Jobflaute in der Multimedia-Branche!?

Nachdem ich mich gestern mit KollegInnen aus unterschiedlichen Zweigen der MM-Branche unterhalten habe, stellten wir alle fest, dass unsere Firmen weniger Leute einstellen. Oder gar keine mehr. Und freie Mitarbeiter „freistellen“.

Habt ihr auch diese Erfahrung gemacht?

Es gibt weniger Stellenangebote im Netz, weniger in den Zeitschriften, die Krise am neuen Markt zeigt sich deutlich auch in den unteren Etagen der Firmen. Und gerade jetzt boomt die Fort- und Weiterbildungsbranche und in einem Jahr haben wir lauter umgeschulte Webdesigner und Online-Redakteure auf der Straße sitzen?

Ich würde das gerne ein bisschen mit euch diskutieren.

Grüße
Trilli

Ja !
Hallo Trilli,

Habt ihr auch diese Erfahrung gemacht?

Ja, die ganze Branche nähert sich in allen Bereichen langsam von oben her der Realität. Die Investoren fragen immer mehr nach, wa s mit ihrem Geld passiert und wundern sich endlich mal über märchenhafte Burnrates.

Die Auswirkungen sind mittlerweile auch schon bei den grossen Serverherstellern wie SUN angekommen. Wurden vor einem Jahr noch Server wie wild gekauft (von den ganzen Startups) stehen nun jede Menge gebrauchte, neue Server mit laufenden Hostingverträgen im Markt und das zu Schleuderpreisen (von Pleite gegangenen Startups und von solchen, die ihre „Serverfarm“ der Realität angeglichen haben).

Und gerade jetzt boomt
die Fort- und Weiterbildungsbranche und in einem Jahr haben
wir lauter umgeschulte Webdesigner und Online-Redakteure auf
der Straße sitzen?

Exakt. Wann war dieses Land jemals auf dem Laufenden ? Die ersten Greencard-„Inder“ wurden auch schon wieder nach Hause geschickt.

Ich würde das gerne ein bisschen mit euch diskutieren.

Ich kann mich eigentlich schon gar nicht mehr darüber aufregen, obwohl ich auch schon drunter „gelitten“ habe (habe ein sinkendes Startup verlassen). Aber für Insiderinfos stehe ich gerne zur Verfügung.

Gruss
Arne
Der jetzt einen AG hat, der wie wild (gute) Leute sucht und einstellt.

Hi

ich halte mich an die BTKOM, da persoenliche Umfragen zu pauschal sind:

Die BITKOM sagt heutzutage noch, die fast 5 Tsd die DA sind, sind viel zuwenig, WIR brauchen in den naechsten 10 Jahren jaehrlich 100.000 IT’s wenigstens, 200.000 eher; ist genau wie in den USA, ALLE reden davon dass seit Jan. 2001 572.000 Jobs wegfielen, auch IT’s . DENNOCH suchen die USA konkret: 200.000 MEHR IT’s - denn 200.000 ist das Limit der Regierung,das auch erreicht wurde. Nun soll/wird die 1B auch dort veraendert werden.

Und die Amis holen sich diese IT’s weltweit, ganz konkret.

Heisst fuer mich:

IT-Qualifikation + Sprache sind entscheidend , wer wie die Zurueckgesandten zu wenig DEUTSCH spricht/ sprach, ist wieder weg. Die Sprache ist mitentscheidend und DAS grosse Hindernis oft, DARUM ziehts ja viele auch in die USA wg. engl.

Bye
Hans

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

Nachdem ich mich gestern mit KollegInnen aus unterschiedlichen
Zweigen der MM-Branche unterhalten habe, stellten wir alle
fest, dass unsere Firmen weniger Leute einstellen. Oder gar
keine mehr. Und freie Mitarbeiter „freistellen“.

Habt ihr auch diese Erfahrung gemacht?

Das ist in der momentanen Situation normal.
Die IT-Werte sehen zur Zeit eben schlecht aus und das bekommt auch der Arbeitsmarkt zu spüren.
Ich hätte eine viel deftigere Reaktion erwartet.

Es gibt weniger Stellenangebote im Netz, weniger in den
Zeitschriften, die Krise am neuen Markt zeigt sich deutlich
auch in den unteren Etagen der Firmen. Und gerade jetzt boomt
die Fort- und Weiterbildungsbranche und in einem Jahr haben
wir lauter umgeschulte Webdesigner und Online-Redakteure auf
der Straße sitzen?

Das glaube ich nicht.
Der Markt konsolidiert sich gerade.
Es sind tausende von Jobs im IT-Bereich offen.

Allerdings werden sich die Leute, die eigentlich eher schlecht qualifiziert sind und als einzigen Skill Web-Design haben, warm anziehen müssen. Die Zeiten, wo für einen 18-jährigen Commpi-Freak ohne Ausbildung 120.000 DM p.a. bezahlt wurden, sind definitiv vorbei.

Wer sich ordentlich qualifiziert und mit arbeitsmarktüblichen Startgehältern einzusteigen bereit ist, kann nach wie vor eine saubere Karriere hinlegen.
Und dazu gehören eben auch Sprachen, Fachwissen und natürlich Soft-Skills, wie soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft.
Das Wort „Unternehmenskultur“ wird jetzt eben auch für die Computis zur Falle, sollten sie das alles nicht draufhaben.

Grüße,

Mathias

… und der Ruf nach Qualifikation.

Mancher Schüler, der eine von t-online mitgelieferte Software bedienen konnte, nannte sich „Web-Designer“. Erst vor Tagen fragte hier im Forum jemand nach Quereinstiegsmöglichkeiten in die IT-Branche. Fachkenntnisse hatte er nicht. Internet-Firmen mit einem pro-Kopf-Umsatz, bei dem jeder noch so bescheidene Friseurbetrieb längst Konkurs anmelden müßte, wurde von blauäugigen Investoren und Bankern das Geld hinterher getragen. Das war seit Jahren eine Goldgräberstimmung mit Realitätsverlust, die sich auch im Sprachgebrauch zeigte. Da war (ist immer noch) von IT- und Multimedia-Branche und entsprechenden Fachleuten die Rede. Aber niemand wußte offenbar ganz genau, was man darunter zu verstehen hat. So wurde auch der Ruf nach ausländischen „IT-Spezialisten“ laut. Was sollen die wohl hierzulande machen? Mit unzureichenden Sprachkenntnissen vielleicht deutsche Web-Seiten gestalten? Oder eine Steuerung programmieren? Dafür braucht man Fachleute für den technischen Prozess. Die Programmierung ist selbstverständliches Handwerk am Rande, das jeder einschlägige Studi in Deutschland seit mehr als einem Vierteljahrhundert drauf hat. Was wird aus den vielen e-Commerce-Firmen, die BWLer im Maßanzug mit einer teuer ausgerichteten Schicki-Micki-Party gründeten, mit Papas Geld im Rücken und dem Kredit eines Bankers, dessen Horizont höchsten bis zum Taschenrechner für die einfache Zinsrechnung reicht?
Was wird aus den zahllosen Anlegern, die Marktanalyse, Sachverstand und Geldanlage mit kurzfristiger Zockerei verwechselten?

Bleiben nur enttäuschte Hoffnungen? War alles eine Fata Morgana oder die moderne Form von des Kaisers neuen Kleidern?

Immer noch ist ein eher kleiner Teil der Wirtschaft mit wirklich guten, übersichtlichen und informativen Seiten im Internet vertreten. Bis heute nutzen nur wenige kleine und mittlere Unternehmen die große Chance, über das Internet grenzüberschreitend tätig zu sein. Immer noch wird die schlichte Tatsache ignoriert, daß man einen Menschen (Käufer, Kunden) in seiner Mittersprache erreicht, den Franzosen in französisch, den Italiener in italienisch und den Dänen in dänisch. Wer dem mit hochnäsigem „die Leute werden doch wohl englisch verstehen“ begegnet, will offenkundig nicht wirklich Geschäfte machen. Spezialisierte (fachkundige!) Übersetzer müßten Hochkonjunktur haben. Immer noch gibt manche Internet-Seite nur einen groben Überblick des angebotenen Produktspektrums und endet in der Sackgasse, nämlich in einer per eMail abzusetzenden Kataloganforderung. Die Chance, aktueller, ausführlicher und billiger die Detailinformation an den Anwender zu bringen, als über teure Druckerzeugnisse mit hohem Logistik- und Kostenaufwand, diese Chance wird noch viel zu selten genutzt.

Nur diese wenigen grob angerissenen Tätigkeitsfelder bedeuten Arbeit für ein Heer qualifizierter Leute. Nur die Leute, die mit der Hoffnung auf das schnelle Geld ein bißchen bunte Flimmerei voller Rechtschreibfehler erzeugen, fallen hinter herunter. Ist das aber ein Grund zur Panik?

Gruß
Wolfgang

Was ist den dass :Multimedia ?
Eine provozierende Frage, ich weiß das. Aber viele Unternehmen (also Kunden dieser Multimedia-Branche) fragen sich das, und zwar meiner Meinung nach zu Recht ! Hier wurden doch Verfahren in den Himmel gehoben und in den höchsten Tönen gelobt ohne vorher festzustellen ob es überhaupt einen Markt gibt ! Bisher ist Multimedia doch etwas das kaum ein Mensch braucht. Ich erkenne MM daran, daß ich eine ätzend langsame Website mit tollen Bildern und Sounds vor mir habe. Leider muß ich feststellen daß die Printmedien immer noch bessere Präsentationen liefern als das Internet. Wie mein Vorredner sagte: Jeder der eine bunte Website „zusammenstoppelt“ meint doch schon ein Webdesigner zu sein. Ich selbst arbeite als Programmierer in einem Krankenhaus. Bei uns werden Leute gebraucht die sich mit den Abläufen dort vertraut machen können und Möglichkeiten zu deren Verbesserung suchen. Das ist ein trockener Schreibtischjob für Praktiker, nichts für Theoretiker.

Ich selbst arbeite seit 1980 mit Computern, mein erster war eine Olivetti mit Magnetsreifen-Input und Schreibmaschinen-Output. Ich habe mich selbst und mit Hilfe von Weiterbildungen vom Vermessungstechniker zum Programmierer herangebildet. Und ich werde nicht (!!!) als IT-Spezialist angesehen, da ich keine Diplome o.ä. habe.

Ein Beispiel: Ich bewarb mich als Kundenbetreuer für CAD-Systeme, einem Spezialgebiet von mir. Ich wurde nicht angenommen, sondern ein eloquenter Typ mit Hochschulabschluß. Der hatte zwar Ahnung von Informatik, aber keine vom jeweiligen Einsatzgebiet. Der ist inzwischen nicht mehr dort, und ich bekam wieder eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Was ich damit sagen will: Jeder meint, daß ein „IT-Fachmann“ für alles zu gebrauchen ist. Aber keiner sagt welcher „IT-Fachmann“ denn eigentlich benötigt wird ! Und was ist ein „IT-Fachmann“ ?
Die Bauindustrie sucht doch auch keine „Bau-Fachleute“, sondern Ingenieure, Maurer, Dachdecker, Schweißer usw.

Ich bin der Meinung daß es in Deutschland viele nicht-studierte Fachleute gibt; allerdings haben die lediglich Erfahrung, und das würde so manches selbstverliebte Start-Up in die Krise stürzen. Denn diese Leute wären erstens um die 40 (und damit unpassend, weil wenig jugendlich) und hätten über manche Geschäftsidee herzhaft gelacht.

Wie bereits gesagt: Die IT-Branche hat einfach nur gemerkt daß die Wirtschaft nicht nur gute Ideen braucht, sondern auch Kunden. Denn die kaufen das Produkt und finanzieren die Mitarbeiter. Und wenn ein Produkt schlecht ist oder nicht gebraucht wird: Pech gehabt ! Dann braucht man den Hersteller halt nicht und folglich braucht der dann auch keine Mitarbeiter mehr …

blöder Kommentar
Arbeit nur machen,
wenn man weis,
wem man anschließend die Rechnung stellt.

Ein einfaches Prinzip. Hat bis jetzt immer funktioniert.
Ich bin gespannt, wann z.B. WEB.de das auch herausgefunden hat :wink:

mfG,

J.P.Jarolim

Wer verdient denn so viel?
Hallo Mathias,

du schreibst:

Es sind tausende von Jobs im IT-Bereich offen.

Die IT-Branche meine ich eigentlich auch nicht. Ich meine die Leute, die Webseiten entwickeln (Aquise, Idee, Design, Programmierung, Verwaltung/Hosting).

Die Zeiten, wo für einen 18-jährigen
Commpi-Freak ohne Ausbildung 120.000 DM p.a. bezahlt wurden,
sind definitiv vorbei.

Im normalen Leben bin ich noch keinem begegnet, der so viel als Anfangsgehalt bekommen hätte. Vor zwei Jahren jedenfalls war ein Jahresgehalt von 70 TDM in Düsseldorfer (!) Multimedia-Agenturen eher die Ausnahme (dazu kommen noch die schlechten Arbeitsbedingungen: Überstunden, Streß, kaum Urlaub und jeden Tag Pizza).

Wer sich ordentlich qualifiziert und mit arbeitsmarktüblichen
Startgehältern einzusteigen bereit ist, kann nach wie vor eine
saubere Karriere hinlegen.

Das hoffen wir ja jetzt alle.
Ich fürchte eher, dass die meisten Unternehmen dichtmachen werden, die oberen Etagen woanders weiter-consulten und viele der normalen Angestellten sich nach einem neuen Berufsfeld umschauen müssen.

Vielleicht würde ja eine GEWERKSCHAFT (böses Wort!) bzw. ein solidarischer Zusammenschluss noch einiges retten können, aber auch da sehe ich nicht wirklich Land in Sicht - trotz oder vielleicht auch wegen dem zukünftigen Musterbetrieb Pixelpark.

Grüße
Trilli

Wow! Toller Beitrag!
Hallo Wolfgang,

das war ja ein guter Rundumschlag!

Die Chance, aktueller, ausführlicher und billiger die :smiley:etailinformation an den Anwender zu bringen, als über teure :smiley:ruckerzeugnisse mit hohem Logistik- und Kostenaufwand, diese :Chance wird noch viel zu selten genutzt.

Ich sehe das Hauptproblem darin, dass kleine und mittelständische Unternehmen, die ja in erster Linie von konsequenter Nutzung des Internets profitieren können, (noch) kein Geld für eine saubere Entwicklung ihres Auftritts freisetzen können oder wollen. Es ist oft einfach nicht da, manchmal fehlt es den Herren aber auch an Fantasie und Mut, Geld für etwas auszugeben, das noch keine wirkliche Tradition hat.

Nur diese wenigen grob angerissenen Tätigkeitsfelder bedeuten
Arbeit für ein Heer qualifizierter Leute.

Wird diese Entwicklung schnell genug gehen? Welcher Unternehmer zahlt Konzeption, Design und Marketingstrategie mit, wenn er schnell und billig vom Neffen des Verkaufsleiters eine Seite ins Netz gestellt bekommt? Und wenn es nicht klappt mit den steigenden Umsätzen, dann hat man nicht viel Geld verloren.

Nur die Leute, die
mit der Hoffnung auf das schnelle Geld ein bißchen bunte
Flimmerei voller Rechtschreibfehler erzeugen, fallen hinter
herunter. Ist das aber ein Grund zur Panik?

Oh, Panik habe ich keine, ich bin eine von denen mit der fundierten Ausbildung :smile: und den Soft Skills. Ich fände es schade, wenn ich recht behalten würde und die Energie, die im Moment in den neuen Medien steckt, ins Nichts läuft, strategische und anspruchsvolle Seiten nur noch von den Giganten der Branche gemacht würden und der Rest der Unternehmer (Kunden jetzt) sich aus dem Internet wieder zurückzieht, weil an der falschen Stelle gespart wird.

Grüße
Trilli

Spreu und Weizen eben
Hallo Dietmar,

Eine provozierende Frage, ich weiß das. Aber viele Unternehmen
(also Kunden dieser Multimedia-Branche) fragen sich das, und
zwar meiner Meinung nach zu Recht ! Hier wurden doch Verfahren
in den Himmel gehoben und in den höchsten Tönen gelobt ohne
vorher festzustellen ob es überhaupt einen Markt gibt !

Zum Teil gebe ich Dir absolut recht. So ist es in jeder Branche, wenn man den Staubsaugervertreter reden läßt, hat man plötzlich einen Vertrag unterschrieben, ohne zu wissen, was man mit dem Produkt soll. Und die Jungs haben das Reden ja gelernt!
Andererseits sollte man doch vermuten, dass ein Unternehmer, der ins Internet will, sich überlegt, WARUM er das will. Er schaltet ja auch keine Anzeige in einer Fachzeitschrift, ohne sich über deren Nutzen zu informieren.
Da drängt sich jetzt die Frage auf: Fehlt es an objektiven Informationsmöglichkeiten für die Kunden? So was wie Verbraucherberatung der Internet-Branche?

Bisher ist Multimedia doch etwas das kaum ein Mensch braucht. :Ich erkenne MM daran, daß ich eine ätzend langsame Website mit
tollen Bildern und Sounds vor mir habe. Leider muß ich
feststellen daß die Printmedien immer noch bessere
Präsentationen liefern als das Internet.

Ist das jetzt die Schuld des Mediums an sich? Ist das die Schuld des 15jährigen Internet-Freaks, der nach dem Hausaufgabenmachen für den Chef vom Pappa eine Website programmiert, weil dieser nicht so viel Geld ausgeben will? Oder ist das nicht so, dass man keine qualitativ hochwertige Arbeit erwarten darf, wenn man diese Leistung nicht zu honorieren bereit ist?

Wie mein Vorredner sagte: Jeder der eine bunte Website :„zusammenstoppelt“ meint doch schon ein Webdesigner zu sein.

Irgendwie müssen die sich ja nennen. Wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe, dann erkundige ich mich vorher, was für eine Werkstatt das ist, was die für einen Ruf haben. Oder ich bringe es zu einer Fachfirma, da kostet es dann mehr, aber ich kann von einem bestimmten Niveau ausgehen.

Was ich damit sagen will: Jeder meint, daß ein „IT-Fachmann“
für alles zu gebrauchen ist. Aber keiner sagt welcher
„IT-Fachmann“ denn eigentlich benötigt wird ! Und was ist ein
„IT-Fachmann“ ?

Wie ich unten schon geschrieben habe: es geht mir nicht um die IT, denn da sieht es wieder anders aus. Ich spreche von Webseitenentwicklung und Vermarktung.

Ich bin der Meinung daß es in Deutschland viele
nicht-studierte Fachleute gibt; allerdings haben die lediglich
Erfahrung, und das würde so manches selbstverliebte Start-Up
in die Krise stürzen. Denn diese Leute wären erstens um die 40
(und damit unpassend, weil wenig jugendlich) und hätten über
manche Geschäftsidee herzhaft gelacht.

Die Jungen sind billiger, haben Spaß am Nächtedurcharbeiten (weil noch keine Familie) und bekommen keine Verstopfung, wenn sie zu viel Pizza essen müssen. Dafür haben sie MUT und Fantasie. Die Jungen und die Alten brauchen sich gegenseitig. Aber für viele Startups ist es schon zu spät.

Grüße
Trilli

1 „Gefällt mir“

das war ja ein guter Rundumschlag!

Trilli, danke für die Blumen!

Welcher Unternehmer zahlt Konzeption, Design und :Marketingstrategie mit, wenn er schnell und billig vom Neffen :des Verkaufsleiters eine Seite ins Netz gestellt bekommt? Und :wenn es nicht klappt mit den steigenden Umsätzen, dann hat man :nicht viel Geld verloren.

Na ja, ich hoffe, daß sich ein Unternehmer Gedanken über seine Marketingstrategie nicht erst im Zuge der Gestaltung seines Internet-Auftritts macht. Überhaupt kann man solche strategischen Gedanken nicht dem Web-Designer überlassen. Das wäre gerade so, als würde man solche grundsätzlichen Planungen an die Druckerei der Visitenkarten delegieren.

Dein Einwand zeigt aber, daß es sogar Zweifel im Selbstverständnis der in der Branche Tätigen gibt. Offensichtlich ist der Prozess der eigenen Eingliederung in das wirtschaftliche Gesamtgeschehen noch nicht gelaufen. Es geht bunt durcheinander, viele Dienstleister trennen nicht sauber, was sie denn nun wirklich sind oder sein wollen. Wollen sie Unternehmensberater mit Schwerpunkt Marketing sein oder doch lieber Gestalter einer Internetseite. Letzterer macht grundsätzlich nichts anderes als der Gestalter eines Prospektes oder Kataloges. Da laufen Bastler unter der Sonne umher, die einen Lötkolben neben dem PC stehen haben, die sich neben Hardware auch etwas mit Internet beschäftigen und dem Interessierten etwas über Marketing erzählen wollen. Dann gibt es Leute mit virtuellen Kaufhäusern, die ihr Konzept auf Biegen und Brechen einem Hersteller erklärungsbedürftiger Investitionsgüter anzudienen versuchen. Von flippigen Gymnasiasten und abgebrochenen Studenten ganz zu schweigen.

Wer ein Marketingkonzept erstellen will, muß von der Branche, von der Zielgruppe des Produkts und von deren Bedürfnissen und Gepflogenheiten etwas verstehen. Händler auf dem Fischmarkt erreicht man nun einmal nicht mit der gleichen Ansprache wie Hersteller von Waschmaschinen oder Produzenten von Meßinstrumenten. Wer weiß, wie man ein Marktsegment erreicht und wie man ein Unternehmensbild prägt, gestaltet und pflegt, wird sich als ein Instrument unter mehreren früher oder später auch des Internets bedienen. Das verfolgte Konzept muß er nun dem Gestalter der Internet-Seite vermitteln. Diese für mich so völlig selbstverständliche Trennung der Aufgaben vermisse ich in der Internet-Branche und führe das darauf zurück, daß zu viele unerfahrene Grünlinge in der Branche herumlungern, die eigentlich keine Ahnung von ihrem Job haben.

Gruß
Wolfgang

Andererseits sollte man doch vermuten, dass ein Unternehmer,
der ins Internet will, sich überlegt, WARUM er das will. Er
schaltet ja auch keine Anzeige in einer Fachzeitschrift, ohne
sich über deren Nutzen zu informieren.

Da haben wir den springenden Punkt: Genau das fragt sich der Unternehmer ! Warum soll ich ins Internet ? Und viele (zugegebenermaßen hochmotivierte und durchaus fachkundige) Neulinge kommen da schon ins Schleudern. Denn sie wollen Ihre tolle Technik verkaufen, müßten aber den NUTZEN für das Unternehmen herausstellen. Daran hapert es ! Mein Arbeitgeber hatte einige Besuche von Webdesignern (ich wurde aufgrund meiner Tätigkeit immer hinzugezogen), aber nur einer (!) konnte ÜBERZEUGEN. Dessen Preise sind deutlich teurer als die der anderen, aber er hat den besten Eindruck hinterlassen.

Da drängt sich jetzt die Frage auf: Fehlt es an objektiven
Informationsmöglichkeiten für die Kunden? So was wie
Verbraucherberatung der Internet-Branche?

Ich glaube ja. Viel wichtiger wäre es jedoch den Unternehmen die Vorteile von MM darzulegen, und zwar auch in finanzieller Hinsicht. Warum soll ein Unternehmer Geld ausgeben, ohne dafür etwas zu erhalten ? Manchen genügt das bloße Image, andere wiederum wollen einen Gegenwert für Ihre Ausgaben. Jedes Anzeigenblatt hat Kundenberater; diese verkaufen (wie jeder andere gute Verkäufer auch) jedoch keine Ware oder Dienstleistungen, sondern einen Nutzen.

Ist das jetzt die Schuld des Mediums an sich? Ist das die
Schuld des 15jährigen Internet-Freaks, der nach dem
Hausaufgabenmachen für den Chef vom Pappa eine Website
programmiert, weil dieser nicht so viel Geld ausgeben will?
Oder ist das nicht so, dass man keine qualitativ hochwertige
Arbeit erwarten darf, wenn man diese Leistung nicht zu
honorieren bereit ist?

Ich stimme dir voll und ganz zu. Aber warum mach Pappas Chef den sowas ? Vielleicht weil ihm noch keiner so recht Nutzen und Vorteile aufgezeigt hat und damit den Preis plausibel gemacht hat ? Das Internet bietet enorme Möglichkeiten, sie müssen aber auch transparent gemacht werden. Und das wird oft genug nur von der technischen Seite her versucht; tatsächlich entscheidet eine Firma aber anhand des Kosten/Nutzen - Effekts.

Irgendwie müssen die sich ja nennen. Wenn ich mein Auto in die
Werkstatt bringe, dann erkundige ich mich vorher, was für eine
Werkstatt das ist, was die für einen Ruf haben. Oder ich
bringe es zu einer Fachfirma, da kostet es dann mehr, aber ich
kann von einem bestimmten Niveau ausgehen.

Wobei du vergißt daß das Gebrauchsgut „Auto“ allgemein bekannt ist und man genau weiß was passiert wenn ein Firmenwagen mal streikt. Es bedeutet Umsatz- und damit Gewinnausfall. Und was passiert wenn meine Website streikt ? Vergleichen wir doch Internet-Werbung mal mit den Printmedien: Wer macht denn lukrative Werbung ? Doch nur große Firmen mit genügend Geld. Und die prüfen sehr wohl den Markt und werden renommierte Webagenturen nehmen (die meistens den ohnehin etablierten Werbeunternehmen angehören). Natürlich haben es Neueinsteiger da schwer, aber ist das nicht in allen Branchen so ?

Wie ich unten schon geschrieben habe: es geht mir nicht um die
IT, denn da sieht es wieder anders aus. Ich spreche von
Webseitenentwicklung und Vermarktung.

Da ist das Stichwort: Vermarktung. Ich glaube daß es an der Vermarktung der Ideen mangelt, an einem Vertriebskonzept. Wie schon gesagt, kaum jemand kauft ein nur weil das Produkt auf dem Markt ist. Der Sinn des Produktes muß erfaßbar sein.

Die Jungen sind billiger, haben Spaß am Nächtedurcharbeiten
(weil noch keine Familie) und bekommen keine Verstopfung, wenn
sie zu viel Pizza essen müssen. Dafür haben sie MUT und
Fantasie. Die Jungen und die Alten brauchen sich gegenseitig.

RICHTIG !!! Wir brauchen die Jungen, weil sie kreativer und neugieriger sind. Und wir brauchen die Alten, weil sie Erfahrung haben und auch mal zur Vorsicht mahnen können. Natürlich wollen die Jungen mit dem Kopf durch die Wand, aber die Alten wissen halt daß das weh tut. Ich sehe die ideale Besetzung so: Entwicklung = junges Team mit erfahrenem Moderator, der allerdings kein Bremser sein darf. Geschäftsführung: Gut gemischt. Aber wenn ich Stellenanzeigen lese, in denen von 25-jähringen Kenntnisse abverlangt werden wie Sie manch 45-jähriger nicht haben kann muß ich mich doch fragen was das soll ?

Aber für viele Startups ist es schon zu spät.

Leider. Und daß meine ich ehrlich. Aber alle müssen lernen daß es mit einer guten Idee alleine nicht getan ist. Es reicht auch nicht viele gute Leute einzustellen. Zuerst den Markt beobachten, Stratgie entwickeln und dann handeln. Oft wird zuerst gehandelt und dann überlegt …

Ich hoffe sehr daß die Branche lernt. Denn trotz meines biblischen Alters von 43 Jahren bin ich sehr an der modernen Entwicklung interessiert und setze mich gern damit auseinander. Gute Ideen schlage ich auch gerne der Geschäftsleitung vor. Allerdings erst dann wenn ich vom Sinn des Ganzen überzeugt worden bin und stichhaltige Argumente gehört habe.

Ich wünsche dir ehrlich viel Erfolg, denn du scheinst dir ernsthaft Gedanken über deine Tätigkeit zu machen. Und genau sowas imponiert mir !

Gruß
Dietmar

Hi Trilli :smile:

Es ist nicht nur so, dass deutlich weniger Stellen angeboten werden als noch vor einem halben Jahr, auch die Anforderungen an die Bewerber sind mittlerweile höher. Studium + Berufserfahrung (1-2 Jahre) findet man immer öfters in den Stellenanzeigen.

Für mich ein deutliches Zeichen, dass der Personalbedarf in der IT-Branche allmählich sinkt, so dass die Firmen nun wieder etwas wählerisch hinsichtlich der Qualifikation ihres Personals sind. Es reicht heute nicht mehr, wenn man den Internet-Explorer öffnen kann. Die Zeit der fachfremden Quereinsteiger ist endgültig vorbei.

… und in einem Jahr haben
wir lauter umgeschulte Webdesigner und Online-Redakteure auf
der Straße sitzen?

So wird es sein. Ähnlich wird es vermutlich auch den ganzen IHK-Fachinformatikern gehen. Diese können sich mit der Konkurrenz von den FHs oder von den Unis kaum messen.

Der Trend bei den Mitarbeitern in der IT-Branche geht eindeutig weg von der Quantität, hin zur Qualität …

Viele Grüße

Stefan.

war irgendetwas anderes zu erwarten??? das internet ist die grösste leere blase in der geschichte der ökonomie. es ist nichts anderes als mit der fernsehwerbung: es wird dadurch (nehmen wir mal die softwareprodukte selber raus!) nichts weiter produziert, es findet nur eine umverteilung von geldern statt.
ob ich ein auto über eine von einem „hiwi“ oder von einem „proffessionel“ gemachte webseite verkaufe, macht null unterschied. ich erziele für das verkaufte auto immer den gleichen preis. mache ich eine webseite durch multimediales schnickschnack interessanter, dann verkaufe ich vielleicht drei autos. aber irgendwer anderes verkauft drei autos weniger!!!

das internet schafft kaum produktive werte. es sind aberwitzig viele start-ups aufgetreten, die alle nur dann einen sinn machen, wenn sie einen gewissen % am über dem über das internet erzielbaren umsatz an sich binden. doch 100 % bleiben 100 %, wenn da schon nur 1000 firmen ein promille haben möchten, ist für den 1001 kein platz mehr. wir müssten nach den businessplänen aller start-ups wohl zur befriedigung aller umsatzwünsche so um die 21-22 milliarden internet-user haben. irgendwie utopisch ;o)

selbst renommierte medienhäuser sagen schon zum webangebot: wenn schön ist ok, aber es darf nix kosten!

es werden sich imho nur angebote durchsetzen, die für den kunden einen echten mehrwert darstellen. wir haben zB seit zwei jahren an unserem layout überhaupt nix mehr gemacht und alle animationen, bewegten bildchen und spielereien rausgenommen. dafür haben wir aber in einer woche die sechste sprache und besucher aus mehr als 70 ländern.

gruss marian

und ps: ich verzieh mich trotzdem bald in nen BAT-job ;o)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

du schreibst:

Es sind tausende von Jobs im IT-Bereich offen.

Die IT-Branche meine ich eigentlich auch nicht. Ich meine die
Leute, die Webseiten entwickeln (Aquise, Idee, Design,
Programmierung, Verwaltung/Hosting).

Das hatte ich anders gelesen.

Die Zeiten, wo für einen 18-jährigen
Commpi-Freak ohne Ausbildung 120.000 DM p.a. bezahlt wurden,
sind definitiv vorbei.

Im normalen Leben bin ich noch keinem begegnet, der so viel
als Anfangsgehalt bekommen hätte. Vor zwei Jahren jedenfalls
war ein Jahresgehalt von 70 TDM in Düsseldorfer (!)
Multimedia-Agenturen eher die Ausnahme (dazu kommen noch die
schlechten Arbeitsbedingungen: Überstunden, Streß, kaum Urlaub
und jeden Tag Pizza).

Bei welcher Ausbildung?
Ein Anfangsgehalt von 70k ist nach dem Studium normal.
Agenturen zahlen ohnehin schlecht.

Mein Beispiel bezieht sich auf recht konkrete Fälle in größeren IT-Unternehmen.

Wer sich ordentlich qualifiziert und mit arbeitsmarktüblichen
Startgehältern einzusteigen bereit ist, kann nach wie vor eine
saubere Karriere hinlegen.

Das hoffen wir ja jetzt alle.
Ich fürchte eher, dass die meisten Unternehmen dichtmachen
werden, die oberen Etagen woanders weiter-consulten und viele
der normalen Angestellten sich nach einem neuen Berufsfeld
umschauen müssen.

Wie gesagt: keine Angst.
Die Branche gibt viel her. Nur muß man jetzt erst einmal durch die Konsolidierungsphase durch.

Vielleicht würde ja eine GEWERKSCHAFT (böses Wort!) bzw. ein
solidarischer Zusammenschluss noch einiges retten können, aber
auch da sehe ich nicht wirklich Land in Sicht - trotz oder
vielleicht auch wegen dem zukünftigen Musterbetrieb Pixelpark.

Das würde ich mal abwarten.
Prinzipiell passiert gerade nichts anderes als der Beginn der Anwendung weltweit üblicher betriebswirtschaftlicher Regeln auch für Neue-Markt/Nemax u.s.w. -Firmen.
Jeder Geldgeber erwartet Payback.
Kommt das nicht, wird der Laden eben dichtgemacht. Das ist nichts neues. Es fällt eben momentan nur auf, weil so viele Fälle gehäuft aufreten.

Prinzipiell gilt aber nach wie vor: wer was kann, findet locker einen Job. Wer nichts kann, hat gepennt und braucht auch nicht zu meckern.

Gerüße,

Mathias

Qualität egal?
Hallo Marian,

so ein schöner Name, so wollte ich immer meinen Sohn nennen…

Du schreibst:

ob ich ein auto über eine von einem „hiwi“ oder von einem
„proffessionel“ gemachte webseite verkaufe, macht null
unterschied. ich erziele für das verkaufte auto immer den
gleichen preis.

Dem würde ich sofort widersprechen. Denn ein guter Shop im Internet ist viel komplexer. Da wird Dir gleich noch ein Blumenstrauß angeboten, damit die Gattin versöhnlicher gestimmt ist, wenn Du mit einem neuen Auto ankommst und außerdem verschiedene Autoradios mit Ultraboxen und ein Abo für die Waschstraße in Deiner Nähe, das sich wirklich lohnt. DAS alles hättest Du nicht unbedingt gekauft, aber wenn es angeboten wird und auch noch preiswert ist?!

selbst renommierte medienhäuser sagen schon zum webangebot:
wenn schön ist ok, aber es darf nix kosten!

Wie die anderen unten auch sagen, ist genau das die Falle, in die viele Unternehmen tappen.

es werden sich imho nur angebote durchsetzen, die für den
kunden einen echten mehrwert darstellen. wir haben zB seit
zwei jahren an unserem layout überhaupt nix mehr gemacht und
alle animationen, bewegten bildchen und spielereien
rausgenommen. dafür haben wir aber in einer woche die sechste
sprache und besucher aus mehr als 70 ländern.

Das klingt ganz vernünftig, nur das mit dem Layout tut mir in der Seele weh. Wie viel mehr kann man über Bilder (bzw. gestalterische Elemente) sagen als über reine Sprache (liest Du Comics?)

Grüße zurück
Trilli

und ps: ich verzieh mich trotzdem bald in nen BAT-job ;o)

PPS: Ich vielleicht auch?!

Hallo Mathias,

Bei welcher Ausbildung?
Ein Anfangsgehalt von 70k ist nach dem Studium normal.
Agenturen zahlen ohnehin schlecht.

Nein, ich meinte, das war ihnen viel zu hoch. Ich sollte die Abteilungsleitung mit 60TDM übernehmen. Und ich hatte ein abgeschlossenes Studium plus Berufserfahrung plus Fortbildung alles aus der Branche.

Das würde ich mal abwarten.
Prinzipiell passiert gerade nichts anderes als der Beginn der
Anwendung weltweit üblicher betriebswirtschaftlicher Regeln
auch für Neue-Markt/Nemax u.s.w. -Firmen.

So ein bisschen Schadenfreude ist da schon dabei, oder?

Prinzipiell gilt aber nach wie vor: wer was kann, findet
locker einen Job. Wer nichts kann, hat gepennt und braucht
auch nicht zu meckern.

Und wer was kann, aber nicht jedes Jahr in eine andere Stadt umziehen möchte? Und wer was kann, aber nicht 60Std/Woche arbeiten möchte? Und wer was kann, aber schwanger werden könnte? Und ich spreche nicht von mir, ich bin nämlich in den letzten 5 Jahren viermal umgezogen usw.

Grüße
Trilli

Hi Trilli!

Bei welcher Ausbildung?
Ein Anfangsgehalt von 70k ist nach dem Studium normal.
Agenturen zahlen ohnehin schlecht.

Nein, ich meinte, das war ihnen viel zu hoch. Ich sollte die
Abteilungsleitung mit 60TDM übernehmen. Und ich hatte ein
abgeschlossenes Studium plus Berufserfahrung plus Fortbildung
alles aus der Branche.

Dann solltest Du diesen Job nicht annehmen.

Das würde ich mal abwarten.
Prinzipiell passiert gerade nichts anderes als der Beginn der
Anwendung weltweit üblicher betriebswirtschaftlicher Regeln
auch für Neue-Markt/Nemax u.s.w. -Firmen.

So ein bisschen Schadenfreude ist da schon dabei, oder?

Ich gebe zu, ich finde es gut, daß sich nun alle wieder an denselben Wirtschaftgesetzen orientieren müssen.
Ich komme aus der soliden, mittelständischen Gerätebauerwelt. Internationales Arbeiten, die Entwicklung, Produktion und Vermarktung neuester High-Tech-Produkte ist das, was ich schätze. Da ist es schon hart, wenn Dir so ein 22-jähriger Schleimibert im Porsche Cabrio mit „I don´t create, I own“-Sprüchen kommt, während Du bei Deiner Hausbank (mit 60 Mio. Umsatz und 8 Mio. gewinn) um die Erweiterung Deines Kreditrahmens auf 3 Mio. betteln mußt.
Nun zählt wieder Leistung und vor allem wirtschaftliche Leistungskraft.
Und das ist gesünder, denke ich.

Prinzipiell gilt aber nach wie vor: wer was kann, findet
locker einen Job. Wer nichts kann, hat gepennt und braucht
auch nicht zu meckern.

Und wer was kann, aber nicht jedes Jahr in eine andere Stadt
umziehen möchte? Und wer was kann, aber nicht 60Std/Woche
arbeiten möchte? Und wer was kann, aber schwanger werden
könnte? Und ich spreche nicht von mir, ich bin nämlich in den
letzten 5 Jahren viermal umgezogen usw.

Sorry, aber die Wirtschaftswelt wird nur noch härter werden. Sei froh, daß Du für diese Anforderungen noch ordentlich bezahlt wirst.
Wenn man die Sache mal realistisch angeht, wird das hier alles in den nächsten 10 Jahren so dermaßen tough werden, das können sich die deutschen Michel mit ihrer Beamtenmentalität noch gar nicht vorstellen.
Was wird wohl passieren, wenn hunderttausende junge, clevere, hellwache, erfolgshungrige Akademiker aus den osterweiterten EU-Staaten zu uns drängen?
Die vielbeschworenen hochqulifizierten Arbeitskräfte, die hier fehlen, werden uns hier dann mit MAcht zeigen, wie Wirtschaft und Verdrängung in Reinkultur funktioniert.
Viele unserer Uniabsolventen sind doch schon versaut, bevor sie anfangen zu arbeiten.
Und ich kann nicht behaupten, daß ich mich nicht darauf freuen würde…

Grüße,

Mathias

Bisher ist Multimedia doch etwas das kaum ein Mensch braucht.
Ich erkenne MM daran, daß ich eine ätzend langsame Website mit
tollen Bildern und Sounds vor mir habe.

Multimedia ist m.E. ganz etwas anderes als einfach nur
„Internet“. Der Begriff steht vielmehr für den Einsatz
verschiedener Medien, mit dem Ziel Informationen zu vermitteln.
Also zum Beispiel Ist eine Lern-CD (CBT) Multimedia, weil da im
Idealfall Sound, Design und Text zu einem Ziel führen. Nämlich
Wissen zu vermitteln. Eine gute Infoseite im Web (z. B.
spiegel.de) ersetzt vielleicht nicht die Zeitschrift, verhilft
aber sicher schneller zu Informationen. Auch das ist Multimedia.
TV Werbung strenggenommen übrigens auch.

Da kann man nicht behaupten, dass kaum ein Mensch Verwendung für
Multimedia habe. Allerdings stimme ich Dir gerne zu, dass das
Internet überbewertet war - wie alles Neue. Das reguliert sich
ja gerade von selbst, wie man am Aktienmarkt, und leider auch am
Arbeitsmarkt, sehen kann.

Lieben Gruss
Lillian

Hallo Lillian,

Multimedia ist m.E. ganz etwas anderes als einfach nur
„Internet“. Der Begriff steht vielmehr für den Einsatz
verschiedener Medien, mit dem Ziel Informationen zu
vermitteln.

Das stimmt natürlich, aber mir ist aufgefallen daß alles was Töne von sich gibt und einen Videoclip beinhaltet sich mit „Multimedia“ schmückt. Ich nehme ausdrücklich gut gemachte Sachen davon aus, die machen mir auch Spaß. Du mußt aber zugeben daß es viel Schrott gibt. Und da ist auch wieder das Dilemma: Gute Dinge kosten Geld und keiner wills bezahlen; also kaum Kunden, wenig Arbeit …

Da kann man nicht behaupten, dass kaum ein Mensch Verwendung
für
Multimedia habe. Allerdings stimme ich Dir gerne zu, dass das
Internet überbewertet war - wie alles Neue. Das reguliert sich
ja gerade von selbst, wie man am Aktienmarkt, und leider auch
am
Arbeitsmarkt, sehen kann.

Ich sagte nicht daß kaum jemand Verwendung hat, sondern daß kaum jemand es braucht (!). Das ist auch bei Autos so, bei 16:9 - Fernsehern, einer Autoradio-Anlage für DM 10.000 usw. Nur sind diese Dinge halt bekannt. Auch MM wird es mal so gehen, wenn sich der Nutzen (oder einfach nur der Spaßfaktor) rumgesprochen hat. Hier wurde aber zu schnell davon ausgegangen daß jetzt jeder auf das neue Angebot aufspringt. Ebenso war es bei WAP: Als sich herumgesprochen hatte das das Angebot unzureichend ist und zudem noch schweineteuer war es auf einmal auch uninteressant.

Ich komme immer wieder auf mein Kernthema zurück: Man hat sich hier auf seinen Enthusiasmus verlassen und schlichtweg den Kunden vergessen. Denn dieser zahlt den Preis und somit die Gehälter.

Gruß Dietmar
der immer noch lieber Bücher und Zeitungen liest; oder hattest du mal einen PC mit in der Badewanne oder auf dem … ? :wink: