Antwort von
nach 3 Stunden
hilfreich
Re: Nein zu 12 Tagen Arbeit am Stück?
Hallo Frauke,
auch wenn ich Deine Meinung durchaus nachvollziehen kann, muß ich doch ganz klar sagen, daß Dein Herr Gemahl keine Möglichkeit hat, sich vor Überstunden zu drücken, wenn er nicht unbedingt eine Kündigung riskieren will.
Die Verweigerung von Mehrarbeit - gerade in Zeiten, wo im Betrieb der Teufel los ist oder ein wichtiger Auftrag anliegt - ist nämlich ein Kündigungsgrund, was auch mehrfach durch Arbeitsgerichte entschieden wurde.
Das bedeutet allerdings nicht, daß die Überstunden ohne Bezahlung bzw. ohne Freizeitausgleich geschoben werden müssen. Den Arbeitsvertrag (Tarif/nicht Tarif, etc.) Deines Mannes kenne ich natürlich nicht, deswegen kann ich Dir dazu nichts Näheres sagen.
statt der eigentlichen 9 Stunden täglich (mit Pausen) inzwischen regulär
11-12 Stunden gearbeitet werden.
Es sollte natürlich nicht zur Dauereinrichtung werden, ist aber manchmal unumgänglich.
Ich finde es unverantwortlich, denn ganz ungefährlich ist es
ja nun auch nicht.
Wenn die Ruhezeiten nicht gegeben sind,
passieren doch schnell mal Unfälle und es wird auch auf hohen
Gerüsten gearbeitet und auch mit einem Schweißgerät z.B.
Unverantwortlich würde ich es nicht nennen (schließließlich profitiert Dein Mann doch von dem Auftrag!). Und Unfälle passieren nun einmal und zwar meistens am Montag, obwohl man meinen könnte, daß die-/derjenige genug Zeit hatten, sich am Wochenende auszuruhen.
Bitte nimm es nicht persönlich, aber Deine Schilderung (insbesondere Deine Befürchtungen) läßt praktisch unweigerlich darauf schließen, daß Du mit einem hundertjährigen und überaus klapperigen Tattergreis, der sich kaum auf den Beinen halten kann, verheiratet bist. Dein Mann ist doch sicherlich alt genug, um zu wissen, was er sich zutrauen kann.
Auch bei mir in der Firma ist manchmal Wochenendarbeit (zum Teil bis tief in die Nacht) notwendig. Weil ich aber an keine Tarifverträge gebunden bin, habe ich mit meinen fleißigen Bienchen vereinbart, daß es für jeden am Wochenende durchgearbeiteten Tag zwei zusätzliche Urlaubstage gibt, die jederzeit auch kurzfristig (also morgens anrufen: ich komme heute nicht) genommen werden können. Der Gerechtigkeit wegen haben uns darauf geeinigt, daß - wenn Arbeit am Wochenende ansteht - die einen am Freitag freihaben und sonntags kommen, die anderen dafür samstags kommen und machen am darauf folgenden Montag blau.
So hat jeder zwischendurch eine Verschnaufpause. Diese Methode funktioniert - wenigstens bei uns - seit Jahren hervorragend.
Vielleicht sollten Dein Mann und seine Kollegen mit dem Chef sprechen. Es läßt sich ganz bestimmt eine vernünftige Lösung finden.
Viele Grüße
Tessa