zukunft wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

Gruß,

MecFleih

Hallo Inli,

ich lese es so:

Herr Mustermann hat sich engagiert in sein neues
Aufgabengebiet eingearbeitet und verfolgte nachhaltig die
vereinbarten Ziele.

Mehr aber auch nicht (= keine Eigeninitiative).

Er hat ein umfassendes und detailliertes
Fachwissen, das er beim Auftreten neuer Fragen und
Entwicklungen sicher einsetzte.

Ein Wichtigtuer und Streber, der sich bei neuen Sachen immer vordrängelte. Ob der Einsatz des umfassenden Fachwissens auch von Erfolg gekrönt war, ist eine andere Sache.

Seine Arbeitsweise war umsichtig und die von ihm erarbeiteten
Lösungen bewährten sich in der Praxis. Auch erhöhtem
Arbeitsaufwand und Termindruck war er gut gewachsen.

Besonders
hervorzuheben ist seine Bereitschaft, im Bedarfsfall jederzeit
auch außerhalb seiner Arbeitszeiten zur Verfügung zu stehen.

Grundsätzlich: wenn es schon sonst nichts hervorzuheben gibt… :wink:
Variante A: Ein Schleimer vor dem Herren.
Variante B: Ein verhärmtes Menneken ohne soziale Kontakte und Interessen außerhalb der Firma.

Als Vorgesetzter legte
Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf
Selbstständigkeit und Eigeninitiative.

Während dessen lehnte er sich entspannt zurück und sah zu, wie sich die anderen abrackerten (im Klartext: als Chef mehr als unangenehm).

Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Die Reihenfolge ist tödlich! Außerdem fehlen in der Aufzählung Externe (Kunden, Geschäftspartner, etc.). ‚Korrekt‘ = bürokratisch

Herr Mustermann verlässt uns zum 22.02.2006.

Wohl fristlos gefeuert, was? *grins*

Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft,
Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Wünscht man in einem Zeugnis nur, wenn man endlich einen ständig krank feiernden Mitarbeiter los ist.

Grüße
Renee

Nachtrag…
PS: Ich habe Deine Kommentare zu anderen Antworten gelesen und offenbar soll das Zeugnis nicht das allerallerbeste werden…

OK, es gibt Leute, die das verdient haben.

Als jemand, der seinerzeit selber mit einem absolut vernichtenden Zeugnis bedacht wurde (und das zu Unrecht) bitte ich Dich trotzdem fair zu bleiben.
Abgesehen davon daß Du schon vom Gesetzgeber aus „wohlwollend“ bleiben mußt solltest Du dir, bei allen Querelen, die es vielleicht gab, immer darüber klar sein daß Menschen ihre Zeugnis bis ans Ende ihres Arbeitslebens mitführen und solche vernichtenden Urteile jemandem die Zukunft komplett verbauen können. Es ist leicht und im ersten Moment verständlich daß man unsympathischen Menschen erstmal noch einen Tritt in den Allerwertesten mitgeben will. Du solltest Dir aber gut überlegen ob der Herr Mustermann ein solches Arschloch war daß er das wirklich „verdient“ hat.
Du schreibst das Zeugnis in 10 Minuten und hast dann 2 Tage Genugtuung daß Du „ihm eins ausgewischt hast“ - er muß mit dem Zeugnis aber leben und vielleicht machst Du ihm damit sehr viel kaputt.

Vielleicht hat der Herr Mustermann es nicht besser verdient - ich möchte Dich trotzdem bitten fair und wirklich wohlwollend zu bleiben.

Gruß,

MecFleih

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H MecFleih,

besten Dank für Deine Antwort.

Ansonsten nutzt Du einerseits Bestandteile der üblichen
Zeugnissprache, bist darin aber nicht konsequent - und das
verwirrt weil man nicht recht weiß ob die Abweichungen bewußt
sind um etwas Negatives auszudrücken, oder ob Du es nicht
besser wußtest, aber die eine oder andere Redewendung, die Du
aufgeschnappt hast, integriert hast.

Genau das war meine Sorge, ich will ja ein schlechtes Zeugnis schreiben, aber es soll so sein, dass der Leser nicht denkt, das sei aus Versehen schlecht ausgefallen.

Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllte in vollem
Umfang die gestellten Anforderungen.

Aber auch nur manchmal?

Ja, das wollte ich sagen.

Die Reihenfolge muß lauten: Vorgesetzte - Mitarbeiter -
Kunden. In Deinem Text erwähnst Du zuerst seine Mitarbeiter
und erst dann die Vorgesetzten.

Ich wollte ungefähr sowas sage wie: Kollegen und Vorgesetzten gegenüber war es ganz ok, aber gegenüber „Untergebenen“ bzw. in der Hierarchie tiefer angesiedelten Kollegen war er unmöglich.
Wie könnte man das besser ausdrücken?

„Übertragene Arbeiten“ besagt daß er nur aktiv wurde wenn man
ihn aufforderte

oft nicht einmal dann…

„Korrekt“ ist wenn man keine konkreten
Vorwürfe machen kann, aber auch nie mit demjenigen warm wurde.
„Auskommen“ ist ganz grottenschlecht. Da muß also stehen daß
er ein allseits beliebter, gefragter Ansprechpartner war, der
von Vorgesetzten und Mitarbeitern immer gerne kontaktiert
wurde.

LOL…dann hätten wir ihn behalten…

Tja, ich gebe zu, das ich mich etwas ungeschickt anstelle, aber diese ganze verklausulierte Zeugnissprache im Zusammenhang mit der Verpflichtung, wohlwollend sein zu müssen überfordert mich auch ein bißchen.

Im Klartext: Ich will ein grottenschlechtes Zeugnis ausstellen, dass jeder Außenstehende auch so auffasst, aber ich will es so elegant formulieren, dass man nicht dagegen angehen kann.

Gruß, Inli

Unsere gegenseitigen Antworten haben sich überschnitten.

Ja, Du hast Recht, man sollte immer fair bleiben. Normalerweise mache ich das auch so, daher habe ich nie große Schwierigkeiten beim Zeugnisschreiben gehabt. Ich habe das Positive herausgestellt und das negative ignoriert, man will ja auch keinem die Zukunft verbauen, weil man sich mal geärgert hat. Es ist schon richtig, dass auch das Gesetz Mitarbeiter vor Rache-Zeugnissen schützt.

Aber dieser Fall ist anders und sehr speziell, der Kerl hat uns zwei jahre lang sowas von vera*****, mutwilig und bösartig und arrrrgh und grrrrr und ich kriege immer noch Bluthochdruck, das Ganze war auch vor Gericht, da der Herr gegen die fristlose angegangen ist und sogar der Richter war reichlich fassungslos.

Da fühle ich mich jetzt eher in der Pflicht, potenzielle neue Arbeitgeber zu warnen, was da für eine Granate auf sie zukommt.

Nichts für ungut und liebe Grüße,
Inli

Hi Renee,

ich lese es so:
Mehr aber auch nicht (= keine Eigeninitiative).

Du liest richtig.

Ein Wichtigtuer und Streber, der sich bei neuen Sachen immer
vordrängelte. Ob der Einsatz des umfassenden Fachwissens auch
von Erfolg gekrönt war, ist eine andere Sache.

:smile:))

Als Vorgesetzter legte
Herr Mustermann bei seinen Mitarbeitern vor allem Wert auf
Selbstständigkeit und Eigeninitiative.

Während dessen lehnte er sich entspannt zurück und sah zu, wie
sich die anderen abrackerten (im Klartext: als Chef mehr als
unangenehm).

Yo!

Er
kam mit seinen Kollegen und auch den Vorgesetzten gut aus und
verhielt sich korrekt.

Die Reihenfolge ist tödlich! Außerdem fehlen in der Aufzählung
Externe (Kunden, Geschäftspartner, etc.). ‚Korrekt‘ =
bürokratisch

Kunden gegenüber war er ok, muss ich noch einfügen.

Wohl fristlos gefeuert, was? *grins*

Yeah Baby Yeah und zwar viel zu spät.

Wir wünschen Herrn Mustermann alles Gute in der Zukunft,
Gesundheit und beruflichen Erfolg.

Wünscht man in einem Zeugnis nur, wenn man endlich einen
ständig krank feiernden Mitarbeiter los ist.

Hm…nö…gesund war er. Dann las ich das weg.

Grüße, Inli

Hallo Inli,

aber nur dazu, dass ich das Zeugnis nicht wirklich ernst
nehmen würde.

Hm…muss ich drüber nachdenken.

Mir ist das zuviel des Guten.

Abhängig davon wie lange Herr Mustermann bei der Firma war würde
ich da eher auf persönliche Differenzen mit dem Chef tippen.

Bei einer Beschäftigung länger als 1 Jahr:
Der Chef hat ihn X Jahre beschäftigt und nun aus heiterem
Himmel fällt ihm auf, es ist ne faule Socke.
Wer dann nun der inkompetentere ist bleibt fraglich. :smile:

Bei einer Beschäftigung kürzer als 1 Jahr und länger 6 Monate:
Warum hat er die Probezeit überlebt?

Kündigung in der Probezeit:
Man hat sich halt nicht verstanden, soll vorkommen. Für diesen Fall
ist mir das Zeugnis zu ausführlich (man kennt sich ja kaum).

Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, da möchte jemand Herrn
Mustermann richtig einen mitgeben und sowas passiert eigentlich nur
wenn persönlich was abgelaufen ist.

Gruß
Stefan

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Nachtrag
Hallo Inli,
kennst du den…
http://www.hr-manager.de/hr_man/html/zeugnis_gen_exp…

Gruß
Stefan

Hallo an dieser Stelle.

Man merkt, dass Zeugnisse schreiben eine Kunst für sich sein kann.
Aber als kleine Hilfe ein Zeugnisgenerator: http://www.hr-manager.de/hr_man/html/zeugnis_gen_net…
(Quelle: http://www.hr-manager.de/hr_man/html/einleitung_zeug…)

mfg M.L.