Hallo zusammen,
ich habe keine Ahnung, ob das Posting hier reingehört… leider habe ich kein anderes, passenderes Board gefunden.
Meine Frage ist: macht es Sinn für einen Angestellten im IT-Umfeld (Software oder Hardwarefirma, Internetfirma etc.) Mitglied einer Gewerkschaft zu werden? Und wenn ja in welcher? Was kostet das, etc?
Wenn man Probleme mit seinem Arbeitgeber befürchtet… sollte man dann lieber eine Rechtsschutzversicherung abschließen, oder sein Glück in der Gewerkschaft suchen?
Wäre prima, wenn mir jemand helfen könnte.
Gruss
Alexa
Keine Ahnung!
Hi Alexa,
Meine Frage ist: macht es Sinn für einen Angestellten im
IT-Umfeld (Software oder Hardwarefirma, Internetfirma etc.)
Mitglied einer Gewerkschaft zu werden? Und wenn ja in welcher?
Was hat Dein Arbeitgeber denn für einen Ruf? Was sagen die anderen Beschäftigten?!
Ich war über 15 Jahre Mitglied in einer Gewerkschaft (IGBCE). Nachdem diese allerdings im letzten Jahr für mich nicht nachvollziehbare Entscheidngen traf, bin ich ausgetreten. Mittlerweile habe ich den Job gewechselt und frage mich, wofür ich jahrelang solche Beiträge gezahlt habe…
Was kostet das, etc?
Ca. 1% Deines Bruttoeinkommens!
Wenn man Probleme mit seinem Arbeitgeber befürchtet… sollte
man dann lieber eine Rechtsschutzversicherung abschließen,
oder sein Glück in der Gewerkschaft suchen?
Gewerkschaftsbeiträge beinhalten in der Regel eine Rechtschutzversicherung für Arbeitsangelegenheiten…
Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass die sogenannten Rechtsexperten (zumindest der IGBCE) mit bestem Willen nur als „Stümper“ bezeichnet werden konnten, denen jeder Personalmitarbeiter mit drei Jahren Berufserfahrung etwas im Arbeitsrecht vormacht! Ich weiß aber auch, dass z.B. bei der ÖTV Leute sitzen, die richtig viel Ahnung haben!
Wäre prima, wenn mir jemand helfen könnte.
Ob ich das konnte weiß ich nicht - vielleicht ein klein wenig?
Gruß
Guido
Hallo Alexa,
eine richtige oder falsche Antwort gibt’s auf Deine Frage sicher nicht.
Was soll Dir die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft bringen? Gesetze und Anstellungsvertrag regeln alles haarklein. Der Beschäftigte findet in aller Regel gute Arbeitsbedingungen vor und wird ordentlich bezahlt. Bei Differenzen - und wo gibt es die nicht gelegentlich - redet man darüber.
Die Zeiten sind vorbei, daß das Klischee des Zigarre rauchenden Fettwanstes seine Arbeitssklaven für einen Hungerlohn 16 Stunden täglich ausbeutete. Für Umverteilung gibt es schon lange keinen Bedarf mehr und über den Kampf der Arbeiterklasse kannst Du in Geschichtsbüchern nachlesen.
Nach meiner Überzeugung und Beobachtung trocknen die Gewerkschaften langsam aus. Die Mitgliederzahlen gehen kontinuierlich zurück. Das Selbstbewußtsein eines qualifizierten Mitarbeiters verträgt keinen Funktionär, der für ihn redet. In den großen Aktiengesellschaften interessiert viele Mitarbeiter der Börsenkurs mehr als das Mitteilungsblatt des Gewerkschafts-Ortsvereins. Und in kleinen Firmen interessiert den Chef die Gewerkschaft ungefähr so heftig wie der Skatclub.
Im großen politischen Zusammenhang verharren Gewerkschaften seit Jahren in der Position des Bremsers und Bewahrer alter Industrien.
Bis in die 80er Jahre versuchten sich Gewerkschafter auch als Industriemanager und Eigner großer Unternehmen vom Bauunternehmen ( Neue Heimat), über Handelsketten bis zu Zeitungen. Sie haben restlos alles in Grund und Boden gewirtschaftet. In vielen Städten kann man die menschenfeindlichen Massenquartiere bewundern, die von Pfusch- und Bakschischbrigaden gewerkschaftseigener Unternehmen hingestellt wurden.
Oder verfolge mal die Ladenschlußdiskussion. Dabei bekommt man einen schönen Eindruck gewerkschaftlicher Bauernfängerei.
Ich halte die Gewerkschaften für einen alten Zopf, der in früheren Zeiten bitter nötig war, aber inzwischen keine Daseinberechtigung mehr hat. Deshalb: Abschneiden, in die Ecke fegen und vergessen.
Gruß
Wolfgang
Hi!
Hey, da redet mir jemand aus der Seele!!!
Gruß
Guido
Hallo Alexa,
beim DGB könntest Du erfragen, welche Gewerkschaft überhaupt zuständig ist. Es kann vielleicht sein, dass keine zuständig ist, oder kein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag besteht. Wenn Dein Arbeitgeber in keinem Arbeitgeberverband ist und es keinen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag gibt, ist eine Mitgliedschaft nicht unbedingt sinnvoll - sie nützt dir persönlich nichts. Der AG braucht sich nicht an z. B. Tariflöhne und -gehälter halten, Urlaubsregelung gerade mal die gesetzliche usw.
Mein Arbeitgeber (AG) ist in keinem AG-Verband und der Tarifvertrag für diesen Bereich ist leider nicht allgemeinverbindlich. Weshalb sollte ich dann zur Gewerkschaft gehen?
Außerdem kann ich von einem früheren, gänzlich anderen Arbeitsverhältnis mit Rechtsstreit über den „Rechtsexperten“ der Gewerkschaft (damals war ich noch Mitglied) leider auch nur schlechtes sagen. Diesem „Rechtsexperten“ habe ich zu verdanken, dass Fristen versäumt wurden (obwohl ich immer drängte) und ich letztendlich vor Gericht schlecht dastand, d.h. zum größten Teil verlor (nur wegen dieser Fristen!).
Eine Rechtsschutzversicherung kann nützlich sein, aber die Kosten sind nicht unerheblich (und meistens eine Eigenbeteiligung pro Rechtsstreit von mehreren Hundert DM)
Mfg
Ulrike
Hallo Alexa,
schau Dich mal auf der Seite http://www.aub.de
Das ist die Arbeitsgemeinschaft der unabhängigen Betriebsangehörigen.
Für 12,–DM Monatsbeitrag bist Du dort auch Arbeits- und Sozialgerichtsrechtschutz versichert.
Gruss Zauberma@us
Zallo Zaubermaus,
das finde ich ziemlich interessant. Bist Du dort Mitglied?
Hat sonst noch jemand Erfahrungen mit AUB?
Hallo Alexa,
ja ich bin drin (;o) )… bei den AUB’s meine ich…
Bei meiner „alten“ Firma waren wir eine etwas groessere Gruppe und sogar im Betriebrat vertreten. Ich finde es eine gute alternative zur Gewerkschaft.
Ich fand es auch gut, daß die AUB niemals Stimmung gegen die Arbeitgeber gemacht habt, sondern immer sagte: mäßigt euch, sucht den Dialog…reden…reden…alle Seiten hören.
Finde ich gut.
Jetzt bin ich noch Mitglied, hauptsächlich wegen dem Rechtschutz.
Man kann ja nie wissen…
Zauberm@us