Arbeitsvertrag in Aussicht aber nicht sicher!

Hallo NG,

Ich habe mich (wie wohl üblich) bei x Firmen für eine feste Stelle beworben.

Nun habe ich diverse Vorstellungsgespräche hinter mir und einige stehen noch an (sind bereits vereinbart, aber eben in der Zukunft).

Die Termine bei denen ich schon war, sind auch so gut verlaufen, daß mir einige Stellen schon in Aussicht gestellt wurden, wo aber die Personaler noch die letzten paar Bewerbungsgespräche abwarten wollten.

Nun gibt es eine Firma, in der mir das Klima (wahrscheinlich) eher zusagt, aber wo die Tätigkeit … ich sage mal zweite Wahl ist… obwohl ich auch das gerne machen würde. In der anderen Firma würde ich die Tätigkeit lieber machen, aber da ist evtl. das Klima zu „modern“.

Die Frage ist… wie kann ich bei einer Stellenzusage der einen Firma etwas Zeit raus schinden, um die Entscheidung der anderen Firma ebenfalls abzuwarten? Es geht hier um etwa eine Woche inkl. Wochenende. Ich möchte natürlich dem „schnelleren“ nicht unbedingt desinteresse signalisieren.

MfG, Lars Betzin

Wer keine Ausrede weiß, …
ist nicht wert einmal in Verlegenheit zu kommen - sagt ein Sprichwort, lieber Lars. Wie wäre es, wenn Du mitteiltest, Du müßtest dringend für einige Tage jemandem (Freund, Verwandschaft odgl.) in der Ferne helfen, (Krankheit, Scheidung, Tod udgl.). Im allgemeinen dürfte man für diesen „Notfall“ wohl Verständnis aufbringen?!

was spricht dagegen, wenn du der firma deine wirklichen hinderungsgruende nennst?
wenn du offen und ehrlich ueber deine absichten und erwartungen sprichst, dann koennte die zusagende firma evtl. noch „nachbessern“, um dir den job schmackhaft zu machen, denn sie wollen dich offensichtlich ja haben, weil deine faehigkeiten in deren bedarfsspektrum passen.

deine grundeinstellung ist falsch: du bettelst nicht um einen job und bist auf keine grosszuegige gnade angewiesen, sondern DU stellst deine ware=arbeitskraft zur verfuegung, und somit suchst du dir auch das passende umfeld dazu aus.

wenn du solch einen job nicht mit voller ueberzeugung antrittst, wird das sowieso keine langfristige geschichte, die eine vernuenftige zukunftsplanung zulaesst.

alles gute
khs

Danke… für die Sichtweisen…
Erstmal vielen Dank für die beiden „Lösungen“.

Ich habe in der einen Firma nun einfach um „Bedenkzeit“ gebeten. Das war kein Problem. Ich wollte nur „gerüstet“ sein, falls es die Situation erforderlich gemacht hätte.

MfG, Lars Betzin

Es soll schon mal vorkommen, dass Leute einen Arbeitsvertrag unterschreiben und dann nicht antreten; nicht ganz fair aber …
Grußm Sera

Hallo Sera,

abgesehen davon, dass es da Probleme geben kann (Vertrag durchlesen), ist das eine Sache, unter der andere leiden: Eine Firma, die Arbeitsverträge mit Bewerbern abschließt, sagt anderen dabei ab.

Jeder, der sich überlegt, ob er aus bloßer Entscheidungsnot heraus einfach mehrere Verträge abschließt, sollte sich mal überlegen, dass *seine* nächste Absage auf eine Stelle vielleicht aus so einem Grund kommt.

Nicht zuletzt sollte ein jeder auch auf sein eigenes „Image“ und Auftreten achten - nicht nur, weil man sich „im Leben immer zweimal trifft“.
Vielleicht ist das Unternehmen, das man so unschön hängen lässt (und damit auch Schaden zufügt!) ein künftiger Geschäftspartner - oder hätte in ein paar Jahren eine reizvolle Stelle zu bieten.

Schließlich fügt man auch den Mitarbeitern des Unternehmens schaden zu: diese hätten nämlich einen Kollegen gebraucht. Auch hier lohnt sich wieder der Umkehrschluss: Wenn ich in Arbeit versinke, froh bin, dass wir jemand gefunden haben - und der kommt einfach nicht … naja.

Langer Rede kurzer Sinn: Was Du nicht willst, das man Dir tu :smile:

Viele Grüße
Gitte

Es soll schon mal vorkommen, dass Leute einen Arbeitsvertrag
unterschreiben und dann nicht antreten; nicht ganz fair aber

Grußm Sera

gefaehrlich…
denn dann wuerde ich als arbeitgeber eine superkraft aus einer professionellen zeitarbeitsfirma fuer die geplanten aufgaben einstellen, bis ich ersatz gefunden habe, und was glaubst du, wer wohl dann die rechnung dafuer bezahlt???
gruss
khs

Na ja
Hi!

Versuch’ das mal vor einem Arbeitsgericht durchzusetzen!

Zum einen hättest Du eh nur einen Schaden von 2 Wochen (Regelkündigungsfrist innerhalb der Probezeit) und zum anderem auch da nur eine Differenz zwischem dem, was Dir eh entstanden wäre und der ZA-Kraft.

Außerdem müßtest DU nachweisen, dass Du nicht innerhalb kürzester Zeit eine neue Kraft bekommen hättest…

Deutsche Arbeitsgerichte sind da ziemlich merkwürdig…

Gruß
Guido

hallo gitte,
ich habe weder gesagt, dass es fair ist, noch dass es rechtlich o.k. ist. nur, wenn ich vor einer entscheidung für meine karriere (und somit für mein gesamtes zukünftiges leben stehe) und evtl. damit auch noch verantwortung für andere (familie) habe, überlege ich mir schon genau wo meine prioriäten liegen. und im nachhinein betrachtet dankt es einem in der regel keiner, wenn man seine eigenen interessen zum wohle einer völlig fremden firma zurückstellt.
desweiteren denke ich , dass bei einem verspäteten rückzug die zweite wahl des ag eine chance erhält und sich somit der schaden für alle beteiligten in den grenzen hält.
gruß sera