Hallo Petzi,
na ja, man kann es auch übertreiben. *g*
Herr/Frau, geboren am und in, trat am … als kfm.
Angestellte/r in unsere Dienste.
Verstaubter geht es wohl net mehr, was? Oder wird das Zeugnis in das 19. Jh. zurückdatiert? Nimm doch einfach ‚in unser Unternehmen ein‘ oder ‚XY war von bis als blablabla für unsere Gesellschaft tätig.‘
Ab … wurde Herr/Frau die
Verkaufsleitung übertragen und Handlungsvollmacht erteilt.
Am … übernahm XY die Verkaufsleitung und erhielt gleichzeitig eine Handlungsvollmacht.
Herr/Frau bewältigte diesen Aufgabenbereich mit sicherem
Urteilsvermögen sachgerecht und sehr zuverlässig.
Aha… Abgesehen davon, daß man/frau Aufgabenbereiche nicht bewältigt, lese ich hinter ‚Bewältigen‘ immer ‚na ja, eigentlich nur mit größter Mühe…‘. Sachgerecht??? Lieber Himmel, wie willst Du ‚sachgerecht‘ definieren? Warum nicht einfach ‚Den ihr/ihm anvertrauten Aufgabenbereich betreute/führte XY souverän und zuverlässig.‘ Wenn der Umsatz im VK merklich und dauerhaft gestiegen ist, kannst Du es auch ruhig erwähnen (in Prozent!).
vertrat die Interessen unserer Gesellschaft und erfüllte
seine/ihre Aufgaben mit großem Engagement zu unserer vollsten
Zufriedenheit.
Was passiert wohl, wenn Du ein 0,2 l-Glas mit 0,3 l Flüssigkeit zu füllen versuchst? Genau, die ganze Brühe landet auf dem Tisch! Voller als voll gibt es nicht. ‚Vollste‘ ist meines Erachtens ohnehin eine hochgradig bescheuerte Erfindung; deswegen hat meine letzte Sekretärin ihre Aufgaben zu meiner ‚absoluten Zufriedenheit‘ erfüllt.
Aufgrund seines/ihres ruhigen und freundlichen
Wesens, seiner/ihrer ausgeglichenen Charakterstruktur und
seiner/ihrer positiven Einstellung zur Arbeit erfreut sich
Herr/Frau bei Vorgesetzten und Kollegen einer hohen
Wertschätzung.
Wann war denn die Heiligenschein-Verleihung? Wie gesagt: man kann es auch übertreiben. 'Aufgrund ihres/seines freundlichen und ausgeglichenen Wesens sowie ihrer/seiner fachlicher Kompetenz war XY bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen anerkannt wie beliebt." Niemals (!!!) die Kollegen zuerst erwähnen! Die Charakter-Struktur kannst Du ruhig weglassen, das ist schließlich kein Gutachten, das Dir aus der Klapse raushelfen soll.
Dieses gilt auch für externe Gesprächspartner,
die sein/ihr verbindliches Auftreten sowie seine/ihre guten
Umgangsformen schätzten.
‚Den Geschäftspartnern und Kunden unserer Gesellschaft war XY ein(e) stets kompetente Gesprächspartner(in).‘ Punkt!
Er/Sie zeigte die erforderliche
Entscheidungskraft und indentifizierte sich in vorbildlicher
Weise mit der ihm/ihr übertragenen Verantwortung, stellte
stets private Belange zurück und setzte sich sehr erfolgreich
für die Interessen unseres Unternehmens ein.
Neben
seinem/ihrem verkäuferischen Geschick überzeugte Herr/Frau als
Führungskraft mit Personalverantwortung. Er/Sie war ehrgeizig,
ehrlich, pünktlich und fleissig, sein/ihr persönliches
Verhalten war einwandfrei.
Das muß ich mir noch einmal in aller Ruhe durchlesen und die Zeugnisse, die ich so geschrieben habe wälzen… Vorab allerdings schon mal: ‚ehrlich (Ausnahme: Du bist Kassiererin) pünktlich und fleissig‘ ist meines Wissens eine wunderschöne 4 und sagt nicht das Geringste über Deinen Job aus. Meine Haushälterin ist auch ehrlich, fleissig und pünktlich…
Herr/Frau verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum
… Wir bedauern seine/ihre Entscheidung sehr, danken ihm/ihr
für seine/ihre erfolgreiche Arbeit und wünschen ihm/ihr für
seine/ihre Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönlich alles
Gute.
Das hört sich gut an.
Ciao
Tessa