Karriere nur noch mit Hochschulstudium

Liebe Forumsmitglieder,

ich ärgere mich immer wieder über Stellenausschreibungen. Ich bin in einem grossen Unternehmen als Einkäuferin tätig und möchte mich interen (evtl. auch extern) im gleichen Beruf verändern. Ich mache meine Arbeit sehr gut, habe aber „nur“ Realabschluss und eine technische Ausbildung. Daher gestaltet sich dies ziemlich schwierig.

Ich habe den Eindruck dass heutzutage nur noch die Papierchen und nicht mehr der Mensch zäht. Bitte schreibt mir doch mal Eure Meinungen dazu.

Gruss Phyllis

Hallo Phyllis,

Dein Eindruck entspricht auch meiner Beobachtung. Obwohl Du mit kaufmännisch/organisatorischen Kenntnissen und einer technischen Ausbildung eine gesuchte Rarität am Arbeitsmarkt bist, ist der Vorsprung in der Hierarchie eines Großunternehmens, den z.B. ein BWLer von Beginn an Dir gegenüber mitbringt, kaum aufzuholen. Sprüche, wie „durch Leistung überzeugen“, bringen Dich nicht weiter. Du wirst damit leben müssen.

Es sei denn, Du wechselst in ein kleines, aber feines Unternehmen. Ich könnte so eine Mitarbeiterin gebrauchen. Wenn Du also Lust auf Norddeutschland hast …

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Dein Antwort.
PS: Schau mal in Deinen Postkasten

Viele Grüsse
Phyllis

Hi Phyllis,

sicher gibt es Unternehmen, die nur nach Papieren gehen. Bist Du jedoch der Meinung, das Deine Qualifikation über den Zeugnissen anderer liegt, dann verdiß diese Firmen.

Als „Bösewicht“ auf Mitarbeitersuche weiß ich, daß in Stellenanzeigen Filter eingebaut werden. Das Papier zählt hierbei ziemlich wenig. Die Anzeigen schränken einfach nur die Bewerbungseingänge ein.
Wer den Mut hat sich zu bewerben und dann noch der eigenen Persönlichkeit Rechnung trägt, hat ziemlich gute Chancen auf einen neuen Job. Eine Firma, die der Persönlichkeit keine Beachtung schenkt, hat diesen Menschen auch nicht verdient … und stellt Zeugnisse ein … des Firma’s Problem.

Kopf hoch, Mut und viel Glück
wünscht RaRo

du wirst nicht unbedingt damit leben muessen: in frankfurt z.b gibt es regelmaessige veranstaltungen von jobanbietern - meistens durch fachzeitschriften organisiert - wo man sich „praesentieren“ kann. das heisst nicht unbedingt, dass man nuttenartig den mogo macht, sondern man hat gewisse zeit, personalentscheidern sich mit faehigkeit + persoenlichkeit darzustellen - das ganze heisst „open interview“ und hat einigen bekannten schon zu jobs verholfen, von denen sie nie getraeumt hatten.
gruss
khs

Hallo Phyllis,
versuche einfach, dich mit deinen kenntnissen und fähigkeiten zu bewerben und ignoriere die akademische anforderung. oft werden uni-abschlüsse nur gefordert, weil man arbeitnehmer kriegen will, denen man zutraut, dass sie sich zusätzliche (in der praxis erforderliche) kenntnisse (die du schon hast !!!) selbst aneignen können und werden.

du wirst zwar dabei manche rückschläge erleiden, doch der unternehmer, der rechnen kann, wird erkennen, dass jemand, der - wie du - aus der praxis kommt, viel mehr zu bieten hat, als ein frischgebackener betriebswirt, der theoretisch gut ist; aber viel länger braucht, um sich in die neue situation „arbeitswelt“ einzufügen.

alles gute wünscht dir jedenfalls
mike

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