Hallo,
Genaue Rechtsauskünfte kann ich Dir nicht geben, aber ein wenig aus meinem Alltag plaudern: Ich arbeite als Deutscher in der Schweiz und habe hier an der ETHZ Kollegen aus aller Herren Länder.
Mein Freund moechte in einem Jahr in die Schweiz kommen, um
hier zu arbeiten. Er verfuegt ueber ein Doktorat in
Sportwissenschaft (Physical Education), das er in England
abgeschlossen hat.
Er spricht neben Griechisch fliessend Englisch, aber leider
kein Deutsch.
Das sollte an und für sich kein Problem sein. Es gibt an der ETH genug Japaner, die auch nur Englisch können (neben Japanisch natürlich
)
Meine Fragen an Euch:
.Gibt es eine Moeglichkeit fuer ihn, auch ohne
Deutschkenntnisse hier zu arbeiten (z.b. Museum,
Uni-Assistent, Sportschule)?
An der Uni sollte es für ihn fast überhaupt keine Probleme geben. Hier gibt es viele Postdocs ohne Deutsch-/Französich- oder Italienischkenntnisse. Das Hauptproblem bleibt natürlich: Er muss erst eine entsprechende Stelle angeboten bekommen. Er sollte sich also auf eine entsprechende Ausschreibung in seinem Fachbereich bewerben.
Wie die Aussichten in Sportschulen oder Museen sind, kann ich leider nicht beurteilen.
.Was fuer eine Aufenthaltsbewilligung wuerde er brauchen, um
zu arbeiten und wie lange waere diese gueltig?
Als Postdoc würde er zunächst eine Bewilligung Typ B bekommen. Diese ist ein Jahr gültig und wird üblicherweise ohne Probleme verlängert, wenn der Arbeitsvertrag verlängert wird. Um die Formalitäten vor der Einreise kümmert sich die Uni (jedenfalls war es bei mir so.)
Sollte er es gar schaffen, als Professor an eine Universität gewählt zu werden, würde er unter Umständen gleich eine Niederlassungsbewilligung (Typ C) bekommen. Diese gilt unbefristet, es ist aber alle paar Jahre eine Ausweisverlängerung erforderlich, um festzustellen, ob sich der Ausländer noch in der Schweiz aufhält.
Ohne Job wird es schwierig (oder wie weiter unten schon ausgedrückt: Ohne Job keine Aufenthaltsbewilligung). Und wie Dieter schon angedeutet hat, unterschätze die Neugierde und Geschwindigkeit der Bürokratie nicht. Bis die Schweizer über ihren Schatten springen, und das mit der Freizügigkeit umsetzen, das dauert (Stichwort bilaterale Verträge).
Also am besten aus dem Ausland an eine Uni bewerben.
Grüsse
Rossi