Indisch pakistanische Kleidung im Büro?

iebe Gemeinde,

ich bin bei einem großen deutschen Konzern in einer kaufmännichen Abteilung beschäftigt. Bei meinen Kollegen findet man Alles - Nadelstreifen,
einfache Anzüge, Krawatten, keine Krawatten, T-Shirts und auch mal Turnschuhe.

Bisher gibt es keine Kleiderordnung, die ein Teil des Arbeitsvertrages wäre oder auch separat verabschiedet worden wäre.

Ich trage mal die grau-schwarzen Anzüge aber auch, fast regelmäßig, meine indisch pakistanische Kleidung - Schalwar (eine Pluderhose),
Kameez (ein knielanges Hemd) und eine Weste mit Stehkragen (Nehrukragen).

Diese männliche Kleidung unterscheidet nur in der Farbenpracht von der Damenkleidung - das Kameez der Damen ist in der Regel bunt und
Schlwar hat eine zum Kameez passende Farbe, in der Regel aber einfarbig. Die männliche Kleidung ist einfarbig - Schalwar und Kameez
bestehen aus einem Stoff.

Folgende Anmerkungen:

Wir haben Kundenkontakte bzw. Kundenbesuche.

Die Kleidung ist in meiner Arbeit nicht hinderlich - Telefonieren, Computertätigkeiten und face-to-face-Gespräche bilden die Tagesarbeit.

Frage: Wie sieht es mit der rechtlichen Situation aus, falls einem Chef meine pakistanische Kleidung nicht passt.

Ich bin pakistaner und lebe seit 1/4 - Jahrhundert in Germany.

Bitte um einen regen Meinungaustausch.

Raja

Sorry für doppel posting!

Hallo Raja,

der Arbeitgeber hat ein Weisungsrecht, dass aber seine Grenzen in allen Gesetzen, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen hat. Insbesondere auch in dem Artikel 1 des Grundgesetzes geschütztes Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers (zum Beispiel bei unangemessenen Weisungen für Kleidung und Haarschnitt).
Weiterhin können auch ausdrückliche oder stillschweigende Abmachungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wie sie z.B. in der betrieblichen Übung bestehen, nicht einseitig vom Arbeitgeber durch Weisungsrecht geändert werden.
Ohne Deine ausdrückliche Zustimmung läuft also nichts.

Mit kollegialen Grüßen
Michael

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da du eingangs schilderst, dass es in der firma allgemein casual zugeht, ist wohl nicht zu befuerchten, dass es da einschneidende vorschriften geben wird, es sei denn, es gibt kundenkontakte zu einem bestimmten nahostland, das prinzipiell probleme hat, mit menschen aus dem dunstkreis des islam zu verhandeln…

allerdings stell ich mir die frage, was du mit deinem auftritt bewirken willst:

trachtentraeger haben - ausser auf volksfesten - bei mir immer entweder den touch des missionars oder des deppen, und bei einigen soll das dann sogar noch „stolz“ ausdruecken, und zu diesem unleidlichen thema gibt es doch bereits genuegend stellungnahmen in den politikbrettern.
und mir ist es ist ganz egal, ob das ne lederne seppelhose oder nen lendenschurz ist: wer sich mit diesen nonkonformen dingen schmueckt, muss damit leben, dass er von einer grossen mehrheit seiner umgebung nicht ganz fuer voll genommen wird.
gruss
khs

hallo, raja, …

du wirst -wenns darauf ankommt- mit sicherheit den zweiten sieger machen.
bei mir wuerde ein ‚anderer anzug‘ oder eine andere hautfarbe oder eine andere sprache nicht stoeren,
aber ich bin sicher, dass ‚manch anderer‘ nicht unbedingt so denkt.

frag den boss lieber mal, was er wirklich dazu sagt.

leider ist man in d nicht ganz so tolerant. :frowning:

gruss - digi

Jein
Hallo Raja!

Bisher gibt es keine Kleiderordnung, die ein Teil des
Arbeitsvertrages wäre oder auch separat verabschiedet worden
wäre.

Muß es auch nicht geben - hier greift das sogenannte Direktionsrecht des Vorgesetzten

Frage: Wie sieht es mit der rechtlichen Situation aus, falls
einem Chef meine pakistanische Kleidung nicht passt.

Solange Du nicht im Kundenkontakt stehst (also den Teil Deiner Arbeit bewältigst, der sich an Telefon & PC abspielt), kann & darf er daran keinen Anstoß nehmen.

Sobald Du in Kundenkontakt trittst, darf er unter Hinweis auf die allgemeinen Gepflogenheiten des Unternehmens mitteleuropäische Kleidung verlangen (aber eben nur in face-to-face Kontakt mit Kunden), kraft Direktionsrecht sogar anweisen.

Grüße
Diana

kommt auf deinen Chef an
also ich denke, es hängt wirklich nur von Deinem Chef ab, ob du es „wagen“ kannst.
Recht, Gesetz, Vereinbarungen etc. kannst du abhaken, hier gelten die ungeschriebenen Gesetze.
Frage: Wie hat sich Dein Chef bisher bei ähnlichen Fällen (ungewöhnliche Haartrachten z.B.) verhalten.
Man kommt leider sehr schnell auf eine Abschußliste heutzutage; und ich befürchte fast, daß dein Vorhaben nur eine Art Sahnehäubchen auf bisherige „Taten“ darstellt.
Also lieber vorsichtig rantasten.

Wer einen Mund hat…
…dem kann geholfen werden.

Hallo Raja,

lass doch erst mal die Arbeitsverträge und eventuelle Gesetzestexte ganz weg.
Verträge sind erst dann gut, wenn es um eventuelle Verstösse und Streitigkeiten geht.
Bevor es soweit kommt, sprich doch erst einfach ganz zwanglos mit deinem Vorgesetzten darüber.
An seiner Reaktion, seinen Aüßerungen wirst du schon erkennen, wie er zu der Kleiderordnung steht.
Oftmals ist offenes Reden über eine Sache der direktere und meist auch sinnigere Weg, um eventuell vorhandene Probleme aus der Welt zu schaffen, oder erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Gruss
der Alex